Boa Vista (Kap Verde)

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Boa Vista
Landkarte
Landkarte
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Ilhas de Barlavento
Geographische Lage 16° 6′ N, 22° 49′ W16.0925-22.810833333333387Koordinaten: 16° 6′ N, 22° 49′ W
Lage von Boa Vista
Länge 31 km
Breite 29 km
Fläche 620 km²
Höchste Erhebung Monte Estância
387 m
Einwohner 3353 (2000)
5,4 Einw./km²
Hauptort Sal Rei
Monte Estância, höchster Berg Boa Vistas
Monte Estância, höchster Berg Boa Vistas

Boa Vista (dt.: „Schöner Anblick“), auch Boavista geschrieben, ist die drittgrößte der Kapverdischen Inseln im Zentralatlantik.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Überrest eines alten Vulkanschlotes: Der Berg Santo António

Boa Vista gehört zur Inselgruppe Ilhas de Barlavento (dt.: „Inseln über dem Wind“). Sie liegt südlich der Insel Sal und nördlich von Maio und mit 455 km Abstand zum Cap Vert ist sie dem afrikanischen Kontinent am nächsten. Hauptort der Insel ist die Hafenstadt Sal Rei.

Im Inselinneren überragen einige verwitterte Vulkanschlote den Kalksockel, auf dem die ansonsten flache Insel aufsitzt. Das Inselinnere der mit 620 km² recht großen Insel ist wüstenhaft. Ausgedehnte Dattelhaine wechseln sich ab mit Dünenfeldern, gebirgiger Steinwüste und weiten Kiesfeldern in den zumeist flach auslaufenden Trockentälern. Umgeben wird die Insel von einer Kette weiter heller Sandstrände.

Das Klima kennt nur geringe jahreszeitliche Schwankungen mit Temperaturen zwischen 20 und 32°C, extrem seltenen Niederschlägen und zumeist einer kräftigen Brise aus Nord-Ost.

[Bearbeiten] Geschichte

Ein großer Teil des Inselinneren wird von Steinwüste bestimmt

Den Namen Boa Vista (dt.: „Schöner Anblick“) hat die Insel im Streit um die Entdeckung des Archipels erhalten. Der Erstbeschreiber Antonio da Noli hatte sie 1458 São Cristovão nach dem Schutzheiligen der Genueser Seeleute benannt. Der Venezianer Alvise Da Mosto hingegen berichtet in seinem etwa 1464 verfassten Bericht, er habe die Insel bereits 1456 zusammen mit Antoniotto Usodimare entdeckt, als ihre Schiffe bei einem Sturm vom Kap Blanc aus nach Südwesten abgetrieben worden waren. Sie hätten die Insel "boa vista" benannt, da es die erste Landsicht in dieser Gegend gewesen war. Heinrich der Seefahrer, in dessen Auftrag beide Kapitäne unterwegs waren, ließ die Insel 1460 durch die Gebrüder da Noli in portugiesischen Besitz nehmen.

Die Erstbesiedlung erfolgte durch Hirtensklaven ähnlich der Insel Maio. Christoph Kolumbus besuchte sie auf seiner dritten Amerikareise 1498 und beschreibt eine Leprasiedlung.

Ab 1620 florierte der Salzhandel mit vorwiegend englischen Kapitänen. Die Salinen wurden von Sklaven angelegt und bearbeitet. Wegen ständiger Piratenüberfälle wurden die ersten Siedlungen in schwer einsehbaren Gebirgsgegenden angelegt. Nachdem die blühende, zu dieser Zeit wichtigste Stadt Kap Verdes, Sal Rei 1818 von Piraten dem Erdboden gleichgemacht worden war, entstand auf der vorgelagerten Insel Ilhéu de Sal Rei ein kanonenbewehrtes Fort.

1843 nahm eine englisch-portugiesische Kommission zur Abschaffung der Sklaverei ihre Arbeit auf, in deren Folge 1878 die Sklaven freigelassen wurden.

Eine verheerende Gelbfieberepidemie im Jahre 1845 beendete die Vorrangstellung Boa Vistas in Kap Verde. Bis heute hat die Bevölkerung nicht wieder den Stand vor der Epidemie erreicht. Einflussreiche englische Händler zogen sich vom Salz und von Boa Vista zurück und machten ihr Glück als Kohlehändler in Mindelo.

Jüdische Händler gaben der Insel noch einen bescheidenen Aufschwung in den 1880ern. Sie errichteten u.a. eine moderne Ziegelfabrik, deren Energiehunger das dichte Tamarisken-Gestrüpp des Inselinneren geopfert wurde und in wenigen Jahren die heute so natürlich wirkende Wüstenlandschaft zurückließ.

Wohlhabende Händler und Kapitäne bescherten der Insel früh ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau und ein pan-atlantisches Weltbild, so dass die Insel einflussreiche Künstler, Musiker, Schriftsteller und Politiker hervorbrachte.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Tourismus

Seit den 1990ern hat sich die seit der Unabhängigkeit unter der Trockenheit leidende und dahinsiechende Insel zu einer (noch bescheidenen) Tourismusattraktion gewandelt. Vorwiegend italienische Gäste und Investoren beleben die Szene. Für Surfer und Segler ist Boa Vista eines der sichersten Starkwindreviere.

Extensive Viehzucht, Fischerei und das Kunsthandwerk (Keramik) treten in den Hintergrund. Dank des Tourismus bietet Boa Vista Arbeit und die Bevölkerung nimmt wieder zu.

Die kilometerlangen feinen hellen Sandstrände und wildromantischen felsigen Küstenabschnitte sind noch einsam und werden erst dichter besetzt werden, wenn der Ausbau des Flughafens für internationalen Verkehr im Oktober 2007 Wirkung zeigt. Wanderungen und Ausflugsfahrten ins Inselinnere schaffen Abwechslung vom Wassersport, Strandleben und dolce far niente.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Boa Vista – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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