1981

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Staatsoberhäupter · Wahlen · Filmjahr · Rundfunkjahr · Sportjahr

1981
Columbia (Raumfähre)
Start des Space Shuttle Columbia
Wojciech Jaruzelski
Der polnische General Wojciech Jaruzelski verkündet im Fernsehen den Kriegszustand
Anwar as-Sadat
Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wird bei einem Attentat getötet
Jahreswidmungen
Vereinte Nationen: „Internationales Jahr der Behinderten“
Blume des Jahres (Deutschland): Gelbe Narzisse
Vogel des Jahres (Deutschland): Schwarzspecht
Wort des Jahres: Nulllösung
1981 in anderen Kalendern
Chinesischer Kalender Jahr des Metall-Hahns 辛酉
Islamischer Kalender 1401
Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 56
Jüdischer Kalender 5741/42
Malayalam-Kalender 1156/57

Das Jahr 1981 stand vor allem im Zeichen der Friedensbewegung. Der Kalte Krieg, der sich nach dem Ende des Vietnamkriegs mit der Ermüdung der Beteiligten etwas entspannt hatte, gewann wieder an rhetorischer Schärfe. Die Sowjetunion war 1979, zwei Jahre zuvor, unter Leonid Iljitsch Breschnew in Afghanistan einmarschiert, was das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf Zentralasien lenkte. Gleichzeitig hatte die USA mit der Islamischen Revolution im Iran ihren Vorposten dort verloren. Die SALT-II-Gespräche zwischen den Großmächten waren gescheitert, die NATO setzte stattdessen auf ihren NATO-Doppelbeschluss als Machtdemonstration. Mit Ronald Reagan wurde 1981 ein Hardliner Präsident der Vereinigten Staaten, dessen erklärtes Ziel es war, den Rüstungswettlauf gegen den Warschauer Pakt zu gewinnen. Das geteilte Europa sollte dabei als Basis für nukleare Mittelstreckenraketen eine Schlüsselrolle spielen.

Vor diesem Hintergrund kam es 1981 in Deutschland und in ganz Europa zu Friedenskundgebungen, von denen die größte, am 21. November in Amsterdam, 400.000 Menschen anzog. Die Proteste waren Teil einer größeren Untergrundkultur, die auch Umweltbewegung, die Atomkraftgegner und die Hausbesetzerszene umfasste.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ereignisse

[Bearbeiten] Polen

Als Reaktion auf die desolate Lage im Land hatte sich im Vorjahr eine neue, unabhängigen Gewerkschaft, die „Solidarność“ gegründet, der schon im November etwa 10 Mio. von 16 Millionen Arbeitnehmer angehörten. Obwohl sich nach ersten Streiks die Lage entspannte, als Hardliner im Politbüro gegen gemäßigte Politiker ausgetauscht wurden, steigerte der Kreml trotzdem den Druck auf die PVAP, die „Konterrevolution“ zu bekämpfen, und veranstaltete wiederholt Manöver in der Nähe der Grenzen Polens.

Im Frühjahr 1981 kam es wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Staatsorganen und Gewerkschaftsaktivisten. Aufgrund der sich weiter verschlechterten wirtschaftlichen Lage häuften sich wilde Streiks. In dieser entscheidenden Phase waren zudem die bewährten Vermittlungsmöglichkeiten der Kirche eingeschränkt, weil im Mai erst das Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt worden war und dann auch noch Primas Stefan Wyszyński verstarb.

Nachdem der erste Landeskongress der Solidarność im September 1981 ein noch stärkeres politisches Engagement beschlossen und eine Botschaft an alle Arbeiter der anderen sozialistischen Staaten gerichtet hatte, entschloss sich die PVAP-Führung endgültig zum Konfrontationskurs. Auf dem 4. ZK-Plenum vom 16. bis 18. Oktober wurde Parteichef Stanisław Kania durch den als Hardliner geltenden Verteidigungsminister General Wojciech Jaruzelski ersetzt. Trotz der Bereitschaft der „Solidarność“ zu Kompromissen übernahmen in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1981 Militär und Sicherheitsorgane die Macht in Polen. General Jaruzelski verkündete in einer Fernsehansprache die Verhängung des Kriegszustandes. Die Führungsspitze der Gewerkschaft wurde in Danzig verhaftet, ihr Vorsitzender und der spätere Präsident Polens, Lech Walesa, unter Hausarrest gestellt. Regionalführer, Leiter der Betriebskommissionen und oppositionelle Intellektuelle, insgesamt einige Tausend Personen, wurden in Internierungslager gebracht. Erst im Juli 1983 wurde das Kriegsrecht offiziell aufgehoben.

[Bearbeiten] Ägypten

Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wurde am 6. Oktober bei einer Militärparade durch ein Attentat getötet. Sadat hatte Ägypten bereits 1979 durch den Israelisch-ägyptischen Friedensvertrag in der arabischen Welt isoliert. Zusätzliche interne Feinde machte er sich, als er im September gegen zahlreiche muslimische und koptische Organisationen sowie Studentengruppen vorging, und es zu etwa 1.600 Verhaftungen kam. Zusätzlich geriet Ägypten in eine wirtschaftliche Krise. Der islamische Geistliche Omar Abdel-Rahman, der später für seine Rolle im Anschlag auf das World Trade Center 1993 verurteilt wurde, unterstützte das Attentat durch eine Fatwa .

Das Attentat war live im Fernsehen zu verfolgen. Während der Überflug eines Mirage-Kampfflugzeugs die Menge ablenkte, hielt ein Truppentransporter vor der Loge des Präsidenten und ein Leutnant trat nach vorn. Während Sadat aufstand, um den Salut zu empfangen, stiegen die Attentäter aus dem Lastwagen, warfen Granaten und schossen auf den Präsidenten. Im folgenden Schusswechsel wurden sieben Menschen getötet, darunter der kubanische Botschafter, und 28 wurden verletzt, darunter der Außenminister und spätere UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali.

[Bearbeiten] Gambia

Gambia wurde 1981 von einem gewaltsamer Staatsstreich erschüttert. Im Nachspiel zum Putsch unterzeichneten am 12. Dezember 1981 Gambia und Senegal einen Vertrag, der die Vereinigung der Streitkräfte, der Währung und des Wirtschaftsraumes in der Konföderation Senegambia vorsah. Diese Konföderation bestand vom 1. Februar 1982 bis zum 30. September 1989, als Gambia aus dem Bund austrat.

[Bearbeiten] Jahreswidmungen

[Bearbeiten] Politik und Weltgeschehen

H. Schmidt und E. Honecker am 12. Dezember am Döllnsee

[Bearbeiten] Wirtschaft

  • Das Unternehmen Dickmann (Schokoküsse) wird vom Unternehmen Storck übernommen.

[Bearbeiten] Wissenschaft und Technik

[Bearbeiten] Kultur

[Bearbeiten] Gesellschaft

[Bearbeiten] Religion

[Bearbeiten] Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

[Bearbeiten] Katastrophen

Blick auf die Hotellobby des Hotels Hyatt Regency Crown Center in Kansas City am Tag nach dem Einsturz zweier Verbindungsgänge

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

[Bearbeiten] Nobelpreise

[Bearbeiten] Alternative Nobelpreise

[Bearbeiten] Musik

[Bearbeiten] Geboren

[Bearbeiten] Januar

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[Bearbeiten] Tag unbekannt

[Bearbeiten] Gestorben

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[Bearbeiten] Weblinks

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