Burghausen
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Altötting | |
| Höhe: | 421 m ü. NN | |
| Fläche: | 19,85 km² | |
| Einwohner: | 18 171 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 915 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 84489 | |
| Vorwahl: | 08677 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AÖ | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 71 112 | |
| Stadtgliederung: | 33 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Stadtplatz 112 84489 Burghausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans Steindl (SPD) | |
| Lage der Stadt Burghausen im Landkreis Altötting | ||
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Die alte Herzogsstadt Burghausen ist die größte Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting. Sie liegt an der Salzach, die hier die Grenze zu Österreich bildet. Auf einem Höhenzug über der Altstadt erstreckt sich mit 1.043 Metern Länge die längste Burg Europas.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
- Haiming
- Mehring (Bayern)
- Burgkirchen an der Alz
- Sankt Radegund (Oberösterreich)
- Hochburg-Ach (Oberösterreich)
[Bearbeiten] Gliederung des Stadtgebiets
Für die Stadt Burghausen sind 33 amtlich benannte Gemeindeteile ausgewiesen:
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[Bearbeiten] Geschichte
Grabungen in vergangenen Jahren, besonders von 2002 bis 2004 auf dem Gelände der Burg, brachten eine Reihe von Relikten aus der Bronze- und Eisenzeit zu Tage. Schon früher wurden keltische Fibelteile und römische Münzen aus mehreren Jahrhunderten entdeckt. Ein genaues Gründungsdatum der Stadt Burghausen lässt sich bisher aber nicht festlegen.
Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert bestand am Flussufer der Salzach unterhalb der Burg wahrscheinlich eine kleine Siedlung als Zollstätte.
→ siehe Hauptartikel: Burg zu Burghausen
Aus dem Jahr 1025 stammt die älteste bis heute überlieferte Erwähnung Burghausens in schriftlicher Form. In diesem Jahr wird die Stadt in einer Urkunde als Reichsgut genannt, als der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Konrad II. die Grafen von Burghausen zur Verwaltung des Fiskalgutes einsetzt. Im Jahr 1164 stirbt dieses Adelsgeschlecht aus und Herzog Heinrich der Löwe nimmt die Burg in seinen Besitz.
(siehe Hauptartikel: Grafschaft Burghausen-Schala)
Nach der Burg (1168) kommt 1229 auch die schon stadtähnliche Siedlung in den Besitz der Wittelsbacher. Die Verleihung der Stadtrechte wird auf einen Zeitpunkt kurz darauf vermutet, ist aber nicht durch Quellen belegbar. Ab 1255, nach der ersten Teilung Bayerns, nimmt Burghausen einen politischen und wirtschaftlichen Aufschwung als zweite Residenz der niederbayerischen Herzöge. Die wichtigste Einnahmequelle ist der Handel mit Salz aus Hallein, das in Burghausen angelandet und auf dem Landweg weiter transportiert wird. Anlegestelle ist das jetzige Mautnerschloss (heute Seminargebäude der Stadt, genutzt vor allem von der Volkshochschule, darüber hinaus auch für Fotografie- und Jazzschulungen sowie für Kleinkunst- und Jazzveranstaltungen).
Im Jahr 1307 wird das bestehende präurbane Gemeinderecht als Stadtrecht kodifiziert.[1] In der 1. Hälfte des 14. Jh. verleiht Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt mehrere wichtige Privilegien. Ende des 14. Jh. wird Burghausen Verwaltungsmittelpunkt zunächst als Vitztum.
Unter den drei letzten niederbayerischen Herzögen Heinrich, Ludwig und Georg, genannt die Reichen (1393–1503), erlebt Burghausen eine Blüte- und Glanzzeit als zweite Hauptstadt Bayerns. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg erhält Burghausen 1507 eines der vier Rentämter im neu geordneten Bayern.
(siehe Hauptartikel: Rentamt Burghausen)
Die Einnahmen aus dem Salzhandel gehen durch die Errichtung des herzoglichen Salzmonopols im Jahr 1594 verloren.
In der Folge erlebt Burghausen einen mehr als 300 Jahre anhaltenden administrativen und wirtschaftlichen Bedeutungsverlust:
- auch Burghausen hat schwere Opfer und Lasten im Dreißigjährigen Krieg (1618/48) und in den Erbfolgekriegen (1701/14 bzw. 1740/45) zu tragen
- das französische Militär bringt während der Napoleonischen Kriege große Not über Burghausen und seine Umgebung
- die Reformen des bayerischen Ministers Montgelas führen 1802 zur Auflösung der Regierung, 1807 wird der Titel Hauptstadt aberkannt
- Burghausen wird zunächst nach dem Frieden von Teschen 1779 und endgültig nach dem Wiener Kongress 1815 durch die Abtretung des Innviertels an das Kaisertum Österreich zur Grenzstadt und verliert sein wirtschaftliches Hinterland
- Einstellung der nicht mehr zeitgemäßen Flussschifffahrt und Abzug der Garnison (1891)
Am Ende des 19. Jahrhunderts ist Burghausen eine Kleinstadt mit etwa 2.500 Einwohnern. Erst mit der Niederlassung der „Dr. Alexander Wacker Gesellschaft für elektrochemische Industrie K.G.“ (1915), die Gesellschaft firmiert heute als Wacker-Chemie AG, setzt ein wirtschaftlicher Aufschwung ein:
- Die Neustadt entsteht, die Altstadt bleibt in einzigartiger städtebaulicher Geschlossenheit erhalten und wird saniert und durch den Bau des Hochwasserschutzdammes und der Uferstraße (1969/71) gesichert. Leider werden im Rahmen dieser Maßnahmen aber auch eine Reihe von erhaltenswerten Gebäuden abgerissen (z. B. Pferdestall und Bad beim Mautnerschloss, Lohnerbräu u.s.w.).
- Die Wacker-Chemie GmbH expandiert und im Jahr 1966 errichtet die damalige Deutsche Marathon eine Raffinerieanlage (heute OMV).
- Die Einwohnerzahl steigt von 2.500 (1910) über ca. 5.000 (1946) bis auf 18.100 (2007).
- Die Internationale Jazzwoche bringt über Jahrzehnte eine Reihe von internationalen Jazzgrößen in die Stadt. Sie findet jährlich im Frühjahr statt. Der Walk of Fame in der Altstadt erinnert an besondere Höhepunkte.
- Die Fußballabteilung des Sportvereins Wacker Burghausen spielt von 2002 bis 2007 fünf Jahre in der 2. Bundesliga. Burghausen ist zu dieser Zeit die kleinste im deutschen Profifußball vertretene Stadt.
- Die Landesgartenschau 2004 lockt fast eine Million Besucher in die Stadt.
- Im Winter 2005/2006 gewährt die Stadt unter Bürgermeister Hans Steindl (SPD) allen Arbeitslosengeld-II-Empfängern eine Weihnachtsbeihilfe auf freiwilliger Basis („Weihnachtsgeld“) und sorgt damit deutschlandweit für großes Aufsehen.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
- 1921: die Gemeinde Holzfeld
- 1. Januar 1978: die Gemeinde Raitenhaslach
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Bürgermeister und Stadtrat
Liste der hauptamtlichen Bürgermeister seit 1930 (vor 1930 waren ehrenamtliche Bürgermeister tätig):
- Hans Steindl, SPD (seit 1990)
- Fritz Harrer, CSU (1984–1990)
- Georg Miesgang, CSU (1966–1984)
- Georg Schenk, SPD (1948–1966)
- Franz Huber, BVP (1946–1948)
- Johann Stiglocher, BVP (1945–1946)
- August Fischer, DVP/NSDAP (1930–1945)
Der Stadtrat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 24 Stadträten zusammen. An der Stadtratswahl im März 2008 namen von 14.145 Stimmberechtigten 8.727 an der Wahl teil, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 61,7%. Dabei kam es zu folgendem Ergebnis:
| Partei / politische Gruppierung | Stimmen in % | Sitze |
|---|---|---|
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 49,8 % | 12 |
| Christlich-Soziale Union (CSU) | 31,9 % | 8 |
| Freie Wähler Burghausen (UWB) | 7,6 % | 2 |
| Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) | 5,6 % | 1 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 5,2 % | 1 |
[Bearbeiten] Wappen
Die Stadt Burghausen führt seit 1290 ein eigenes Siegel, das jedoch nicht überliefert ist. Das zweite Siegel aus dem Jahr 1324 zeigt bereits eine Burg. Im Jahr 1416 taucht erstmalig der kleine Hügel auf. Die Darstellung der Burg änderte später ihren mittelalterlichen Charakter. Die Farben werden seit 1605 verwendet.[2]
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Bislang hat Burghausen mit vier Städten eine Partnerschaft vereinbart:
- seit 18. Juli 1975: Fumel (Agglomération Fumeloise) in Frankreich
- seit 22. September 2001: Ptuj in Slowenien
- seit 13. September 2002: Hohenstein-Ernstthal in Sachsen
- seit 28. Oktober 2006: Sulmona in Italien, Provinz L’Aquila, Region Abruzzen
Darüber hinaus bestehen Städtefreundschaften mit Schwechat (Niederösterreich) und Minakuchi (Japan).
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Burghausen ist einer der wichtigsten Standorte des Bayerischen Chemiedreiecks und eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.
[Bearbeiten] Verkehr
Die Blaue Route, die Bundesstraße 20 (Straubing - Berchtesgaden), führt direkt durch das Stadtgebiet von Burghausen. Die B 20 verbindet die Stadt auch mit der Bundesstraße 12 (München - Passau) bzw. der im Bau befindlichen Bundesautobahn 94.
Die Stadt besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Mühldorf–Burghausen, welche in Burghausen endet. Im Stadtteil Lindach befand sich ein weiterer Haltepunkt, dieser wird heute aber nicht mehr bedient.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen (Auswahl)
- Wacker Chemie AG
- Siltronic AG (Wafer für Computerchips)
- OMV Deutschland GmbH (Koks und Kerosin)
- Borealis
- Linde AG (Edelgas)
[Bearbeiten] Ausbildung
- Aventinus-Gymnasium Burghausen
- Athanor Akademie für Darstellende Kunst
- Berufsbildungswerk Burghausen
- Kurfürst-Maximilian-Gymnasium Burghausen
- Maria-Ward-Realschule
- Volkshochschule Burghausen-Burgkirchen
[Bearbeiten] Medien
- INN SALZACH KURIER, Regionale grenzübergreifende Zeitung
- Wochenblatt, Regionale Zeitung
- Burghauser Anzeiger, Nachrichten aus Burghausen
- Inn-Salzach-Welle, Lokaler Radiosender
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Theater
- Athanor Theater in der Freundlhalle
- Cabaret des Grauens
[Bearbeiten] Museen
- Stadtmuseum (in der Hauptburg)
- Burgmuseum der Bayerischen Schlösserverwaltung (in der Hauptburg)
- Bayerische Staatsgalerie in der Hauptburg Burghausen
- Foltermuseum (auf der Burg)
- Haus der Fotografie - Dr.-Robert-Gerlich-Museum (auf der Burg)
- Historische Hammerschmiede (Tittmoniger Straße)
[Bearbeiten] Bauwerke
Das historische Zentrum ist im "Inn-Salzach-Stil" erbaut.
- Burganlage (längste Burganlage Europas)
- Klosterkirche und Zisterzienserkloster Raitenhaslach
- Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Marienberg
- Pfarrkirche St. Jakob, größte Kirche Burghausens, Turmhöhe 79 m
- Älteste, betriebene Hammerschmiede Europas
[Bearbeiten] KZ-Friedhof
Auf dem KZ-Friedhof des Ortsteils Heiligkreuz ruhen in einer Grabanlage 253 unbekannte, darunter zahlreiche jüdische KZ-Opfer aus dem KZ Mettenheim bei Mühldorf am Inn, die auf Befehl der US-Militärregierung 1945 begraben wurden. Ein Gedenkstein erinnert an dieses Geschehen.[3]
[Bearbeiten] Parks
Im Jahr 2004 fand vom 23. April bis zum 3. Oktober in Burghausen die Bayerische Landesgartenschau statt. Seit dieser Zeit können die Burghauser und ihre Gäste im Herzen der Neustadt den Stadtpark genießen.
[Bearbeiten] Sport / Sportvereine
Burghausen ist die Heimat des Fußball-Vereins Wacker Burghausen, der derzeit in der 3. Liga spielt.
- SV Wacker Burghausen
- TV 1868 Burghausen
- DJK-SV Raitenhaslach
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Internationale Jazzwoche Burghausen: Die jährlich im März stattfindende Jazzwoche ist seit Jahrzehnten im kulturellen Repertoire der Stadt Burghausen zu finden. Während diesem Festival wird die Stadt von hunderten von Jazzfans aufgesucht, die die meist hochkarätig besetzten Konzerte besuchen. Jeder Jazz-Star hinterlässt seinen Namen in der sogenannten Street of Fame.
- Kultur im Zelt: Alle zwei Jahre findet das Kultur im Zelt-Festival statt, zu dem zahlreiche Künstler - lokale wie überregionale - eingeladen werden. Veranstaltungsort ist das Bergerhofgelände am Pulverturm.
- Maiwies'n: jährlich im Mai stattfindendes Volksfest
- Historisches Burgfest: Jedes Jahr im Juli findet das historische Burgfest statt, ursprünglich als Rentamtsfest bezeichnet
- Internationaler Konzertzyklus an der Rieger-Orgel der Stadtpfarrkirche St. Jakob
- Internationale Fotografieausstellungen und -wettbewerbe der vhs-Fotogruppe
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Ludwig Thoma besuchte hier das Kurfürst-Maximilian-Gymnasium. Deshalb spielen auch einige seiner Geschichten in Burghausen.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Hanns Purghauser, genannt Hans von Burghausen, Baumeister der Spätgotik
- Ernst Karl August Klemens Ritter von Mann Edler von Tiechler, Staatssekretär des Reichsmarineamtes
- Hannelore Elsner, Schauspielerin
- Stephan Barbarino, Intendant und Musicalproduzent
- Ludwig IX., Herzog von Bayern-Landshut
- Michael Wiesinger, deutscher Fußballprofi
- Lutz Stoklasa, Deutscher Meister Schwimmen (100 m Schmetterling 1966, 1967, 1968, 1969, 1971 und 1975; 200 m Schmetterling 1967 und 1968)
- Christine Pitzke, Schriftstellerin
- Mara Vranic Kojadinovic, TV-Moderatorin
[Bearbeiten] Literatur
- Deutscher Städteatlas; Band: II; 1 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Burghausen, Autor: Heinz Stoob. ISBN 3-89115-312-0; Dortmund-Altenbeken, 1979.
- Burghausen - Burg, Altstadt, Neustadt, Raitenhaslach; Alois Buchleitner Herausgegeben vom Heimatverein Burghausen 2004
- Geschichte der Stadt Burghausen in Oberbayern; Johann Georg Bonifaz Huber; Burghausen 1862
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 449-454.
- ↑ Ralf Hartemink, International Civic Heraldry
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120f.
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Burghausen – Bilder, Videos und Audiodateien - Burghausen: Wappengeschichte vom HdBG
- Herzogstadt Burghausen e. V. (Historischer Verein 16. Jhd.)
- Fotos von der OMV-Raffinerie Burghausen
- Soziografisches Profil der Stadt Burghausen im Stadtgeschichten-WIKI
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