Annaberg-Buchholz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Annaberg-Buchholz
Annaberg-Buchholz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Annaberg-Buchholz hervorgehoben
50.5813.002222222222600Koordinaten: 50° 35′ N, 13° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 600 m ü. NN
Fläche: 27,7 km²
Einwohner: 22 514 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 813 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09456
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ (alt: ANA)
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 020
Stadtgliederung: 6 Stadtteile: Annaberg, Buchholz, Cunersdorf, Frohnau, Geyersdorf, Kleinrückerswalde
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
09456 Annaberg-Buchholz
Webpräsenz:
Oberbürgermeisterin: Barbara Klepsch (CDU)
Lage der Kreisstadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirgskreis
Karte

Annaberg-Buchholz ist eine Stadt im Erzgebirge mit über 22.000 Einwohnern. Sie ist nach der Kreisreform 2008 seit 1. August 2008 Verwaltungssitz des Erzgebirgskreises in Sachsen. Die Stadt hat den Status einer Großen Kreisstadt und ist ein Mittelzentrum des Bundeslandes sowie ein überregionales Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum - Sitz der Agentur für Arbeit, des Tourismusverbandes und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für das Erzgebirge.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Stadt Annaberg-Buchholz liegt im Oberen Erzgebirge in einer durchschnittlichen Höhe von 600 Metern (ü. NN) beiderseits des Sehmatals. Der Stadtteil Annaberg erstreckt sich dabei an den Hängen des Pöhlberges (832 m ü. NN) rechterhand der Sehma, Buchholz an der gegenüberliegenden Talseite bis zum Schottenberg. Aufgrund seiner besonderen Lage trägt der Stadtteil Buchholz den Charakter einer Terrassenstadt.

Klimadiagramm von Annaberg-Buchholz

Pöhlberg und Stadtteil Annaberg

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Königswalde und Mildenau im Osten, die Stadt Schlettau im Westen, Sehmatal im Süden und Thermalbad Wiesenbad im Norden.


[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Annaberg-Buchholz ist in sechs Stadtteile eingeteilt:

  • Annaberg
  • Buchholz
  • Cunersdorf
  • Frohnau
  • Geyersdorf
  • Kleinrückerswalde

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Gründung

Blick nach Annaberg
Annaberg von Westen

Das bis dahin von dichtem Wald bedeckte obere Erzgebirge wurde im 12. und 13. Jahrhundert durch fränkische Bauern besiedelt. Die ersten schriftlichen Erwähnungen der heute zur Stadt Annaberg-Buchholz gehörenden Ortschaften Frohnau, Geyersdorf und Kleinrückerswalde stammen aus dem Jahr 1397.

In geringerem Umfang sind um 1470 erste bergbauliche Tätigkeiten im heutigen Stadtgebiet belegt. Als am nahen Schreckenberg 1491 reiche Silbererzgänge entdeckt wurden, setzte im Zuge des Berggeschreys ein starker Zustrom von Menschen ein. Am 21. September 1496 wurde auf Geheiß des sächsischen Landesherrn Georgs des Bärtigen eine Stadt gegründet. Im Jahr darauf begannen die ersten Bauarbeiten an der neuen Siedlung. Der Entwurf der Anlage stammte von dem späteren Freiberger Bürgermeister und Gelehrten Ulrich Rülein von Calw. 1497 erhielt die „Newe Stat“ das Stadtrecht und im Jahr darauf das Münzrecht. Ab 1501 bezeichnete man die Stadt als „santt Annabergk“.

1495 begann man auf Grünhainer Klostergebiet, unterhalb von Annaberg, eine weitere Bergbausiedlung anzulegen. „St. Katharinenberg im Buchholz“ erhielt 1501 erste Privilegien, wurde aber erstmals 1539 als Städtlein bezeichnet.

Seit der Leipziger Teilung 1485 verlief die Landesgrenze zwischen dem ernestischen und dem albertinischen Sachsen zwischen den beiden Städten Annaberg und Buchholz im Tal der Sehma. Erst nach der Wittenberger Kapitulation kam auch Buchholz zum albertinischen Teil Sachsens.

[Bearbeiten] Zentrum des Silberbergbaus

Bergkirche St. Marien
Stadtansicht von 1650

Die reiche Ausbeute des Silberbergbaus führte zu einem starken Zuzug von Bergleuten und einer raschen Vergrößerung der Einwohnerzahl. So entwickelte sich Annaberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu der nach Freiberg zweitgrößten Stadt Sachsens und damit zu einer der größten Städte im deutschen Sprachraum. Etwa 1522 zog es Adam Ries nach Annaberg, der hier bis zu seinem Lebensende als Rechenmeister und Bergbeamter tätig war.

Während im ernestischen Sachsen, zu dem auch Buchholz gehörte, schon früh die Reformation eingeführt wurde, blieb Annaberg im albertinischen Sachsen katholisch. Herzog Georg war bemüht, die neue Stadt auch zu einem Zentrum des Glaubens zu entwickeln. In der St. Annenkirche wurde eine umfangreiche Reliquiensammlung zusammengetragen, die Annaberg auch zum Wallfahrtsort machte. Schon 1502 war in der Stadt ein großes Franziskanerkloster gegründet worden. Der Umstand, dass die Landesgrenze zwischen Annaberg und Buchholz zur Glaubensgrenze geworden war, führte dazu, dass zunehmend mehr Annaberger heimlich den evangelischen Gottesdienst in der Nachbarstadt hörten. Dort predigte zum Beispiel 1524 der aus dem Annaberger Kloster geflohene Mönch und Reformator Friedrich Myconius und zog weit über 1.000 Gläubige aus Annaberg an. Nach dem Tod Herzog Georgs hielt 1539 wie im gesamten albertinischen Sachsen auch in Annaberg die Reformation Einzug.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert gewannen Klöppeln und Bortenwirken wirtschaftliche Bedeutung. Große Bedeutung erlangte in diesem Zusammenhang die Unternehmerin Barbara Uthmann. Das 17. Jahrhundert war einerseits durch den starken Rückgang der bergbaulichen Tätigkeit geprägt, zum anderen wurde die Region mehrfach von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges heimgesucht.

Im 18. Jahrhundert waren Annaberg und Buchholz kleine Handwerkerstädte. 1712 besuchte Zar Peter der Große auf einer Reise nach Karlsbad Annaberg. 1731 vernichtet ein Stadtbrand Teile der Stadt. Während des Bayerischen Erbfolgekrieges belagerten 1778 österreichische Truppen die Stadt. Da diese die geforderten 50.000 Taler Tribut nicht aufbringen konnte, wurden der Bürgermeister und ein Kaufmann in Geiselhaft genommen, nach Ungarn verschleppt und erst ein Jahr später wieder freigelassen.

[Bearbeiten] Industrielle Revolution

Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem getragen von der Textilindustrie. Ausschlaggebend dafür war für die Städte Annaberg und Buchholz nicht zuletzt die Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen, 1861, sowie insbesondere die Eröffnung der Eisenbahnlinie von Chemnitz nach Annaberg im Jahr 1866 (Zschopautalbahn). Im Zuge der Industriellen Revolution entwickelten sich Annaberg und Buchholz Ende des 19. Jahrhunderts zu einem weltweiten Zentrum der Posamentenherstellung. Annaberger Firmen unterhielten Niederlassungen in zahlreichen Metropolen der Welt, wie etwa Paris, London oder New York. In dieser Zeit arbeiteten in den beiden Städten weit über 200 größere und kleinere Manufakturen sowie selbstständige Posamentierer. Hergestellt wurden Quasten und Borten, Spitzen - Produkte, deren Bedarf bedingt durch den Zeitgeschmack in Mode und Einrichtung, rasant stieg, Taschen aber auch Posamentiermaschinen. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig waren Kartonagen- und Prägewerke, die zum Beispiel Verpackungsmaterialien, Schachteln, geprägte Verzierungen und herstellten. Auch diese Artikel wurden von Annaberg und Buchholz aus bis nach Übersee exportiert.

Ausdruck für die damalige wirtschaftliche Blüte und die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes war die Einrichtung einer amerikanischen Konsularagentur in Annaberg 1879, die 1882 zu einem eigenständigen Konsulat erhoben wurde. Hier wurden im Wesentlichen die Ausfuhrformalitäten erzgebirgischer Waren erledigt. Nachdem zahlreiche Annaberger Firmen dies verstärkt über ihre eigenen ausländischen Filialen abwickelten, wurde das Konsulat zunehmend überflüssig und 1908 wieder geschlossen

Auch Buchholz, das immer im Schatten seiner bedeutenderen Nachbarstadt gestanden hatte, baute sich seit dem 16. Jahrhundert mit Spitzenklöppelei und Posamentenherstellung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein auf. 1620 erfuhr es einen großen Zuzug von böhmischen Exulanten, bevor es – ohne Stadtmauer – im Dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet wurde. 1868 wurde in der Stadt ein Herstellungsverfahren für Perlgewebe erfunden, das – als Buchholzer Monopol – zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte.

[Bearbeiten] Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Schützenhaus (der späteren Gaststätte "Erzgebirgischer Hof") ein frühes Konzentrationslager eingerichtet, in dem hunderte Mitglieder von Arbeiterorganisationen und andere Gegner des NS-Regimes interniert und mißhandelt wurden. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 wurden die verbliebenen 16 Juden der Stadt, die bis 1935/36 den Betsaal der Israelitischen Religionsgemeinde im Hinterhaus des Gebäudes Buchholzer Straße 17 benutzten, vertrieben bzw. in die Vernichtungslager deportiert. Der jüdische Friedhof wurde zerstört und 1940 eingeebnet.

In Annaberg hielten sich die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg in Grenzen. Buchholz hingegen wurde bei einem Bombenangriff am 14. Februar 1945 schwer getroffen. Statt einen Angriff auf das nahe Chemnitz zu fliegen, schwenkten mehrere Bomber wegen zu hoher Wolken nach Süden ab, die Städte Annaberg und Buchholz wurden ausgeleuchtet. Man vermutet, dass beim Überflug über den Pöhlberg die Bomben zu spät ausgeklinkt wurden, so dass die Stadt Annaberg in dieser Nacht von Zerstörungen verschont blieb. In Buchholz hingegen wurden unzählige Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Auch die Katharinenkirche wurde dabei getroffen, Gewölbe und Pfeiler stürzten ein, nur die Umfassungsmauern blieben erhalten. Bis 1975 wurde sie wieder aufgebaut.[2]

[Bearbeiten] Nachkriegszeit, DDR und politische Wende

Nach Kriegsende wurden die beiden Städte Annaberg und Buchholz auf Anweisung des sowjetischen Stadtkommandanten vereinigt. Bis dahin hatte es bereits mehrere Versuche gegeben, die beiden vollständig zusammengewachsenen Städte auch politisch zusammenzuschließen. 1913 wurde eine Initiative seitens der Stadt Buchholz vom Annaberger Rat abgelehnt, 1919 scheiterte ein erneuter Anlauf an der Annaberger Bedingung, nur eine Eingemeindung von Buchholz, nicht aber eine Vereinigung der beiden Städte zu akzeptieren. Mehrere Anläufe zur Schaffung einer Großgemeinde unter Einbeziehung weiterer angrenzender Orte wie Frohnau oder Cunersdorf blieben im Verlauf der 1920er Jahre erfolglos. Gegen die Zwangsvereinigung durch die Besatzungsmacht regte sich 1945 besonders aus Buchholz Widerstand, örtliche Gremien protestierten und verlangten ein ordnungsgemäßes Verfahren. 1947 stimmte schließlich der Kreistag, im Jahr darauf auch der sächsische Landtag der Vereinigung zu. Mit dem Jahr 1949 wurde der Zusammenschluss zur neuen Stadt Annaberg-Buchholz rechtskräftig.

Die Förderung von Uranerzen für die SAG Wismut führte in den fünfziger Jahren zu einem kurzzeitigen Wiederaufleben des Bergbaus und zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Nachdem bereits Ende der vierziger Jahre größere Unternehmen enteignet worden waren, wurde 1972 ein Großteil der noch in Privatbesitz verbliebenen Firmen verstaatlicht. Nach der politischen Wende 1989/90 werden viele Unternehmen in Privathand zurückgeführt.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Buchholzer Stadtwappen
Wappen des Ortsteiles Frohnau
  • 1912 Eingemeindung von Kleinrückerswalde in die Stadt Annaberg
  • 1949 Vereinigung der Städte Annaberg und Buchholz durch russischen Stadtkommandanten
  • 1996 Eingemeindung von Frohnau
  • 1998 Eingemeindung von Cunersdorf
  • 1999 Eingemeindung von Geyersdorf

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Anfang des 16. Jahrhunderts zählte Annaberg mit geschätzten 8.000 Bewohnern zu den größten Städten Deutschlands. 1834 hatte Annaberg 5.068 Einwohner, Buchholz 1.424. 1875 lebten in Annaberg 11.725 Einwohner, 1890 11.725, 1925 18.204, 1933 19.818.
1939 hatte Annaberg 19.266, Buchholz 8.959 Bewohner, mit den jetzt ebenfalls zu Annaberg-Buchholz gehörenden Gemeinden Cunersdorf (1.509) Frohnau (1.610) und Geyersdorf (1.497) lebten 1939 auf dem Gebiet der heutigen Stadt Annaberg-Buchholz insgesamt 32.841 Menschen. Bedingt durch den kurzzeitig aufflammenden Uranbergbau stieg die Bevölkerungszahl durch den Zuzug von Bergleuten in den 1950er Jahren sprunghaft an und erreichte mit fast 40.000 Einwohnern ihren historischen Höchststand. Seit den 1990er Jahren geht die Bevölkerung, insbesondere aufgrund einer zu geringen Geburtenrate, durch die die Sterbefälle nicht ausgeglichen werden, aber auch aufgrund von Abwanderung, zurück.


Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

vor 1945

  • 1925: 27.123
  • 1933: 28.868
  • 1939: 28.225

1946 bis 1981

  • 1946: 27.651 1
  • 1950: 36.660 2
  • 1960: 29.012
  • 1971: 27.508
  • 1981: 26.664

1984 bis 1999

  • 1984: 26.236
  • 1995: 23.920
  • 1997: 23.177
  • 1998: 25.098
  • 1999: 24.679

2000 bis 2004

  • 2000: 24.495
  • 2001: 24.103
  • 2002: 23.680
  • 2003: 23.387
  • 2004: 23.147

2005 bis 2007

  • 2005: 23.043
  • 2006: 22.808
  • 2007: 22.514
Vor 1945: Einwohnerzahl der beiden Städte Annaberg und Buchholz
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

1 29. Oktober
2 31. August

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Annaberg-Buchholzer Stadtrat besteht aus 30 Sitzen. Die nachfolgende Aufteilung ist das Ergebnis der Kommunalwahl 2004.

  • CDU: 11 Sitze
  • FWG: 8 Sitze
  • Die Linke: 5 Sitze
  • Bürgerforum: 3 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • NPD: 1 Sitz
  • DSU: 1 Sitz

[Bearbeiten] Bürgermeister

Seit der Vereinigung zur Doppelstadt Annaberg-Buchholz waren die folgenden Personen Bürgermeister (ab 1997 als Oberbürgermeister):

  • 1945–1947: Dr. Friedrich Laube
  • 1947–1949: Wilhelm Rudolf König
  • 1950: Dr. Karl Riemann
  • 1951–1958: Fritz Ullmann
  • 1959–1974: Dr. Erich Fritsch
  • 1974–1983: Karlheinz Tröger
  • 1983–1990: Dr. Erich Fritsch
  • 1991–2001: Klaus Hermann (CDU)
  • seit 2001: Barbara Klepsch (CDU)

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen von Annaberg zeigt die heilige Anna selbdritt, flankiert von zwei Bergleuten über dem bergmännischen Symbol Hammer und Schlägel. Auf dem Buchholzer Wappen ist die heilige Katharina mit Schwert und Rad abgebildet, links und rechts ein Fels mit einer Buche, auf einem Fels ein Hüttlein, unten ein Schild mit Eisen und Schlegel.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

St. Annenkirche
Beleuchteter Turm der Sankt-Annenkirche
Frohnauer Hammer
Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“
Uthmann-Brunnen in Annaberg

[Bearbeiten] St. Annenkirche

Siehe Hauptartikel St. Annenkirche

Die St. Annenkirche ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar. Die 1525 fertiggestellte spätgotische Hallenkirche gehört zu den schönsten und kulturgeschichtlich wertvollsten Beispielen dieser Architekturform. Auf der Rückseite des Bergaltars befindet sich ein Gemälde des Bergbaues aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche war bis 1539 ein katholisches Gotteshaus, deshalb erinnern die schmuckvollen Verzierungen eher an eine katholische als an eine evangelische Kirche.

[Bearbeiten] St.-Katharinenkirche (Buchholz)

Die Kirche wurde um 1500 als dreischiffige Hallenkirche geplant. Spätestens 1523 wurden die Arbeiten jedoch eingestellt. Über mehrere Jahrhunderte blieb das Bauwerk unvollendet, das Kirchenschiff provisorisch abgeschlossen. Der Turmstumpf erhielt ein Satteldach mit Dachreiter. Erst in den Zeiten des industriellen Aufschwungs waren Ende des 19. Jahrhunderts ausreichend Mittel für einen repräsentativen Kirchenbau vorhanden. Unter der Regie des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel wurde der Bau zwischen 1874 und 1877 stark um und ausgebaut. Dabei wurde das Kircheinnere im Stil der Neogotik komplett umgestaltet. Die Kirche erhielt eine neue Orgel der Firma Walcker. Der Turm wurde im Stil der Zeit wuchtig und markant ausgeführt, geschmückt mit Ecktürmchen und Kapitellen. Am 14. Februar 1945 brannte die Katharinenkirche bei einem Luftangriff aus, Gewölbe und Pfeiler stürzten ein, nur die Umfassungsmauern blieben erhalten. Bis 1975 wurde die Kirche in vereinfachter, schlichter Form wieder aufgebaut.

[Bearbeiten] Weitere Bauwerke

  • Bergkirche St. Marien
  • Ehemaliges Rathaus Buchholz mit Marktplatz und Statue des Stadtgründers-Friedrich der Weise
  • Katholische Heilig-Kreuz-Kirche
  • Historische Innenstadt mit zahlreichen Bürger- und Patrizierhäusern, u.a. das Haus Markt 2, das mit dem Wappen der Familie Apian-Bennewitz verziert ist
  • Teile der Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert
  • Ruine des ehemaligen Franziskanerklosters
  • Trinitatiskirche im Stadtpark; steht seit einiger Zeit leer, wird jedoch als Ausstellungshalle benutzt[3]
  • Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Marktplatz
  • Frohnauer Hammer

[Bearbeiten] Eduard-von-Winterstein-Theater

Das Eduard-von-Winterstein-Theater ist ein Mehrspartenhaus und wurde 1893 als Neues Stadt-Theater-Annaberg eröffnet. Es ist benannt nach dem Schauspieler Eduard von Winterstein, der hier einst mit der Titelrolle in Goethes Egmont debütierte und dem Ensemble mehrere Jahre angehörte.

[Bearbeiten] Alte Brauerei Annaberg

Der Verein Alte Brauerei Annaberg e.V. agiert als soziokulturelles Jugend- und Kulturzentrum und ist zugleich Kulturveranstalter mit vielfältigen Konzert- und Kleinkunstangeboten.

[Bearbeiten] Museen

  • Adam-Ries-Museum mit Annaberger Rechenschule
  • Erzgebirgsmuseum mit dem Besucherbergwerk Im Gößner
  • Technisches Museum Frohnauer Hammer
  • Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stolln im Ortsteil Frohnau
  • Besucherbergwerk Dorothea-Stolln im Ortsteil Cunersdorf

[Bearbeiten] Gedenkstätten

  • Gedenktafel am "Schützenhaus" zur Erinnerung an die NS-Gegner, die hier 1933 mißhandelt und anschließend der NS-Unrechtsjustiz ausgeliefert wurden
  • Gedenktafel von 1992 gegenüber dem Gasthaus "Feldschlößchen" zur Erinnerung an den Todesmarsch von 400 überwiegend französischen KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Neu-Staßfurt des KZ Buchenwald, die im April 1945 bis Annaberg getrieben wurden und von denen nur 65 überlebten
  • Sowjetisches Ehrenmal und Grabstätten auf dem Alten Friedhof für Rotarmisten, sowjetische Kriegsgefangene sowie Männer und Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Ehrenmal von 1949 auf dem gleichen Friedhof für die Opfer des Faschismus und der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus
  • Jüdischer Ehrenhain von 1957 auf dem Neuen Friedhof Dresdner Straße zur Erinnerung an die vertriebene Jüdische Gemeinde und die Zerstörung des Jüdischen Friedhofs durch das NS-Regime und zum Gedenken an die jüdischen Opfer der Shoa
  • Gedenkstein an der Klosterstraße zur Erinnerung an die Opfer der DDR-Diktatur und an die Wende

[Bearbeiten] Parks

  • Stadtpark mit Trinitatiskirche, Adam-Ries-Büste, Barbara-Uthmann-Grabdenkmal und Auferstehungslinde
  • Waldschlößchenpark Buchholz mit Parkhotel, Teich, Parkbühne und Silberlandhalle (Sport und Messen sowie Kultur und Musik) kurz gesagt eine Mehrzweckhalle mit Focus auf Sport (Handball)

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

[Bearbeiten] Sport

  • Silberlandhalle: Die Mehrzwecksporthalle hat 1.400 m² Nutzfläche und bis zu 1.300 Sitzplätze. Sie dient dem Vereinssport und Veranstaltungen - z.B. zu Konzerten.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

[Bearbeiten] Kirchen und Religionsgemeinschaften

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Erzgebirgsklinikum

Traditionelle Wirtschaftszweige sind die Textilherstellung, die hier ihre Wurzeln im ausgehenden Mittelalter hat, Metall- Papier- und Holzverarbeitung sowie die Spielwarenindustrie. Nach der politischen Wende 1989/90 sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe stark zurückgegangen. Dennoch hat die Region eine der höchsten Industriedichten (Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe) in Sachsen. Positive Entwicklungstendenzen verzeichnet heute der Bereich der Automobilzulieferindustrie sowie das Dienstleistungsgewerbe. Hier ist insbesondere der Tourismus zu nennen. Annaberg-Buchholz zählt mittlerweile zu den wichtigsten touristischen Destinationen in Sachsen, vor allem in der Vorweihnachtszeit.

Bedeutende Arbeitgeber in der Stadt sind derzeit die Annaberger Backwaren GmbH, die Bundesagentur für Arbeit (Sitz des Agenturbezirkes), das Erzgebirgsklinikum, Handtmann Leichtmetallgießerei Annaberg, IDT Industrie- und Dichtungstechnik Werk Kupferring GmbH und OPEW (Obererzgebirgische Posamenten- und Effekten-Werke).

[Bearbeiten] Medien

In Annaberg-Buchholz erscheint eine Lokalausgabe der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse mit Lokalredaktion in der Stadt. Auch das Anzeigenblatt Erzgebirgsrundschau wird in Annaberg redigiert. Außerdem hat hier das Sächsische Stadtradio Radio Erzgebirge der BCS Broadcast Sachsen GmbH & Co. KG ein weiteres Lokalstudio.

[Bearbeiten] Infrastruktur und Verkehr

Annaberg-Buchholz, Unterer Bahnhof

[Bearbeiten] Fernstraßen

Annaberg-Buchholz liegt an der B 95 sowie an der B 101. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle an der A 72, Stollberg-West, ist ca. 25 Kilometer entfernt. Hier entsteht seit Mitte der 90er Jahre ein leistungsfähiger Zubringer.

Annaberg-Buchholz liegt zudem an der ersten sächsischen Ferienstraße, der auf einen historischen Verkehrsweg zurückgehenden „Silberstraße“.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Seit 1866 besteht ein Bahnanschluss nach Chemnitz, die sogenannte Zschopautalbahn, die weiter nach Cranzahl bzw. Bärenstein und von dort Anschluss nach Tschechien hat. Seit der Sanierung der Strecke wird diese von der Erzgebirgsbahn, einer Tochter der Deutschen Bahn, betrieben. Die Züge halten am Unteren Bahnhof.
Daneben existiert ein Haltepunkt Annaberg-Buchholz-Mitte sowie der Bahnhof Süd. Bis zur Stilllegung am 31. Dezember 1994 gab es auch einen Oberen Bahnhof, der an der Bahnstrecke Königswalde–Annaberg lag. Diese war in den letzten 30 Jahre ihres Bestehens eine reine Güterstrecke. Sie stellte den Eisenbahnanschluss für zahlreiche Industriebetriebe im Bereich der B 95 - also des östlichen Annabergs - her.

[Bearbeiten] Luftverkehr

Der nächstgelegene Verkehrslandeplatz befindet sich in Chemnitz/Jahnsdorf (28 km). Nächstgelegene Flughäfen mit Linienverkehr sind Karlsbad (CR) (60 km), Leipzig-Altenburg (72 km), Dresden (103 km), Prag (118 km) und Leipzig/Halle (131 km).

[Bearbeiten] Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)

Die in Annaberg-Buchholz ansässige BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH betreibt im Stadtgebiet insgesamt sieben Stadtbuslinien. Regionalbuslinien verbinden Annaberg-Buchholz mit der Region sowie Chemnitz, Dresden, Plauen oder Karlovy Vary (Karlsbad/Tschechien).

[Bearbeiten] Bildung

Schulgebäude des Evangelischen Gymnasiums Erzgebirge (EGE)
Baustart für die neue Zweifeld-Sporthalle des Evangelischen Gymnasiums Erzgebirge (EGE)

Bereits zwei Jahre nach Stadtgründung wird 1498 eine erste Lateinschule erwähnt. Bekannt ist auch die Rechenschule von Adam Ries die er Mitte des 16. Jahrhunderts in seinem Wohnhaus betrieb. Der Standort oberhalb der St.-Annenkirche hat eine besonders lange Tradition. 1549 entstand hier ein erstes Schulgebäude, welches in den folgenden Jahrhunderten ständig neu und umgebaut wurde. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1795. 1837 wurde ein zweites Schulgebäude unmittelbar daneben errichtet und 1882 umfassend erweitert. Der gesamte Komplex wird bis 2010 zum "Bildungszentrum Adam Ries" umgebaut, das Grund- und Mittelschule mit Ganztagsangeboten vereint.

1872 wurde für die Realschule ein neues Gebäude in der Münzgasse errichtet, 1894 eine zweite Bürgerschule in der heutigen Pestalozzistraße (heute Landkreisgymnasium St. Annen). 1900 wurde das neue Lehrerseminar eröffnet (ab 1925 eine höhere Mädchenschule, nach 1945 Krankenhaus, heute Evangelisches Gymnasium Erzgebirge).

Hinsichtlich der beruflichen Ausbildung ist die Posamentenfachschule besonders erwähnenswert. Die Städte Annaberg und Buchholz entwickelten sich im 19. Jahrhundert zu Zentren der Posamentenindustrie. 1858 wurde die Schule gegründet und erhielt 1909 einen großzügigen Neubau in der heutigen Straße der Einheit. Hier ist heute das Berufliche Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft untergebracht.

[Bearbeiten] Grundschulen

  • Grundschule Adam Ries
  • Grundschule Friedrich Fröbel
  • Grundschule Kleinrückerswalde
  • Grundschule An der Riesenburg
  • Grundschule Maria Montessori

[Bearbeiten] Mittelschulen

  • Mittelschule Barbara Uthmann
  • Mittelschule J.-H.Pestalozzi

[Bearbeiten] Gymnasien

  • Landkreis-Gymnasium St. Annen (LKG)
  • Evangelisches Gymnasium Erzgebirge (EGE)

[Bearbeiten] Berufsbildende Schulen

  • Berufliches Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Adam-Ries-Denkmal

siehe Liste von Persönlichkeiten der Stadt Annaberg-Buchholz

Bedingt durch die lange Bergbautradition und die damit verbundene Rolle vor allem von Annaberg als Bergbaumetropole der frühen Neuzeit zog die Stadt in dieser Zeit zahlreiche Gelehrte an. Hervorzuheben sind insbesondere Adam Ries und Johannes Rivius. Unter den Söhnen und Töchtern der Stadt haben etwa Christian Felix Weiße (1726–1804), der Begründer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur, der Komponist und Schriftsteller Heinrich Köselitz (alias Peter Gast; 1854–1918) oder der Künstler Carlfriedrich Claus (1930-1998) überregionale Bekanntheit erlangt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Anonymus: Die Churfürstliche Sächs. freye Bergstadt St. Annabergk ... Chronikalische Aufzeichnungen über Annaberg und das Bergwerk. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 30. Annaberg-Buchholz 1995. (Abschrift der „Annaberger Chronik 1646“ von Michael Zirolt, bearbeitet von Helmut Unger) Download (pdf 147 KB)
  • Christian Meltzer: Historische Beschreibung des St. Catharinenberges im Buchholz. Annaberg o. J. (1929)
  • Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.]: Von Annaberg bis Oberwiesenthal. Werte der deutschen Heimat Band 13. Berlin 1968.
  • Jörg Nicklaus, Bernd Schreiter: Annaberg-Buchholz wie es früher war (hist. Bildband). Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 1992.
  • Manfred Riesche (Hrsg.): Festschrift zum 500-jährigen Jubiläum der Gründung der Stadt Annaberg. Verlag Erzgebirgs Rundschau, Annaberg-Buchholz 1996 (mit Beiträgen von Bernd Schreiter, Dr. Lothar Klapper, Peter Rochhaus u.a.).
  • Rudolf Nicolai: 450 Jahre Buchholz und seine Kirche. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 39. Annaberg-Buchholz 2000. (Nachdruck eines Vortrages von 1951) Download (pdf 201 KB)
  • Joachim Reim: Buchholzer Geschichte und Geschichten. Aufgeschrieben und zusammengestellt zur 500-Jahrfeier der Stadt Buchholz im Jahre 2001. Heft 1. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 34. Annaberg-Buchholz 1999. Download (pdf 377 KB)
  • Joachim Reim: Buchholzer Geschichte und Geschichten. Aufgeschrieben und zusammengestellt zur 500-Jahrfeier der Stadt Buchholz im Jahre 2001. Heft 2. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 35. Annaberg-Buchholz 2000. Download (pdf 650 KB)
  • Thomas Möckel und Werner Graupner: Buchholz im Erzgebirge Ein fotographischer Streifzug durch das 20. Jhd. Verlag Heidler & Fahle, Scheibenberg 2000/2001

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Heinrich Magirius in "Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg". Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978. Band 2, S.451
  3. Freie Presse vom 7. Oktober 2008, S. 14

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
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