Bestattungsurne

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Etruskische Urne aus Chiusi, 6. Jh. v. Chr. (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim)
Schaufenster eines Bestatters mit Urnen
Aschekapsel in Überurne nach 12 Jahren in der Friedhofserde

Die Bestattungsurne ist ein seit dem Neolithikum bekannter Behälter zur Aufbewahrung der Asche von Verstorbenen nach einer Brand- oder Feuerbestattung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

In Mitteleuropa kamen die Bestattung in Urnen in der Schönfelder Kultur (2500-2100 v.Chr.) auf. Zuvor gab es die Totenverbrennung und die Bestattung des Brandrestes ohne Urne. In der Bronzezeit wird dann in weiten Teilen Europas die Bestattung der Leichenreste in Urnen üblich. Sie war und ist Teil des Totenkultes. Die äußere Gestaltung der Urnen war vielfältig, als Gesichts-, Bukkel-, Glocken- und doppelkonische Urnen, Urnen mit Deckel, bauchige Töpfe oder Terrine.

Urnen wurden dann Teil des Bestattungskultes von Menschen- und Tierbestattungen und inhärenter Bestandteil einer Feuerbestattung.

[Bearbeiten] Materialien

Im Krematorium wird die Asche in Aschekapseln fest eingeschlossen, diese sind typischerweise aus Eisenblech oder Keramik.Die Aschekapsel dient der Sicherung der Asche in einem festen Behältnis. Dabei ist auch deren Material so ausgeführt, dass es innerhalb der üblichen Ruhefrist zum Zerfall kommen soll. Während Eisen je nach Bodenbeschaffenheit verrostet, sind bei Keramik Sollbruchstellen eingebracht, die durch die Wirkung von Wasser und Frost zum Zerfall führen. Früherer Einsatz von Duroplasten ist nicht mehr üblich, da diese Urnen problemlos die Ruhefrist überstehen.

Für Seebestattungen werden meist Salzurnen genutzt. Bei der Naturbestattung im Wald und auch auf Friedhöfen werden Aschekapseln aus biologisch abbaubarem Material benutzt. Sie bestehen beispielsweise aus Maisstärke oder Flüssigholz.

Aus dekorativen Zwecken wird die Metall-Aschekapsel meistens mit einer schmückenden Überurne beigesetzt. Auf Wunsch können auch biologisch abbaubare Eingefäss-Urnen mit dekorativer Gestaltung eingesetzt werden.

Durch den Friedhofszwang bedingt kommt es zu kommerziellen Entwicklungen, um den Wunsch des Hinterbliebenen zu bedienen. Hierzu gehört die Abfüllung einer kleinen Aschemenge in Miniurnen (in der Größe eines Salzstreuers) für die Aufbewahrung zu Hause.

[Bearbeiten] Urnenbestattung international

In Deutschland besteht trotz einiger Diskussionen um diese Frage nach wie vor die Pflicht zur Beisetzung der Urne auf einem Friedhof oder einem vergleichbar pietätsgewidmeten Gelände, in Wald, Wiese oder Bach (Naturbestattung).

In Österreich und in Frankreich kann die Urne im eigenen Garten beigesetzt werden.

In der Schweiz gibt es nahezu keine Einschränkungen im Umgang mit der Kremationsasche und mit der Urne eines Menschen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • H. J. Behnke: Bestattungssitten der Urnenfelderkultur und der älteren Eisenzeit am Hochrhein. Leipzig 2000.
  • D. Kern: Urnenfelderzeitliche Siedlungsfunde der unteren Holzwiese. Thunau am Kamp - Eine befestigte Höhensiedlung. Wien 2001.
  • W. Kimmig: Die Urnenfelderkultur in Baden untersucht aufgrund der Gräberfunde. Römisch-Germanische Forschungen 14. Berlin 1940.
  • H. Müller-Karpe: Beiträge zur Chronologie der Urnenfelderzeit nördlich und südlich der Alpen. Römisch-Germanische Forschungen 22. Berlin 1959.
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