Boma (Gebäude)

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Eine Boma bezeichnet ein festungsähnliches Gebäude in den ehemaligen deutschen, belgischen und britischen Kolonien Afrikas.

Aufgrund der primitiven Bewaffnung der indigenen Bevölkerung (nur Speere sowie Pfeil und Bogen) und der auch nur mit sehr einfachen Schusswaffen ausgerüsteten arabischen Bevölkerung, erlebte der Festungsbau in den Kolonien eine neue Blüte. Die massiv gemauerten Gebäude mit kleinen Fenstern, die normalerweise rechteckig oder quadratisch ähnlich einem Fort um einen Innenhof (meist mit Brunnen) angelegt waren, ähnelten vom Aufbau her einer mittelalterlichen Burg. Sie verfügten meist über einen Turm (zur Beobachtung), einen Wehrgang, oft mit Zinnen, verschiedene Geschütze (leichte Kanonen oder Maschinengewehre) und nur einen Zugang durch ein schwer gepanzertes Tor.

In der Boma befanden sich die Arbeitsräume der Verwaltungsbeamten eines Gebietes, der Sitz des leitenden Verwaltungsbeamten, die Quartiere von Polizei und militärischen Einheiten, sowie meist auch das jeweilige Gericht. In vielen Fällen wohnten auch die (europäischen) zivilen Verwaltungsbeamten in der Boma. Das Haupttor wurde stets bewacht, der Zugang kontrolliert. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde das Tor üblicherweise geschlossen.

Das Prinzip hat sich in militärischer Hinsicht in der Kolonialzeit gut bewährt. Während der Aufstände der indigenen Bevölkerung in den Kolonien konnte keine Boma im Kampf gestürmt werden, die von der planmäßigen Besatzung verteidigt wurde. Hierbei kamen den Verteidigern außer der ungeeigneten Bewaffnung der Angreifer und dem Fehlen von Belagerungswerkzeugen auch das Fehlen einer wirksamen Panzerung (nur Holz- oder Lederschilde) zugute, sodass beispielsweise während des Maji-Maji-Aufstandes in Deutsch-Ostafrika etwa 100.000 afrikanische Rebellen bei den Versuchen der Erstürmung der deutschen Forts getötet wurden, bei minimalen Verlusten der Verteidiger.

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