1. FFC Turbine Potsdam

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1. FFC Turbine Potsdam
Voller Name 1. Frauenfußballclub
Turbine Potsdam 71 e.V.
Gegründet 1. April 1999
Vereinsfarben Blau-Weiß
Stadion Karl-Liebknecht-Stadion
Plätze 9.254
Präsident Günter Baaske
Trainer Bernd Schröder
Homepage www.ffc-turbine.de/
Liga Bundesliga
2007/08 3. Platz
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Heim
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Auswärts

Der 1. FFC Turbine Potsdam (vollständiger Name: 1. Frauenfußballclub Turbine Potsdam 71 e.V.) ist ein Fußballverein aus Potsdam. Er ging aus der am 3. März 1971 innerhalb der BSG Turbine Potsdam gegründeten Frauenfußballmannschaft hervor. Als eigenständiger Verein existiert der 1. FFC Turbine Potsdam seit dem 1. April 1999. Die Farben des Vereins sind blau und weiß.

Mit einem Europapokalsieg, zwei gesamtdeutschen Meisterschaften, sechs DDR-Meisterschaften und drei gesamtdeutschen Pokalsiegen gehört der 1. FFC Turbine zu den erfolgreichsten Vereinen im deutschen Frauenfußball. Der 1. FFC Turbine ist der erste und bis heute einzige Verein aus den neuen Bundesländern, der eine gesamtdeutsche Fußballmeisterschaft gewinnen konnte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

1955 wurde die BSG Turbine Potsdam gegründet. Trägerbetrieb der Betriebssportgemeinschaft war der VEB Energieversorgung. Die männlichen Fußballer spielten nur mit mäßigem Erfolg auf lokaler Ebene.

[Bearbeiten] 1971 – 1978: Die Anfänge

Bernd Schröder

Am 31. Dezember 1970 wurde Bernd Schröder vom Direktor zur Planungskommision beordert. Auf dem Weg zum Büro erblickte er an der Wandzeitung einen Zettel, von dem niemand wusste, wer ihn aufgehängt hatte:

„Gründen Frauen Fußball Mannschaft. Bitte melden. 3. März 1971. 18 Uhr. Klubhaus Walter Junker.
BSG Turbine Potsdam, Sektion Fußball“

[1]

Am besagten 3. März 1971 wurde die Sektion Frauenfußball gegründet. Der zufällig anwesende Bernd Schröder entschloss sich spontan, das Traineramt zu übernehmen.[2] Bei dieser Entscheidung handelte Schröder aus Eigennutz, da sonst niemand diese Aufgabe übernehmen wollte. Schröder selber hatte vorher noch nie eine Mannschaft trainiert. [3] Am nächsten Tag stand das erste Training auf dem Programm. Am 25. Mai 1971 trug die Mannschaft bei Empor Tangermünde ihr erstes Spiel aus, welches die „Turbinen“ mit 3:0 gewannen. Nach einem weiteren Sieg bei Stahl Hennigsdorf fand am 12. Juni 1971 das erste Heimspiel statt. Wieder ging es gegen Tangermünde und die „Turbinen“ gewannen mit 5:1. Ende des Jahres gab es im 13. Spiel die erste Niederlage. In Halberstadt verlor die Mannschaft mit 1:2.

Ein Jahr später wurde erstmals eine Bezirksmeisterschaft ausgespielt, die Turbine überlegen für sich entscheiden konnte. Schröder war ständig auf der Suche nach talentierten Spielerinnen. Dabei konzentrierte er sich nicht nur auf Spielerinnen anderer Vereine, sondern auch auf Leichtathletinnen, die mangels Perspektive oder aus anderen Gründen von den Kaderschmieden aussortiert wurden. Da Schröder mittlerweile eine gehobene Position innerhalb des VEB innehatte, konnte er den Spielerinnen ohne großen Aufwand Arbeitsplätze und Wohnungen besorgen. Geld war zu dieser Zeit ebenfalls sehr knapp. Die Spielerinnen mussten teilweise die Trikots selber besorgen und die Vereinsembleme selber aufbügeln. So kam es vor, dass das Turbine-Wappen auf einigen Trikots links, in der Mitte oder rechts angebracht war.

[Bearbeiten] 1979 – 1990: Erste Erfolge

Jahr Platzierung bei der DDR-Bestenermittlung
1979 nicht qualifiziert
1980 nicht qualifiziert
1981 Sieger
1982 Sieger
1983 Sieger
1984 Zweiter
1985 Sieger
1986 Sieger
1987 Dritter
1988 Zweiter
1989 Sieger
1990 Dritter
1991 Dritter

1979 wurde erstmals eine „Bestenermittlung“ im DDR-Frauenfußball ausgespielt. Die BSG Turbine ging als Favorit in die Ausscheidungsspiele, verpasste jedoch das Finalturnier. Auch die zweite Ausgabe des Wettbewerbs fand ohne die Potsdamer statt und Schröder geriet immer mehr unter Druck. Die Bestenermittlung 1981 sollte in Potsdam stattfinden. Falls sich Turbine wieder nicht qualifizieren sollte, stand Schröder zur Disposition. Akribisch gestaltete der Trainer die Vorbereitung mit fünf Trainingseinheiten pro Woche und einem Trainingslager an der Ostsee. Die Mannschaft qualifizierte sich mühsam für das Finalturnier.

Ungeschlagen und mit nur einem Gegentor beendete Turbine das Turnier als Sieger. Pro Spielerin gab es eine Prämie von 50 Ostmark, und Schröder wurde als „Aktivist der sozialistischen Arbeit“ ausgezeichnet.[4] In den folgenden Jahren eilten die „Turbinen“ von Sieg zu Sieg und gewannen auch 1982 und 1983 die Bestenermittlung. Sabine Seidel wurde zum ersten „Star“ des DDR-Frauenfußballs. In der DDR fanden sich nur noch wenige gleichwertige Gegner. Auch im Ausland sprachen sich die Erfolge der Potsdamer herum und die Mannschaft erhielt Einladungen für Turniere aus den Niederlanden und Italien. Diese Einladungen kamen aber nie in Potsdam an. Die Sportfunktionäre untersagten den Freizeitsportlerinnen Reisen ins kapitalistische Ausland.

Mit einer List erschlich sich Schröder die erste Auslandsreise für seine Mannschaft. Er bat den ungarischen Veranstalter, auf der Einladung einfach die Teilnehmerliste zu ändern. Statt dem USC Landhaus Wien und Dinamo Zagreb standen nun Levski Sofia und Sparta Prag auf der Liste. Der Trick funktionierte und Turbine durfte fahren. Allerdings wurde die Mannschaft von einem Parteifunktionär begleitet. Der durchschaute das Spiel und Schröder wurde nach der Rückkehr für ein Jahr international gesperrt. Nach Ablauf der Sperre erhielt der Verein eine Einladung aus Polen. Diesmal fälschte Schröder höchstpersönlich die Teilnehmerliste, um sich eine Reisegenehmigung zu erschleichen. In Breslau angekommen, kam es zu einem Eklat, als der mitgereiste Parteifunktionär die Gastgeber aufforderte, die anwesenden Mannschaften aus Westeuropa nach Hause zu schicken. Man einigte sich darauf, dass Turbine ein Freundschaftsspiel gegen die Gastgeberinnen austrug. Schröder durfte nach der Rückkehr zwar Trainer bleiben, aber der Mannschaft wurde bis auf weiteres jede Auslandsreise untersagt.[5]

Auf nationaler Ebene belegten die „Turbinen“ nach drei Titeln in Folge 1984 erstmals den zweiten Platz. Die Mannschaft war punktgleich mit der BSG Motor Halle und der BSG Rotation Schlema. Mit den Hallenserinnen war Turbine auch in der Tordifferenz gleichauf. Halle wurde durch zwei mehr geschossene Tore Meister. 1985 kam es zu einer Modusänderung. Statt einer Endrunde mit fünf Mannschaften spielten die 15 Bezirksmeister nun in vier Gruppen die Halbfinalisten aus, die dann im K.-o.-System die Finalisten ausspielten. Auf dem Weg ins Finale gewann Turbine alle Spiele und traf im Finale auf die BSG Wismut Karl-Marx-Stadt. Nach Toren von Seidel und Brüdgam wurde die vierte DDR-Meisterschaft gefeiert. Ein Jahr später wiederholte die Mannschaft das Kunststück, alle Spiele der Bestenermittlung zu gewinnen. Im Finale schlug Bernd Schröders Mannschaft die BSG Motor Halle mit 4:1. 1987 verpasste Turbine als Gruppenzweiter hinter Karl-Marx-Stadt das Endspiel, welches zum ersten Mal seit 1980 ohne Potsdamer Beteiligung stattfand.

Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1985, Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1986

Im Sommer 1987 wurde der Modus wieder geändert. Der Deutsche Fußball-Verband führte eine zweigleisige Oberliga ein. Die beiden Staffelsieger ermittelten dann in Hin- und Rückspiel den DDR-Meister. Ohne Punktverlust schloss Turbine die Saison in der Nordstaffel ab und traf im Finale auf die BSG Rotation Schlema. Das Hinspiel in Schlema wurde mit 0:3 verloren. Im Rückspiel auf eigenem Platz führten die „Turbinen“ zur Halbzeit und es keimt noch einmal Hoffnung auf. Kurz nach Wiederanpfiff erzielte Guderian den Anschlusstreffer für die Sächsinnen. Sabine Seidel erhöhte zwar noch einmal auf 3:1, aber für eine Titelverteidigung war das nicht genug.

Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1988

Schon ein Jahr später konnte Turbine erfolgreich Revanche nehmen. Wieder hieß der Finalgegner Rotation Schlema. Im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion kamen die „Turbinen“ zu einem 3:1-Sieg. Ines Kulick erzielte dabei alle drei Tore ihrer Mannschaft. Das Rückspiel wurde zwar mit 2:3 verloren, dennoch reichte dies für die sechste und letzte DDR-Meisterschaft. Die Potsdamer Spielerin Hoffmeister sorgte dabei für ein Kuriosum. Zunächst brachte sie ihre Mannschaft mit 2:1 in Führung, sorgte aber wenige Minuten später durch ein Eigentor für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1989

Nach der Saison kam es zu einem Umbruch in der Mannschaft. Zahlreiche Leistungsträgerinnen beendeten altersbedingt ihre Karrieren und Schröder musste die Mannschaft verjüngen. Der Fall der Berliner Mauer hatte auch Konsequenzen für den Sport. Da sich der VEB keine Betriebssportmannschaft mehr leisten konnte, wurde am 1. Januar 1990 die BSG in den SSV Turbine Potsdam überführt. Am 5. Januar 1990 gewann Schröders Mannschaft im Rahmen des Berliner Hallenturniers ein Einlagespiel gegen den VfB Lichterfelde. Es war das erste Spiel gegen eine westdeutsche Mannschaft. Einen Tag später düpierten die „Turbinen“ die westdeutsche Elite bei einem Turnier in Hagen. Langsam begannen die Westvereine, sich für die Spielerinnen von Turbine zu interessieren. Zu einem Exodus wie bei den Männern kam es aber nicht, da die Westvereine nicht alle Versprechungen hielten. Den Titel konnte Turbine nicht verteidigen. Beide Spiele gegen die BSG Post Rostock gingen verloren und das Endspiel wurde als Gruppenzweiter verpasst. In der Saison 1990/91 ging es um die Qualifikation für die Bundesliga. Nur die zwei erstplatzierten Mannschaften sollten sich qualifizieren. Der Verein schloss die Saison aber nur als Dritter ab und die „Turbinen“ waren erstmals zweitklassig. Im Pokal des Demokratischen Frauenbundes erreichte die Mannschaft 1991 erstmals das Finale, welches die „Turbinen“ jedoch mit 0:2 verloren.

Spieldaten des Pokalfinals 1991

[Bearbeiten] 1991 – 1997: Nach der Wiedervereinigung

Zeitraum Trainer
1971-1992 Bernd Schröder
1992-1993 Peter Raupack
1993-1994 Frank Lange
1995 Sabine Seidel
1995-1997 Lothar Müller
1997 Eckart Düwiger
seit 1997 Bernd Schröder

Mit drei Punkten Vorsprung auf den 1.FC Lübars wurden Turbine Meister der Oberliga Nordost. Die folgende Aufstiegsrunde entwickelte sich zu einem Desaster. Am Ende standen die Turbinen mit nur einem Unentschieden gegen den STV Lövenich da. Nach der Saison trat Schröder nach 21 Jahren Tätigkeit als Trainer zurück und übernahm den Managerposten. Zu dieser Zeit plagten finanzielle Sorgen den Verein und das Umfeld. Die Spielerinnen verloren ihre Arbeitsplätze und manchmal wusste der Verein nicht, ob er sich überhaupt die Fahrt zum nächsten Auswärtsspiel leisten konnte. Peter Raupach übernahm ohne großen Erfolg das Traineramt und belegte mit der Mannschaft lediglich den vierten Platz. 1993 holte Schröder Frank Lange zum Verein. Mit ihm kam der Erfolg zurück. In der Winterpause verpflichtete der Verein mit zwei Russinen erstmals ausländische Spielerinnen. Diese erwiesen sich als Volltreffer und Turbine wurde Meister. Nach einem 3:2-Sieg über die DG Wattenscheid 09 konnte bereits nach vier von sechs Spieltagen der Aufstiegsrunde gefeiert werden. Hochkarätige Neuverpflichtungen waren aus finanziellen Gründen nicht möglich; dennoch ging der Verein mit viel Optimismus in die erste Bundesligasaison.

Am ersten Spieltag der Saison 1994/95 kam der FC Rumeln-Kaldenhausen ins Karl-Liebknecht-Stadion. Den Duisburgerinnen gelang ein 11:0-Kantersieg. Während der gesamten DDR-Zeit hatte Turbine kein einziges Heimspiel verloren. Es folgten weitere Pleiten im Pokal und in der Liga und die Kritik an Lange wuchs von Spiel zu Spiel. Am 20. November 1994 endete Langes Trainerzeit mit einem Eklat. Vor dem Spiel gegen den FC Eintracht Rheine erwähnte Manager Schröder in einem Privatgespräch mit Rheines Trainer Alfred Werner, dass Frank Lange bei einer weiteren Niederlage entlassen werde. Rheine gewann das Spiel mit 3:0. Während der Pressekonferenz passierte zunächst nichts. Nach der Pressekonferenz nahm Schröder Lange an die Seite um die Situation unter vier Augen zu besprechen. Umringt von der Presse und den Spielerinnen, die in der Zwischenzeit Wind von der möglichen Demission bekamen, verkündete Schröder die Trainerentlassung. Aus Protest kündigten einige Spielerinnen an, nicht mehr für Turbine spielen zu wollen.[6]

Die ehemalige Turbine-Spielerin Sabine Seidel übernahm daraufhin für den Rest der Saison die in Abstiegsgefahr schwebende Mannschaft. Um die Mannschaft zu verstärken, wurden drei weitere russische Spielerinnen geholt. Mit einem Kraftakt schob sich die Mannschaft noch auf den sechsten Tabellenplatz und konnte die Klasse halten. Auch wenn es sportlich mittlerweile besser lief, wollten sich die neuen Russinnen nicht integrieren. Zum Saisonende war das Trio wieder in die Heimat geflogen und Turbine brauchte einen neuen Trainer. Über den Mannschaftsbetreuer stellte der Verein Kontakt zu Lothar Müller her. Mit seiner Verpflichtung wurde Turbine auch für (West-)Berliner Spielerinnen interessant, die Turbine bisher geringschätzig behandelt hatten. Die Saison 1995/96 schlossen die „Turbinen“ zwar wieder auf dem sechsten Platz ab, konnten aber die Zahl der Gegentore erheblich senken. Darüber hinaus schlug die Mannschaft den Gruppensieger Grün-Weiß Brauweiler zu Hause mit 3:2 und konnte damit einen Achtungserfolg erzielen.

In der Saison 1996/97 ging es um die Qualifikation für die eingleisige Bundesliga. Nur die ersten vier qualifizierten sich direkt für die neue Klasse. Sportlich wurde die Saison zu einer Achterbahnfahrt, und am Ende sprang nur der fünfte Platz für Potsdam heraus. Nun ging es in die Relegation, wo Turbine auf die SG Wattenscheid 09, WSV Wolfsburg und Hertha 03 Zehlendorf traf. Am vorletzten Spieltag schaffte die Mannschaft von Lothar Müller durch einen 2:0-Sieg gegen Wattenscheid die Qualifikation für das Oberhaus. Erstmals erreichte der Verein das Halbfinale im DFB-Pokal. Auf eigenem Platz unterlag man dem FC Eintracht Rheine mit 2:3. Wieder begann eine Trainerdiskussion und der Verein beschloss, einen hauptamtlichen Trainer einzustellen. Die Wahl fiel auf Eckart Düwiger, der kurz zuvor beim Spandauer SV entlassen wurde.

[Bearbeiten] 1997 – 2005: Der Weg zum Spitzenverein

Ariane Hingst

Mit Ariane Hingst konnte der Verein eine Nationalspielerin verpflichten. Die Sache gestaltete sich jedoch sehr schwierig. Hingst musste zu einem Bundesligisten wechseln, wenn sie weiter in der Nationalmannschaft spielen wollte. Mit Hertha Zehlendorf verpasste sie den Aufstieg, Tennis Borussia Berlin stieg aus der Bundesliga ab. Nur sehr widerwillig ging sie in den „Osten“.[7] Hingst wahrte in den ersten Monaten eine gewisse Distanz zu ihren Mannschaftskameradinnen. Die Situation änderte sich, nachdem der Trainer ausgetauscht wurde. Ein Hauptsponsor musste Konkurs anmelden und der Verein konnte sich das Gehalt von Düwiger nicht mehr leisten. Kurzerhand wurde der Vertrag mit dem Trainer aufgelöst und Bernd Schröder übernahm wieder das Training. [3] Schröder ließ die Nachlässigkeiten seiner Nationalspielerin nicht zu und setzte Hingst schon mal auf die Bank, wenn er unzufrieden war. Erst danach näherten sich Hingst und ihre Mitspielerinnen einander an. Im Laufe der Saison kehrte Conny Pohlers vom TuS Niederkirchen zurück. Die erste Saison der eingleisigen Bundesliga beendete die Turbine auf Platz sechs und der langsame Aufstieg begann.

In der Saison 1998/99 wurden die Weichen für die späteren Erfolge gestellt. Am 12. März 1999 beschlossen die Mitglieder der Frauenfußballabteilung im Klubhaus der MEVAG (Märkische Energieversorgung AG) die Loslösung vom SSV Turbine Potsdam und die Gründung eines eigenständigen Vereins unter dem Namen 1. FFC Turbine Potsdam zum 1. April 1999. Die männlichen Fußballer des SSV Turbine hatten sich bereits am 26. Januar 1999 als FV Turbine Potsdam 55 selbständig gemacht.[8] Sportlich schob sich der Verein auf den vierten Platz vor und erreichte erstmals eine ausgeglichene Bilanz. Während der Saison kam es zu einem bemerkenswerten 4:4-Unentschieden gegen den 1. FFC Frankfurt. Die Frankfurterinnen führten bereits mit 4:0, bevor die Turbinen das Spiel beinahe noch drehten.[9] Mit diesem Spiel begann die bis heute andauernde Rivalität der beiden Vereine. Im Pokal erreichte die Mannschaft zum zweiten Mal das Halbfinale. Beim FCR Duisburg verlor man mit 2:0. Zu einem ungewöhnlichen Spiel kam es am 29. Mai 1999, als die „Turbinen“ zu einem Benefizspiel gegen die Männermannschaft des SV Babelsberg 03 spielten. Der Erlös der „Potsdamer Stadtmeisterschaft“ wurde für Flüchtlinge aus dem Kosovo gespendet. Turbine unterlag mit 3:9. In den folgenden Jahren trug Turbine mehrere Freundschaftsspiele gegen Männermannschaften aus.

Liste der Spiele gegen Männermannschaften

Die letzte Saison im alten Jahrtausend wurde wieder auf Platz vier abgeschlossen. Erstmals wiesen die „Turbinen“ eine positive Bilanz auf und erstmals blieb die Mannschaft im Karl-Liebknecht-Stadion ungeschlagen. Zu Saisonbeginn ernannte Bernd Schröder Ariane Hingst zum Mannschaftskapitän, um ihr mehr Verantwortung zu übertragen, was sich in den folgenden Jahren auszahlen sollte. Ebenfalls im Jahr 2000 gewann der Verein die erstmals ausgespielte deutsche Meisterschaft der B-Juniorinnen. Einige dieser Spielerinnen, darunter Viola Odebrecht, schafften in der nächsten Saison den Sprung in die erste Mannschaft, die die Bundesliga aufmischte.

Als die Saison 2000/01 abgepfiffen wurde, stand Turbine erstmals auf dem zweiten Platz. Sie war die einzige Mannschaft, gegen die Meister 1. FFC Frankfurt nicht gewinnen konnte. Im Pokal schafften es die Potsdamerinnen erneut ins Halbfinale, wo sie im Elfmeterschießen dem FFC Flaesheim-Hillen unterlagen. Die Vizemeisterschaft sollte kein Einzelfall sein. Schon 2002 konnte der zweite Platz bestätigt werden. Zu Saisonbeginn wurde die Nationaltorhüterin Nadine Angerer von Bayern München verpflichtet und Conny Pohlers wurde mit 27 Saisontoren Torschützenkönigin der Bundesliga. Dafür war im Pokal wieder im Halbfinale Endstation, wo Turbine sich dem späteren Absteiger Hamburger SV mit 2:3 geschlagen geben musste.

Anja Mittag

Mit hohen Investitionen auf dem Transfermarkt wollte der Verein den Erfolg weiter steigern. Von Bayern München holte man die Torjägerin Petra Wimbersky, aus Brauweiler die Jungnationalspielerin Navina Omilade und aus Aue die hochtalentierte Anja Mittag. Doch zunächst gab es eine weitere überraschende Niederlage im Pokal. In der ersten Runde mussten die „Turbinen“ zum Regionalligisten Hamburger SV und verloren mit 2:0. Dafür lief es in der Bundesliga besser, wo Turbine mit dem dominierenden 1. FFC Frankfurt auf Augenhöhe war. Die Entscheidung musste am letzten Spieltag im Karl-Liebknecht-Stadion fallen. Frankfurt hatte zwei Punkte Vorsprung und Turbine musste gewinnen, um Meister zu werden. 7.900 Zuschauer beim „Endspiel“ sorgte für einen heute noch gültigen Zuschauerrekord. Der Hessische Rundfunk und der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg übertrugen die Partie live und konnten zusammen eine halbe Millionen Zuschauer erreichen.[10] Es entwickelte sich eine spannende Partie mit Torchancen auf beiden Seiten. In der 89. Minuten wird Petra Wimbersky mit einem Steilpass in Richtung Frankfurter Tor geschickt. Der Schuss landet im Tor und im Stadion brach ein stürmischer Jubel aus. Vergebens, denn die Linienrichterin hatte korrekterweise Abseits angezeigt. Wenige Augenblicke später folgte der Abpfiff, und Frankfurt wurde zum dritten Mal in Folge Meister.

Turbine startete gut in die Saison 2003/04, die von der WM 2003 in den USA unterbrochen wurde. Die damalige Bundestrainerin Tina Theune-Meyer nominierte vier Turbine-Spielerinnen für das Turnier: Nadine Angerer, Ariane Hingst, Viola Odebrecht und Conny Pohlers. Die deutsche Nationalmannschaft wurde schließlich Weltmeister. In der Bundesliga eilten die Turbinen von Sieg zu Sieg und blieben schließlich auswärts ohne Niederlage. Im Pokal-Achtelfinale hieß der Gegner wieder einmal Hamburger SV. In der Verlängerung sorgte Jennifer Zietz für den Siegtreffer zum 2:1. Während der regulären Spielzeit führte der HSV lange mit 1:0, bevor Viola Odebrecht kurz vor Abpfiff mit einem Verzweiflungsschuss der Ausgleich gelang. In der Winterpause holte Turbine den ersten gesamtdeutschen Titel: Im Finale des DFB-Hallenpokals schlug Schröders Mannschaft den HSV mit 1:0 und konnte damit den Ruf des „ewigen Zweiten“ ablegen. Nach weiteren Pokalsiegen über Bad Neuenahr und Brauweiler standen die „Turbinen“ erstmals im Finale. Gegner war der Erzrivale 1. FFC Frankfurt. Von Beginn an bestimmte Turbine das Spiel und kam durch Tore von Conny Pohlers, Jennifer Zeitz und Anja Mittag zu einem 3:0-Sieg.

In der Bundesliga war der Titel ebenfalls zum Greifen nahe. Am vorletzten Spieltag schlug Turbine den FCR 2001 Duisburg mit 3:1 und ging mit einem Punkt Vorsprung auf den 1. FFC Frankfurt ins Saisonfinale. Auch dieses Jahr kam es am letzten Spieltag zum Duell der Giganten, dieses Mal in Frankfurt. Der amtierende Meister befand sich in einer Krise. Nach dem verlorenen Pokalfinale hatten die Frankfurterinnen im Final-Rückspiel des UEFA Women’s Cup eine 0:5-Niederlage gegen Umeå IK erlitten. Vor 4.800 Zuschauer im Stadion am Brentanobad schaffte Potsdam einen 7:2-Kantersieg und feierte den ersten gesamtdeutschen Meistertitel.

Deutscher Meister und Pokalsieger 2004

Spieldaten des Pokalfinals 2004

Freude über den UEFA-Cup

Neben der Titelverteidigung stand in der Saison 2004/05 auch die erstmalige Teilnahme am UEFA Women's Cup teil. Dieser wurde erstmals mit einem neuen Modus ausgespielt und Turbine musste erst in der zweiten Runde eingreifen. Dort richtete der Verein das Miniturnier aus und startete mit zwei Siegen gegen KS AZS Wroclaw (Polen) und Montpellier HSC (Frankreich). Im letzten Spiel gegen den italienischen Meister Torres Terra Sarda ging es um den Gruppensieg, den Turbine mit einem torreichen 7:5-Sieg schaffte. Im Viertelfinale wartete der russische Vertreter Energy Woronesch. Nach einer abenteuerlichen Anreise kam es in Russland zu einem 1:1. Im Rückspiel gelang mit einem 4:1 der Einzug in die nächste Runde. Mit zwei deutlichen Siegen im Halbfinale gegen Trondheims-Ørn SK aus Norwegen zog Turbine ins Finale gegen den schwedischen Club Djurgårdens IF/Älvsjö. Das Hinspiel in Stockholm gewann man durch Tore von Conny Pohlers und Anja Mittag mit 2:0. 8.667 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion erlebten, wie ihre Mannschaft mit einem 3:1-Sieg Europapokalsieger wurde. Conny Pohlers war mit 14 Toren im Wettbewerb Torschützenkönigin.

Im DFB-Pokal verteidigte Potsdam den Titel mit einem 3:0-Sieg gegen Frankfurt. Bereits in der Winterpause konnte Turbine den Erfolg im DFB-Hallenpokal durch einen 5:3-Finalsieg über die Frankfurterinnen wiederholte. In der Bundesliga erreichte der Verein wegen der ungewohnten Doppelbelastung durch den Europapokal nur den dritten Platz. Bei der Wahl zur Deutschlands Sportler des Jahres belegte die Mannschaft den fünften Platz.[11]

UEFA Women's Cup-Sieger und Pokalsieger 2005

Spieldaten des Pokalfinals 2005, Spieldaten der UEFA Women's Cup-Finals 2005

[Bearbeiten] 2005 – heute: Umbruchszeit

Isabel Kerschowski

Trotz des Potsdamer Erfolgs im Europapokal tippten viele Experten im Vorfeld der Saison 2005/06 auf die Frankfurterinnen als neuen deutschen Meister. Mit Isabel und Monique Kerschowski holte Turbine lediglich zwei Talente aus Berlin, während sich die Konkurrenz aus Duisburg und Frankfurt ordentlich verstärkte. Frankfurt führte lange Zeit die Tabelle an, ehe die Hessinnen nach einer 2:1-Niederlage beim SC Freiburg aus dem Tritt kamen. Mit einem 6:2-Sieg in Frankfurt, bei dem Conny Pohlers vier Treffer erzielte, und einem anschließenden 2:0 im Heimspiel gegen den FCR 2001 Duisburg schaffte Potsdam die Wende. Insgesamt legte Turbine eine Serie von dreizehn Siegen in Folge hin und holte nach einem 3:1-Sieg beim HSV die zweite gesamtdeutsche Meisterschaft. Die einzige Saisonniederlage musste die Mannschaft am vorletzten Spieltag beim SC 07 Bad Neuenahr hinnehmen. Conny Pohlers wurde mit 36 Saisontoren zum zweiten Mal Torschützenkönigin.

Im DFB-Pokal hieß die Endspielpaarung zum dritten Mal in Folge Potsdam – Frankfurt. Während die „Turbinen“ in den zwei vorangegangenen Endspielen souverän gewinnen konnten, war das Endspiel 2006 eine schwere Angelegenheit. Bei strömenden Regen spielten die Frankfurterinnen sehr defensiv. In der 79. Minute erzielte die kurz zuvor eingewechselte Isabel Kerschowski den Führungstreffer. Petra Wimbersky erzielte nach einem Konter den 2:0-Endstand.

Im UEFA Women’s Cup erreichten die Turbinen erneut das Finale. Nach einer erfolgreichen Gruppenphase und zwei Kantersiegen im Viertelfinale gegen Valur Reykjavik (8:1 und 11:1) kam es im Halbfinale zur Neuauflage des Endspiels von 2005. Das Hinspiel verloren die „Turbinen“ auf eigenen Platz gegen Djurgårdens IF/Älvsjö. In Stockholm sorgten Potsdamerinnen mit einem 5:2-Sieg für die Wende und zogen ins Finale gegen den 1. FFC Frankfurt ein. Zum ersten Mal standen damit zwei Mannschaften aus dem gleichen Land im Endspiel. Bei regnerischem Wetter gewann Frankfurt mit 4:0 und ging als haushoher Favorit ins Rückspiel. Obwohl die Chancen von Turbinen gegen Null tendierten, spielte die Mannschaft von Bernd Schröder munter mit, und es entwickelte sich eine hochklassige Partie. Auch das Rückspiel gewann Frankfurt mit 3:2.

Deutscher Meister und Pokalsieger 2006

Spieldaten des Pokalfinals 2006
Spieldaten der UEFA Women's Cup-Finals 2006

Bianca Schmidt

Nach der Saison 2005/06 wechselten mit Petra Wimbersky und Karolin Thomas gestandene Bundesligaspielerinnen nach Frankfurt. Als Neuzugänge präsentierte Potsdam bis auf die finnische Jungnationalspielerin Essi Sainio nur junge Talente, von denen besonders die sechzehnjährige Bianca Schmidt für Aufsehen sorgte. Der Start in die Saison 2006/07 misslang mit zwei Niederlagen in Essen und gegen Wolfsburg. Später wurde die Mannschaft durch Heimniederlagen gegen Frankfurt und Duisburg zurückgeworfen, was zu Unruhe innerhalb des Teams und des Umfeldes führte. In der Winterpause verließ Britta Carlson den Verein in Richtung Wolfsburg. Wie vor ihr Petra Wimbersky begründete sie ihren Schritt mit Differenzen zwischen ihr und dem Trainer. Im DFB-Pokal schied Potsdam bereits in der zweiten Runde aus. Auch im Europapokal konnten die Erfolge der Vorjahre nicht wiederholt werden. Zunächst mühte sich die Mannschaft in der Gruppenphase mit dem KFC Rapide Wezemaal (Belgien) und dem SV Saestum (Niederlande) ab, ehe man nach einem deutlichen Sieg gegen Sparta Prag doch noch Gruppensieger wurde. Im Viertelfinale schied die Schröder-Elf gegen Brøndby IF aus.

Der März 2007 verlief turbulent. Erst gab Ariane Hingst ihren Wechsel ab 1. April zu Djurgården Damfotboll bekannt. Nachfolgerin als Mannschaftskapitän wurde Jennifer Zietz. Dann folgten die Wechselankündigungen von Conny Pohlers (zum 1. FFC Frankfurt) und Navina Omilade (zum VfL Wolfsburg). Bernd Schröder geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Sein Führungsstil sei zu autoritär, seine Methoden seien veraltet. Von der taz wurde Schröder gar als „Bankbrüller von Babelsberg“ verspottet.[3] Während der Trainer die wechselwilligen Spielerinnen in der Folgezeit nur noch selten einsetzte, trumpften junge Spielerinnen wie Babett Peter und Bianca Schmidt auf. Schröder sprach in diesem Zusammenhang vom „Potsdamer Fräuleinwunder“.[12] Die „Turbinen“ blieben in den letzten 13 Saisonspielen ungeschlagen und belegten am Ende den dritten Platz.

In die Saison 2007/08 wird der Verein mit einer der jüngsten Mannschaften gehen, die je in der Bundesliga gespielt haben. Das Durchschnittsalter der Mannschaft liegt bei 19,9 Jahren. Als Saisonziele nennt Trainer Bernd Schröder einen Medaillenplatz in der Bundesliga und das Pokalfinale. [13] Der Großteil der U-19-Nationalspielerinnen wurde mit Drei-Jahres-Verträgen ausgestattet. Geschäftsführer Bernd Kühn wertet die Vertragsverlängerung als Bekenntnis für die Zukunft.[14] Im Juli 2007 wurden die U-19-Auswahl, in die insgesamt sechs Spielerinnen des 1. FFC Turbine berufen wurden, zum fünften Mal Europameister.

Nadine Angerer

Die Bundesligasaison 2007/08 wurde nach zwei Spieltagen für die Weltmeisterschaft 2007 unterbrochen. Mit Nadine Angerer, Anja Mittag und überraschenderweise Babett Peter wurden drei Turbinen in den Kader der Nationalmannschaft berufen. Erstmals ging Nadine Angerer als Nummer 1 in das Turnier, nachdem sie zuvor bei sieben Turnieren nur die Nummer 2 hinter Silke Rottenberg war. Die Weltmeisterschaft wurde zu einem großen Erfolg: Die Nationalmannschaft schaffte als erste Mannschaft überhaupt die Titelverteidigung und Nadine Angerer blieb während des ganzen Turniers ohne Gegentor. Im Finale gegen Brasilien wurde Angerer zur Heldin, als sie einen Elfmeter von Marta parierte. In der Bundesliga ging die Mannschaft als Tabellendritter in die Winterpause. Durch ein Unentschieden gegen den ewigen Rivalen aus Frankfurt und einem Sieg in Duisburg sorgte die junge Mannschaft weiter für Furore. Mit Leni Larsen Kaurin verpflichtete der Verein noch eine norwegische Nationalspielerin nach.

Zum 1. Januar 2008 wechselte Nadine Angerer jedoch zum schwedischen Club Djurgården Damfotboll. Desirée Schumann wurde zu ihrer Nachfolgerin im Turbinetor auserkoren.[15] Der Start in das Jahr 2008 war erfolgreich. Ungeschlagen sicherten sich die Turbinen zum dritten Mal den DFB-Hallenpokal. Im Finale gegen Duisburg lag die Mannschaft 0:1 hinten, konnte das Spiel durch Tore von Anja Mittag und Carolin Schiewe jedoch noch drehen.[16] Die Rückrunde verlief dagegen durchwachsen. Durch zahlreiche Punkteverluste, darunter eine 2:7-Niederlage bei Bayern München gefährdete die Mannschaft noch den dritten Platz, den man erst am letzten Spieltag sichern konnte.

Am 12. Mai 2008 schrieb der Verein Geschichte. Das Auswärtsspiel beim ewigen Rivalen 1. FFC Frankfurt wurde in voller Länge auf der Videoplattform des Deutschen Fußballbundes, „dfb.tv“ ausgestrahlt.[17] Zum ersten Mal wurde ein Spiel der Frauen-Bundesliga live im Internet übertragen. Darüber hinaus waren die Spielerinnen in der „Großen Sat.1-Fußballschule“ zu sehen, wo sie in zahlreichen Lehrvideos den interessierten Zuschauern Tipps und Tricks zeigten.[18]

Mit einer nahezu unveränderten Mannschaft wird der 1. FFC Turbine in die Saison 2008/09 gehen. Mit Viola Odebrecht kehrte ein Eigengewächs nach Potsdam zurück.

[Bearbeiten] Erfolge

Deutscher Meister: 2

Deutscher Pokalsieger: 3

DFB-Hallenpokalsieger: 3

DDR-Meister: 6

  • 1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1989

UEFA Women’s Cup-Sieger: 1

Deutscher Meister der B-Juniorinnen: 6

  • 2000, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008

Außerdem stellte der 1. FFC Turbine mit Conny Pohlers in den Spielzeiten 2001/02 (27 Tore) und 2005/06 (36 Tore) die Torschützenkönigin der Bundesliga. In der Ewigen Tabelle der Bundesliga belegt der Verein nach der Saison 2007/08 den vierten Platz. Darüber hinaus wurden Anja Mittag (2005) und Babett Peter (2007) mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Bianca Schmidt erhielt 2007 die Fritz-Walter-Medaille in Bronze.


[Bearbeiten] Vereinsstruktur

Der 1. FFC Turbine Potsdam ist ein eingetragener Verein. Zurzeit hat der Verein 350 Mitglieder. Die prominentesten Mitglieder sind der DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger[19] sowie der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck. Seit der ersten gesamtdeutschen Meisterschaft im Jahre 2004 hat sich die Mitgliederzahl fast verdoppelt und gegenüber 2003 mehr als verdreifacht.

Zu jedem Heimspiel erscheint das Stadionheft „Die Turbine“ mit einer Auflage von 800 bis 1.000 Exemplaren. Außerdem erscheint zu Saisonbeginn das 150 Seiten starke „Turbine-Saisonheft“. Pressesprecherin und Webmasterin ist Nadine Bieneck. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich am ehemaligen Luftschiffhafen Potsdam.

[Bearbeiten] Organe

Der Vorstand besteht aus einem Präsidenten, zwei Vizepräsidenten sowie dem Schatzmeister. Die Mitglieder des Vorstandes werden von der Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt. Vereinspräsident ist seit dem 19. Dezember 2003 Günter Baaske, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im brandenburgischen Landtag. Rolf Kutzmutz und Uwe Rabe sind die Vizepräsidenten. Das Amt des Schatzmeisters wird von Heiko Baumgart ausgeübt. Der Trainer der ersten Mannschaft Bernd Schröder gehört zum erweiterten Vorstand. Geschäftsführer des Vereins ist Bernd Kühn.

Neben dem Vorstand gibt es einen siebenköpfigen Verwaltungsrat, der ebenfalls auf drei Jahre gewählt wird. Die Verwaltungsratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Der Verwaltungsrat besteht zurzeit aus Clemens Appel, Klaus Eichler, Burghard Exner, Andreas Gerlach, Günter Sommerland, Jörn-Michael Westphal und Thomas Wichmann.

[Bearbeiten] Vereinsfarben und Trikots

Logos der Vorgängervereine BSG und SSV Turbine Potsdam

Die Vereinsfarben sind blau und weiß. Bei Heimspielen tritt die Mannschaft in der Regel in komplett blauer Kleidung an. Auswärts wird eine komplett schwarze Garnitur verwendet. Als Ausweichgarnitur steht ein komplett roter Trikotsatz zur Verfügung.

[Bearbeiten] Vereinswappen

Das kreisrunde Vereinswappen hat auf der äußeren Seite einen dunkelblauen Ring, auf dem oben und unten der Vereinsname zu lesen ist. Auf der linken und rechten Seite befinden sich jeweils drei Sterne, die jedoch keine besondere Bedeutung haben. Innerhalb des Ringes sieht man auf der linken Seite den brandenburgischen Adler in rot auf weißem Grund und oben rechts einen Fußball, der zeigt, dass es sich um einen Fußballverein handelt. Unten rechts sind mit „TP“ die Initialen des Vereins abgebildet.

[Bearbeiten] Sponsoren und Partner

Für die Saison 2007/08 plant der Verein, wie im Vorjahr, mit einem Jahresetat in Höhe von 500.000 Euro. Damit hat der 1. FFC Turbine den zweithöchsten Etat der Bundesliga. Der Großteil dieser Summe wird von Sponsoren beigetragen. Haupt- und Trikotsponsor ist seit 2005 der US-amerikanische Automobilhersteller Chevrolet, der neben finanziellen Zuwendungen auch Fahrzeuge für die Spielerinnen stellt. Ab der Saison 2008/09 wird das Zentrum für Aus- und Weiterbildung neuer Haupt- und Trikotsponsor werden.[20]

Neben Chevrolet gibt es sieben sogenannte „Co-Sponsoren“. Zu den bekanntesten Co-Sponsoren gehören die Deutsche Kreditbank, die Mittelbrandenburgische Sparkasse und die E.ON edis AG. Ebenfalls zum Kreis der Co-Sponsoren gehören das Zentrum für Aus- und Weiterbildung und die Zeitarbeitsagentur in Ludwigsfelde. Beide Firmen bieten Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die Spielerinnen an, die nicht zur Schule gehen oder studieren.

Des Weiteren gibt es viele weitere Kleinsponsoren. Ausrüster ist der Textilhersteller JAKO, Buspartner sind die Verkehrsbetriebe Potsdam und die Firma easyJet wird ab 2008 als „Airline-Partner“ auftreten. Medienpartner ist die Märkische Allgemeine Zeitung.

[Bearbeiten] Spieler und Trainer

[Bearbeiten] Kader Saison 2008/09

Stand: 5. August 2008

Nr. Land Spieler Geburtsdatum Körpergröße bei Turbine seit letzter Verein Länderspiele
Tor
24 Anna Felicitas Sarholz 05.07.1992 1,75 2006 SV Germania Roßlau U-17
01 Desirée Schumann ¹ 06.02.1990 1,77 2006 VfB Hermsdorf U-19
18 Gaëlle Thalmann 18.01.1986 1,69 2008 SC LUwin.ch Luzern 3
Abwehr
02 Monique Braun 12.02.1989
13 Laura Brosius ¹ 08.01.1990 1,64 2002 SG Bornim U-19
22 Stefanie Draws 16.10.1989 1,72 2006 FFV Neubrandenburg U-20
03 Monique Kerschowski ¹ 22.01.1988 1,63 2005 BSC Marzahn
04 Babett Peter 12.05.1988 1,72 2006 1. FC Lokomotive Leipzig 17
08 Carolin Schumski 26.10.1985 1,67 2008 FFV Neubrandenburg
Mittelfeld
06 Marie-Louise Bagehorn 07.07.1991 1,63 2006 1. FFC Fortuna Dresden-Rähnitz U-17
0? Christin Carl 30.05.1991
15 Franziska Hagemann ¹ 03.02.1989 1,62 2003 SG Einheit Bad Sülze U-19
11 Leni Larsen Kaurin 21.03.1981 1,66 2007 Asker FK 43
16 Viola Odebrecht 11.02.1983 1,75 2008 SC 07 Bad Neuenahr 29
19 Essi Sainio 09.09.1986 1,66 2006 HJK Helsinki 10
33 Carolin Schiewe 23.10.1988 1,80 2001 Rot-Weiß Groß Glienecke U-23
14 Jennifer Zietz Kapitän der Mannschaft 14.09.1983 1,66 1999 Polizei SV Rostock 11
Angriff
21 Tabea Kemme 14.12.1991 1,65 2006 SC Freiburg/Oederquart U-17
07 Isabel Kerschowski 22.01.1988 1,67 2005 BSC Marzahn 1/U-23
31 Anja Mittag 16.05.1985 1,68 2002 ² FC Erzgebirge Aue 44
30 Aferdita Podvorica 10.09.1978 1,66 2002 VfL Wolfsburg
20 Bianca Schmidt 23.01.1990 1,74 2006 1. FC Gera 03 U-23
09 Jessica Wich 14.07.1990 1,63 2007 SC Regensburg U-19
Trainerstab
  Bernd Schröder Trainer
  Dirk Heinrichs Co- und Torwarttrainer
  Dr. Joachim Felderhoff Mannschaftsarzt
  Dr. Michael Lehnert Mannschaftsarzt
  Kathrin Viehweger Physiotherapeutin
  Silvio Krause Medizinischer Betreuer

¹ steht ebenfalls im Kader der zweiten Mannschaft.
¹ spielte zwischen Juni und Oktober 2006 für den schwedischen Verein QBIK Karlstad.

[Bearbeiten] Wechsel zur Saison 2008/09

Zugänge Abgänge

[Bearbeiten] Bekannte ehemalige Spielerinnen

Name Jahre Bedeutung
Nadine Angerer 2001 - 2007 Im Sommer 2001 kam die Torfrau im Tausch mit Kathrin Lehmann von Bayern München in die brandenburgische Hauptstadt. Sie wurde zum großen Rückhalt ihrer Mannschaft. Ihren großen internationalen Durchbruch feierte sie bei der WM 2007, als sie im ganzen Turnier ohne Gegentor blieb. Zum 1. Januar 2008 folgte sie Ariane Hingst zu Djurgården Damfotboll.
Britta Carlson 2004 - 2007 Die defensive Mittelfeldspielerin kam 2004 vom Hamburger SV nach Potsdam. Sie wurde zur Stammkraft im Verein und der Nationalmannschaft. Während der Winterpause 2006/07 wechselte sie überraschend zum VfL Wolfsburg. Sie begründete den Wechsel damit, dass sie mit dem Trainer Bernd Schröder nicht mehr klar gekommen ist.
Cristiane 2005 - 2006 Cristiane war die erste Brasilianerin im Turbine-Kader. Sie kam während der Winterpause 2004/05 aus San Bernardo. Trotz guter Ansätze konnte sie sich nicht bei Turbine durchsetzen und musste gelegentlich in der zweiten Mannschaft spielen. Im Sommer 2006 wechselte sie zum VfL Wolfsburg.
Sonja Fuss 2005 Die Abwehrspielerin kam in der Winterpause der Saison 2004/05 vom FFC Brauweiler Pulheim 2000. Nach nur einem Jahr kehrte sie ins Rheinland zurück, da die Distanz zu ihrem Studienort Aachen zu groß war.
Ariane Hingst 1997 - 2007 1997 wechselte die Jungnationalspielerin von Hertha Zehlendorf nach Potsdam, nachdem ihr die Bundestrainerin Tina Theune-Meyer einen Wechsel zu einem Bundesligisten nahe gelegt hatte. In den ersten Jahren hielt Hingst eine gewisse Distanz zu ihren Mitspielerinnen, da Hingst auch Jahre nach der Wiedervereinigung noch große Vorbehalte gegen den „Osten“ Deutschlands hatte. Nachdem sie 2001 von Bernd Schröder zum Mannschaftskapitän ernannt wurde, verbesserte sich die Situation und Hingst wurde zur Führungsspielerin. Zum 1. April 2007 wechselte sie nach fast zehn Jahren zum schwedischen Vizemeister Djurgården Damfotboll.
Viola Odebrecht 2000 - 2005 Odebrecht gehört zu den ersten Spielerinnen, die die Kooperation mit der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportschule in Potsdam hervorgebracht hat. Die Spielmacherin war maßgeblich am Potsdamer Aufschwung Anfang der 2000er Jahre beteiligt. Im Sommer 2005 verließ sie den Verein in Richtung University of Florida. Zur Saison 2007/08 wechselt sie zum SC 07 Bad Neuenahr, äußerte aber häufig den Wunsch, nach Potsdam zurückzukehren.
Navina Omilade 2002 - 2007 Die Mittelfeldspielerin wechselte 2002 vom FFC Brauweiler Pulheim nach Potsdam. Im Sommer 2007 wechselt sie zusammen mit Juliane Höfler zum VfL Wolfsburg.
Conny Pohlers 1994 - 1997
1997 - 2007
Conny Pohlers ist die erfolgreichste Torjägerin der Vereinsgeschichte. Sie kam 1994 vom Böllberger BV Halle in die brandenburgische Hauptstadt. Nach einem kurzen Intermezzo bei TuS Niederkirchen 1997 trug sie bis 2007 das Turbine-Trikot. Sie wurde zweimal Torschützenkönigin der Bundesliga. Sie wechselte zum 1. FFC Frankfurt.
Sabine Seidel 1976 - 1986 Die aus Bautzen stammende Sabine Seidel wurde zum ersten Star des DDR-Frauenfußballs. Nach einem kurzen Abstecher zur BSG Wismut Karl-Marx-Stadt kehrte sie nach Potsdam zurück und baute die erfolgreiche Nachwuchsabteilung auf. Die B-Juniorinnen führte sie zu fünf deutschen Meisterschaften.
Petra Wimbersky 2002 - 2006 Die Stürmerin kam 2002 von Bayern München in die brandenburgische Hauptstadt. Gemeinsam mit Conny Pohlers und Anja Mittag bildete sie eines der torgefährlichsten Angriffstrios der Bundesligageschichte. Auch sie wechselte wegen Meinungsverschiedenheiten mit Bernd Schröder den Verein und wechselte 2006 mit Karolin Thomas zum 1. FFC Frankfurt.

[Bearbeiten] Weitere Mannschaften

Neben der Bundesligamannschaft hat der 1. FFC Turbine vier weitere Frauenmannschaften im Spielbetrieb. Während die zweite Mannschaft als Talentschmiede für die erste Mannschaft dient, handelt es sich bei der dritten und vierten Mannschaft um „Freizeitteams“, die ohne Leistungsdruck um Punkte und Tore spielen.

[Bearbeiten] 2. Mannschaft

Die zweite Mannschaft spielt in der 2. Bundesliga Nord. 1996 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Größter Erfolg in dieser Liga war die Vizemeisterschaft 2003. Außerdem wurde die Mannschaft dreimal Dritter (2000, 2002, 2004). 2004 qualifizierte sich die Mannschaft für die neu gegründete 2. Bundesliga. Potsdam II nahm bisher siebenmal am DFB-Pokal teil. Zweimal erreichte die Mannschaft dabei das Achtelfinale. 1999 erreichte die Mannschaft kampflos die Runde der letzten 16, verlor dann aber mit 0:6 gegen den WSV Wolfsburg. 2005 schaltete die Mannschaft den Bundesligisten Hamburger SV nach Elfmeterschießen aus und sorgte damit für eine Überraschung. Im Achtelfinale verlor man gegen den VfL Wolfsburg knapp mit 2:3. 1997 und 2000 kam es im Pokal zu vereinsinternen Duellen mit der ersten Mannschaft. Beide Vergleiche konnte die erste Mannschaft gewinnen. Seit 2005 dürfen nach einer Regeländerung keine zweiten Mannschaften mehr am DFB-Pokal teilnehmen.

Kader in der Saison 2008/09 - Stand 1. August 2008
Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
Maria Doll
Annika Eichmann
 
 
 
Trainer: Thomas Kandler
Co-Trainer: Jochen Müller
Laura Diener
Elisabeth Hänsch
Anne-Kathrin Hübner
Anne Schäfer
Anna-Marie Ulbrich
Chantal Willers
Lisa Zech
Laura Diener
Franziska Hagemann
Christin Lüdtke
Pia Marxkord
Tina Misch
Lea Notthoff
Henrike Schödel
Ulrike Fechner
Anne Heller Kapitän der Mannschaft
Marie Klemme
Anne-Rose Lindner
Theresa Wutzke
Saisonbilanzen der 2. Mannschaft

[Bearbeiten] 3. - 4. Mannschaft

Die dritte Mannschaft spielte seit dem Aufstieg 2005 in der Regionalliga Nordost. Gleich in der ersten Saison belegte Turbine III den fünften Platz, jedoch wurde die Mannschaft nach der Saison 2006/07 zurückgezogen. Da Turbine IV bis zu dieser Zeit in der Verbandsliga Brandenburg spielte, war der 1. FFC Turbine Potsdam der einzige deutsche Verein, der in den vier höchsten Spielklassen mit jeweils einer Mannschaft vertreten war. Außerdem spielte eine fünfte Mannschaft in der Kreisliga, der untersten Spielklasse um Punkte. Ab der Saison 2007/08 wird die vierte Mannschaft wieder zur dritten Mannschaft und die fünfte Mannschaft wieder zur vierten.[21]

[Bearbeiten] Mädchenmannschaften

Mädchenmannschaften im Ligaspielbetrieb
Mannschaft Liga
U-17 I C-Junioren Landesklasse Nord/West
U-17 II B-Juniorinnen Landesliga