Bootshaus
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Ein Bootshaus ist ein Gebäude am Ufer eines Gewässers (zu Lande oder zu Wasser), das primär der Lagerung von Wasserfahrzeugen dient. Meist werden Bootshäuser von Rudervereinen, Kanusportvereinen, Motorbootsvereinen, anderen Sportvereinen aber auch von gewerblichen Bootsvermietern usw. genutzt.
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[Bearbeiten] Typische Merkmale
Viele Hallen sind aus Holz errichtet. Je nach Größe des Bootshauses sind kleinere Boote wie Kanus, Ruderboote und auch andere Kleinfahrzeuge darin untergebracht, inklusive dem Zubehör wie Paddel, Riemen und Skulls. Zubehör, wie Rettungswesten oder spezielle Kleidung, können auch separat untergebracht sein, ebenso andere Räume wie Kabinen zum Umkleiden, Spinde und Waschgelegenheiten können sich beim Bootshaus oder getrennt davon befinden. Material und Werkzeug für die Reparaturen von Booten werden auch oft im Bootshaus gelagert. Verantwortlicher für das Bootshaus samt Inventar ist in der Regel der Bootswart. Ein Fahrtenbuch dient zur Übersicht.
Bootshäuser gehören zur Infrastruktur der jeweiligen Wassersportvereine, da die Sportgeräte im Freien nicht gelagert werden können. Manche Sportboote auf einem Liegeplatz werden nur im Winter im Bootshaus aufbewahrt. Ferner dienen sie den Vereinen zur Instandhaltung und Wartung ihres Sportgerätes und bei Wasserwanderungen vielfach auch als Unterkunft.
Um bei schlechtem Wetter aus Sport betreiben zu können, gibt es häufig auch andere Sportgeräte, aber auch Geräte zum Krafttraining oder gar Bootskästen zur genauen Bewegungsanalyse.
Bei der Nutzung durch Vereine können Bootshäuser zugleich der Vereinssitz sein. Bootshäuser älteren Baujahres beinhalten oft ein Vereinslokal, das (aus konzessionsrechtlichen Gründen) oft nur für Vereinsmitglieder zugänglich war. Da sich dieses Betriebskonzept heute nur selten rechnet, gibt es auch (ehemalige) Bootshäuser, in denen heute ausschließlich oder teilweise öffentliche Gaststätten untergebracht sind.
[Bearbeiten] Das Bootshaus bei Rudervereinen
[Bearbeiten] Bootshalle
Das Zentrum des typischen Ruderbootshauses ist die Bootshalle. In dieser werden die teuren und empfindlichen Ruderboote gelagert, was im allgemeinen anhand spezieller Lager an den Wänden und der Decke der Halle geschieht. Die Skulls und Riemen sind ebenfalls in speziellen Vorrichtungen aufgehängt. Außerdem wird in den meisten Bootshallen das Fahrtenbuch des Vereins aufbewahrt, in dem jeder Sportler nach Ende einer Rudereinheit Datum und Uhrzeit, die zurückgelegte Strecke und das benutzte Boot einträgt.
[Bearbeiten] Umkleiden
Ebenfalls Bestandteil jedes Bootshauses sind Umkleiden mit Duschen, da Rudern als Ausdauersport grundsätzlich in Sportkleidung betrieben wird und in Ausnahmefällen Ruderboote kentern können, was vor allem in der kalten Jahreshälfte sofortiges Duschen und Umziehen erforderlich macht.
[Bearbeiten] Kraftraum
Im leistungssportlichen Rudern wird auf vielseitige Trainingskonzepte aufgebaut. So trainiert ein Ruderer neben dem eigentlichen Rudern auch u. a. durch Lauftraining, Ergometertraining und Krafttraining. Daher befindet sich in jedem Bootshaus, sofern die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind, ein Kraftraum, in dem Sportgeräte wie Ruderergometer und Hantelbanken aufgebaut sind.
[Bearbeiten] Das Bootshaus bei Kanuvereinen
Die Grundstruktur des Bootshauses von Kanuvereinen weitgehend entspricht dem Konzept im Rudersport mit der Dreiteilung Bootshalle, Umkleide sowie (bei leistungssportlicher Ausrichtung) Kraftraum. Oft gibt es auch ein Vereinlokal oder einen Versammlungsraum.
Für das Kanuwandern hat der Deutsche Kanu-Verband das Konzept der DKV-Kanustationen eingeführt, bei dem Vereine ihr Gelände für durchreisende Kanuwanderer gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung stellen.
Dafür müssen neben einem Steg vor allem Gelegenheiten zum Zelten mit ausreichenden Waschgelegenheiten gegeben sein.
[Bearbeiten] Literatur
- Wilhelm Reuss: Ruder, Boot und Bootshaus. Minden: Philler, 1964. - 176 S.
- Hugo Borrmann: Ruder, Boot und Bootshaus. Der technische Ratgeber für das gesamte Ruder- und Bootsgerät. Berlin: Wassersport-Verlag, 1940. - XII, 152 S.
- Oliver Grimm: Das kaiserzeitliche Bootshaus von Stend i Fana (Norwegen). (= Kleine Schriften aus dem Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg, Heft 48) Herausgeber: Vorgeschichtliches Seminar der Philipps-Universität Marburg. Marburg: Universität, Vorgeschichtliches Seminar, 1999. - 68, 55 S.

