Briefumschlag
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Ein Briefumschlag (auch: Kuvert oder Couvert) ist die Versandverpackung eines Briefes.
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[Bearbeiten] Geschichte
Ursprünglich wurden Briefe nicht separat verpackt, sondern durch Umfalten oder Aufrollen und Versiegeln vor unberechtigtem Zugriff geschützt, da Papier ein kostbarer Rohstoff war. Später war dieser Vorgang aufwändiger und aus betriebswirtschaftlicher Sicht kostenintensiver als ein fertig konfektionierter Umschlag zum Einstecken und Verschließen des Schreibens. Im heutigen Schriftverkehr werden fast ausschließlich Briefumschläge zum Schutz der Inhalte verwendet, mit der Ausnahme von Postwurfsendungen.
[Bearbeiten] Material
Briefumschlagpapier muss undurchsichtig, beschreibbar, bedruckbar und faltfest sein. Es wird holzfrei und holzhaltig, einseitig glatt oder satiniert, weiß und farbig hergestellt, aber auch Recyclingpapier mit blauem Engel findet Verwendung. Neuerdings werden für Briefumschläge verstärkt FSC-Papiere eingesetzt, deren Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. FSC-Umschläge tragen teilweise das Logo des WWF-Pandabären. Es gibt allerdings auch transparente oder transluzente Umschläge sowie Umschläge aus fadenverstärktem Material.
[Bearbeiten] Produktion
Während in früheren Zeiten Briefumschläge in einem mehrstufigen Fertigungsverfahren hergestellt wurden, werden die Hüllen heute in hochkomplexen Fertigungsstraßen inline produziert. Zunächst wird ausgehend von der Papierrolle der Innen- und Außendruck des Umschlages im Flexodruckverfahren aufgebracht. Danach wird die Umschlagssilhouette ausgestanzt, dann erfolgt die Fensterung inkl. des Einklebens der Fensterfolie, danach die Seitenklappengummierung und anschließend das Aufbringen der Verschlussklappengummierung. Nach dem Trocknen der Verschlussklappe werden die Umschläge verpackt und anschließend die fertigen Kartons mittels Robotern auf Paletten verpackt. Moderne Briefumschlagmaschinen erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 1.600 Umschlägen/Minute und können somit fast 100.000 Umschläge/Stunde produzieren. Derartige Anlagen erfordern einen Investitionsaufwand von mehr als 2 Mio. €. Wichtigste Hersteller der Maschinen sind die Firmen Winkler+Dünnebier in Neuwied sowie die Firma Smith in den Vereinigten Staaten.
[Bearbeiten] Recycling
Briefumschläge können problemlos recycelt werden. Das verwendete Altpapier dient als Rohstoff für neues Recyclingpapier. Die eingesetzten Fensterfolien bestehen in der Regel aus Polystyrol. Sie werden beim Deinking (Entfärben) des Altpapiers ausgesondert und anschließend ebenfalls recycelt oder aber in den Kraftwerken der Papierfabriken verbrannt.
[Bearbeiten] Größen
Briefumschläge gibt es in verschiedenen Standardgrößen, definiert in ISO 269 und DIN 678 weitgehend anhand bestehender Papierformate:
| Format | Größe h x b (mm × mm) | passender Inhalt |
|---|---|---|
| C3 | 324 × 458 | A3 |
| E4 | 280 × 400 | B4 |
| B4 | 250 × 353 | C4-Umschlag |
| C4 | 229 × 324 | A4 |
| B5 | 176 × 250 | C5-Umschlag |
| C5 | 162 × 229 | A5 oder A4 einmal gefaltet |
| C6/5 | 114 x 229 | A4 zweimal gefaltet oder 1⁄3 A4 |
| DL bzw. C5/6 | 110 × 220 | 1⁄3 A4 |
| B6 | 125 × 176 | C6-Umschlag |
| C6 | 114 × 162 | A6, d. h. A4 einmal längs, einmal quer gefaltet |
In Deutschland sind für Geschäftsbriefe auf A4-Bogen der DIN-Lang-Umschlag (DL, 110×220 mm) für die manuelle Befüllung, der DIN-C6/5-Umschlag (114x229 mm) bei maschineller Befüllung und C4 am weitesten verbreitet. Privatpost, wie Glückwunschkarten, wird häufig auch in DIN C6 oder C6-ähnlichen Formaten verschickt, in das Postkarten (A6 = 105×148 mm) passen. Großes und schweres Füllgut wird häufig in Faltentaschen mit Seitenfalten und Klotzboden in den Formaten B5 bis E4 verschickt.
Bei einem C5-Briefumschlag ist das Fenster in der Regel ebenfalls 45x90 mm groß, 20 mm vom linken und 60 mm vom unteren Rand entfernt.
Das Format 114 x 229 ist das in Deutschland mit Abstand am häufigsten verwendete Format und wird als Kuvertierhüllen für die automatische Kuvertierung in Rechenzentren eingesetzt.
[Bearbeiten] Verwendung
Briefumschläge werden verschlossen, indem die ein wenig überlappende, übergeklappte offene Seite mit dem Umschlag zusammengeklebt wird. Entweder kommt dabei trockener, wasserlöslicher Klebstoff zum Einsatz, der beim Verschließen befeuchtet wird, oder sie sind selbstklebend. Bei hochwertigen Umschlägen kommt häufig eine Haftklebung mit Abdeckstreifen zum Einsatz. Letztere werden vor allem für hochwertige geschäftliche Post verwendet. Name und Anschrift des Adressaten werden auf die Vorderseite des Kuverts geschrieben, die Angaben über den Absender herkömmlich auf die Rückseite oder links oben auf die Vorderseite.
Ebenfalls im geschäftlichen Bereich werden häufig Fensterkuverts eingesetzt, bei denen die Anschrift des Adressaten nicht auf den Umschlag geschrieben, sondern der Brief mit der Anschrift im Briefkopf so in den Umschlag gelegt wird, dass die Anschrift durch das Fenster sichtbar ist, beispielsweise nach DIN 5008. Für die unterschiedlichen Umschläge gibt es verschiedene Falzarten, damit die Adressen im Fenster sichtbar sind. Fensterkuverts tragen einen Aufdruck oder Stempel mit den Absenderangaben meistens entweder auf der Vorderseite oder über der Anschrift auf dem Briefbogen, sodass sie im Fenster sichtbar sind.
[Bearbeiten] Markt
In Deutschland werden nach Angaben des Verbandes der Deutschen Briefumschlaghersteller (VDBF) derzeit pro Jahr ungefähr 20 Mrd. Briefumschläge, Versand- und Faltentaschen im Wert von etwa 375 Mio. € verkauft. Zusätzlich exportiert die Deutsche Briefumschlagindustrie weitere ca. 4 Mrd. Einheiten zumeist ins europäische Ausland. Der Markt ist in den letzten Jahren insgesamt leicht gesunken, da zunehmend elektronische Medien den Briefumschlag für den Rechnungsversand ersetzen. Auch Werbebriefumschläge haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Großformatige Versand- und Faltentaschen konnten hingegen vom neuen Medium Internet eher profitieren. In Europa werden jährlich insgesamt etwa 110 Mrd. Umschläge verwendet. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa hat weiterhin England. Mit weitem Abstand folgen Frankreich, Deutschland und die Niederlande. In Deutschland sind die bedeutendsten Hersteller die Firmen Mayer-Kuvert; Bong und Petersen Allpa. Auf europäischer Ebene kommen noch die Firmengruppen Tompla (F), GPV (F) und Hamelin (F) hinzu, die zusammen insgesamt einen Marktanteil von ungefähr 90 % repräsentieren.

