Bufotenin

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Strukturformel
Allgemeines
Name Bufotenin
Andere Namen
  • 5-Hydroxy-dimethyltryptamin
  • 5-OH-DMT
Summenformel C12H16N2O
CAS-Nummer 487-93-4
PubChem 10257
Eigenschaften
Molare Masse 204,27 g/mol
Schmelzpunkt

146–147 °C[1][2]

Siedepunkt

320 °C[2]

Löslichkeit

löslich in Ethanol und Ether

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
R- und S-Sätze R: siehe oben
S: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Bufotenin (von Bufo - Kröte) ist ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid. Bufotenin ist eng mit dem menschlichen Neurotransmitter Serotonin verwandt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirkung

Die Wirkung gleicht typischen Halluzinogenen wie LSD. Sie ist allerdings deutlich schwächer ausgeprägt, hält kürzer an und wird von körperlichen Nebenwirkungen begleitet. Optische Halluzinationen wie Lichtblitze treten zusammen mit Brechreiz, Schwindelgefühlen, Bluthochdruck und Verwirrungszuständen auf.

Die halluzinogene Wirkung galt lange Zeit als umstritten. Erste Hinweise wurden in den 1950er Jahren gefunden. Versuche am Menschen in den folgenden Jahrzehnten ergaben kein einheitliches Bild. Da die Droge auch psychisch Kranken und Inhaftierten gegen ihren Willen verabreicht wurde, dürfte das Setting in diesen Fällen eher ungünstig gewesen sein. Dagegen finden sich zahlreiche Berichte über eine kultische Nutzung (siehe Vorkommen). Die Reinsubstanz spielt als Rauschmittel keine Rolle und findet auch pharmazeutisch keine Anwendung. Sie ist in Deutschland nicht illegal; in den USA ist Bufotenin eine Schedule I Drug und damit nicht verkehrsfähig.

[Bearbeiten] Vorkommen

Bufotenin findet sich in der Natur in verschiedenen Pflanzen und ist eine der wenigen psychoaktiven Drogen, die auch aus Tieren gewonnen wird. Daneben wurde die Substanz in geringen Mengen im menschlichen Urin nachgewiesen und scheint ein normales Abbauprodukt des menschlichen Stoffwechsels zu sein.

[Bearbeiten] Vorkommen in Pflanzen

[Bearbeiten] Anadenanthera peregrina

Anandenanthera peregrina ist ein Baum aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Die Samen werden getrocknet, geröstet und zu Pulver zermahlen. Aus diesem stellen verschiedene südamerikanische Indianerstämme halluzinogene Schnupfpulver für schamanistische Rituale her. Im Orinoco-Becken wird die Droge Yopo und Ebena genannt. In der Karibik war sie als Cohoba bekannt, wird heute dort aber nicht mehr gebraucht.

[Bearbeiten] Anadenanthera colubrina

Anadenanthera colubrina ist nah verwandt mit Anandenanthera peregrina. Auch hier werden die bufoteninhaltigen Samen zermahlen und als Schnupfpulver konsumiert. Das Pulver ist bei Indianern in Peru und Argentinien unter den Namen Vilca oder Huilca bekannt.

[Bearbeiten] Vorkommen in Tieren

Bufotenin findet sich im Hautsekret verschiedener Kröten. Kulturhistorisch bedeutend ist vor allem die Aga-Kröte (Bufo marinus). In Veracruz wurde aus ihr früher ein halluzinogener Trank bereitet, der im Rahmen von Inititationsriten verwendet wurde. Aus Australien ist in den 1990er-Jahren öfter über den neu aufgekommenen Brauch des Krötenleckens berichtet worden. Dabei wird durch Massieren der Kröte das giftige Sekret abgesondert und anschließend aufgeleckt. Wie verbreitet dieser Brauch tatsächlich ist oder in welchem Umfang es sich dabei um ein von der Presse übertriebenes Phänomen handelt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. In jedem Fall ist der orale Konsum des Sekrets nicht ungefährlich, da neben Bufotenin unter anderem Herzgifte wie Bufotoxin enthalten sind. Ihre Wirkung gleicht den Digitalisglykosiden. Um die Giftwirkung zu umgehen, wird das Krötensekret geraucht. Während die giftigen Bestandteile des Sekrets dabei angeblich zerstört werden, soll das chemisch sehr stabile Bufotenin erhalten bleiben.

Neben der Aga-Kröte wurde Bufotenin auch bei der Coloradokröte (Bufo alvarius), der Sandkröte (Bufo arenarum), der heimischen Erdkröte (Bufo bufo), der Wechselkröte (Bufo viridis) und anderen Echten Kröten nachgewiesen.

[Bearbeiten] Sonstige Vorkommen

In geringen Mengen wurde Bufotenin im Gelben Knollenblätterpilz, Fliegenpilz und Pantherpilz gefunden.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. TiHKAL-Eintrag. : „The free base has been reported to have a mp of 125-126 °C or 146-147 °C“. Abgerufen am 23. Juli 2008., die meisten aktuellen Quellen geben 146-147 °C an.
  2. a b NeoShamanic Snuffs. Abgerufen am 23. Juli 2008.
  3. In Bezug auf ihre Gefährlichkeit wurde die Substanz von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.

[Bearbeiten] Weblinks

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