Chemnitz-Einsiedel
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| Basisdaten | |
| Fläche: | 11,02 km² |
| Einwohner: | 3.905 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 354 Einw./km² (31. Dezember 2004) |
Einsiedel wurde erstmals 1254 als Kleine Einsiedelsche Pflege urkundlich erwähnt und ist mit seinem 1935 eingemeindeten Ortsteil Berbisdorf seit 1. Januar 1997 ein Stadtteil von Chemnitz.
Überregional bekannt sind die Brauerei „Einsiedler Brauhaus“ und die Trinkwassertalsperre Einsiedel.
An Einsiedel grenzen folgende Chemnitzer Stadtteile und Gemeinden (vom Norden her im Uhrzeigersinn): Erfenschlag, Adelsberg, Altenhain, die Gemeinden Amtsberg und Burkhardtsdorf, sowie die beiden Chemnitzer Stadtteile Klaffenbach und Harthau.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Einsiedel wurde vermutlich schon um 1200 als Waldhufendorf gegründet und war im 13. Jahrhundert Mittelpunkt der Herrschaft Einsiedel. Zu dessen Territorium gehörte Erfenschlag, Reichenhain, Dittersdorf, Weißbach, Kemtau und Einsiedel selbst. Ab 1696 gehörte Einsiedel zusammen mit Weißbach, Dittersdorf, Kemtau, Reichenhain und Erfenschlag zur Herrschaft Weißbach mit Dittersdorf. Erst 1843 kam Einsiedel zum Amt und 1875 zur Amtshauptmannschaft Chemnitz.
Bis zum 18. Jahrhundert hinein landwirtschaftlich geprägt, wandelte sich das Ortsbild ab etwa 1820 spürbar. In jenen Jahren wurden die ersten Strumpffabriken und Spinnereien in Einsiedel errichtet – das Zeitalter der Industrialisierung begann. Der nächste, große Aufschwung kam 1875 mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz der Strecke Chemnitz–Aue–Adorf/Vogtland (Zwönitztalbahn).
Der 1381 erstmals urkundlich erwähnte Ort Berbisdorf wurde 1935 nach Einsiedel eingemeindet. Die Besiedlung von Berbisdorf fand vermutlich bereits ca. 100 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung statt. Der Name Berbisdorf ist wahrscheinlich auf einen der ersten Siedler namens Berwig zurückzuführen. Mehrere Jahrhunderte lang war Berbisdorf ein reines Bauerndorf und blieb es bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Durch den Zusammenschluss vergrößerte sich Einsiedel auf fast 1050 Hektar, die Einwohnerzahl stieg um 831 auf 6176.
Bei Luftangriffen auf Chemnitz am 5. März 1945 wurde auch Einsiedel zu 93 % zerstört. Der Ort gilt damit als die am stärksten zerstörte Gemeinde Sachsens. Auch die Jakobi-Kirche samt Turm brannte bei dem Angriff aus.
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Kriegerdenkmal Unseren Helden 1914–18 auf dem Friedhof am Harthauer Weg
- Gedenkstätte der Toten der Kriege 1870/71 und 1914–18 im Ortsteil Berbisdorf (Sedantafel und Kriegerdenkmal)
- Mahnmal auf dem August-Bebel-Platz für die Opfer des Faschismus
- Gedenktafel am Wohnhaus Kurt-Franke-Straße 10 zur Erinnerung an den kommunistischen NS-Gegner Kurt Franke, der 1944 im KZ Mauthausen ermordet wurde
[Bearbeiten] ehemaliges Pionierlager
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erstmals Ferienaufenthalte in Zelten auf dem Grundstück am Dittersdorfer Weg statt, das bereits 1916 durch den Einsiedler Arbeiterturnverein 'Germania e.V.' von einem Bauern erworben wurde. Im Jahr 1951 wurde das Zeltlager erheblich erweitert und als Zentrales Pionierlager Palmiro Togliatti offiziell eröffnet. 1977 wurden massive Gebäude errichtet. Seit 1991 dient das Gelände einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung zu Fortbildungs- und Umschulungszwecken.
[Bearbeiten] Kirchen
Nach Einführung der Reformation in Sachsen wurde Johann Marschner im Jahr 1547 erster evangelischer Pfarrer in Einsiedel.
Im Jahr 2000 wurde die Schwesterkirchgemeinde „Einsiedel – Reichenhain mit Erfenschlag und Berbisdorf“ gebildet.
[Bearbeiten] Kirche St. Jakobi in Einsiedel
Die Weihe der von Zimmermann Ch.F.Uhlig aus Altenhain ab 1822 als rechteckigen Putzbau mit wertvoller Innenausstattung errichteten Kirche erfolgte 1827. Dieser Bau ersetzte eine sehr baufällig gewordene ca. 500 Jahre alte Chorturmkirche. Uhlig verwendete klassizistische Dreiecksgiebel auf toskanischen Säulen und toskanische Pilaster, um dem Bau eine klassische Würde zu verleihen. Einem Bombenangriff am 5. März 1945 auf Chemnitz fiel auch die Kirche St. Jakobi zum Opfer. Lediglich die Umfassungsmauern des Kirchenschiffes und des Turmes blieben erhalten. Nach dem 2. weltkrieg wurden über einen langen Zeitraum große Anstrengungen zum Wiederaufbau unternommen. 1949 bekam der Turm ein Behelfsdach und es konnten neue Glocken beschafft werden. 1953 bis 1958 wurde ein Stahldachstuhl errichtet und der Turm in vereinfachter Form aufgebaut. Die Pläne zum Wiederaufbau stammten von Dr. Georg Laudeley aus Chemnitz. Bis 1966 wurde die Außenarchitektur wiederhergestellt, das Innere in moderner, nüchterner Form unter sparsamen Einsatz schmückender Elemente. Mit Ausnahme der Turmhaube wurde beim Wiederaufbau die äußere Form der Kirche im Wesentlichen originalgetreu wieder hergestellt. An der großen Wandfläche hinter dem Altar gestaltete der Wachauer Kunstmaler Werner Juza ein zeitgenössisches Gemälde. Seit 1977 ist eine zweimanualige Orgel der Firma Eule aus Bautzen mit 19 Registern und 1248 Pfeifen eingebaut.[1]. Die Kirche befindet sich am Harthauer Weg.
[Bearbeiten] Kirche zu Berbisdorf
Am 11. September 1904 wurde der Grundstein gelegt, am 31. Juli 1905 wurde die Kirche geweiht. 1928 wurde die Gasbeleuchtung der Kirche auf elektrisches Licht umgestellt. Bei den Bombenangriffen auf Chemnitz am 5. März 1945 nahm die Kirche nur geringen Schaden an Fenstern und Dach. Von 1953 bis 1954 wurde unter der Orgelempore ein Gemeinderaum eingebaut. Anlässlich des 50. Jubiläums wurde der Innenraum 1955 gründlich erneuert. 1960 wurde der Turm neu verputzt und 1976 das Turmdach mit Schiefer neu eingedeckt. 1985 bis 1987 folgte eine zweite Erneuerung des Innenraumes. Das Turmkreuz musste nach einem starken Sturm 1993 entfernt werden. 1997 wurde einee Bankheizung eingebaut. In den Jahren 2002 und 2003 wurde der Außenputz erneuert.
Die drei ursprünglichen Glocken der Kirche wurden 1904 von der Firma Bierling in Dresden gegossen. Während des 1. Weltkrieges mußten 1917 die beiden größeren Glocken abgegeben werden. Sie wurden eingeschmolzen und 1921 wieder durch Glocken der Firma Bierling ersetzt. 1928 wurde eine elektrische Läuteanlage eingebaut, die noch in Betrieb ist. 1942 mussten während des 2. Weltkrieges erneut die beiden großen Glocken abgegeben werden. 1964 wurde durch die Schmiede Fritz Morgenstern in Einsiedel ein neuer Glockenstuhl gefertigt, in den im gleichen Jahr 3 neue Glocken aufgezogen wurden. Die letzte verbliebene Bronzeglocke von 1904 wurde nach Rodersdorf (Vogtland) verkauft.
[Bearbeiten] Anbindung an den ÖPNV
Einsiedel ist durch verschiedene Möglichkeiten gut an das Netz des ÖPNV angebunden:
| 53 | Klaffenbach – Altchemnitz – Einsiedel – Berbisdorf – Eibenberg (zwischen Klaffenbach und Altchemnitz nur im Schülerverkehr) |
| 208 | Omnibusbahnhof – Einsiedel – Gelenau – Thum – Ehrenfriedersdorf |
| 211 | Omnibusbahnhof – Berbisdorf – Burkhardtsdorf – Thalheim – Zwönitz – Schwarzenberg (nur im Schülerverkehr) |
| 212 | Berbisdorf – Burkhardtsdorf – Meinersdorf (nur im Schülerverkehr) |
| 235 | Zschopau – Einsiedel – Funkstraße (nur im Schülerverkehr) |
| 524 | Chemnitz Hbf – Einsiedel – Thalheim (Erzgeb) – Aue (Sachs) (DB Erzgebirgsbahn) |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Heinrich Magirius in "Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg". Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978. Band 2, S.451
[Bearbeiten] Weblinks
50.77083333333312.974444444444Koordinaten: 50° 46′ N, 12° 58′ O
Stadtteile: Adelsberg | Altchemnitz | Altendorf | Bernsdorf | Borna-Heinersdorf | Ebersdorf | Erfenschlag | Furth | Gablenz | Glösa-Draisdorf | Harthau | Helbersdorf | Hilbersdorf | Hutholz | Kapellenberg | Kappel | Kaßberg | Lutherviertel | Markersdorf | Morgenleite | Rabenstein | Reichenbrand | Reichenhain | Rottluff | Schloßchemnitz | Schönau | Siegmar | Sonnenberg | Stelzendorf | Yorckgebiet | Zentrum
Ortschaften: Einsiedel | Euba | Grüna | Klaffenbach | Kleinolbersdorf-Altenhain | Mittelbach | Röhrsdorf | Wittgensdorf
Ortsteile in Ortschaften: Berbisdorf | Murschnitz


