Bergmannssprache

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Die Bergmannssprache ist eine berufsgruppenspezifische Fachsprache (Soziolekt) im Bergbau. Sie zeichnet sich durch Schaffung und Entwicklung eigenständiger oder abgewandelter Termini aus.

Beispiele der Bergmannssprache:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] A

  • Abbau: Vorgang des Lösens von Mineralien aus einer Lagerstätte, aber auch der Ort an dem dies geschieht.
  • Abbaustoß: Angriffsfläche für den Abbau.
  • abkehren: Den Dienst aufgeben.
  • Ablegen: Entlassen eines Bergmanns.
  • Abraum: Im Tagebau das die Lagerstätte überdeckende Gestein.
  • abteufen: Herstellen eines Schachtes von oben nach unten.
  • abtreiben: loses Gestein aus Sicherheitsgründen herunterreißen, „die Firste hart machen“. Auch „bereißen“ genannt.
  • abwerfen: Aufgeben einer Grube oder eines Abbaufeldes durch Verfüllen mit Abraumgestein oder Entfernen der Stempel.
  • Alter Mann: Bereich, in dem der Abbau beendet ist. Ursprünglich der Bergmann, der im Mittelalter schon in der selben Lagerstätte tätig war, dann auch die von diesem hinterlassenen Grubenbaue.
  • Am Mann: Gegenstände, die man bei sich führt, sind „am Mann“. Im Untertagebergbau ist z. B. eine Grubenlampe, ein Helm und weiteres immer am Mann.
  • Anlegen: Einstellen eines Bergmanns.
  • Anschnitt: Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben des Berggebäudes beim Bergamt.
  • Arschleder: Gesäßschutz des Bergmanns, insbesondere, wenn er auf dem Leder einfährt (über tonnlägige Schächte in den Berg rutscht). Hauptsächlich aber als Schutz vor Nässe und Kälte beim Sitzen, ebenso die Kniebügel beim Knien.
  • aufbereiten: Gewonnene Mineralien zerkleinern, sortieren, klassieren, anreichern, konzentrieren.
  • Aufbruch: Von unten, von einer tieferen Sohle her, nach oben hergestellter Schacht. Auch „Überhauen“ genannt.
  • auffahren: Eine Strecke herstellen.
  • Aufhauen: Eine in einer Lagerstätte aufwärts führende Strecke, z. B. Strebaufhauen zur Vorrichtung eines Strebbaus, Wetteraufhauen zur Wetterführung.
  • Äugler: Gehilfe des Brunnen-/Bornmeisters in einem Salzbergwerk. Er führt die Aufsicht über die Sole.
  • aufwältigen: Einen verbrochenen (eingestürzten) Grubenbau wiederherstellen.
  • Ausbeißen: Das Hervortreten einer Lagerstätte an der Tageoberfläche (Ausbiss).
  • Ausbau: Abstützung innerhalb des Bergwerkes.
  • Ausbeute: Überschuss aus dem Ertrag eines Bergwerks.
  • Ausbringen: gesamte Rohförderung an nutzbaren Mineralien.
  • Ausrichtung: Erschließung eines Grubenfeldes durch die Anlage von Schächten und Strecken.
  • Ausstreichen: Flöz oder Gang streicht an der Erdoberfläche aus, d. h. schneidet die Erdoberfläche, und ist dort sichtbar; auch Ausbiß oder Ausgehendes genannt.

[Bearbeiten] B

  • beibrechendes Mineral: Fällt mit an beim Abbau des Minerals, das eigentlich Ziel der Gewinnung ist.
  • berauben: Abschlagen lockeren Gesteins von Firsten und Stößen.
  • Berg: Eher flach geneigte Verbindungsstrecke zwischen Grubenbauen unterschiedlicher Teufe, z. B. zwischen den Sohlen eines Bergwerks.
  • Berge: vom Bergmann aus dem Gebirge gelöstes Gestein.
  • bergfrei: Der Landesherr konnte bestimmte wirtschaftlich wichtige Mineralien für bergfrei erklären und damit ihre Gewinnung anregen. Ein bergfreies Mineral durfte jeder Finder sich aneignen – ohne Rücksicht auf den Grundbesitz. Vorausgesetzt war die Verleihung von Bergwerkseigentum.
  • Berggeschrei: Beginn des Silbererz-Bergbaus im Erzgebirge, vergleichbar mit dem Goldrausch in Nordamerika.
  • Bergwerkseigentum: Das Recht, innerhalb festgelegter Grenzen ein Mineral zu gewinnen. Bergwerkseigentum wird aufgrund einer Mutung durch den Landesherrn verliehen.
  • Blindschacht: Schacht ohne Verbindung zur Erdoberfläche (Tageslicht).
  • Bremsberg: Berg, in dem mit Hilfe gebremster Fahrzeuge abwärts gefördert wird.
  • Bruch: Einsturz eines Teiles eines Bergwerkes.
  • Bruchbau: Abbaumethode, bei der der Alte Mann planmäßig zu Bruch geht.
  • Bühnloch: Eine in das feste Gestein gehauene Vertiefung, um den Fuß eines Stempels oder das Ende einer Kappe unverrückbar aufzunehmen.
  • Besatz: Masse, mit der ein sprengstoffgefülltes Bohrloch verschlossen, abgedämmt wird.
  • Butzen: eine kleine selbstständige Masse eines bestimmten Minerals im Gestein.

[Bearbeiten] D

  • Drittel: Bei Belegung eines Orts mit mehreren sich ablösenden Arbeitsgruppen eine dieser Schichten. Ein Ort kann auch mit zwei oder mit vier Dritteln belegt sein.
  • Dubbel: Ein Vesperbrot mit doppeltem Belag.
  • Durchschlag: Herstellung einer offenen Verbindung zwischen zwei Grubenbauen.

[Bearbeiten] E

  • Einfallen: Neigungswinkel der Lagerstätte zur Horizontalen, also die Neigung in Falllinie.
  • Erbstollen: Stollen zur Wasserlösung und zur Wetterführung in einem oder mehreren Bergwerken. Dem Erbstöllner, der den Stollen herstellte, stand dafür ein Anteil an der Ausbeute der Bergwerke zu.

[Bearbeiten] F

  • fahren: Allgemeiner Ausdruck für die Bewegung des Bergmannes im Bergwerk. Anfahren, einfahren: sich in das Bergwerk begeben. Ausfahren: das Bergwerk verlassen. Befahren: beschauen, kontrollieren.
  • Fahrkunst: Historische Vorrichtung zum Ein- und Ausfahren der Bergleute. Im engeren Sinne zwei im Schacht nebeneinander angebrachte Gestänge, die durch Kurbelantrieb mit etwa 2 m Hub gegenläufig auf- und abbewegt werden. Sie tragen Trittbühnen und Haltegriffe derart, dass man durch regelmäßiges Übertreten von einer Stange auf die andere ein- oder ausfahren kann.
  • Fahrt oder Fahrte: Leiter im Schacht.
  • Fahrten putzen: Klettern im Fahrtrum
  • Fahrtrum: Im Streckenquerschnitt freizuhaltender Raum, der der Fahrung dient (auch „Fahrweg“). Schachtbereich, der die Fahrten (Schachtleitern) enthält. Nicht zu verwechseln mit dem Fördertrum für die Seilfahrt.
  • Fahrung: Die Bewegung der Bergleute in der Strecke.
  • Fallen: Verlauf einer flächigen Lagerstätte (Flöz oder Gang) in vertikaler Richtung.
  • Farblos werden: Tod eines Bergmannes bei einem Grubenunglück („Er ist farblos geworden“). Aus Aberglauben heraus wurde in manchen Gegenden untertage nicht vom Tod/Unfalltod gesprochen. Es ist dort sprichwörtlich niemals jemand untertage gestorben.
  • Firste: Obere Begrenzungsfläche eines Grubenbaus. Beim Firstenbau (z. B. in einem Erzgang) das oberhalb des Abbauhohlraums anstehende Mineral, das demnächst abzubauen ist.
  • flach: In der Neigung der Lagerstätte.
  • Flachriss: zeichnerische Projektion eines Flözes oder eines Gangs auf eine Ebene parallel zur Lagerstätte.
  • Flöz: Durch Sedimentation entstandene plattenförmige flächig ausgedehnte Lagerstätte (z. B. Kohlenflöz, Eisensteinflöz).
  • Fluder (auch Gefluder): Gerinne aus Holz oder Metall zum Zu- oder Ableiten von Wasser.
  • Fördergerüst: Das über dem Schacht stehende Gerüst („Förderturm“), das die Seilscheiben trägt.
  • Förderkorb (auch Fördergestell): Am Förderseil hängendes Transportmittel für Material, Personen und gewonnenes Mineral im Schacht.
Bedienstand einer Fördermaschine
  • Fördermaschine: Antriebsmaschine zum Treiben des Förderseils und damit des Förderkorbes.
  • Füllort: Verladestelle unter Tage, an der Mineralien oder Abraum zur Förderung nach über Tage gesammelt und umgeladen werden.
  • Fundgrube: Grubenfeld, das aufgrund eines Mineral-Fundes in bauwürdiger Lagerstätte an den Muter als Bergwerkseigentum verliehen wurde. Die Feldesgröße einer Fundgrube betrug z. B. auf einem Erzgang im Harz 42 Lachter (80,6 m) streichender Länge, bei einem Steinkohlenflöz im Ruhrgebiet 2,5 km².

[Bearbeiten] G

  • Gang: Durch Ausfüllung einer Kluft entstandene Lagerstätte (z. B. Erzgang).
  • Gangart: Jedes Mineral in der Gangausfüllung, das nicht Ziel der Gewinnung ist.
  • Gebirge: Das Gestein, in dem sich die Grubenbaue des Bergwerks befinden.
  • Gedinge: Vertrag über für eine für ein bestimmtes Entgelt zu erbringende Arbeitsleistung (Akkord). Das Gedinge wird zwischen Belegschaft bzw. Arbeitsgruppe und Betriebsleitung ausgehandelt.
  • Geleuchte: Vom Bergmann mitgeführte Lampen, z. B. Frosch, Bombe, Wetter-, Karbid-, Kopflampen.
  • Grubenwehr: Eine für den Einsatz im Bergbau speziell ausgebildete Rettungstruppe, die unter Tage Aufgaben ähnlich der Feuerwehr über Tage, jedoch unter wesentlich schwierigeren Bedingungen erfüllt und aus freiwilligen, qualifizierten Bergleuten besteht.
  • Gesenk: Von einer oberen Sohle her abgeteufter Schacht.
  • Getriebezimmerung: Methode zum Vortrieb in lockerem Gestein. Hölzer oder Profileisen werden – in zweckmäßiger Weise abgestützt – um den herzustellenden Hohlraum herum in das Lockergestein getrieben.
  • Gewerke: Anteilseigner einer Gewerkschaft.
  • Gewerkschaft: Historische Unternehmensform im Bergbau, zulässig bis zum Inkrafttreten des Bundesbergbaugesetzes 1980. Aus dem ursprünglichen Zusammenschluss mehrerer Bergleute zum gemeinschaftlichen Betrieb eines Bergwerks wurden im späten Mittelalter Kapitalgesellschaften mit einer festgelegten Anzahl (meist 128) von Anteilen (Kuxen). Die Gewerken- (Anteilseigner-)Versammlung verteilte die Baukosten in Form einer Zubuße auf die Anteile; entsprechend wurde der Gewinn als Ausbeute verteilt.
  • gewinnen: Lösen des abzubauenden Minarals aus der Lagerstätte..
  • Gezähe: Werkzeug des Bergmannes.
  • Glückauf (auch „Glück Auf!“): Ein Bergmannsgruß, der im sächsischen Erzgebirge Ende des 16. Jahrhunderts entstand. Heute allgemein der deutsche Bergmannsgruß.
  • Göpel: Historische Förderanlage, bei der eine senkrechte Antriebswelle von umlaufenden Pferden gedreht wird; im weiteren Sinn eine stärkere Fördermaschine.

[Bearbeiten] H

  • Hangendes: Das Gestein oberhalb der Lagerstätte.
  • Hängebank: Stelle im Fördergerüst, seltener in einem Förderschacht (dann auf Höhe der Stollensohle), an welcher der Förderkorb bzw. die Fördertonne be- oder entladen wird. In der Regel weit oberhalb der Erdoberfläche, um Fallhöhe für die Weiterverarbeitung des geförderten Gutes zu haben (siehe Rasenhängebank).
  • Hängen: Abwärtsfördern im Schacht, auch Einhängen.
  • Haspel: Maschine zum Aufwickeln des Förderseiles.
  • Haspelschacht: Ältere Bezeichnung für Förderschacht.
  • Hauer (auch Häuer): Berg-Facharbeiter. Lehrhauer: entspricht etwa Lehrling.
  • Hobel: Maschine zur schälenden Gewinnung von Steinkohle und Erz; siehe auch Gleithobel.
  • Hunt: Offener Förderwagen.
  • Huthaus: Haus über einem Tagschacht; enthält die Haspel, die Seilscheiben für die Förderseile oder den Ventilator. Nicht zu Verwechseln mit Malakow-Turm, Förderturm oder Fördergerüst. Ein Huthaus für die Seilscheiben wird heute meistens „Seilscheibenhaus“ genannt.

[Bearbeiten] K

  • Kammerbau: Abbauverfahren im Untertagebau.
  • Kappe: Balken aus Holz oder Metall, Bestandteil des Türstocks.
  • Katze: An der Decke hängendes, motorbetriebenes Transportsystem.
  • Kaue: Gebäude über dem Schacht, Umkleide- und Waschraum.
  • Kehrrad: Wasserrad mit umkehrbarer Drehrichtung zum Antrieb der Schachtförderung.
  • Knappe: Bergmann, der die Lehre abgeschlossen hat, Geselle.
  • Knappschaftsbrille: Dreckränder um die Augen herum.
  • Koepeförderung: Schachtförderung (nach Carl Friedrich Koepe), bei der zwei sich gegenläufig bewegende Förderkörbe an den beiden Enden eines Förderseiles hängen. Das Seil wird von einer Treibscheibe durch Haftreibung mitgenommen.
  • Krätzer: Hacke mit einem dreieckigen Blatt, wird benötigt um das Liegende zu säubern oder um die Schaufel effizient zu füllen.
  • Kumpel: Bergmann.
  • Kunst: Historisch: Maschine. Wasserkunst: Maschine zum Heben von Wasser aus der Grube zum Beispiel mit Hilfe von Kolbenpumpen. Nägel, die die Kunstknechte am Gestänge einschlugen, führten zur Fahrkunst, mit der der Bergmann ein- und ausfahren konnte.
  • Kunstknecht oder Kunstmeister: Historisch: Bergmann, der die Kunst baut und wartet.
  • Kunstrad: Wasserrad mit Krummem Zapfen (Kurbel) zum Antrieb der Pumpen für die Wasserhaltung.
  • Kux: Anteilsschein an einer Gewerkschaft. Kuxe wurden nicht verkauft, sondern an Beteiligungswillige vergeben, später aber auch wie Aktien gehandelt.

[Bearbeiten] L

  • Lachter: (von Klafter) altes Längenmaß, heute 1,70 m. Das Clausthaler Lachter betrug 1,92 m, das alte Freiberger Lachter 1,942 m, das neue sächsische 2 m.
  • Lager: Sedimentäre Lagerstätte, die im Gegensatz zum Flöz nicht flächig ausgedehnt ist.
  • Letten: knetbarer Ton, als Lettenbesatz verwendet.
  • Liegendes: Das Gestein unterhalb der Lagerstätte.
  • Lochstein: Ein die Markscheide kennzeichnender Grenzstein über Tage.
  • Lutte: Luftleitung zur Heranführung frischer Wetter.
  • Luttenfurz: Im Erzgebirge Begriff für kleinen Bergmann, der geeignete Größe hätte, um die Lutten von innen zu reinigen. Bei früheren Lutten aus Holz war das gelegentlich notwendig, um sie vor Verrottung zu schützen.

[Bearbeiten] M

  • Maaß: Maß für Teile eines Grubenfeldes, das über die Fundgrube hinaus verliehen werden konnte (etwa weil im Anschluss an die Fundgrube kleinere Feldesteile noch nicht verliehen waren). Im Oberharz 1 Maaß = 28 Lachter = 53,8 m.
  • Mächtigkeit: Die Dicke einer Gesteinsschicht oder eines Flözes.
  • Markscheide: Grenze eines Grubenfeldes, Grenze zwischen Grubenfeldern.
  • Markscheider: Vermessungsingenieur unter Tage.
  • Mundloch: Ende eines Stollens an der Tagesoberfläche.
  • Muten: Die Verleihung von Bergwerkseigentum an einem bergfreien Mineral beantragen.
  • Ort: Die Stelle, wo abgebaut wird oder eine Strecke vorgetrieben wird („vor Ort“). Ende einer Strecke.

[Bearbeiten] O

  • Ortsbrust: Wand am am Ende einer Strecke, an der Vortrieb stattfindet oder stattgefunden hat.

[Bearbeiten] P

  • Panne: Umgangssprachlich für Pfannenschaufel
  • Pinge: Von früherem Bergbau zurückgebliebene meist mulden- oder trichterförmige Vertiefung an der Tagesoberfläche, entstanden durch oberflächennahen Abbau, Einsturz eines Schachts (Schachtpinge) oder eines untertägigen Hohlraums.
  • Polenflinte: Auf die schlesische Herkunft vieler Bergleute im Ruhrgebiet anspielende Bezeichnung für den Abbauhammer.
  • Pöngel: Wäschebündel (Wäschenetz) der Bergleute zum Transport der Arbeitskleidung.
  • Pütt: Unter Bergleuten üblicher Begriff für Bergwerk.

[Bearbeiten] Q

  • Querschlag: Eine Strecke, die quer zum Einfallen der Gebirgsschichten aufgefahren wird.

[Bearbeiten] R

  • Rampe: Geneigte (auch spiralige) Verbindung zwischen Grubenbauen (meist Füllort) und der Tagesoberfläche. Im Unterschied zum Berg haben Rampen Mundlöcher. Moderne Rampen sind so gebaut, dass sie mit Lastkraftwagen befahren werden können.
  • Rasen: Die natürliche Erdoberfläche.
  • Rasenhängebank: Hängebank zu ebener Erde.
  • Raubbau: Auf kurzfristigen Höchstgewinn gerichteter Abbau, unter Verzicht auf vollständige Gewinnung und nachhaltigen Betrieb.
  • Richtschacht: Schacht, der geradlinig (ohne besondere Rücksicht auf den Verlauf der Lagerstätte) abgeteuft wird.
  • Richtstrecke: Strecke, die geradlinig im mittleren Streichen („Generalstreichen“) abseits der Lagerstätte aufgefahren wird.
  • Rolle: Seigerer oder tonnlägiger Schacht von einer oberen Strecke in eine darunterliegende. Durch diese Verbindung kann Material von der oberen Strecke in eine Fördereinrichtung der unteren Strecke geschüttet werden.
  • Rösche: Kurze Strecke zum Abführen von Wasser.
  • Ruschel: Nicht mineralisierte Schergänge, die im Gegensatz zu mineralführenden Gängen nur zerriebenes Nebengestein enthalten und geringe Standfestigkeit besitzen.
  • Rutschenbär: Früherer Begriff im Ruhrgebiet für Vorarbeiter unter Tage.

[Bearbeiten] S

  • Salband: Grenzfläche zwischen Gang und Nebengestein.
  • Sargdeckel: Ein sich an vorgegebenen Trennflächen plötzlich aus dem Hangenden lösender sehr großer Stein, häufig einem Sargdeckel ähnlich.
  • Schacht: Seigerer, seltener auch tonnlägiger, Grubenbau zum Fördern (Förderschacht) oder Bewettern (Wetterschacht). Schächte, die nur untertägige Grubenbaue verbinden, aber nicht zur Tagesoberfläche führen, werden Blindschächte genannt.
  • Schicht: Regelmäßige tägliche Arbeitszeit.
  • Schießen: Sprengen unter Tage.
  • Schlepper: Bergmann, der vorwiegend zur Förderung (Schleppen, Trecken) der Hunte eingesetzt wurde. In der Regel wurden Lehrlinge in ihrer Anfangszeit als „Treckejungen“ eingesetzt.
  • schrämen: Einen Schram herstellen.
  • Schram: Ein möglichst weit reichender Schlitz zum leichteren Lösen des hereinzugewinnenden Minerals.
  • Schurf oder Schürfen: Aufsuchen einer Lagerstätte durch Aufdecken nahe der Erdoberfläche, aber auch durch unterirdische Grubenbaue und Bohrlöcher.
  • seiger: senkrecht.
  • Seilfahrt: Ein- und Ausfahrt der Bergleute in dem am Seil hängenden Förderkorb.
Seilscheibenhaus (Huthaus)
  • Seilscheibenhaus: Ein Häuschen über einem Tagschacht, das die Seilscheiben für das Förderseil enthält. Ein Seilscheibenhaus wird statt eines Förderturms verwendet, wenn sich die Hängebank unter Tage und die Fördermaschine über Tage befindet.
  • Sicherheitssteiger: Sicherheitsingenieur im Bergbau.
  • Sohle: 1. die Gesamtheit aller in einer Ebene gelegenen Teile eines Bergwerkes;
    2. untere Begrenzungsfläche eines Grubenbaus, z. B. einer Strecke.
  • söhlig: Horizontal.
  • Spitzeisen: Meißelartiges Werkzeug, das mit einem Stiel gehalten wird. Es gehört zum historischen GezäheSchlägel und Eisen“.
  • Steiger: Grubenaufseher, Bergingenieur.
  • Stempel: Stütze aus Holz oder Metall zum Abstützen des Gebirges.
  • Stollen: Strecke mit einem Mundloch an der Tagesoberfläche.
  • Stoß: seitliche Begrenzungsfläche eines Grubenbaus (z. B. Seitenwand einer Strecke).
  • Strebbau: Untertage-Abbauverfahren, bei dem der Abbauraum im Flöz weiterrückt.
  • Strecke: Horizontaler Grubenbau.
  • Streichen: Verlauf einer flächigen Lagerstätte (Flöz oder Gang) in horizontaler Richtung, das ist der Verlauf einer Höhenlinie.
  • Strosse: Beim Strossenbau (z. B. in einem Erzgang) das unterhalb des Abbauhohlraums anstehende Mineral, das demnächst abzubauen ist.
  • Stufe: Kleines Gesteinsstück, insbesondere Erzstufe.
  • Stunde: Die horizontale Richtung (weist auf eine ursprünglichen Bedeutung des Wortes als Richtung, in der die Sonne steht). Der Grubenkompass war in 24 Stunden geteilt.
  • Sümpfung: Absenkung des Grundwasserspiegels.

[Bearbeiten] T

Fördermaschine für Trommelförderung
  • Tag (über Tage, am Tage): Erdoberfäche, von der aus das Tageslicht sichtbar ist.
  • Tagebau
  • Tagschacht: Siehe Schacht (Bergbau).
  • taub: Ein Lagerstättenteil, der keine abbauwürdigen Mineralien enthält.
  • Teufe: Die Tiefe eines Schachtes oder einer Sohle.
  • teufen: Herstellen eines Schachtes von oben nach unten, siehe abteufen.
  • Tiefbau: Bergbau unter Tage (unter dem tiefsten Wasserlösungsstollen). Gegensatz: Tagebau.
  • tonnlägig: Ein Schacht, der nicht senkrecht ins Bergwerk führt; die Fördertonne liegt auf einer Bohlenbahn auf. Tonnlägige Schächte folgten im Gangerzbergbau dem von der Vertikalen abweichenden Einfallen des Ganges. Gegensatz: Seigerschacht.
  • Totsöhlig: Absolut söhlig, ohne Gefälle zum Abführen des Wassers.
  • Tradde: Entschädigung bei Bergschäden.
  • Trommelförderung: Schachtförderung, bei der das Förderseil auf eine Trommel gewickelt wird (Haspel). Häufig sind zwei Seiltrommeln derart miteinander verbunden, dass ein Seil auf- und das andere abgewickelt wird.
Türstockausbau
  • Trum: - 1. Von einem Gang abgetrennter Zweig des Ganges;
    2. Vertikal abgetrennter Teil eines Schachtes, z. B. Fahr-, Förder-, Rohrleitungstrum.
  • Tscherperessen: Rustikales Bergmannsessen, insbesondere im Harz
  • Tunnelbrust: Begriff aus dem Tunnelbau: Ort einer im Bau befindlichen Tunnelstrecke, an dem der Tunnel vorwärtsgetrieben wird.
  • Türstock: Ausbaukonstruktion, bestehend aus einer Kappe mit zwei unterstützenden Stempeln. Beim Deutschen Türstock sind – anders als beim Polnischen – Kappe und Stempel miteinander verzahnt, um auch seitlichem Gebirgsdruck zu widerstehen.

[Bearbeiten] V

  • Verbundbergwerk: Entsteht durch Zusammenlegung mehrerer Bergwerke.
  • Verleihung: Zueignung von Bergwerkseigentum durch den Landesherrn.
  • Versatz: Verfüllung eines durch den Abbau entstandenen Hohlraums mit Bergen (Bergeversatz).
  • Vorrichtung: Nach erfolgter Ausrichtung die Vorbereitung des Abbaus durch Erschließen der Lagerstätte und den Einbau von Gewinnungs- und Fördereinrichungen.

[Bearbeiten] W

Wurfschaufellader
  • Wasserlösung: Abführen von Wasser, z. B. durch Wasserlösungsstollen.
  • Wetter: Die Luft und ihre Bewegung im Bergwerk.
    Frische Wetter: Unverbrauchte Luft.
    matte Wetter: Sauerstoffarme Luft.
    schlagende Wetter: Luft mit einem Methangehalt zwischen 5 und 14 Prozent (explosiv).
    böse Wetter: Luft mit hohem Schadstoffgehalt, z. B. Sprengschwaden.
  • Weiberarsch: Bezeichnung einer Pfannenschaufel (in Damme).

[Bearbeiten] Z

  • Zeche: Anderer Name für Grube, Schachtanlage.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge