Bayerische Staatskanzlei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bayerische Staatskanzlei (Rückseite)

Die Bayerische Staatskanzlei ist eine oberste Landesbehörde, die zur Unterstützung des Ministerpräsidenten und der Staatsregierung in München eingerichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufgaben und verfassungsrechtliche Grundlagen

Rundstempel der Staatskanzlei

Gemäß Artikel 52 der Verfassung des Freistaates Bayern unterstützt die Staatskanzlei den Bayerischen Ministerpräsidenten und die Bayerische Staatsregierung in ihren verfassungsmäßigen Aufgaben.

Die Staatskanzlei unterstützt den Ministerpräsidenten bei der Bestimmung der Richtlinien der Politik sowie bei der Repräsentation Bayerns nach außen. Sie koordiniert die Tätigkeit der Staatsministerien und bereitet die Beschlussfassung der Staatsregierung vor.

Im Geschäftsbereich der Staatskanzlei sind die Abteilung für Medienpolitik sowie die Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Emilia Müller (mit den Vertretungen des Freistaates Bayern) eingebettet. Hierzu zählt auch die Auszeichnung mit den Bayerischen Ordens- und Ehrenzeichen im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung und der Wissenschaftlich-Technische Beirat (WTB)[1]

Zur Staatskanzlei gehört organisatorisch auch das nahe gelegene Prinz-Carl-Palais, das hauptsächlich für repräsentative Aufgaben des Ministerpräsidenten genutzt wird. Außenstellen der Staatskanzlei befinden sich in Berlin und Brüssel.

Gegenwärtiger Leiter der Staatskanzlei ist Staatsminister Siegfried Schneider.

[Bearbeiten] Baugeschichte

Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg stand an der Stelle der heutigen Staatskanzlei seit 1905 das Bayerische Armeemuseum und vor dessen Errichtung die Hofgartenkaserne. Die Staatskanzlei war seit Kriegsende in der ehemaligen Preußischen Gesandtschaft in der Prinzregentenstraße untergebracht. Ministerpräsident Franz Josef Strauß trieb die Pläne zu einem repräsentativen Neubau voran. Einen Architektenwettbewerb zum Neubau der Staatskanzlei gewann 1982 das Architektenteam Diethard J. Siegert und Reto Gansser.

Ab Herbst 1984 gab es jahrelange heftige Auseinandersetzungen mit der Landeshauptstadt München wegen der architektonisch sensiblen Lage am Hofgarten und an der Residenz. Besonders die geplante Beseitigung des ab 1560 angelegten Arkadengangs am Nordrand des Hofgartens zugunsten des Neubaus war umstritten und rief die Bürgerinitiative „Rettet den Hofgarten“ ins Leben. Der Kunsthistoriker Gunter Schweikhart kam in einem Gutachten vom 2. Mai 1987 zu dem Ergebnis, dass es sich „hinsichtlich seiner historischen und architektonischen Bedeutung um ein besonders wertvolles Baudenkmal“ handelt und forderte die Sanierung.

Dagegen verteidigte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege das Vorhaben der Staatsregierung. Generalkonservator Michael Petzet sah die Bayerische Staatskanzlei gerade aus historischen Gründen in der Nähe der Residenz am richtigen Platz.

Schließlich kam es zu einem Kompromiss mit deutlich kleinerem Bauvolumen. Der 1982 sanierte Kuppelbau des alten Armeemuseums wurde als Zentralbau der Staatskanzlei beibehalten, die Arkaden bezog man in den Neubau der Staatskanzlei ein. 1989 wurde mit der Erstellung der Tiefgarage begonnen, 1993 war die neue Staatskanzlei bezugsfertig. Am neunten Tag als bayerischer Ministerpräsident konnte Edmund Stoiber am 6. Juni 1993 seinen neuen Amtssitz beziehen. Das Gebäude umfasst etwa 8800 m². An der Ostseite der Staatskanzlei fließt der Köglmühlbach oberirdisch vorbei.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Bayerische Staatskanzlei – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. www.bayern.de: Wissenschaftlich-Technischer Beirat, zuletzt aufgerufen 2008-05-27

48.14222222222211.582777777778Koordinaten: 48° 8′ 32″ N, 11° 34′ 58″ O

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
Andere Sprachen