Bliesgau
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Der Bliesgau ist eine Region im Saarland am Fluss Blies, einem rechten Zufluss der Saar. Der Bliesgau ist eine Landschaft mit sanften Hügeln, weiten Streuobstwiesen und ist geprägt vom Muschelkalkboden.
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[Bearbeiten] Lage
Der Bliesgau gehört geologisch zum Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet und liegt südöstlich von Saarbrücken und grenzt ans benachbarte Frankreich. Im Wesentlichen umfasst er das Gebiet der Stadt Blieskastel und der beiden Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal.
Historisch und kulturell verbunden und mit den oben genannten drei Kerngemeinden im Zweckverband Biosphärenreservat Bliesgau zusammengeschlossen sind auch Kleinblittersdorf, Kirkel, Teile der Kreisstadt Homburg und die Mittelstadt St. Ingbert.
[Bearbeiten] Geschichte
Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus der mittleren Steinzeit. Bekannt ist der Gollenstein, ein 4000 Jahre alter Menhir. Bei Rubenheim (Ortsteil von Gersheim) und Wolfersheim (Stadtteil von Blieskastel) wurden 32 Grabhügel entdeckt.
Bei Reinheim wurde 1954 ein keltisches Fürstinnengrab gefunden. Es ist heute Teil des "Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim". In dieser Anlage befinden sich auch Überreste einer römischen Siedlung.
Im Mittelalter war der Bliesgau eine Grafschaft. Als Gaugrafen treten auf:
- Erenfried I, 866/904 bezeugt, 877 Graf im Bliesgau, 895 Graf von Charmois (Ezzonen)
- Odoacar, 893 Graf im Bliesgau, 901-902 Graf im Ardennergau (vermutlich Stammvater der Wigeriche)
- Folmar I., Graf von Metz und Graf im Bliesgau, 999/1026 bezeugt
- Gottfried III., Graf im Bliesgau 1075/98
[Bearbeiten] Biosphärenregion
Am 26. Mai 2009 wurde der Bliesgau durch die UNESCO als deutsches Biosphärenreservat anerkannt[1]. Alle im Bliesgau liegenden Gemeinden hatten sich dafür eingesetzt. Für eine rasche Umsetzung wurde im Mai 2001 ein Förderverein "Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e.V." gegründet, dem 2006 der Zusammenschluss der sechs Kommunen Blieskastel, Mandelbachtal, Gersheim, Kleinblittersdorf, Kirkel, Homburg und St. Ingbert zum "Zweckverband Biosphärenreservat Bliesgau" folgte. Diesem Zweckverband gehören außerdem der Saarpfalz-Kreis und das Saarland als Mitglieder an. Zweckverbandsvorsteher ist seit 2009 Bürgermeister Herbert Keßler aus Mandelbachtal.
[Bearbeiten] Sehenswertes
- Der Gollenstein bei Blieskastel
- Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim
- Die barocke Altstadt von Blieskastel
- Der historische Weiler Gräfinthal mit Kloster (wiedergegründet 1993), Kulturzentrum Haus Wulfinghoff, Naturbühne, Hotel, Gastronomie in der Gemeinde Mandelbachtal
- Der Würzbacher Weiher in Niederwürzbach
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Ingobertus, Namensgeber von St. Ingbert
- Pirmin, Namensgeber von Bierbach
- Marianne von der Leyen, Regentin in Blieskastel 1775-1793
- Joseph Kardinal Wendel, Erzbischof von München 1952-1960
- Andreas Hamm (1824–1894), Glockengießer und Gründer der Heidelberger Druckmaschinen
[Bearbeiten] Referenzen
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Literatur
- Michael H. Schmitt: Die Blies : Gestalterin einer Landschaft. Gollenstein Verlag, Blieskastel 2005, ISBN 3-935731-79-5.
- Dieter Dorda, Olaf Kühne, Volker Wild (Hrsg.): Der Bliesgau: Natur und Landschaft im südöstlichen Saarland. (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 42), Saarbrücken 2006, ISBN 978-3-923877-42-3, S. 303 (www.iflis.de).
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