Borneo

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Borneo (Kalimantan)
Verwaltungskarte von Borneo
Verwaltungskarte von Borneo
Gewässer Indischer Ozean
Inselgruppe Indonesischer Archipel
Große Sunda-Inseln
Geographische Lage 0° S, 114° O-0.17583333333333113.686388888894095Koordinaten: 0° S, 114° O
Borneo (Kalimantan) (Indonesien)
DEC
Borneo (Kalimantan)
Länge 1366 km
Breite 1026 km
Fläche 751 936 km²
Höchste Erhebung Kinabalu
4095 m
Einwohner 16 196 924 (2000)
21,5 Einw./km²
Hauptort Kuching
Borneo topographisch
Borneo topographisch

Borneo ist eine Insel im Indonesischen Archipel. Mit einer Fläche von 751.936 km² ist sie nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Nordspitze von Borneo an der Sulusee

[Bearbeiten] Landschaft

Die Küste der Insel ist insgesamt 4.971 km lang, besitzt wenige Buchten und ist durch Mangrovensümpfe relativ unzugänglich, woraus auch die schwache Besiedlung resultiert. Die Oberfläche ist wenig gegliedert. Weite Teile sind mit dichtem Urwald bewachsen.

[Bearbeiten] Gebirge

Es gibt eine lange Bergkette, die sich vom Nordosten der Insel, dem Kap Sampanmangio, bis zu ihrer südwestlichen Spitze, dem Kap Datu, erstreckt. Diese gliedert sich auf in das Iran-Gebirge (Pegunongan Iran) in Sabah, Ober-Kapuas-Gebirge (Pegunongan Kapuas Hulu) auf der Grenze zwischen Sarawak und Kalimantan Barat, das Schwaner-Gebirge in Kalimantan Barat (benannt nach dem Mannheimer Geologen Carl Schwaner) und das Müller-Gebirge im Südosten der Insel (benannt nach dem Heidelberger Forscher Salomon Müller).

Die höchste Erhebung befindet sich im Nordosten der Insel, der Berg Kinabalu, mit 4.095 m gleichzeitig der höchste Berg Südostasiens. Granit und Schiefergebirge findet man insbesondere im Westen Borneos.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Die Gesamtbevölkerung Borneos betrug zur Volkszählung 2000 (Brunei 2001) gut 16 Millionen.

[Bearbeiten] Städte

Die größten Städte Borneos heißen wie folgt:

Platz Stadt Bevölkerungszahl Staat
1 Kuching, Sarawak 632505 Malaysia
2 Banjarmasin 598518 Indonesien
3 Kota Kinabalu, Sabah 543765 Malaysia
4 Pontianak 466090 Indonesien
5 Sandakan, Sabah 453759 Malaysia
6 Balikpapan 453575 Indonesien
7 Samarinda 356034 Indonesien
8 Tawau, Sabah 354243 Malaysia
9 Miri, Sarawak 257305 Malaysia
10 Loa Janan 229946 Indonesien

[Bearbeiten] Klima

Borneo hat ein ausgesprochen tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit (über 80 %). Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 27,7 °C im Mai und 26,7 °C im Dezember. Auf dem größeren südlichen Teil Borneos gibt es keine ausgeprägte Regenzeit. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt 3.000 bis 4.000 Millimeter. Der Norden hat zwei Regenzeiten, mit den stärksten Regenfällen zwischen Oktober und März.

[Bearbeiten] Meere

Borneo wird begrenzt im Süden von der Javasee, im Osten von der Karimata-Straße, im Norden vom Südchinesischen Meer, an der Nordostspitze von der Sulusee, im Osten von der Celebessee und der Makassarstraße.

[Bearbeiten] Flora und Fauna

Palmöl-Plantage

[Bearbeiten] Tierwelt

Bisher sind 221 Säugetierarten auf Borneo bekannt. Dazu zählen neben den Orang-Utans auch Gibbons. Um den Schutz der Orang-Utans bemüht sich u.a. die Borneo Orangutan Survival Foundation sowie die Borneo Orang-Utan-Hilfe. Extrem selten ist das sehr scheue und mit etwa 30 Tieren vom Aussterben bedrohte Sumatra-Nashorn. Der Nebelparder ist die größte Katze der Insel. Auch die kleinen Malaienbären sind typische Bewohner des Regenwaldes. Und nur auf Borneo kommt der Nasenaffe vor. Der Rhinozerosvogel ist nur eine von 622 bekannten hier vorkommenden Vogelarten. Weiterhin kommen 400 Reptilien- und Amphibienarten vor, darunter die Kapuas-Wassertrugnatter, die einzige bekannte Schlange der Erde, die chamäleonartig ihre Farbe ändern kann und der Borneo-Taubwaran.

Auf Borneo haben laut World Wide Fund For Nature (WWF) erst kürzlich Forscher eine neue Elefanten-Unterart entdeckt, den sogenannten Borneo-Zwergelefant. Von diesem gibt es laut Schätzungen lediglich 1.000 bis 1.500 Exemplare. Laut einer Analyse der Zellen der Tiere und einem Vergleich mit anderen asiatischen Elefanten könne widerlegt werden, dass sie von Menschen nach Borneo gebracht wurden. Zugleich seien sie auch in ihrem Verhalten relativ zahm und sanftmütig. Aufgrund der Klassifizierung als eigene Unterart sprach der WWF dem Zwergelefanten die höchste Priorität hinsichtlich seines Schutzes zu.

Der WWF wies in jüngster Zeit weitere bisher weltweit unbekannte Tierarten nach - im Zeitraum von Juli 2005 bis September 2006 waren es 32 neue Arten. Fische: 30 Arten, darunter ein Vertreter aus der Familie der Karpfenfische mit dem Namen Paedocypris micromegethes, der in extrem sauren Torfmoor-Gewässern der Insel vorkommt. Mit nur knapp einem Zentimeter Länge gilt er nach dem auf der Nachbarinsel Sumatra beheimateten Mini-Fisch Paedocypris progenetica als das zweitkleinste Wirbeltier der Welt. Nachgewiesen wurde auch eine Wels-Art mit hervorstehenden Zähnen und einem klebrigen Bauch, der es ihm erlaubt, sich in Stromschnellen an Felsen zu haften, sowie sechs Kampffische, von denen einer eine schillernde blau-grüne Markierung trägt. Amphibien: 2 Laubfroscharten.

[Bearbeiten] Pflanzenwelt

Rafflesia kerrii

Etwa 15.000 Arten von Gefäßpflanzen (Tracheobionta) sind auf Borneo heimisch. Ein bedeutender Anteil hiervon ist endemisch, also nur auf Borneo zu finden. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es mehr Orchideenarten als auf Borneo. Über 750 Spezies wachsen allein an den Hängen des Kinabalu.

Allein in den Jahren 2005/2006 wurden auf Borneo 20 neue Gefäßpflanzen-Arten entdeckt, die bisher weltweit unbekannt waren: 16 Ingwergewächse der Gattung Etlingera, 3 Baumarten sowie eine weitere Pflanzenart aus der Familie der Pfeilwurzgewächse.

[Bearbeiten] Politische Gliederung

Borneo ist politisch geteilt in das Sultanat Brunei, die malaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah, sowie das Bundesterritorium Labuan (strenggenommen nicht auf Borneo, sondern auf vorgelagerten Inseln) und die indonesischen Provinzen Kalimantan Barat, Kalimantan Tengah, Kalimantan Selatan und Kalimantan Timur. Borneo ist damit die einzige Insel, die zu drei Staaten gehört (vgl. Liste geteilter Inseln). (Bis 1919 war auch Neuguinea eine dreigeteilte Insel, nämlich unter den Kolonialmächten Deutschland, Großbritannien und Niederlande.)

Bundesstaat
oder Provinz
Hauptstadt Teil von Staat Fläche
km²
Fläche
%
Bevölkerung
VZ 2000 1)
Bevölkerung
%
Brunei Bandar Seri Begawan unabhängiges Sultanat 5770 0,77 332844 2,1
Sarawak Kuching Malaysia 124450 16,6 2012616 12,4
Sabah Kota Kinabalu Malaysia 73619 9,8 2449389 15,1
Labuan 2) Victoria Malaysia
Bundesterritorium
92 0,01 70517 0,4
Kalimantan Barat (Westborneo) Pontianak Indonesien 146760 19,5 4034198 24,9
Kalimantan Tengah (Zentralborneo) Palangkaraya Indonesien 152600 20,3 2985240 18,4
Kalimantan Selatan (Südborneo) Banjarmasin Indonesien 37660 5,0 1857000 11,5
Kalimantan Timur (Ostborneo) Samarinda Indonesien 210985 28,1 2455120 15,2
Borneo Kuching 3) 3 Staaten 751936 100,0 16196924 100,0

1) Brunei: Volkszählung 2001
2) strenggenommen nicht auf Borneo, sondern auf vorgelagerten Inseln (2,5 km von der Hauptinsel Borneos)
3) größte Stadt

Im Westen liegen die Anambas-Inseln und die Malaiische Halbinsel. Südlich von Borneo befindet sich Java, östlich Sulawesi. Nordöstlich von Sabah liegen Basilan und Mindanao, die südlichen Provinzen der Philippinen.

[Bearbeiten] Geschichte

Herrschaftsgebiete Japans

siehe auch: Geschichte Malaysias

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurden Teile Borneos vom malaiischen Sultanat Brunei regiert. Danach wurde der nördliche Teil der Insel von dem malaiischen Sultanat von Sulu kontrolliert (1473-1899), später erlangte die Britische Nordborneo-Kompanie die Macht. Die Gebiete, die zum Sultanat von Brunei gehörten, kamen unter die Herrschaft der britischen Brooke-Dynastie.

Im frühen 19. Jahrhundert schlossen britische und holländische Kolonisten ein Abkommen, nach dem sie Handelshäfen gegeneinander tauschten. Der östliche Teil Borneos wurde holländische Kolonie, der westliche Teil kam unter britische Herrschaft. China etablierte daraufhin Handel mit Borneo, teilweise bis tief in das Inland.

Während des Zweiten Weltkriegs eroberten japanische Truppen Borneo (1941 bis 1945). Das malaiische Sultanat von Sambas in Kalimantan wurde aufgelöst.

Als am 31. August 1957 die Föderation Malaya in die Unabhängigkeit entlassen wurde, gab es Pläne zur Ausdehnung der Föderation auch auf die noch unter britischer Herrschaft stehenden Gebiete Singapur, Sarawak, Brunei und Sabah. Diese wurden von Brunei am 7. Dezember 1962 zurückgewiesen. Die Philippinen ihrerseits erhoben am 5. August 1963 rechtliche Ansprüche auf Sabah und reichten Klage beim Internationalen Gerichtshof ein. Am 16. September 1963 stellte sich auch Indonesien gegen die Eingliederung von Sarawak und Sabah in die Föderation und entsandte Freischärler in die betroffenen Gebiete. Die Föderation Malaya wurde dennoch um Sarawak, Sabah und Singapur erweitert, der so entstandene Staat wurde Malaysia. Brunei blieb britisches Protektorat und wurde am 1. Januar 1984 unabhängig.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Borneo hat 15.721.384 Einwohner (Januar 2005) und damit eine Bevölkerungsdichte von 16 Einwohnern pro km². Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Malaien, Chinesen und der unter dem Sammelbegriff Dayak zusammengefassten Urbevölkerung der Insel zusammen. Die Mehrheit der Malaien sind sog. Deutero-Malaien, sie kamen stammesgeschichtlich als Zweite aus Asien über die Halbinsel Malaya.

Die Mehrheit der Bevölkerung in Kalimantan ist entweder muslimisch oder praktiziert Animismus. Etwa 15 % der Dayak sind durch Missionierung im 19. Jahrhundert heute noch offiziell Christen.

Im Inneren von Borneo finden sich auch sammelnde und jagende Gruppen der Penan, die ethnologisch zu den sog. Proto-Malaien gehören, Einwanderern der ersten malaiisch-indonesischen Besiedlungswelle. In einigen Küsten-Randbereichen sind auch Ansiedlungen der Orang Laut zu finden, Meeres-Menschen, malaiisch-stämmiger sogenannter See-Zigeuner. Im Nordwesten Borneos ist die Dayak-Volksgruppe der Iban mit etwa 710.000 Angehörigen vertreten.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Zerstörung des Regenwaldes

An Bodenschätzen gewinnt man Kohle und Erdöl. Hauptsächlich wird in der Landwirtschaft Kopra, Sago und Kautschuk hergestellt. Im Südosten wird zudem Pfeffer angebaut. Von großer Bedeutung ist die Holzwirtschaft (Tropenhölzer). Die wenig kontrollierte Abholzung hat dazu geführt, dass die indonesische Regierung auf internationaler Ebene in die Kritik geraten ist. Nach der Abholzung des Dschungels entstehen riesige Monokulturen von Palmöl-Plantagen.

[Bearbeiten] Siehe auch


[Bearbeiten] Weblinks

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