Adulis

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Adulis (auch Adule) war eine noch nicht genau lokalisierte antike Handelsstadt am arabischen Golf. Nach dem Periplus Maris Erythraei[1] lag Adulis an einer Bucht an der Küste gegenüber der „Berginsel“ unterhalb von Ptolemais, drei Tagesreisen von Koloe (Kohaito?) entfernt und acht Tagesreisen von Aksum. Möglicherweise sind die Ruinen südlich von Massaua am Habas in Erythrea die Reste der Stadt.

In römischer Zeit wurden noch in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Elephanten gejagt[2]. Ansonsten kam das Elfenbein aus dem Binnenland, es galt dem aus Muza überlegen[3]. Unter Ptolemäus Philadelphos als Handelsniederlassung gegründet, war Adulis für lange Zeit die einzige Hafenstadt des Königreiches Aksum. Von hier wurde Elfenbein exportiert und Metallwaren und Textilien wurden aus Ägypten und Indien importiert. Adulis war offensichtlich ein wichtiger Handelsposten beim Handel mit afrikanischen Waren. In spätantiker Zeit war Adulis wohl eine christliche Stadt. Im 7./8. Jahrhundert scheint die Stadt zerstört worden zu sein.

Aus Adulis stammt eine Inschrift auf einer Stele des Ptolemaios III. Euergetes, in der ein nicht namentlich genannter König sich rühmt, in seinem 27. Regierungsjahr das Seleukidenreich erobert zu haben und bis an die Grenzen Indiens vorgedrungen zu sein. Der abessynische König Aizanas setzte eine Nachschrift hinzu. Der historisch bedeutsame Text ist lediglich in einer Abschrift des Kosmas Indikopleustes aus dem 6. Jahrhundert erhalten geblieben.[4] Gewöhnlich wird der Herrscher mit Ptolemaios III. Euergetes (247-222/21 v. Chr.), der allerdings in seinem 26. Regierungsjahr verstarb, oder einem Herrscher von Aksum gleichgesetzt, Beeston will sie allerdings dem himjaritischen König Yasduq'il zuschreiben.

[Bearbeiten] Literatur

  • A. F. L. Beeston: The Authorship of the Adulis Throne Text. In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies London 43/3, 1980, 453-458.
  • Enno LittmannAdule. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band Suppl. VII, Stuttgart 1940, Sp. 1–2.
  • Wilhelm H. Schoff: The Periplus of the Erythraen Sea. Travel and trade in the Indian Ocean by a merchant of the first century. New Delhi 2001.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Periplus Maris Erythraei 4
  2. Periplus 4
  3. Periplus 17
  4. Wilhelm Dittenberger, Orientis Graeci Inscriptiones Selectae (OGIS) 54 = Kai Brodersen/Wolfgang Günther/Hatto H. Schmitt, Historische Griechische Inschriften in Übersetzung, Band 3, 404.

[Bearbeiten] Weblinks

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