Abendstudio

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Das Abendstudio wurde 1948 von dem Schriftsteller Alfred Andersch bei Radio Frankfurt (heute: Hessischer Rundfunk) gegründet. „Strömungen der modernen Kultur“ lautete der programmatische Untertitel der Sendereihe, die als das avancierteste unter den Nachtprogrammen der ARD galt.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Alfred Andersch unterschrieb am 1. August 1948 seinen Vertrag bei Radio Frankfurt. Er übernahm die Aufgabe, ein vorerst noch so genanntes „Mitternachtsstudio“ nach dem Hamburger Vorbild aufzubauen.

Die Redaktion des Abendstudios wollte nicht nur neue Inhalte vermitteln, sondern bemühte sich auch um die Entwicklung radiofoner Formen wie der Hörfolge, aus der das Feature entstand. Neben Gesprächen und Diskussionen gehörten Vorträge, Autorenlesungen und Hörspiele zum festen Bestandteil des Programms.

Namhafte Schriftsteller und Philosophen wie Theodor W. Adorno, Bruno Liebrucks, Jürgen Habermas und Alfred Schmidt zählten zu den Autoren der Frankfurter Sendereihe. Ulrike Meinhof schrieb im Abendstudio über Arbeitsunfälle am Fließband und Himmlers Adjutanten Karl Wolff, bevor sie in den Untergrund ging.

Im September 2003 wurde die Sendereihe eingestellt. Stücke wie Siegfried Lenz' Die Nacht des Tauchers (1955) und Hans Magnus Enzensbergers Acht Minuten Welt in Scherben (1957), die für das Abendstudio produziert wurden, sind mittlerweile auch als Hörbuch erschienen.

[Bearbeiten] Leiter des hr-Abendstudios

[Bearbeiten] Literatur

  • Hörfunk-Abendstudio. Bestandsverzeichnis 1948-1968. Red.: Michael Crone. Frankfurt: Hessischer Rundfunk, 1988.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Monika Boll: Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik. Münster 2004, S. 96.
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