Antifaschismus

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Logo der Antifaschistischen Aktion

Antifaschismus bezeichnet alle Bewegungen und Ideologien, die sich in Theorie und Praxis gegen jede Erscheinungsform von Faschismus wenden.

Mit diesem politischen Kampfbegriff bezeichneten ab 1921 Gegner des Faschismus in Italien ihre Haltung. Später übernahmen auch Gegner des Nationalsozialismus in Deutschland und des Franquismus in Spanien den Ausdruck. Heute fasst er alle Kräfte zusammen, die Neonazismus, Neofaschismus, Rechtsextremismus und Neue Rechte aktiv bekämpfen und deren gesellschaftliche Ursachen beseitigen wollen. Die Akteure bezeichnen sich als „Antifaschisten“.[1]

Die Kurzform „Antifa“ bezeichnete ab 1932 die Antifaschistische Aktion der KPD, ab 1945 die parteiunabhängigen Antifaschistischen Aktionsausschüsse der deutschen Nachkriegszeit. Seit etwa 1980 bezeichnen sich organisierte antifaschistische Gruppen in vielen Staaten so.

Geschichte bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1919 gründete Benito Mussolini im damaligen Königreich Italien die völkisch-nationalistischen Bünde Fasci di Combattimento. 1921 wandelte er sie zur Partito Nazionale Fascista um. Deren Schwarzhemden gingen im Biennio rosso (1919-1921) mit gezieltem Terror gegen streikende Industriearbeiter und Vertreter der Partito Socialista Italiano (PSI) vor. Daraufhin gründeten ihre angegriffenen Gegner lokale und regionale Selbstschutzgruppen, die sich 1921 zum landesweiten Kampfbund Arditi del Popolo zusammenschlossen. Er war offen für Anarchisten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und bürgerliche Republikaner. Doch die Führung der PSI und der Partito Comunista Italiano (KPI) lehnten den Bund ab. Er blieb auf einige tausend Mitglieder und einige Städte begrenzt.[2] Dies war die erste Organisation mit explizit antifaschistischem Selbstverständnis. Ihre Anhänger bezeichneten sich als Antifascisti.[3]

Seit Mussolini 1922 das Amt des Staatschefs erobert hatte und 1925 Diktator geworden war, entstand eine antifaschistische Untergrundpresse in Italien.[4] Der Philosoph Benedetto Croce verfasste im März 1925 ein antifaschistisches Manifest, das 40 intellektuelle Gegner Mussolinis unterzeichneten. Darin verteidigte er die liberaldemokratischen Grundwerte Italiens, ohne den Faschismus zu erklären und zum Kampf dagegen aufzurufen. Antifaschisten wie Piero Gobetti und Carlo Rosselli dagegen sahen eine Schwäche und Komplizenschaft der liberalen Elite als wesentliche Mitursache für Mussolinis Sieg.[5] Der Priester Luigi Sturzo hatte 1919 die antikommunistische katholische Partito Popolare Italiano gegründet. Im Exil 1924 verfasste er das Programm Pensiero antifascista, in dem er den Faschismus wie den Stalinismus als Totalitarismus einordnete.[6]

Mussolini ließ 1924 prominente politische Gegner ermorden und verbot 1926 alle Oppositionsparteien. Sondergerichte verurteilten 5600 Antifaschisten, etwa 150.000 wurden beobachtet. Etwa eine Million Italiener verließen das Land, darunter rund 15.000 Antifaschisten. Um ihre Kräfte zu bündeln, bildeten Sozialisten, Republikaner und die Italienische Liga für Menschenrechte 1927 im Exil in Frankreich die Dachorganisation Concentrazione Antifascista. Die ebenfalls exilierte KPI lehnte den Beitritt ab. Carlo Rosseli gründete 1928 nach seiner Flucht die Widerstandsgruppe Giustizia e Libertà. Sie konnte nur lose Kontakte zu den in Italien gebliebenen Mitstreitern halten. Deren Widerstandszellen waren klein und isoliert voneinander.[7]

Nach Mussolinis Sturz (25. Juli 1943) und dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Italien (9. September 1943) wuchs der antifaschistische Widerstand (die Resistenza) dort stark an. Daran beteiligten sich auch viele italienische Juden, oft an führender Stelle, die Mussolini zuvor inhaftiert und im Manifest von Verona zu Ausländern und Feinden erklärt hatte.[8]

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg (1918) kam es zur Novemberrevolution. In deren Verlauf ließ die SPD-Führung den Spartakusaufstand in Berlin von Freikorps niederschlagen, die weitgehend aus kaiserlichen Truppen bestanden.[9] Seitdem waren die SPD und die Anfang 1919 gegründete KPD verfeindet, nochmals verstärkt durch die Niederschlagung der Räterepubliken in einigen deutschen Städten (1919-1921).

Antidemokratische Teile der Reichswehr, Freikorps, rechtsradikale Organisationen und paramilitärische Geheimbünde bedrohten die junge Weimarer Republik und versuchten sie zu stürzen, erstmals beim Kapp-Putsch 1920. Dieser wurde durch einen Generalstreik vereitelt, zu dem entgegen ihrer sonstigen Linie auch die SPD- und Gewerkschaftsführungen aufgerufen hatten.[10] Die am Putsch beteiligte Marine-Brigade Ehrhardt wurde nach ihrem Verbot zur illegalen Organisation Consul umgewandelt, die Fememorde an politischen Gegnern durchführte.[11] Die 1919 gegründete Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) verstand sich als Sammlungsbewegung aller rechtsradikalen antidemokratischen Kräfte. Ihre Ideologiemischung aus völkischem Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Militarismus, Männlichkeitskult und Anti-Marxismus, ihre Strategie, parlamentarische Formen für eine spätere „Machtergreifung“ auszunutzen, und die Methoden ihrer Sturmabteilung (SA) im Straßenterror gegen linksgerichtete Gegner lehnten sich großenteils an die Theorie und Praxis der italienischen Faschisten an.[12] Die SA wuchs bis Ende 1932 auf rund 430.000 Mitglieder und stellte somit über die Hälfte aller NSDAP-Mitglieder.[13]

Seit dem gescheiterten Hitlerputsch vom November 1923 sah die SPD-Führung den Nationalsozialismus als Variante des Faschismus. Paul Kampffmeyer („Der Faschismus in Deutschland“) warnte, die NSDAP wolle die Demokratie durch eine Diktatur ersetzen und werde von bestimmten Kapitalgruppen gegen die Arbeiter benutzt. Zugleich kritisierte er, dass die KPD Antifaschismus nur als Vorbereitung eines revolutionären Umsturzes sehe. Dagegen forderte er einen verfassungstreuen allmählichen Aufbau des Sozialismus. Damals wurde in der SPD die Polemik üblich, die KPD fördere den Rechtsradikalismus und treibe die Arbeiter der NSDAP zu. Beide würden Hand in Hand die liberale Demokratie bekämpfen und letztlich zerstören. Führende SPD-Vertreter wie Karl Kautsky und Otto Wels setzten Sowjetkommunismus (genannt „Bolschewismus“) und Faschismus gleich.[14]

Die KPD lehnte sich an die Kommunistische Internationale (Komintern) an, die von der Sowjetunion dominiert wurde. Deren Führer Grigori Jewsejewitsch Sinowjew und Josef Stalin entwickelten 1924 die Sozialfaschismusthese, wonach die Sozialdemokratie als „Flügel des Faschismus“ zu sehen und zu bekämpfen sei. Die These beruhte nicht auf einer Faschismusanalyse, sondern sollte den Führungsanspruch der Komintern durchsetzen. Nach ihrem gescheiterten Aufstandsversuch Deutscher Oktober 1923 übernahm die KPD die These.[15] Die Komintern und die Rote Gewerkschafts-Internationale gründeten eine „Antifaschistische Weltliga“, die jedoch nur ein Jahr lang bestand.[16]

Als Proletarische Hundertschaften organisierte Antifaschisten standen regional teils der SPD, teils der KPD nahe, wurden aber infolge des Aufstandversuchs 1923 landesweit verboten. Danach bildeten die Regierungsparteien der Weimarer Koalition das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold als Schutztruppe gegen antirepublikanische Kräfte von rechts und links. Die KPD bildete im Gegenzug den Roten Frontkämpferbund (RFB) als paramilitärischen Kampfbund gegen faschistische Kräfte. Während die Führungen beider Parteien gemeinsames Vorgehen gegen den Faschismus meist ablehnten, kam es lokal, regional und in manchen Betrieben dennoch zur Zusammenarbeit.[17] In seinem Werk Antifaschismus. Proletarische Wehrhaftigkeit im Kampfe gegen den Faschismus (Wien 1926) bezeichnete der österreichische Sozialdemokrat Julius Deutsch diese Kampfbünde und den von ihm selbst gegründeten Republikanischen Schutzbund daher trotz ihrer verschiedenen Ziele als „antifaschistische“ Organisationen.[18]

Für die KPD bedeutete „Antifaschismus“ über den Kampf gegen den militanten völkischen Nationalismus hinaus den Kampf für notwendige, grundlegende gesellschaftliche Veränderungen zur Überwindung des Kapitalismus, den sie als Wurzel des Faschismus ansah. Diesen Zusammenhang vertraten auch nichtkommunistische Wissenschaftler wie Emil Lederer (1929, 1934), Franz Borkenau, Arthur Rosenberg, Max Horkheimer („Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen“, 1939) und andere.[19]

Rechtsgerichtete SPD-Vertreter vertraten einen „nationalen Sozialismus“, der eine „Nähe, wenn nicht sogar Verwandtschaft zu den konservativ-revolutionären und faschistischen Ideologien“ aufwies.[20] Preußens Polizeichef Karl Zörgiebel (SPD) verbot 1929 die traditionelle Erster Mai-Demonstration und befahl der Polizei, auf Demonstranten zu schießen (Blutmai, 33 Getötete). Dies löste auch unter linksliberalen Demokraten Empörung und Protest aus (Liga für Menschenrechte, Carl von Ossietzky, Deutsches Friedenskartell, Helene Stöcker und andere).[21] Solche Erfahrungen bestätigten viele Kommunisten in ihrer „Ablehnung von Parlament, bürgerlichem Staat und Sozialdemokratie“.[22]

Infolge der Weltwirtschaftskrise 1929 wuchs die NSDAP 1930 sprunghaft zur zweitstärksten Partei im Reichstag. Daraufhin ließ die KPD die Sozialfaschismusthese zurücktreten und propagierte stattdessen „proletarischen Massenterror“ gegen die NSDAP. Den populären RFB-Aufruf zu Gegengewalt gegen Angriffe der SA auf kommunistisch dominierte Stadtviertel („Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“) lehnte die KPD-Parteiführung ab.[23] Nach seinem Verbot im Herbst 1931 setzte der RFB seine Gegenaktionen als Antifaschistische Junge Garde fort.[24] Die dem Anarchosyndikalismus der FAUD nahestehende Jugendgruppe Schwarze Scharen setzte dem Straßenterror der SA kreative Widerstandsformen entgegen. Ihre wenigen Anhänger stellten in manchen Städten die wichtigste antifaschistische Gruppe. Als im Mai 1932 Explosivstoffe bei einigen Mitgliedern entdeckt wurden, wurde sie verboten.[25]

Symbol der Eisernen Front

Nach dem großen Wahlerfolg der NSDAP verstärkte die SPD ihre Abgrenzung gegen die KPD. Kurt Schumacher (SPD) nannte die Kommunisten 1930 „rotlackierte Doppelausgabe der Nationalsozialisten“, Kautsky nannte den Kommunismus „das Gegenstück“ des Faschismus, Otto Wels und Rudolf Breitscheid bezeichneten Faschisten und Kommunisten 1931 als „Zwillingsbrüder“.[26] Dabei bezog die SPD sich etwa auf den Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft 1932, bei dem KPD und NSDAP zusammengewirkt hatten.[27] Die SPD versuchte, dem Aufstieg der NSDAP mit einer Doppelstrategie zu begegnen: Einerseits unterstützte sie die Notverordnungen Heinrich Brünings und dessen soziale Einschnitte, andererseits bildete sie 1931 mit konservativen Gewerkschaftsverbänden und dem Reichsbanner eine Eiserne Front gegen den Faschismus. Deren Abzeichen waren die Drei Pfeile, die jedoch nach dem Willen der SPD-Führung nicht gegen das Hakenkreuz gerichtet sein durften. Gleichwohl wurden sie ein Symbol des Antifaschismus.[28] Die SPD hielt selbst nach dem verfassungswidrigen Preußenschlag (20. Juli 1932) an ihrem strikt legalistischen Kurs fest.[29]

Viele Linke kritisierten die Tolerierungspolitik der SPD gegenüber den Regierungen Franz von Papens und Kurt von Schleichers und den erklärten Verzicht der SPD-geführten Gewerkschaften auf Massenstreiks, die noch 1920 den Kapp-Putsch niedergeschlagen hatten.[30] Der parteilose Schriftsteller Erich Mühsam plädierte in seiner Zeitschrift Fanal „für eine Einheitsfront aller antifaschistischen Kräfte“ gegen die Nationalsozialisten. Die einzige Kraft, die Adolf Hitlers Machtergreifung verhindern könne, sei „der verbundene Wille der vom Nationalsozialismus nicht verwirrten deutschen Arbeiterschaft.“[29] Stattdessen zersplitterten die antifaschistischen Organisationen weiter durch Abspaltungen wie die Kommunistische Partei-Opposition (KPO) oder die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (1931) (SAP).

Historisches Logo der Antifaschistischen Aktion 1932

Erst 1932 bot die KPD der Arbeiterschaft, der SPD und anderen Linken eine „Einheitsfront von unten“ an und gründete dazu die Antifaschistische Aktion, aus der der Kampfbund gegen den Faschismus hervorging.[31] Damit folgte die KPD-Mehrheit dem Drängen der Komintern, ihre Front gegen die Sozialdemokratie aufzugeben. Sie blieb aber dabei, dass die SPD ins gegnerische bürgerliche Lager übergelaufen sei. An der Basis wurde die Antifaschistische Aktion als „strategische Wende“ gegen den nationalsozialistischen Hauptfeind begeistert begrüßt.[32] Der Internationale sozialistische Kampfbund (ISK) griff die Parole von der „antifaschistischen Einheitsfront“ auf. Albert Einstein, Käthe Kollwitz und Heinrich Mann richteten einen Dringenden Appell an die Arbeiterparteien, der „entsetzlichen Gefahr der Faschisierung“ Einheitslisten bei den Wahlen entgegenzusetzen. Thälmann, Otto Wels und Theodor Leipart (Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund) schwiegen dazu. Die SPD-Führung verbot ausdrücklich Listenverbindungen auch auf unterer Ebene. Die SPD-Gewerkschaften sahen „für Einigungsversuche keine Erfolgsmöglichkeiten“.[33]

Nach damaligen Zählungen starben von 1930 bis 1932 bei den Straßenkämpfen 143 Nationalsozialisten, 171 Kommunisten und mindestens 99 Sozialdemokraten, nachdem das Verbot der SA aufgehoben worden war.[34]

NS-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Teile des Bürgertums befürworteten die Machtübergabe an Adolf Hitler im Januar 1933 und die meisten Schritte des NS-Regimes zur Durchsetzung der Diktatur. Das Regime konnte auch die Arbeiterschaft teils gewinnen, teils neutralisieren. Die von der NSDAP propagierte „Volksgemeinschaft“ bildete sich schicht- und milieuübergreifend heran, so dass Zeithistoriker heute von einer Konsens- und Zustimmungsdiktatur sprechen.[35] Darum übten im Deutschen Reich nur noch isolierte Kleingruppen antifaschistischen Widerstand.[36]

Die Kommunisten hatten schon seit Ende der 1920er Jahre ein temporäres antikommunistisches terroristisches Regime erwartet, sich auf Parteiverbote und Verfolgung vorbereitet und Strukturen für eine Weiterarbeit im Untergrund aufgebaut. Das NS-Regime fürchtete die KPD als entschlossensten Gegner und verbot sie darum zuerst, brachte etwa die Hälfte ihrer 360.000 Mitglieder in Konzentrationslager und ermordete etwa 25.000 davon. Dennoch bildeten sich immer wieder neu Widerstandszellen, die sich zu vernetzen versuchten. Die Rote Kapelle bezog 1942 auch bürgerliche Kräfte ein. Eine KPD-Zelle um Anton Saefkow und Franz Jacob trat 1944 in Kontakt mit den Verschwörern um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, mit den Sozialdemokraten Adolf Reichwein und Julius Leber. Auch die SPD beschränkte sich nach ihrem Verbot und dem Abreißen ihrer Auslandsverbindungen auf eine „Strategie des Überlebens“.[37]

Die SPD-Führung im Exil Sopade behielt die Abgrenzung von Kommunisten bei und setzte diese weiterhin mit den Trägern des Nationalsozialismus gleich. 1934 milderte sie im Prager Manifest zwar ihren antikommunistischen Kurs und erklärte die Einigung der Arbeiterklasse zum historisch auferlegten Zwang,[38] verbot aber zugleich alle Vereinbarungen mit Kommunisten über ein gemeinsames Handeln gegen das NS-Regime.[39] Auch die von der SPD beeinflusste Sozialistische Arbeiterinternationale (SAI) lehnte anders als z. B. die italienischen oder französischen Sozialdemokraten weiter jede Zusammenarbeit mit Kommunisten ab und verbot ihren Mitgliedsparteien jede Beteiligung am Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus (WFKF), in dem Kommunisten führend mitarbeiteten.[40]

Als praktische Leitlinie für den antifaschistischen Kampf definierte die Komintern im Dezember 1933 Faschismus an der Macht als „offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“. 1935 bestätigte Georgi Dimitroff diese Formel. Sie bezog sich primär auf das NS-Regime, führte dessen Ideologie auf bestimmte sozialökonomische Interessen und deren Träger zurück und grenzte es von der Massenbasis ab.[41] Zugleich revidierte die Komintern die Abgrenzungspolitik gegen die Sozialdemokratie als schweren Fehler, verpflichtete ihre Mitgliedsparteien auf die „bedingungslose Aktionseinheit“ mit den Sozialdemokraten und auf eine Volksfront mit allen Antifaschisten.[42] Die Brüsseler Konferenz der KPD bekräftigte kurz darauf diesen Kurs.[43] Im selben Jahr trafen sich führende Kommunisten, Sozialdemokraten, Sozialisten und Linksliberale in Paris zur Vorbereitung eines Volksfrontausschusses im Lutetia-Kreis. Dort übernahm der Schriftsteller Heinrich Mann den Vorsitz.[44] In Deutschland bildete sich daraufhin eine kleine, von Sozialdemokraten dominierte Deutsche Volksfront. Sie lehnte es jedoch ab, mit der KPD-Führung zusammenzuarbeiten und von dort unterstützt zu werden. 1938/39 zerschlug die Geheime Staatspolizei (Gestapo) die Gruppe.[45]

Trotzdem verstanden sich die Linksparteien und ihre Anhänger in der NS-Zeit durchweg als Antifaschisten. Ob die bürgerliche Widerstandsgruppe Weiße Rose als „antifaschistisch“ bezeichnet werden kann, ist dagegen umstritten, weil manche Zeugen ihr entsprechende gesamtpolitische Motive absprechen.[46] Das Attentat vom 20. Juli 1944 verübten und trugen antidemokratische Wegbereiter und Mitstreiter des NS-Regimes, die eine antifaschistische Nachkriegsordnung ablehnten und den Krieg gegen die Sowjetunion mit den Westalliierten fortführen wollten.[47]

Viele damalige Hitler- und NS-Gegner, die zu keiner Linkspartei gehörten und sich nicht als „Antifaschisten“ bezeichneten, werden dennoch heute zum antifaschistischen Widerstand gezählt: zum Beispiel die Edelweißpiraten, Helfer für verfolgte Juden, Partisanengruppen in vom NS-Regime besetzten Gebieten, die Teilnehmer des Februarstreiks 1941 in den Niederlanden, der jüdische Widerstand, etwa die Jüdische Kampforganisation beim Aufstand im Warschauer Ghetto und Aufständische in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern.[48]

Einige prominente Künstler und Schriftsteller stellten ihr Schaffen schon seit den 1920er Jahren in den Kontext eines internationalen Antifaschismus und Antimilitarismus. Sie gehörten seit 1933 zu den Verfolgten des NS-Regimes. Während die, die in Deutschland oder davon besetzten Gebieten Europas blieben, oft eine „innere Emigration“ wählten, um zu überleben,[49] traten viele ins Ausland geflohene Künstler für eine vom „Prinzip antifaschistischer Solidarität“ getragene kämpferische Kunst ein.[50] „Kunst und Literatur im Exil“ wird darum bis heute als „antifaschistisch“ eingeordnet.[51] Bekannte Werke deutscher Antifaschisten waren etwa Lion Feuchtwangers Die Geschwister Oppermann (1933) und Exil (1940), Bertolt Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches (1937ff.), Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (1941) sowie die Romane Das siebte Kreuz (1942) und Transit (1944) von Anna Seghers.[52] In der deutschen Nachkriegszeit wurden diese Autoren gegensätzlich rezipiert. Heute gehören viele antifaschistische Werke zur anerkannten deutschsprachigen Literatur und europäischen Kultur.[53]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Spanischer Bürgerkrieg

Die 1931 gegründete Zweite Spanische Republik wurde von den entmachteten Kräften der Rechten von Beginn an abgelehnt und bekämpft. Dem erfolglosen Putschversuch einiger antirepublikanischer Militärs im August 1932 folgte 1934 ein Rechtsruck der Regierung. Diese unterdrückte einen Generalstreik und den Asturischen Bergarbeiterstreik mit Hilfe der Armee unter General Francisco Franco, die über tausend Menschen tötete. Damals wurde der Gruß mit der emporgereckten geballten Faust zum Zeichen des antifaschistischen Protests. Bei den folgenden Parlamentswahlen im Juli 1936 siegte eine Volksfront von Liberalen, Sozialisten und Kommunisten. Daraufhin begann Franco einen weiteren Militärputsch, für den er sich auch auf die faschistische Falange stützte. Zudem erhielt er massive Militär- und Finanzhilfen von den Faschisten Italiens und dem NS-Regime in Deutschland. Mussolini entsandte die Corpo Truppe Volontarie (CTV) mit 35.000 Mann und schweren Waffen.

Joris Ivens, holländischer Filmregisseur (links), Ernest Hemingway und Ludwig Renn (rechts) bei den Internationalen Brigaden.

Während Francos Vormarsch auf die Hauptstadt Madrid einigten sich der sozialistische Gewerkschaftsverband Unión General de Trabajadores (UGT) und die anarchistische Confederación Nacional del Trabajo (CNT) auf einen gemeinsamen bewaffneten Widerstand, um die Republik zu retten und zugleich eine soziale Revolution einzuleiten, zunächst im Raum Aragon, Katalonien und Valencia. Antifaschismus wurde dort als revolutionäres, unter den aufgezwungenen Bedingungen des Bürgerkriegs auch gewaltsames Eintreten für radikale, sozialistische Demokratie in allen Lebensbereichen verstanden und praktiziert. Freiwillige aus dem Ausland bildeten Internationale Brigaden zur ihrer Unterstützung. Der unerwartete Sieg des Garibaldi-Bataillons über die CTV in der Schlacht bei Guadalajara (März 1937) zog weitere Unterstützer an. Der Ruf No Pasaran! („Sie werden nicht durchkommen!“) wurde zur Parole der Antifaschisten.[54]

1935 rief Stalin eine Volksfront-Politik gegen den Faschismus aus, die auch jene bürgerlichen Parteien einbeziehen sollte, die er zuvor als Sozialfaschisten zu bekämpfen befohlen hatte. Zugleich bemühte er sich außenpolitisch um Wirtschaftsverträge mit den Westmächten, Italien und Deutschland. Die bis dahin unbedeutende Partido Comunista de España (PCE) koalierte daraufhin 1936 mit den Sozialisten und Liberalen, lehnte aber deren direkte Schritte zur Enteignung von Großgrundbesitzern und Großunternehmen als verfrüht ab und trennte somit bewaffneten Antifaschismus von sozialer Revolution. Die kleinere trotzkistische Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM) dagegen unterstützte die CNT. Nur zögernd unter dem Druck der Komintern unterstützte Stalin die antifaschistischen Kräfte in Spanien. Er entsandte Berater und lieferte (vielfach veraltete und unbrauchbare) Militärgüter. Da nur die Sowjetunion und Mexiko die Antifaschisten materiell unterstützten, gewann die PCE an Einfluss und übernahm die Organisation der Internationalen Brigaden, an denen etwa 40.000 Menschen aus 53 Staaten teilnahmen.[55]

Während des Großen Terrors in der Sowjetunion verübten der sowjetische Militärgeheimdienst GRU und Agenten des NKWD auch in Spanien Anschläge auf antistalinistische Linke oder verschleppten sie in Geheimgefängnisse. Im Mai 1937 beschlagnahmte die PCE-nahe katalanische Polizei die Telephonzentrale Barcelonas und löste damit tagelange Kämpfe mit CNT- und POUM-Anhängern aus. Obwohl der Konflikt beigelegt wurde, zerbrach die antifaschistische Einheit der Monate zuvor daran. Dies trug erheblich zum Sieg Francos (Februar 1939) bei.[56]

Bis zu 3500 der etwa 5000 deutschen Brigadisten waren KPD-Mitglieder.[57] Nach Francos Sieg kehrten die meisten Interbrigadisten nicht in ihre Herkunftsländer zurück, wo sie verfolgt worden wären, sondern zogen nach Frankreich. Dort wurden sie später vom Vichy-Regime in Lagern interniert und an die Gestapo ausgeliefert. Viele, die fliehen konnten, schlossen sich der französischen Résistance an.[58]

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großbritannien entstanden 1920 die Imperial Fascist League und die British Fascisti. Sie blieben jedoch klein und bedeutungslos. 1931 gründete Oswald Mosley die faschistische New Party, die von Beginn an starkem antifaschistischem Widerstand ausgesetzt war. Daran beteiligten sich auch viele Anhänger der Labour Party und des Trades Union Congress, obwohl deren Führungen antifaschistische Gewalt ablehnten.

1933 gründete Mosley die British Union of Fascists (BUF). Deren erstes Treffen am 30. April 1933 störten tausende britische Juden aus dem Londoner West End erfolgreich. Zur Selbstverteidigung bildeten sie die Zionist League of Jewish Youth und die Jewish United Defense Association. Das 1936 von jüdischen Veteranen gebildete Ex-Servicemen's Movement against Fascism (EMAF) dagegen strebte an, den britischen Faschismus in seinen Kerngebieten anzugreifen. Daraus ging die Legion of the Blue and White Shirts hervor. Andere britische Juden traten trotz ideologischer Vorbehalte in die Kommunistische Partei Großbritanniens (CPGB) ein, weil diese den „Kampf zu den Faschisten tragen“ wollte. Dies versuchte auch die Independent Labour Party, nachdem sie anfangs mit der BUF debattiert hatte. Strikt antifaschistisch agierte auch die kleine Socialist League. Hinzu kamen Straßenbanden jüdischer Jugendlicher, etwa in Whitechapel (London). Im September 1934 überwältigte eine Menge von 120.000 Antifaschisten im Londoner Hyde Park eine Zusammenkunft der BUF. Dies gelang Antifaschisten auch in kleineren Städten. 1936 verhinderten sie 57 von 117 BUF-Konferenzen. Dabei half ihnen das damalige britische Recht, das der Polizei bei Aufruhrgefahr Veranstaltungsverbote erlaubte.[59]

Infolge des Schwenks Stalins zur Volksfrontpolitik begrüßte die CPGB den Parlamentarismus und bot der Labour Party eine Koalition an. Diese lehnte ab, aber die CPGB blieb danach distanziert gegenüber direkten Aktionen gegen BUF-Treffen. Im Oktober 1936 wollte die BUF durch das jüdische Stadtviertel Londons East End marschieren. Das Jewish People's Council Against Fascism and Anti-Semitism (JPC), das EMAF und andere jüdische Organisationen starteten eine Petition dagegen, die in zwei Tagen 77.000 Unterschriften erhielt. Nachdem die Regierung ein Verbot des BUF-Marsches abgelehnt hatte, mobilisierten die Initiatoren für eine Blockade dagegen. Die CPGB wollte sich nicht daran beteiligen. Erst auf massiven Protest aus den eigenen Reihen hin stimmte sie der Blockade zu. Am 4. Oktober 1936 beteiligten sich rund 100.000 Antifaschisten daran und zwangen die Polizei in der Schlacht in der Cable Street mit koordinierter Gegenwehr, den Marsch von etwa 6000 BUF-Anhängern aufzulösen.[60]

Deutschland seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommer 1945: Antifa-Plakat zu NS-Verbrechen im Vernichtungslager Auschwitz mit Bezug auf den Schwur von Buchenwald

Antifa-Ausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unmittelbare Nachkriegszeit in Deutschland war von einem antifaschistischen Grundkonsens bestimmt, bei dem die politischen Ziele der Alliierten mit denen überlebender Antifaschisten aus den KZs, Exilgruppen und Vertretern der Arbeiterbewegung in wieder oder neu zugelassenen Parteien ohne Absprachen auffällig übereinstimmten. Das Buchenwalder Manifest formulierte diesen Konsens im April 1945 als „Schwur“:

„Die Vernichtung des Nazismus mit all seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Ebenso verbreitet war die Parole „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“, die Antifaschismus mit Antimilitarismus verknüpfte.[61]

Die Entnazifizierung galt als vordringliche Aufgabe. Dazu bildeten sich in vielen deutschen Städten spontan Antifaschistische Aktionsausschüsse, damals abgekürzt Antifa. Sie wollten

  • alle organisatorischen, institutionellen und kulturellen Reste des NS-Regimes auflösen und verbieten,
  • die Haupttäter in Politik, Militär, Verwaltung und Wirtschaft streng bestrafen,
  • Nationalsozialisten und deren Kollaborateure aus allen öffentlichen Ämtern entfernen und durch zuverlässige Antifaschisten ersetzen,
  • jede faschistische Propaganda verbieten,
  • über die Ursachen, Verbrechen und Ziele des Faschismus aufklären.

Zu diesem Konsens gehörte auch die Forderung, die gesamte Wehrmacht als wesentliche Stütze des NS-Regimes zu verbieten (Buchenwalder Manifest). Diese Forderung nahmen einige deutsche Länder, die sich in den nächsten Jahren bildeten, in ihre Verfassungen auf.[62]

Nach westlicher Forschung gab es mindestens 137, nach DDR-Forschung mindestens 500 lokale und regionale Antifa-Gruppen in den vier Besatzungszonen.[63] Sie entstanden unabhängig von den traditionellen Parteien und Gewerkschaften, teils schon in der Schlussphase des NS-Regimes oder kurz danach, als provisorische Verwaltungsorgane und Träger einer Neuordnung in Deutschland.[64] Ihre Träger waren meist Arbeiter, aber auch Bürgerliche und linksgerichtete Christen. Sie organisierten sich als lokale Selbsthilfeinitiativen, Betriebsausschüsse und Ableger der im Krieg entstandenen Organisation Nationalkomitee Freies Deutschland. Ausgehend von der prägenden Erfahrung, dass das NS-Regime nicht innenpolitisch aufgehalten und gestürzt werden konnte, wollten sie die bisherige Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung in Kommunisten und Sozialdemokraten basisdemokratisch überwinden und den antifaschistischen Grundkonsens gegenüber den übrigen Deutschen und den Alliierten fördern. Dazu boten sie deren Militärverwaltungen von sich aus Zusammenarbeit beim Aufbau eines demokratischen Deutschlands an. Die Geheimdienste der USA erkannten darin ein „neues soziales Phänomen“, das ihrer Annahme einer völlig von der NS-Ideologie beherrschten, politisch teilsnahmslosen deutschen Bevölkerung widersprach. Sie empfahlen, diese „aktivsten Kräfte im politischen Leben Deutschlands“ nicht zu unterdrücken, sondern für den Aufbau eines zuverlässigen Verwaltungsapparats zu nutzen. Vielfach übernahmen die Antifa-Ausschüsse anfangs die Rolle von Betriebs- und Ortsverwaltungen, die für Nahrung, Unterkünfte, Reparaturen und Ersetzung von Amtspersonen sorgten. Die Westalliierten nutzten sie ohne Mitspracherechte als Zuträger und Beiräte der von ihnen eingesetzten unpolitischen Verwaltungen. In der SBZ wurden sie einem von der KPD dominierten Partei- und Staatsapparat untergeordnet. Sie erhielten also keine Chancen, den Gesellschaftsaufbau im Sinne ihrer Ziele mitzugestalten. Anders als die Rätebewegung in der Novemberrevolution 1918 konnten sie auch keine politische Massenbewegung anstoßen, fanden keine einheitliche Organisationsform und kein wirksames Konzept zur Einigung der Arbeiterbewegung.[65]

Im Sommer 1945 ließen die Militärverwaltungen die traditionellen Parteien und Gewerkschaftsorganisationen wieder zu. Zuerst die US-amerikanische, dann die britische Verwaltung verboten die Antifagruppen wieder.[66] Wegen des hohen Anteils sozialistischer und kommunistischer Offiziere aus der Résistance folgte ihnen die französische Verwaltung erst später.[67] Die sowjetischen Behörden forderten zwar die Auflösung der Antifa-Initiativen, aber selten mit Unterdrückungsmaßnahmen, sondern durch ihre Integration und Mitarbeit in den Kommunalverwaltungen, den Stadt- und Gemeindeausschüssen sowie „Blockausschüssen“ der „antifaschistisch-demokratischen Parteien“.[68] Die Verbote entzogen ihnen Legitimation und überregionale Einflussmöglichkeiten. Im Potsdamer Abkommen (2. August 1945) vereinbarten die Alliierten zwar ihre gemeinsame Verantwortung für die Demilitarisierung, Entnazifizierung, Dekartellierung und Demokratisierung Gesamtdeutschlands, um jeden Wiederaufstieg des Faschismus strukturell auszuschließen. Bis dahin hatten sie jedoch schon die alten Verwaltungseinheiten und bürokratischen Strukturen erneuert, die in den Westzonen die kommunalen Wirtschaftsverbände, in der SBZ eine Einheitspartei unterstützten. In der Folgezeit bevorzugten sie gegen ihre Absprachen jeweils jene zentral geführten Parteien und Verbände, die sich am besten in das je eigene wirtschaftliche und politische System integrieren ließen. Die radikale Entnazifizierung und der Aufbau einer funktionierenden Verwaltung gerieten so rasch in einen Widerspruch, der zur Aufgabe des antifaschistischen Konsenses führte.[69]

Ab August 1945 erlaubte und förderte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) Antifaschistische Jugendausschüsse, die ihre Leiter selber wählen durften. Sie sollten möglichst viele deutsche Jugendliche humanistisch erziehen und für den Wiederaufbau eines demokratischen Gesamtdeutschland gewinnen. Sie wurden die Keimzellen der späteren Freien Deutschen Jugend.[70]

Auf gemeinsame alliierte Anordnung wurden vielen Stadtverwaltungen seit Sommer 1945 „Ausschüsse für die Opfer des Faschismus“ (OdF) angegliedert, die Behörden und politische Vertretungsorgane zugleich waren. Sie leisteten Sozialfürsorge, Aufklärungsarbeit über das NS-Regime, fahndeten nach NS-Verbrechern und waren Träger von Gedenkveranstaltungen. Auf Initiative politisch Verfolgter und des Berliner „Hauptausschusses der Opfer des Faschismus“ wurde mit dem 9. September 1945 der „Tag der Opfer des Faschismus“ eingeführt, den in Berlin alle neu zugelassenen Parteien, die jüdische Gemeinde, die Kirchen und Gewerkschaften trugen. An diesem deutschlandweiten Gedenktag beteiligten sich Hunderttausende. Die damaligen Medien berichteten breit darüber. So bildete dieses Gedenken ein „Gegengewicht zu dem weit verbreiteten diffusen Gefühl der ‚deutschen Katastrophe‘“ und einer „Schlussstrichmentalität“. Als Interessenvertretung gründeten vor allem politisch verfolgte Antifaschisten 1947 die gesamtdeutsche überparteiliche Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN).[71] Der „Tag der Opfer des Faschismus“ wurde in der DDR staatlicher Feiertag.

Antifaschistische Parteiprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDU-Plakat, Januar 1946 (Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung)

Die ab Juli 1945 neu oder wieder gebildeten demokratischen politischen Parteien hatten anfangs sehr ähnliche antifaschistische und zugleich antikapitalistische Ziele und Vorstellungen.[72] So verwarfen die ersten Programme der CDU gleich zu Beginn das kapitalistische Wirtschaftssytem, forderten stattdessen einen christlichen Sozialismus, staatliche Wirtschaftsplanung, weitgehende Mitbestimmungsrechte der Arbeiter und die Vergesellschaftung von Bergbau und Metallindustrie.[73] Ähnlich lauteten die Forderungen von SPD und KPD. Letztere betonte die Notwendigkeit, die bürgerlichen Freiheitsrechte zu vollenden, und lehnte es ab, „Deutschland das Sowjetsystem aufzuzwingen“.[74] Als Lehre aus dem Faschismus galt allgemein, dass eine Machtkonzentration des Monopolkapitalismus dauerhaft unmöglich gemacht werden müsse. Daher waren die Enteignung, mindestens Entflechtung von Großkonzernen, staatliche Eingriffe und parteiübergreifende Zusammenarbeit zu diesem Ziel weitgehend Konsens zwischen KPD, SPD und CDU.[75]

Diese Zusammenarbeit wurde jedoch unter anderem durch fortwirkende politisch-ideologische Gegensätze und die einander ausschließenden Führungsansprüche der SPD in den Westzonen und der KPD in der SBZ verhindert. Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher vertrat einen strikten Antikommunismus und lehnte Koalitionen mit der KPD und der CDU unter den vor 1945 verfolgten Antifaschisten Karl Arnold und Jakob Kaiser ab.[76] Die Gruppe der Moskauer Exilkommunisten um Walter Ulbricht lehnte ihrerseits Vorstöße aus der Ost-SPD zu einer antifaschistischen Einheitspartei zunächst ab, um ihre Organisation für spätere Hegemonie aufzubauen.[77]

Adenauer-Ära in Westdeutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1948 verboten die britischen und US-Behörden den OdF-Tag für die Berliner West-Sektoren. Der Westberliner Magistrat beteiligte sich nicht weiter und richtete stattdessen eine kleine Gedenkfeier in Plötzensee, dem Ort der Hinrichtung mehrerer Angehöriger des bürgerlichen Widerstands, aus. 1948 wurde in Westdeutschland und in Westberlin zum ersten Mal wieder ein „Volkstrauertag“ als Gedenktag für die deutschen volksgemeinschaftlichen Kriegstoten begangen.[78]

Unter dem geopolitischen Vorzeichen einer West- bzw. Ostblockbildung aus je unterschiedlichen ökonomischen und politischen Systemen setzte sich in Westdeutschland inzwischen der Antikommunismus als bestimmendes Politikkonzept durch und in Ostdeutschland der Antifaschismus. Antikommunismus wurde im Westen zur Staatsdoktrin (Karl Dietrich Bracher).[79] Antifaschismus erhielt dieselbe Bedeutung im Osten.[80] Daraus ergaben sich jeweils Konsequenzen für den Umgang mit dem völkischen und NS-Erbe. Antikommunismus bildete eine Schnittmenge des NS-Regimes mit westalliierter antikommunistischer Politik.[81] Die Fortführung des Antikommunismus ermöglichte anders als der traditionell eng mit ihm verknüpfte, aber durch die Massenverbrechen kompromittierte Antisemitismus eine Kontinuität, die in der Adenauer-Ära gesellschaftlich beliebt und politisch erwünscht war.[82] Antikommunismus unterstützte und legitimierte die Verdrängung der NS-Vergangenheit,[83] wie sie mit dem Übergang von der Bestrafung zur Begnadigung und zur Wiedereinstellung NS-Belasteter auf allen Ebenen stattfand.[84] Wiedereingestellt wurden nach groben Mindestangaben bereits bis 1950 mehr als 430.000 zunächst als NS-belastet Entlassene, davon mehr als 200.000 Beamte.[85] 1951 folgte mit dem „131er-Gesetz“ ein massenhafter Schub von 98 Prozent der noch verbliebenen Ex-Nationalsozialisten als Rückkehrer in den Staatsdienst oder als Pensionsempfänger.[86] Nach Auskunft von Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, blieben allein im Bundesinnenministerium 60 bis 70 Prozent der leitenden Beamten über das NS-Ende hinaus im Amt.[87] Durchweg handelte es sich bei den Begnadigten, Wiedereingestellten und mit guten Pensionen Versehenen um entschiedene Antikommunisten. Wenig beliebt in der Mehrheitsbevölkerung war die Entschädigung der NS-Opfer, die zudem als politisch Verfolgte zumeist linke Antifaschisten waren. Nur ein Bruchteil wurde entschädigt, oft nach langjährigen zermürbenden Verfahren.[88]

Der westliche Antikommunismus führte in der Bundesrepublik zum Verbot der KPD (1956). Bereits 1951 war deren Jugendorganisation, die FDJ, verboten worden, nachdem 1951 die Straftatbestände „Hochverrat“, „Staatsgefährdung“ und „Landesverrat“ mit dem Ersten Strafrechtsänderungsgesetz („Blitzgesetz“[89]) überarbeitet worden waren.[90] Es wurden Straftatbestände aus der Zeit des NS-Regimes, die die Alliierten zunächst außer Kraft gesetzt hatten, wieder eingeführt.[91] Die Bundesrepublik war nun innerhalb des Westens – sieht man von den Einparteien-Diktaturen in Portugal und in Spanien ab – der einzige europäische Staat mit einem Verbot der Kommunistischen Partei und einer daraus hervorgehenden Kommunistenverfolgung. Zeitweilig wurden monatlich 1,2 Millionen Postsendungen aus der DDR „angehalten“ und überprüft.[92] Es kam in den 1950er und 1960er Jahren zu etwa 80 Verboten tatsächlich oder angeblich kommunistischer Organisationen, zu mindestens 125.000 Verfahren gegen Kommunisten, Linkssozialisten und andere mit dem Verdacht linker Sympathien belegte Personen und zu weit mehr als 7.000 Verurteilungen zu Haftstrafen.[93] Die davon Betroffenen waren als Antifaschisten häufig bereits unter dem NS-Regime verfolgt worden. Der Repression ausgesetzt war auch die wichtigste Organisation der NS-Verfolgten, die antifaschistische VVN. Wenn es auch nicht gelang, sie zu verbieten, so waren ihre Mitglieder doch Berufsverboten und anderen Formen öffentlicher Ächtung ausgesetzt.

Dies setzte sich auch fort, als im Zuge der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten mit der DKP eine Neugründung einer kommunistischen Partei in Westdeutschland möglich wurde. Begleitend wurden Ausgrenzung und Repression von Linken, vor allem aber von Kommunisten, durch einen „Radikalenerlass“ fortgeführt (1972), der Berufsverbote ermöglichte. Damit einher gingen die Observierung Verdächtiger durch westdeutsche Nachrichtendienste und die öffentliche Ächtung auch von Menschen mit antifaschistischem Selbstverständnis als „kommunistisch beeinflusst“ und „DDR-gesteuert“. Die VVN als einzige bundesweite parteiübergreifende antifaschistische Organisation zerfiel dennoch nicht und konnte ihre Tätigkeit fortsetzen.

DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kontinuität NS-volksgemeinschaftlicher Haltungen in der Bevölkerung über 1945 hinaus und fachlicher Expertenbedarf bewirkten auch in der DDR den institutionellen Fortbestand ehemaliger NSDAP-Mitglieder und Mitläufer.[94] Eine „Rückflut“ in den Staatsapparat wie im Westen ereignete sich dort jedoch nicht. Vielmehr blieb diesen „in aller Regel die Rückkehr in den Bereich der inneren Verwaltung, den Polizei- und Justizapparat oder als Lehrer in den Schuldienst“ aufgrund des staatlichen Antifaschismus verwehrt.[95]

Eine Ost-West-Differenz spiegelt sich auch im justiziellen Umgang mit den NS-Verbrechen. „12.890 rechtskräftigen Urteilen bei etwa 17 Millionen Einwohnern in der DDR ... stehen etwas mehr als 6.500 rechtskräftige Urteile in der BRD mit gut 60 Millionen Einwohnern gegenüber.“ Dabei sei zu berücksichtigen, „dass viele mutmaßliche NS-Verbrecher Zuflucht in Westdeutschland gesucht und gefunden haben und im Westen durch Tricks alte Nazis ganze Verfahren ... erfolgreich hintertrieben haben“, wie Heiner Lichtenstein feststellte.[96] In einer jüngeren Untersuchung (2016) bekräftigte der Historiker Klaus Bästlein, das prozentual durchweg höhere Ausmaß an Strafverfolgung von NS-Verbrechen in der ehemaligen DDR: „So urteilte der Osten im Verhältnis mehr als zwei Mal so viele Personen wegen NS-Tötungsverbrechen ab als der Westen.“[97] Von den etwa 60.000 justiziellen NS-Todesurteilen wurde nach Helmut Kramer vom Forum Justizgeschichte in Westdeutschland keins gesühnt.[98] Ingo Müller kam zu dem generellen Fazit, dass die wie auch immer „belasteten Nazis natürlich vor den Sowjets mehr Angst hatten und daher von selbst in die Westzonen kamen“, zumal die sowjetischen Militärbehörden und dann die DDR eine antifaschistische „Null-Lösung“ in der Wiedereinstellungsfrage praktiziert hätten, wie sie „schon früh von den West-Alliierten verworfen“ worden sei.[99]

Autonome Antifa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren entstand in Italien die vielfältige Bewegung Autonomia. Ideengeber waren marxistische Theoretiker wie Cornelius Castoriadis, Raya Dunayevskaya, Cyril Lionel Robert James und Mario Tronti. Zugehörige Gruppen grenzen sich mit einem strikt basisdemokratischen und antiautoritärem Praxiskonzept betont gegen die Linksparteien ab und beanspruchen ein selbstbestimmtes Zusammenleben in der Gegenwart. Gruppen wie die Stadtindianer organisierten Mietstreiks, Hausbesetzungen und Formen des selbstbestimmten Kaufverhaltens. Neue Strömungen des radikalen Feminismus organisierten 1976 die ersten Take back the Night-Märsche gegen jede Form sexueller Gewalt gegen Frauen.

Seit etwa 1980, parallel zum damaligen Aufschwung des Rechtsextremismus, verbreitete sich die Bewegung der Autonomen in vielen westlichen Staaten, darunter Japan (Zengakuren) und Westdeutschland. Hier engagierten sie sich in der Anti-AKW-Bewegung, Frauenbewegung, Friedensbewegung, Hausbesetzerszene und lokalen sozialen Zentren. Diese Gruppen sehen eine dauernde Faschisierungsgefahr in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Sie verweisen dabei etwa auf die Ermordung Benno Ohnesorgs (1967), deutsche Notstandsgesetze (1968), die Tötung Günter Sares (1985) und andere Opfer von Polizeigewalt. Auf Demonstrationen gegen Neonazi-Treffen formieren sie sich situationsbedingt öfter zu einem Schwarzen Block, der sich manchmal auch mit Schlagstöcken und anderen Mitteln bewaffnet. Das wichtigste Szene-Medium wurde das 1987 gegründete Antifaschistische Infoblatt.[100]

Rechtsextreme Täter nutzten die Deutsche Wiedervereinigung 1990 für neue Angriffe gegen Einwanderer, Ausländer, Linke, Homosexuelle, Behinderte und andere Minderheiten. Sie ermordeten bis 1994 mindestens 80 Menschen aus rassistischen Motiven. Sofern sie gefasst wurden, erhielten die Mörder meist nur geringe Haftstrafen. Auch Polizeiübergriffe gegen Einwanderer nahmen zu. Die Republikaner gelangten in Landesparlamente. In diesem Kontext machte autonome Antifa-Gruppen einen gesamtgesellschaftlichen Rassismus zum Hauptthema ihrer Aktionen. Bereits 1989 verhinderten sie eine Neonazi-Demonstration vor dem Berliner Reichstag und diverse Feiern zu Hitlers Geburtstag. Am 17. August 1990 blockierten etwa 2500 Autonome und andere Linke unter dem Motto „Nie wieder Deutschland“ einen Neonazimarsch zum Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Nach dem Tod von Conny Wessmann bei einer spontanen Antifa-Demonstration am 17. November 1989 in Göttingen zerstörten Autonome in 30 deutschen Städten gezielt Fensterscheiben von Warenhäusern, Geldinstituten und Regierungsgebäuden, die sie als Symbole der kapitalistischen Gesellschaft für Wessmanns Tod mitverantwortlich machten.[101]

Noch in der DDR gründete sich im Mai 1990 der Bund der Antifaschisten (BdA).[102] Die ostdeutschen BdA-Gruppen schlossen sich mit der seit 1971 auch für Nichtangehörige der Erlebnisgeneration bestehenden Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) zu einer gesamtdeutschen antifaschistischen Organisation zusammen.

Unabhängig von diesem seit Anbeginn landesweiten Zusammenschluss existieren in Deutschland weit über 100 lokale und regionale Gruppen und Initiativen, die sich mit ihrem Namen in die Tradition der historischen Antifa-Gruppen stellen,[103] sich mit aktuellen Fragen der Rechtsentwicklung beschäftigen, aber auch Erinnerungsarbeit leisten, NS-Geschichte aufarbeiten und weitervermitteln.[104] Es gibt zahlreiche Stolperstein-Initiativen, die ihre Aktivitäten nicht nur rassistisch Verfolgten, sondern zugleich auch lokalen politisch verfolgten Antifaschisten widmen, etwa den „Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaftlern, die als Antifaschisten gegen das Regime und die Willkür der Nationalsozialisten gearbeitet und gekämpft haben.“[105] Es gibt ferner mehr oder weniger abseits von organisatorischen Zusammenschlüssen Einzelpersönlichkeiten, die sich in Wort und Tat öffentlich gegen nazistische und andere völkisch-nationalistische Inhalte und Aktivitäten wenden wie etwa die Berlinerin Irmela Mensah-Schramm[106], der Schauspieler Rolf Becker,[107] der Sänger Konstantin Wecker[108] oder die Sängerin und Auschwitzüberlebende Esther Bejarano.

Debatte seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der deutschen Wiedervereinigung gab es Versuche, den Ausdruck Antifaschismus als angeblich exklusiv „kommunistischen Sprachgebrauch“ (die distanzierend grundsätzlich in Anführungsstriche zu setzen sei) zu definieren, den kommunistische Parteien „festgelegt“ hätten.[109] In dieser Perspektive werden die Begriffe Faschismus und stärker noch Antifaschismus vermehrt seit dem Untergang der DDR als „DDR-Propagandasprache“ vermieden. An der Stelle von Faschismus wird dann etwa die demagogische Selbstbezeichnung Nationalsozialismus, der Terminus Drittes Reich oder das personalisierende Hitler verwendet. Es handle sich bei diesem Sprachgebrauch – so der Politikwissenschaftler Wolfgang Wippermann – um „einen sprachlichen Sonderweg“, denn sowohl in Europa als auch in den USA werde Faschismus „sehr wohl noch benutzt“.[110] Auch in Deutschland wird Antifaschismus beispielsweise zustimmend in Publikationen der staatlichen Bundeszentrale für politische Bildung[111] oder im Bayerischen Rundfunk verwendet.[112]

Andere Staaten seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Frankreich waren nach 1918 vier größere faschistische Organisationen entstanden, die sich in den 1920er Jahren zum Front National vereinigten. Die Croix de Feu wuchs bis 1937 auf eine Million Mitglieder an (mehr als die NSDAP). 1972 gründeten Jean-Marie Le Pen und Vertreter des Ordre Noveau die rechtsextreme Partei Front National (FN), die sich nach ihrem Vorläufer benannte und an der faschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI) orientierte. Sie ersetzte den verlorenen Kampf für den Erhalt der französischen Kolonie Algerien durch den Kampf gegen nordafrikanische Einwanderer und Multikulturalität. Dazu diente der rassistische Ethnopluralismus in der um 1978 entstandenen Nouvelle Droite. Seitdem griffen rechtsextreme Skinheads mit der Kampagne La Chasse aux Beurs gezielt arabische oder nordafrikanische Einwanderer an. 1983 ermordeten sie 23 Menschen.

Infolge dieser Verbrechen wuchs der französische Antifaschismus wieder, der seit dem Pariser Mai 1968 keine Massen mehr mobilisiert hatte. 1982 bildeten farbige Jugendliche der Pariser Banlieues Selbstverteidigungsgruppen nach dem Vorbild der Black Panther in den USA. 1983 veranstalteten sie einen Marsch für Gleichheit gegen Rassismus. Daraus entstand 1984 die Nichtregierungsorganisation SOS Racisme, die dem linken Flügel der Parti Socialiste nahesteht. Diese vertrat jedoch zunehmend eine einwanderungsfeindliche Politik. 1985 bildeten linksradikale Punks eine antifaschistische Gruppe, die rechtsextreme Skinheads mit Gewalt aus ihren Wohnvierteln vertrieb. Sie standen den früheren Situationisten und der im selben Jahr gegründeten Section carrément anti Le Pen (SCALP) nahe. 1986 gründeten anarchistische Studenten die Gruppe RÉFLEX gegen den FN, deren Zeitschrift Reflexes bis heute besteht. Eine weitere Gruppe, die sich nach den Francs-tireurs et partisans (FTP) der Résistance nannte, beging Sprengstoffanschläge auf Büros der FN und Häuser ihrer Vertreter. Verschiedene anarchistische Gruppen bildeten 1992 das No-Pasaran-Netzwerk zur Koordination antifaschistischer Aktionen. Es war auch von parallelen Bemühungen der Autonomen in Deutschland, Italien und den Niederlande inspiriert.[113]

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der breite antifaschistische Nachkriegskonsens hinderte britische Faschisten 1945 in London nicht daran, Bomben- und Brandanschläge auf Synagogen zu verüben und britische Juden mit antisemitischen Plakaten (Jews must go!, War on the Jews!) als angebliche Verursacher und Profiteure des Krieges und der Nachkriegsnot anzugreifen. 14 während des Krieges verbotene faschistische Organisationen wurden wieder zugelassen, darunter die British League of Ex-Servicemen and Women. Dagegen gründete sich 1946 die militante antifaschistische 43 Group aus jüdischen Veteranen und Nichtjuden. Sie organisierte vorrangig direkte Aktionen gegen faschistische Treffen, aber auch Aufklärung und Gesetzgebungsinitiativen. Sie wuchs rasch und wurde so populär, dass andere Gruppen ihre Störmethoden übernahmen. 1947 verlegte die BUF ihre Treffen darum in abgeschirmte Innenräume. Doch mit gefälschten Tickets verschafften sich organisierte Antifaschisten Zugang und erzwangen, dass über die Hälfte der Treffen eingestellt wurden. Dies gelang auch, nachdem die BUF ihre Konferenzen unter falschen Namen abhielt. Getarnte 43 Group-Mitglieder stahlen BUF-Dokumente aus Mosleys Haus und deckten dessen Kontakte mit britischen Konservativen auf. Bis 1949 erreichten sie, dass die BUF sich nicht mehr Fascists nannte und stark schrumpfte. 1950 löste sich die 43 Group daher auf.[114]

Ab 1954 wuchsen Nationalismus, Rassismus und Faschismus in Großbritannien infolge von Entkolonialisierung und Einwanderungswellen aus früheren britischen Kolonien erneut. Gegen die Kampagne Keep Britain White organisierten Nachbarschaften von ausländischen Arbeitern aus der Karibik Selbsthilfegruppen. Gegen die von Mosley-Anhängern gegründete League of Empire Loyalists bildete sich das Movement for Colonial Freedom. 1959 kehrte Mosley in die Politik zurück. Aus seiner neuen British National Party (BNP), die vor allem die Bewegung gegen die Apartheid bekämpfte, entstand 1962 das National Socialist Movement, aus dem später das British Movement hervorging. Dagegen bildeten Antifaschisten spontan das Yellow Star Movement (YSM), indem sie wie in den 1940er Jahren Judensterne als Zeichen der Solidarität mit attackierten Juden trugen. Das YSM spaltete sich bald an der Gewaltfrage: Der gewaltfreie Flügel schloss sich dem London Anti-Fascist Committee an. Die Militanten bildeten die 62 Group, die an die Methoden der 43 Group anschloss und ähnliche Erfolge erzielte.[115]

1967 gründeten Vertreter der Racial Preservation Society und andere Rassisten die British National Front (BNF). Infolge einer Hetzrede des Tory-Abgeordneten Enoch Powell startete sie die Kampagne Stop the Asia Invasion gegen farbige Einwanderer vor allem aus Südasien, die 1974 in dem Marsch Send them back gipfelte. Dieser wurde von etwa 1500 Antifaschisten erfolgreich blockiert. Als Polizei einschritt, wurde Kevin Gately zu Tode getrampelt. Danach erhielten die NF ebenso wie antifaschistische Selbstverteidigungsgruppen enormen Zulauf, darunter das Southall Youth Movement, das sich an der Bewegung Black Power in den USA orientierte, das landesweite Asian Youth Movement, die United Black Youth League, die Brixton Black Women's Group und Blacks against State Harassment. Diesen Gruppen gelang es 1977, einen Marsch der BNF mit 6000 Teilnehmern durch das multikulturelle Stadtviertel Lewisham (London) zu blockieren und sie mit koordiniertem Vorgehen in die Flucht zu schlagen. Daraus entstand die Massenbewegung der Anti-Nazi League (ANL) mit hunderttausenden Anhängern, die auf Wahlen Einfluss nahm und direkte Aktionen gegen die BNF vollzog.[116]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtüberblick
Bis 1945
  • Ulrich Schneider, Jean Cardoen: Antifaschistischer Widerstand in Europa 1922-1945. Köln 2015, ISBN 978-3-89438-589-7.
  • Margot Pikarski (Hrsg.): Gestapo-Berichte über den antifaschistischen Widerstandskampf der KPD 1933 bis 1945. Dietz, Berlin (DDR) 1989
  • Josef Spiegel: Die Faschismuskonzeption der KPD 1929–1933. Eine Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung der kommunistischen Presse. Lit, Münster 1986, ISBN 3-88660-285-0
  • Thomas Bremer (Hrsg.): Europäische Literatur gegen den Faschismus 1922 - 1945. Beck, München 1986, ISBN 3406315976
  • Peter Altmann, Heinz Brüdigam, Barbara Mausbach-Bromberger, Max Oppenheimer: Der deutsche antifaschistische Widerstand 1933-1945. In Bildern und Dokumenten. Frankfurt am Main 1975
  • Heinz Karl, Erika Kücklich (Hrsg.): Die Antifaschistische Aktion – Dokumentation und Chronik, Mai 1932 bis Januar 1933. Dietz-Verlag, Berlin (DDR) 1965
SBZ und DDR
  • Jeanette Michelmann: Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa in der Sowjetischen Besatzungszone. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3412046027
  • Manfred Agethen, Eckhard Jesse, Ehrhart Neubert: Der missbrauchte Antifaschismus. DDR-Staatsdoktrin und Lebenslüge der deutschen Linken. Freiburg 2002, ISBN 3-451-28017-5
  • Annette Leo, Peter Reif-Spirek: Helden, Täter und Verräter. Studien zum DDR-Antifaschismus. Metropol, Berlin 1999
  • Jürgen Danyel: Die geteilte Vergangenheit. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002642-1
Gegenwart

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antifaschistischer Widerstand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Strauß, Gisela Harras, Ulrike Haß: Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist: Ein Lexikon zum öffentlichen Sprachgebrauch. (1989) De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 311012078X, S. 155f.
  2. Sven Reichardt: Faschistische Kampfbünde. Böhlau, 2. Auflage, Wien / Köln 2009, ISBN 3412203807, S. 507; Andreas Graf (Hrsg.): Anarchisten gegen Hitler: Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten, Rätekommunisten in Widerstand und Exil. Lukas Verlag, 2001, ISBN 3931836231, S. 99f.
  3. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 11-13
  4. Clemens Zimmermann: Medien im Nationalsozialismus: Deutschland 1933-1945, Italien 1922-1943, Spanien 1936-1951. Böhlau, Wien 2007, ISBN 3205775864, S. 114
  5. Giuliano Procacci, Friederike Hausmann: Geschichte Italiens und der Italiener. Beck, München 1989, ISBN 3406339867, S. 371
  6. Hans Maier: Gesammelte Schriften Band II: Politische Religionen. Beck, München 2007, ISBN 3406562167, S. 127
  7. Silvano Longhi: Die Juden und der Widerstand gegen den Faschismus in Italien (1943-1945). LIT Verlag, Münster 2010, ISBN 3643108877, S. 65f. und Fn. 6
  8. Silvano Longhi: Die Juden und der Widerstand gegen den Faschismus in Italien (1943-1945). Münster 2010, S. 12
  9. Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19. Beck, München 2009, ISBN 340656254X, S. 71f.
  10. Erwin Könnemann, Gerhard Schulze: Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch: Dokumente. Olzog, 2002, S. 496
  11. Bernhard Sauer: Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik. Berlin 2004
  12. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 17-21
  13. Maurizio Bach, Stefan Breuer: Faschismus als Bewegung und Regime: Italien und Deutschland im Vergleich. S. 26
  14. Mike Schmeitzner (Hrsg.): Totalitarismuskritik von links. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 3525369107, S. 122f.
  15. Marcel Bois: Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Klartext, 2. Auflage, Berlin 2016, S. 359ff.
  16. Rosamunde Neugebauer: George Grosz: Macht und Ohnmacht satirischer Kunst. Berlin 1993, S. 136; Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Bd. 30 (1982), H. 7-12, S. 832.
  17. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924-1933. Böhlau, Wien 2009, ISBN 3412204498, S. 83-97
  18. Peter Brandt: Antifaschismus und Arbeiterbewegung. Aufbau, Ausprägung, Politik in Bremen 1945/46, Hamburg 1976, S. 32.
  19. Bernd Faulenbach: Zur Rolle von Totalitarismus- und Sozialfaschismus-„Theorien“. In: Mike Schmeitzner (Hrsg.): Totalitarismuskritik von links: deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert. Göttingen 2007, S. 119-134, hier: S. 125f.
  20. Stefan Vogt: Nationaler Sozialismus und soziale Demokratie. Die sozialdemokratische Junge Rechte 1918-1945. Bonn 2006, S. 14 und 455.
  21. Gerhard Kraiker, Elke Suhr: Carl von Ossietzky. Reinbek 1994, Kapitel Arbeiterparteien und Demokratie.
  22. Friedbert Mühldorfer: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), 1919-1933/1945-1956, Historisches Lexikon Bayerns.
  23. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 21
  24. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933, 2009, S. 184f.
  25. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 23.
  26. Mike Schmeitzner: Der Totalitarismusbegriff Kurt Schumachers. In: ders. (Hrsg.): Totalitarismuskritik von links: deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert. Göttingen 2004, S. 255.
  27. Michael Ruck: Wirtschaft und Arbeitsgesellschaft im Zeichen der Großen Krise. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
  28. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 23f.
  29. a b Wolfgang Benz: Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Informationen zur politischen Bildung, H. 243 (2003), online.
  30. Andreas Dorpalen: SPD und KPD in der Endphase der Weimarer Republik. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 31 (1983), H. 1, S. 77–105, hier: S. 79ff., siehe auch: [1].
  31. Friedbert Mühldorfer: Kampfbund gegen den Faschismus, 1930-1933, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  32. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933, 2009, S. 544.
  33. Siegfried Grundmann: Einsteins Akte. Wissenschaft und Politik - Einsteins Berliner Zeit. 2. Auflage, Berlin/Heidelberg/New York 2004, S. 220ff.
  34. Mark Bray: Antifa. 2017, S. 23f.
  35. Frank Bajohr: Die Zustimmungsdiktatur. In: Hamburg im „Dritten Reich“, Göttingen 2005, S. 69–121; Robert Gellately: Lenin, Stalin und Hitler: Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten. Bergisch Gladbach 2007, S. 413ff.
  36. Hermann Graml: Widerstand. in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 3. Auflage, München 1998, S. 309–321, hier: S. 309.
  37. Hermann Graml: Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Auflage, S. 309–321, hier: S. 309-311.
  38. Reinhard Kühnl: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, Köln 1975, S. 408f.
  39. Ursula Langkau-Alex: Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront Band 1. Berlin 2004, S. 10.
  40. Ursula Langkau-Alex: Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront Band 1. Berlin 2004, S. 99.
  41. Werner Loh et al (Hrsg.): Faschismus kontrovers. Erwägungskultur in Forschung, Lehre und Praxis. De Gruyter / Oldenbourg, München 2003, ISBN 3828202381, S. 233
  42. Hermann Weber und andere: Deutschland, Russland, Komintern - Überblicke, Analysen, Diskussionen. Berlin 2014, S. 108.
  43. Hermann Weber und andere: Deutschland, Russland, Komintern - Dokumente (1918–1943), Teilband 1. Berlin 2015, S. 1134.
  44. Jens Gmeiner, Markus Schulz: Deutsche Volksfront ohne Volk - Manifeste des Widerstandes. In: Johanna Klatt, Robert Lorenz (Hrsg.), Bielefeld 2011, S. 169–198, hier: S. 177f.
  45. Ursula Langkau-Alex: Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront Band 2. Berlin 2004, S. 294ff.
  46. Michael Verhoeven, Mario Krebs: Die Weiße Rose. Der Widerstand Münchner Studenten gegen Hitler - Informationen zum Film. Frankfurt am Main 1982.
  47. Magnus Brechtken: Hitler-Attentat am 20. Juli 1944: „Stauffenberg wollte keine parlamentarische Demokratie“. Süddeutsche Zeitung, 21. Juli 2012.
  48. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 37
  49. Jost Hermand: Kultur in finsteren Zeiten. Nazifaschismus, Innere Emigration, Exil. Köln/Weimar/Wien 2010, S. 177.
  50. Jost Hermand: Kultur in finsteren Zeiten, Köln/Weimar/Wien 2010, S. 216.
  51. Jost Hermand: Kultur in finsteren Zeiten, Köln/Weimar/Wien 2010, Literaturliste.
  52. Michael Minden: Modern German Literature. Cambridge (UK) 2011, S. 204.
  53. Konstantin Kaiser: Literatur und Widerstand. Die politische Natur und Tradition des Widerstandsbegriffs. (PDF)
  54. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 31-34.
  55. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 34f.
  56. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 35f.
  57. Walther L. Bernecker: Krieg in Spanien 1936-1939. Darmstadt 1991, S. 112.
  58. Lukas Kohn: Die Internationalen Brigaden. Deutsches Historisches Museum, 2011
  59. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 26-28.
  60. Mark Bray: Antifa. London 2017, S. 28-30.
  61. Thomas Doerry: Marxismus und Antifaschismus: zur theoretischen und politischen Auseinandersetzung des Marxismus, des Sozialismus und der internationalen Arbeiterbewegung mit dem Faschismus an der Macht (1920 bis 1984). Pahl-Rugenstein, Köln 1985, S. 108; Jürgen Reulecke: 50 Jahre danach - 50 Jahre davor. Der Meißnertag von 1963 und seine Folgen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 3847003364, S. 223
  62. Lothar Rolke: Protestbewegungen in der Bundesrepublik. Eine analytische Sozialgeschichte des politischen Widerspruchs. Springer, Wiesbaden 1987, ISBN 978-3-663-14332-1, S. 118-120
  63. Jeannette Michelmann: Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa in der Sowjetischen Besatzungszone. Köln/Weimar/Wien 2002, S. 369f.
  64. Hans Woller: Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Asbach und Fürth. München 1986, S. 89.
  65. Lothar Rolke: Protestbewegungen in der Bundesrepublik, Wiesbaden 1987, S. 118-120
  66. Christoph Kleßmann: Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945-1955. Bonn 1984, S. 122.
  67. Klaus-Dietmar Henke: Politische Säuberung unter französischer Besatzung: Die Entnazifizierung in Württemberg-Hohenzollern. Stuttgart 1981, S. 37 f.
  68. Jeannette Michelmann: Die Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa 1945 in der sowjetischen Besatzungszone zwischen Besatzungsmacht und Exil-KPD. Jena 2001, S. 380ff.
  69. Lothar Rolke: Protestbewegungen in der Bundesrepublik, Wiesbaden 1987, S. 121-133
  70. Michael Buddrus: Anmerkungen zur Jugendpolitik in der KPD 1945/46. In: Hartmut Mehringer, Michael Schwartz, Hermann Wentker (Hrsg.): Erobert oder befreit? Deutschland im internationalen Kräftefeld und die Sowjetische Besatzungszone (1945/46). De Gruyter / Oldenbourg, München 1999, ISBN 3486593706, S. 301f.
  71. Hans Coppi, Nicole Warmbold: Der zweite Sonntag im September. Zur Geschichte des ersten Gedenktages für die Opfer des Faschismus. Gedenkstättenrundbrief 131, S. 12-19
  72. Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Markt oder Plan. Wirtschaftsordnungen in Deutschland 1945-1961, Frankfurt am Main 1997, S. 134.
  73. Karl G. Tempel: Die Parteien in der Bundesrepublik Deutschland und die Rolle der Parteien in der DDR. Springer, Wiesbaden 1987, ISBN 978-3-663-09748-8, S. 121
  74. Helga Grebing (Hrsg.): Geschichte der sozialen Ideen in Deutschland. Springer VS, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-322-80785-4, S. 366
  75. Wolfgang Kruse, Eva Ochs, Arthur Schlegelmilch (Hrsg.): Soziale Bewegung und politische Emanzipation: Studien zur Geschichte der Arbeiterbewegung und des Sozialismus. Zum 60. Geburtstag von Peter Brandt. Dietz, 2008, ISBN 380124184X, S. 192
  76. Lewis Joachim Edinger: Kurt Schumacher. Persönlichkeit und politisches Verhalten. Springer VS, Wiesbaden 1967, ISBN 978-3-322-96265-2, S. 348
  77. Karl W. Fricke: Der Wahrheit verpflichtet: Texte aus fünf Jahrzehnten zur Geschichte der DDR. Christian Links, 2. Auflage 2000, ISBN 3861532085, S. 160
  78. Hans Coppi, Nicole Warmbold: Der zweite Sonntag im September. Zur Geschichte des ersten Gedenktages für die Opfer des Faschismus. Gedenkstättenrundbrief 131, S. 12-19
  79. Hans Karl Rupp (Hrsg.): Die andere BRD. Geschichte und Perspektiven. Marburg (Lahn), S. 17; Hans-Gerd Jaschke: Streitbare Demokratie und Innere Sicherheit: Grundlagen, Praxis und Kritik. Opladen 1991, S. 94.
  80. Peter Graf Kielmannsegg: Nach der Katastrophe. Eine Geschichte des geteilten Deutschland. Berlin 2000, S. 562f.
  81. Bernd-A. Rusinek: „Westforschungs“-Traditionen nach 1945. Ein Versuch über Kontinuität, in: Burkhard Dietz, Ulrich Tiedau, Helmut Gabel(Hrsg.): Griff nach dem Westen. Die „Westforschung“ der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropäischen Raum (1919-1960), Teil 2, Münster/New York/München/Berlin 2003, S. 1.141-1.204, hier: S. 1.147.
  82. Detlef Siegfried, Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 1960er Jahre, Göttingen 2006, S. 187.
  83. Stephan Buchloh, „Pervers, jugendgefährdend, staatsfeindlich“. Zensur in der Ära Adenauer als Spiegel des gesellschaftlichen Klimas, Frankfurt a. M./New York 2002, S. 301.
  84. Siehe z. B.: Jang-Weon Seo, Die Darstellung der Rückkehr. Remigration in ausgewählten Autobiographien deutscher Exilautoren, Würzburg 2004, S. 100.
  85. Peter Reichel, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Politik und Justiz, München 2001, S. 112.
  86. Adolf M. Birke/Udo Wengst, Die Bundesrepublik Deutschland. Verfassung, Parlament und Parteien 1945-1998, München 2010, S. 81.
  87. Hans Kratzer, Institut erforscht NS-Vergangenheit in Behörden. Wie Nazis nach dem Krieg Karriere machten, Süddeutsche Zeitung, 6. März 2017, siehe: [2].
  88. Peter Reichel, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Politik und Justiz, München 2001, S. 97.
  89. Dieter Bänsch, Die Fünfziger Jahre. Beiträge zu Politik und Kultur, Tübingen 1985, S. 81.
  90. 11.7.1951, siehe z. B.: Ernst Schumacher, Ein bayerischer Kommunist im doppelten Deutschland: Aufzeichnungen des Brechtforschers und Theaterkritikers in der DDR 1945-1991, München 2007, S. 156.
  91. Lukas Busche, Kommunistenverfolgung in der alten Bundesrepublik. Zur Situation der politisch Inhaftierten im Strafgefängnis Wolfenbüttel der 1950er und 1960er Jahre am Beispiel des Berthold K., in: Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung, 29.4.2016, siehe: [3].
  92. Alexander von Brünneck, Politische Justiz gegen Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1968, Frankfurt a. M. 1979, S. 184.
  93. Alexander von Brünneck, Politische Justiz gegen Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1968, Frankfurt a. M. 1979, S. 278; etwas neuer mit höheren Zahlenangaben auch: Rolf Gössner, Die vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges. Verdrängung im Westen - Abrechnung mit dem Osten?, Berlin 1998, S. 26.
  94. Zum Gesamtabschnitt siehe auch: Hans Karl Rupp, Politik nach Auschwitz. Ausgangspunkte, Konflikte, Konsens. Ein Essay zur Geschichte der Bundesrepublik, Münster 2005, passim.
  95. Andreas Hilger, Mike Schmeitzner, Clemens Vollnhals, Sowjetisierung oder Neutralität?: Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945–1955, Göttingen 2011, S. 235.
  96. Heiner Lichtenstein: Zeitgeschichtliche Jahrestage. Ärzteprozess, DDR-NS-Prozesse, Ghetto Riga, Eichmanns Todesurteil, Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, 180/2006, S. 159, siehe auch: [4].
  97. Klaus Bästlein: Zeitgeist und Justiz. Die Strafverfolgung von NS-Verbrechen im deutsch-deutschen Vergleich und im historischen Verlauf. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 64. Jg. 2016, Heft 1, S. 5–28, S. 12.
  98. Presse- und Informationsstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2003, S. 31.
  99. Dörte Hinrichs/Hans Rubinich, Harte Strafen und schnelle Begnadigungen. Der NS-Juristenprozess von 1947 und seine Folgen, in: Deutschlandradio Kultur, 14.2.2007, siehe auch: [5].
  100. Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 51–54
  101. Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 54f.
  102. Hans Coppi: Der Bund der Antifaschisten in: Antifaschistisches Blatt, 27. März 2000.
  103. Geschichte & Organisierung der Antifa Buchprojekt bei theorie.org erschienen, in: Antifaschistisches Blatt, 14. September 2011.
  104. Siehe z. B.: Veranstaltung: Ein schmaler Grat – Widerstand im KZ Buchenwald, Jugendantifa Uelzen, 4. März 2013.
  105. Siehe z. B.: Remscheider im Kampf gegen den Faschismus.
  106. Claudia Wangerin: Ernste Justizpossen, in: Junge Welt, 12. Oktober 2016 (Link kostenpflichtig).
  107. Rolf Becker: Was tun?, in: Veranstaltungskalender Nordfriesland.
  108. Vor zehn Jahren waren Heinz Ratz und Konstantin Wecker auf Antifa-Tour, jetzt soll ihr 'Büro für Offensivkultur' Antifaschisten unterstützen.
  109. Siehe etwa: Gerhard Strauss, Ulrike Hass, Gisela Harras, Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist. Ein Lexikon zum öffentlichen Sprachgebrauch (Schriften des Instituts für deutsche Sprache, Bd. 2), Westberlin/New York 1989, S. 158; Thomas Widera, Dresden 1945–1948. Politik und Gesellschaft unter sowjetischer Besatzungsherrschaft, Göttingen 2011, S. 68.
  110. Werner Loh/Wolfgang Wippermann (Hrsg.), „Faschismus“ kontrovers, Stuttgart 2002, S. 52.
  111. J.W. Aust/Thomas Aust, Literatur im Nationalsozialismus. Überblick Werke und Autoren, 17.3.2008, siehe etwa: [6], [7], [8], [9].
  112. Ties Marsen, Ernst Grube: KZ-Kind, Antifaschist, Jude, 28.10.2011 (Reihe "Zeit für Bayern"), siehe: [10].
  113. Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 48–51
  114. Morris Beckmann: The 43 Group – Antifaschistischer Kampf in Großbritannien 1946–1950. Harald-Kater-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3927170089
  115. Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 41-45
  116. Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 46f.