Berlin-Halensee
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Halensee |
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| Koordinaten | 52° 29′ 41″ N, 13° 17′ 8″ O52.49472222222213.285555555556Koordinaten: 52° 29′ 41″ N, 13° 17′ 8″ O | |
| Einwohner | 13.966 (30. Juni 2008) | |
| Postleitzahlen | 10709, 10710, 10711 | |
| Ortsteilnummer | 0407 | |
| Verwaltungsbezirk | Charlottenburg-Wilmersdorf | |
| Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | ||
Berlin-Halensee ist der kleinste Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, gelegen am westlichen Ende des Kurfürstendamms. Er entstand als Villen- und Mietshaussiedlung am Ende des 19. Jahrhunderts im damals noch selbstständigen Berliner Vorort Deutsch-Wilmersdorf, wobei die Entwicklung und Bebauung um 1914 im Wesentlichen abgeschlossen war.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Lage
Halensee liegt auf der Hochfläche des Teltow im Südwesten des heutigen Berlins. Der namensgebende Halensee, der ein Teil der Grunewaldseenkette ist, liegt am Außenrand des Ortsgebietes im Ortsteil Berlin-Grunewald.
[Bearbeiten] Ausdehnung
Der Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 30. September 2004 zur Einrichtung des Ortsteiles definiert die Grenzen wie folgt:
„Der Ortsteil wird in etwa von der Stadtbahn und Ringbahn begrenzt. Östliche Grenzachse: Cicerostraße-Hochmeisterplatz-Lehniner Platz-Damaschkestraße. […] Dem Ortsteil Halensee ist aus Gründen der baunutzungs- und siedlungsstrukturellen Sinnhaftigkeit auch der Bereich zwischen Bahngraben und Stadtring A 100 neu zugeordnet worden.“
– Drucksache 02/02551 der BVV[1]
Mit diesem Beschluss der BVV wurde Halensee aus dem Ortsteil Wilmersdorf herausgelöst und zu einem eigenen Ortsteil erhoben.
[Bearbeiten] Nachbarortsteile
Halensee grenzt an Charlottenburg im Westen und Norden, im Südosten an Wilmersdorf, im Süden an Schmargendorf und im Westen an Grunewald und Westend.
[Bearbeiten] Geschichte
Benannt 1880 nach dem gleichnamigen See, zur damaligen Kolonie Grunewald gehörig, und angetrieben durch die Eröffnung des Ringbahn-Bahnhofes Halensee, der damals noch den Namen Berlin-Grunewald trug, entstand der Ortsteil als Villen- und Mietshaussiedlung Ende des 19. Jahrhunderts. Der Bereich Halensee entwickelte sich rasch zu einem bevorzugten Wohnort von pensionierten Militärs, Beamten, Literaten und Rentiers. Bis zum Jahr 1914 war die Bebauung praktisch abgeschlossen.
In den 1920er-Jahren siedelten sich hier, ebenso wie im benachbarten Charlottenburg, viele russische Emigranten an. So wohnte beispielsweise Vladimir Nabokov lange Jahre in der Nestorstraße 22, wo heute eine Gedenktafel angebracht ist.
In der Markgraf-Albrecht-Straße Nummer 11/12 befand sich seit 1923 die Synagoge „Friedenstempel“ Halensee. In Reichspogromnacht wurden auch hier durch die Nationalsozialisten Brände gelegt. 1959 wurde der Bau abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Ortsteil stark beschädigt und mit vielen Bauten des Sozialen Wohnungsbaus wieder neu aufgebaut, wodurch sich allerdings der Charakter stark veränderte.
Bis 1970 befand sich an der Joachim-Friedrich- Ecke Johann-Georg-Straße das Haus des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Keine 30 Meter davon entfernt fand am 11. April 1968 vor dem Grundstück Kurfürstendamm 141 das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke statt. Eine in den Gehweg eingelassen Gedenktafel erinnert heute daran.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
- Das von den Berlinern „Zitrone“ getaufte Bürogebäude am Halensee wurde von 1994 bis 1996 nach Plänen von Hilde Léon und Konrad Wohlhage auf einem Grundstück direkt am meistbefahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands errichtet. Das Gebäude ist nach ökologischen Grundsätzen gebaut und hat eine zweischalige Außenhaut, die für ein natürliches Raumklima sorgt und das Haus vor dem Lärm der Autobahn und den Abgasen schützt. Hier residierte bis zum Jahre 2000 die in den Berliner Bankenskandal verwickelte AUBIS.
- Das Bürogebäude Kurfürstendamm 119/120 wurde 1994 nach Plänen von Helmut Jahn errichtet.
- Die Hochmeisterkirche in der Westfälischen Straße wurde 1908–1910 nach Plänen von Otto Schnock im romanischen Stil errichtet. Nach schweren Kriegsschäden wurde sie zwischen 1953 und 1958 wiederhergestellt und am 31. Oktober 1958 von Otto Dibelius, dem damaligen Bischof von Berlin und Brandenburg, erneut geweiht.
- Die Architekten Johannes Krüger und Walter Krüger errichteten 1928/1929 an der Straßenecke Holtzendorff- und Heilbronner Straße die Holtzendorff-Garage, eines der wenigen Zeugnisse für diese Bauten in Berlin.
[Bearbeiten] Straßen und Plätze
- Auf dem Rathenauplatz wird der Berlin-Besucher von den „Beton Cadillacs in Form der nackten Maja“ des Charlottenburger Künstlers Wolf Vostell begrüßt, das 1987 anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins aufgestellt wurde und zu teilweise heftigen Debatten führte.
- Der Kurfürstendamm (im Volksmund „Kudamm“) durchquert Halensee in Ost-West Richtung.
- Westfälische Straße (Haupteinkaufsstraße).
Die meisten Seitenstraßen des Kurfürstendamms in Halensee sind nach brandenburgischen Kurfürsten benannt:
- Georg-Wilhelm-Straße nach Georg-Wilhelm.
- Katharinenstraße nach Katharina von Brandenburg-Küstrin – Ehefrau von Joachim Friedrich.
- Johann-Sigismund-Straße nach Johann Sigismund.
- Joachim-Friedrich-Straße nach Joachim Friedrich.
- Johann-Georg-Straße nach Johann-Georg.
- Hektorstraße nach Joachim II..
- Markgraf-Albrecht-Straße nach Albrecht I..
- Nestorstraße nach Joachim I..
- Henriettenplatz nach Luise Henriette von Oranien der ersten Frau des Großen Kurfürsten.
- Cicerostraße (westliche Straßenseite) nach Johann Cicero.
Das anschließende Straßenland gehört zum Ortsteil Wilmersdorf und ist ebenfalls nach Kurfürsten benannt:
- Cicerostraße (östliche Straßenseite) nach Johann Cicero.
- Albrecht-Achilles-Straße nach Albrecht Achilles.
- Eisenzahnstraße nach Friedrich II..
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Von 1904 bis 1934 lag am Ostufer des Halensees das Vergnügungsgelände Lunapark, ein beliebtes Berliner Ausflugsziel.
In Halensee befanden sich in der Vor- und Nachkriegszeit zahlreiche Automobilbetriebe wie die Firmen Rometsch und Erdmann & Rossi, die seit über 80 Jahren Karosserien auf Basis verschiedener Autofahrgestelle baute. Noch heute gibt es hier zahlreiche Autohändler mit den dazugehörenden Werkstätten.
Der Bahnhof Halensee (bis 1884 Grunewald) erhielt nach der Zerstörung des ursprünglichen Empfangsgebäudes im Zweiten Weltkrieg 1960 ein Bahnhofsgebäude im Pavillonstil. Der Bahnhof wurde aber bald nach dem Mauerbau stillgelegt und eine Weile als Autosalon benutzt. Im Zuge der Wiedereröffnung der Ringbahn wurde das Bahnhofsgebäude 1993 abgerissen. Der daneben liegende Güterbahnhof Halensee wurde in den 1990er-Jahren geschlossen.
Auf dem Areal des Güterbahnhofs ist vorgesehen, einen großen Heimwerkermarkt der Firma Bauhaus und ein Hotel an der Kurfürstendammbrücke zu errichten. außerdem sollen dahinter und bis zur Paulsborner Straße die ca. 20 dort ansässigen mittelständischen Betriebe mit bis zu 250 Arbeitnehmern Neubauten erhalten. Das Bebauungsplan-Verfahren hierzu läuft.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
- Konsulat der Republik Gambia, Kurfürstendamm 103, 10711 Berlin
- Botschaft der Republik Sudan, Kurfürstendamm 151, 10709 Berlin
- Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
[Bearbeiten] Kirchen und religiöse Versammlungsstätten
- Evangelische Hochmeister-Kirche am Hochmeisterplatz
- Katholische St.-Albertus-Magnus-Kirche, Nestorstraße 10
- Französische Kirche zu Berlin, Hugenottenkirche (französisch-reformiert), Joachim-Friedrich-Straße 4
- Synagoge „Friedenstempel“ Halensee (zerstört), Markgraf-Albrecht-Straße 11–12
[Bearbeiten] Bildung
[Bearbeiten] Grundschulen
- Halensee Grundschule, Joachim-Friedrich-Straße 35–36
[Bearbeiten] Fachhochschulen
- Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Sozialversicherung, Nestorstraße 23–25
[Bearbeiten] Sonstiges
- Bereits 1882 verkehrte in Halensee das Elektromote, der weltweit erste Oberleitungsbus.
- Am 29. September 2005 wurde das Großbordell Artemis in der Halenseestraße eröffnet. Es ist barrierefrei ausgestattet mit 36 Zimmern, Pool, Hamam, Saunen, Kinos, Bar und Lounge.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die in Halensee gewirkt haben
- Heinz Berggruen, Kunstsammler, besuchte die Halensee Grundschule.
- Salomo Friedländer, Philosoph und Satiriker, Freund der Dadaisten, lebte von 1913 bis zu seiner Emigration 1934 in der Johann-Georg-Straße 20.
- Else Lasker-Schüler, Schriftstellerin und Lyrikerin, lebte von 1909 bis 1911 in der Katharinenstraße 5.
- Daniel Libeskind, Architekt, lebte in seiner Berliner Zeit bis 2003 am Kurfürstendamm 96.
- Pierre Littbarski, deutscher Fußballnationalspieler und Weltmeister von 1990 besuchte die Halensee-Grundschule.
- Vladimir Nabokov, russischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, lebte von 1922 bis zu seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1937 in Halensee (Nestorstraße 22).
[Bearbeiten] Weblinks
- Kiezspaziergang in Halensee
- Beschluss der BVV zur Einrichtung des Ortsteils
- Website der evangelischen Hochmeisterkirchengemeinde Halensee mit ausführlichem Beitrag zur Geschichte der Kirche und ihrer Kunstwerke
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Charlottenburg | Charlottenburg-Nord | Grunewald | Halensee | Schmargendorf | Westend | Wilmersdorf


