Atlantis (Raumfähre)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Aufstieg der Atlantis (STS-27)
Rendezvous: Docking der Atlantis mit der russischen Raumstation Mir im Rahmen des Shuttle-Mir-Programms
Landung der Atlantis mithilfe eines Bremsschirms

Die Raumfähre Atlantis ist ein Space Shuttle der NASA. Benannt nach dem ersten amerikanischen ozeanografischen Forschungsschiff, wurde sie im April 1984 fertiggestellt und hatte ihren Jungfernflug im Oktober 1985 (STS-51-J). Die interne Bezeichnung des Orbiters lautet OV-104.

Inhaltsverzeichnis

Von 1995 bis 1997 wurde die Atlantis ausschließlich für die Flüge zur russischen Raumstation Mir im Rahmen des Shuttle-Mir-Programms eingesetzt, wofür sie mit einem Kopplungsadapter russischer Bauart ausgestattet wurde.

Bei einem Treffen der gesamten Belegschaft des Kennedy Space Centers Mitte Februar 2006 teilte Wayne Hale, der Manager des Space-Shuttle-Programms mit, dass die Atlantis voraussichtlich im Herbst 2008 nach fünf weiteren Flügen außer Dienst gestellt werden solle. Ursprünglich war nach diesen Flügen die vorgeschriebene „Orbiter Maintenance Down Period“ (OMDP) vorgesehen. Diese Generalüberholung würde etwa ein Jahr benötigen und wäre überflüssig, weil der Shuttle-Flugbetrieb 2010 sowieso eingestellt werden soll. Stattdessen werde man die Atlantis als Ersatzteillager für die beiden verbliebenen Shuttles (Discovery und Endeavour) nutzen.

Seit dem Frühjahr 2007 gibt es bei der NASA Überlegungen, die Atlantis doch bis zum Ende des Shuttle-Programms zu nutzen, indem die Zeit zwischen den OMDPs von bisher dreieinhalb auf fünfeinhalb Jahre verlängert wird. Die OMDP-Arbeiten, die innerhalb der üblichen dreieinhalb Jahre durchgeführt werden müssen, können wahrscheinlich problemlos während der normalen Wartungsphasen zwischen den Flügen durchgeführt werden.

Laut aktueller Planung soll die Atlantis nach ihrer letzten Mission STS-125 noch STS-129 am 12. November 2009 durchführen. Sollte die Atlantis bis 2010 eingesetzt werden, ist sie für den ISS-Logistikflug STS-131 vorgesehen.

[Bearbeiten] Konstruktion

Die Atlantis profitierte von den Erfahrungen, die man beim Bau und Testen der Enterprise, Columbia und Challenger gemacht hatte. Bei der Fertigstellung wog sie rund 3.200 Kilogramm weniger als die Columbia. Außerdem verringerten die gemachten Erfahrungen im Shuttle-Bau die Arbeitsstunden um 49,5 Prozent (im Vergleich zur Columbia). Das ist vor allem auf die Nutzung von Hitzeschild-Decken am oberen Teil des Orbiters anstatt von kleinen Kacheln zurückzuführen.

Während der Konstruktion der Discovery und der Atlantis entschied sich die NASA dazu, „strukturelle Ersatzteile“ anfertigen zu lassen, um die Reparatur im Falle eines Unfalls zu erleichtern. Der Vertrag hatte insgesamt einen Wert von 389 Millionen Dollar und bestand aus Ersatzteilen für den hinteren und den mittleren Rumpf, sowie vordere Rumpfhälften, vertikale Ruder, Flügel und Klappen. Diese Ersatzteile wurden später für die Endeavour benutzt.

Zwischen November 1997 und Juli 1999 wurden in Palmdale, Kalifornien, zahlreiche Verbesserungen und Anpassungen an der Atlantis vorgenommen. Unter anderem wurde der Orbiter mit einem Bremsschirm und einem gläsernen Cockpit ausgestattet, es wurden neue Rohre und Verkabelungen installiert und über 800 Hitzeschutzkacheln und -decken ersetzt.

[Bearbeiten] Missionen

Nr. Start Bezeichnung Besatzung
1 3. Oktober 1985 STS-51-J Karol J. Bobko, Ronald J. Grabe, David C. Hilmers, Robert L. Stewar, William A. Pailes
2 27. November 1985 STS-61-B Brewster H. Shaw, Bryan D. O'Connor, Mary L. Cleave, Sherwood C. Spring, Jerry L. Ross, Rodolfo Neri Vela, Charles D. Walker
3 2. Dezember 1988 STS-27 Robert Gibson, Guy Gardner, Richard Mullane, Jerry Ross, William Shepherd
4 4. Mai 1989 STS-30 David M. Walker, Ronald J. Grabe, Norman E. Thagard, Mary L. Cleave, Mark C. Lee
5 18. Oktober 1989 STS-34 Donald Williams, Michael McCulley, Franklin Chang-Diaz, Shannon Lucid, Ellen Baker
6 28. Februar 1990 STS-36 John O. Creighton, John H. Casper, Richard M. Mullane, David C. Hilmers, Pierre J. Thuot
7 15. November 1990 STS-38 Richard Covey, Frank Culbertson, Robert Springer, Carl Meade, Charles Gemar
8 5. April 1991 STS-37 Steven R. Nagel, Kenneth D. Cameron, Jerry L. Ross, Jerome Apt, Linda M. Godwin
9 2. August 1991 STS-43 John E. Blaha, Michael A. Baker, Shannon W. Lucid, James C. Adamson, G. David Low
10 24. November 1991 STS-44 Frederick Gregory, Terence Henricks, Story Musgrave, Mario Runco, James Voss, Thomas Hennen
11 24. März 1992 STS-45 Charles Bolden, Brian Duffy, Kathryn Sullivan, David Leestma, Michael Foale, Byron Lichtenberg, Dirk Frimout
12 31. Juli 1992 STS-46 Loren J. Shriver, Andrew M. Allen, Claude Nicollier, Jeffrey A. Hoffman, Franklin R. Chang-Diaz, Marsha S. Ivins, Franco Malerba
13 3. November 1994 STS-66 Donald McMonagle, Curtis Brown, Ellen Ochoa, Scott Parazynski, Joseph Tanner, Jean-François Clervoy
14 27. Juni 1995 STS-71 Robert Gibson, Charles Precourt, Ellen Baker, Bonnie Dunbar, Gregory Harbaugh
15 12. November 1995 STS-74 Kenneth D. Cameron, James D. Halsell, Jerry L. Ross, William S. McArthur, Chris A. Hadfield
16 22. März 1996 STS-76 Kevin P. Chilton, Richard A. Searfoss, Ronald M. Sega, Michael R. Clifford, Linda M. Godwin
17 16. September 1996 STS-79 William Readdy, Terrence Wilcutt, Thomas Akers, Jerome Apt, Carl Walz
18 12. Januar 1997 STS-81 Michael A. Baker, Brent W. Jett, John M. Grunsfeld, Marsha S. Ivins, Peter J.K. Wisoff
19 15. Mai 1997 STS-84 Charles J. Precourt, Eileen M. Collins, Carlos I. Noriega, Edward T. Lu, Jean-François Clervoy, Jelena Wladimirowna Kondakowa
20 26. September 1997 STS-86 James D. Wetherbee, Michael J. Bloomfield, Wladimir Georgjewitsch Titow, Scott E. Parazynski, Jean-Loup Chrétien, Wendy B. Lawrence
21 19. Mai 2000 STS-101 James D. Halsell, Scott J. Horowitz, Jeffrey N. Williams, Susan J. Helms, James S. Voss, Mary E. Weber, Juri Wladimirowitsch Ussatschow
22 8. September 2000 STS-106 Terence W. Wilcutt, Scott D. Altman, Daniel C. Burbank, Edward T. Lu, Juri Iwanowitsch Malentschenko, Richard A. Mastracchio, Boris Wladimirowitsch Morukow
23 7. Februar 2001 STS-98 Kenneth D. Cockrell, Mark L. Polansky, Robert L. Curbeam, Marsha S. Ivins, Thomas D. Jones
24 12. Juli 2001 STS-104 Steven W. Lindsey, Charles O. Hobaugh, Michael L. Gernhardt, James F. Reilly, Janet L. Kavandi
25 8. April 2002 STS-110 Michael Bloomfield, Stephen Frick, Jerry Ross, Steven Smith, Ellen Ochoa, Lee Morin, Rex Walheim
26 7. Oktober 2002 STS-112 Jeffrey S. Ashby, Pamela A. Melroy, Fjodor Nikolajewitsch Jurtschichin, Sandra H. Magnus, Piers J. Sellers, David A. Wolf
27 9. September 2006 STS-115 Brent Jett, Christopher Ferguson, Steven MacLean, Daniel Burbank, Joseph Tanner, Heidemarie Stefanyshyn-Piper
28 8. Juni 2007 STS-117 Frederick Sturckow, Lee Archambault, James Reilly, Daniel Olivas, Patrick Forrester, Steven Swanson
29 7. Februar 2008 STS-122 Stephen Frick, Alan Poindexter, Stanley Love, Rex Walheim, Leland Melvin, Hans Schlegel
30 11. Mai 2009 STS-125 Scott Altman, Gregory Johnson, John Grunsfeld, Michael Massimino, Andrew Feustel, Michael Good, Megan McArthur

[Bearbeiten] Geplante Missionen

Nr. Startdatum Bezeichnung
31 12. November 2009 STS-129
32 11. Februar 2010 STS-131

[Bearbeiten] Fiktion

  • Im Buch Space Camp (deutscher Titel: Ferien im Weltraum) und dem gleichnamige Film von 1986 spielt die Atlantis eine zentrale Rolle.
  • In dem Film Deep Impact wird die Crew mit der Atlantis zum im Orbit geparkten Raumschiff Messiah gebracht.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Space Shuttle Atlantis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen