Boca Juniors

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Boca Juniors
Basisdaten
Name Club Atlético Boca Juniors
Sitz Buenos Aires-La Boca, Argentinien
Gründung 3. April 1905
Farben Blau-Gelb
Mitglieder 315.879 (Stand: August 2023)[1]
Präsident Juan Román Riquelme
Website bocajuniors.com.ar
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Argentinien Diego Martínez
Spielstätte La Bombonera
Plätze 49.000
Liga Primera División
2023 7. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten im Land und spielt seit Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando – im Volksmund La Bombonera genannt – ausgetragen. Die Duelle mit Bocas größtem Rivalen River Plate – im selben Stadtteil gegründet – werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein.
Fan-Graffito der Mannschaft im Stadtteil La Boca

Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ (Deutsch: „Die Pralinenschachtel“) steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahre 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.[2]

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto Jacinto Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires und von 2015 bis 2019 Präsident von Argentinien war. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während die Stadtteile Belgrano und Núñez, auf deren Grenze sich das Stadion von River Plate befindet, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa soviel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

Das Stadion „Bombonera“, 2006

Als Profimannschaft gewann Boca Juniors seit 1931 insgesamt 35 Mal die argentinische Meisterschaft (Stand 2022). Außerdem im Jahre 1969 die Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und den Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 den Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) konnten die Boca Juniors bisher sechsmal gewinnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007). Außerdem dreimal den Copa Europea-Sudamericana (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit dem AC Mailand weltweiter Rekordhalter was Siege in internationalen Wettbewerben angeht. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs dann im Finale der FIFA-Klubweltmeisterschaft aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn des FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein.

Nationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Argentinischer Meister: (35×) AAF 1919, AAF 1920, AAF 1923, AAF 1924, AAF 1926M, 1930, 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2000 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2012 (Apertura), 2015, 2016/17, 2017/18, 2019/20, 2022
  • Copa Argentina: 1969, 2012, 2015, 2021
  • Copa de la Liga Profesional: 2020, 2022
  • Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925
  • Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944
  • Copa Estímulo: 1926
  • Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader 2023/24[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Oktober 2023[3]

Nr. Position Name
1 Argentinien TW Sergio Romero
2 Argentinien AB Facundo Roncaglia
3 Uruguay MF Marcelo Saracchi
4 Argentinien AB Nicolás Figal
5 Argentinien MF Ezequiel Bullaude
6 Argentinien AB Marcos Rojo ((C)ein weißes C in blauem Kreis)
7 Argentinien ST Exequiel Zeballos
8 Argentinien MF Guillermo Fernández
9 Argentinien ST Darío Benedetto
10 Uruguay ST Edinson Cavani
11 Argentinien MF Lucas Janson
12 Argentinien TW Leandro Brey
13 Argentinien TW Javier García
15 Argentinien AB Nicolás Valentini
16 Uruguay ST Miguel Merentiel
17 Peru AB Luis Advíncula
Nr. Position Name
18 Kolumbien AB Frank Fabra
19 Argentinien AB Valentín Barco
20 Argentinien MF Juan Ramírez
21 Argentinien MF Ezequiel Fernández
23 Argentinien MF Diego González
25 Paraguay AB Bruno Valdez
29 Armenien ST Norberto Briasco
35 Argentinien AB Nahuel Génez
36 Argentinien MF Cristian Medina
38 Argentinien AB Aaron Anselmino
39 Argentinien MF Vicente Taborda
40 Argentinien AB Lautaro Di Lollo
41 Argentinien ST Luca Langoni
42 Argentinien AB Lucas Blondel
49 Kolumbien MF Jorman Campuzano
57 Argentinien AB Marcelo Weigandt

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera statt[4]

Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena

Vor 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er- und 1980er-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990er-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000er-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010er-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top 10 nach Toren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 18. Dezember 2016; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore
1 Argentinien Martín Palermo 1997–2000,
2004–2011
236
2 Argentinien Roberto Cherro 1925–1938 221
3 Argentinien Francisco Varallo 1931–1939 194
4 Argentinien Domingo Tarasconi 1922–1932 193
5 Argentinien Jaime Sarlanga 1940–1948 128
6 Argentinien Mario Boyé 1941–1949, 1955 123
7 Paraguay Delfín Benítez Cáceres 1932–1938 115
8 Argentinien Pío Corcuera 1941–1948 98
9 Argentinien Pedro Calomino 1911–1924 96
10 Uruguay Sergio Martínez 1992–1997 86
Argentinien Guillermo Barros Schelotto 1997–2007 86
* = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juan Carlos Lorenzo gewann fünf Titel mit dem Club. Darunter war auch der zweimalige Gewinn des Copa Libertadores (1977 und 1978). Bianchi konnte in La Boca neun Titel einfahren. Viermal gewann er die argentinische Meisterschaft, dreimal die Copa Libertadores und zweimal den Weltpokal.

Basketballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Basketball gehört Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein konnte in dieser Sportart folgende Erfolge erzielen:

Volleyball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volleyballabteilung von Boca Juniors ist ebenfalls auf nationalem Level erfolgreich. Die Damen sind Rekordmeisterinnen und spielen derzeit in der höchsten argentinischen Liga. Auch die Herren spielten zwischen 1996 und 2015 insgesamt zehn Saisons in der höchsten argentinischen Liga.

Unter anderem wurden folgende Titel erzielt (Stand Feb. 2019):

  • Argentinische Meisterschaft (Frauen): 2010/11, 2011/12, 2013/14, 2014/15, 2018.

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa zweitausend Mitglieder.

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: CA Boca Juniors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. River Plate alcanzó una cifra récord de socios y quedó segundo en el ranking mundial. In: infobae.com. 4. August 2023, abgerufen am 9. Oktober 2023 (spanisch).
  2. Mathias Ehlers: Das heißeste Derby der Welt. In: 11 Freunde. 8. Mai 2009, abgerufen am 8. Dezember 2009.
  3. El Plantel - Primera división | El plantel. Abgerufen am 29. Oktober 2023 (spanisch).
  4. Abschiedsspiel Maradonas