Christfried Böttrich

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Christfried Böttrich (2014)

Christfried Böttrich (* 4. Dezember 1959 in Marienberg) ist ein deutscher lutherischer Theologe (Neutestamentler).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christfried Böttrich besuchte Schulen in Olbernhau und Blankenburg und begann zunächst 1976 in Magdeburg eine Lehre zum Goldschmied. Ab 1980 studierte er Evangelische Theologie an der Universität Leipzig. Nach Abschluss der Studien 1986 wurde er zum Vikar ernannt. 1990 wurde er an der Universität zum Doktor der Theologie promoviert. Seine Dissertation trägt den Titel Weltweisheit – Menschheitsethik – Urkult. Studien zum slavischen Henochbuch. Noch im selben Jahr wurde er Assistent an der Kirchlichen Hochschule Leipzig und im nächsten Jahr in Stendal ordiniert.

1992 erhielt Böttrich ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1994 wurde er Assistent an der Theologischen Fakultät in Leipzig. Im Folgejahr wurde er dort mit seinem Werk Das slawische Henochbuch habilitiert. An der Universität Frankfurt am Main vertrat er 1996/1997 einen Lehrstuhl und wurde 1998 in Leipzig zum Oberassistenten befördert.

Böttrich erhielt 2001 die außerplanmäßige Professur in Leipzig, die er bis zum Folgejahr innehatte. 2002 vertrat er einen Lehrstuhl an der Universität Marburg und 2002/03 an der Universität Jena. Seit Oktober 2003 lehrt er an der Universität Greifswald als ordentlicher Professor für Neues Testament. An der Fakultät hatte er von 2006 bis 2008 sowie 2009 bis 2010 das Amt des Dekans inne.

Böttrich gehört der Studiorum Novi Testamenti Societas und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie an. Er fungiert außerdem als Ephorus des Theologischen Studienhauses Greifswald. Er ist Mitglied des Arbeitskreises von Studium in Israel. Böttrich ist seit 1985 verheiratet und hat fünf Kinder.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böttrich befasst sich mit dem Lukanischen Doppelwerk, das heißt mit der Exegese des Lukas-Evangeliums und der Apostelgeschichte, und setzt den Evangelisten mit der Theologie des Hellenistischen Judentums ins Verhältnis. Außerdem forscht er zu den frühjüdischen Schriften als Kontext des Neuen Testaments und setzt sich mit dem Apostel Paulus auseinander.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weltweisheit – Menschheitsethik – Urkult. Studien zum slavischen Henochbuch. Dissertation, Leipzig 1990.
  • Adam als Mikrokosmos. Eine Untersuchung zum slavischen Henochbuch. Frankfurt 1995.
  • Das slavische Henochbuch. Einleitung – Übersetzung – Kommentierung. Habilitationsschrift, Leipzig 1994.
  • „Die Vögel des Himmels haben ihn begraben.“ Überlieferungen zu Abels Bestattung und zur Ätiologie des Grabes. Göttingen 1995.
  • Bibliographie Konstantin von Tischendorf (1815–1874). Leipzig 1999.
  • Tischendorf-Lesebuch. Bibelforschung in Reisabenteuern. Leipzig 1999.
  • Petrus. Fischer Fels und Funktionär. Leipzig 2001.
  • Themen des Neuen Testaments in der Grundschule. Ein Arbeitsbuch für Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Stuttgart 2001.
  • Von Adam bis Apokalypse. Biblische Überraschungen. Leipzig 2003.
  • Abraham in Judentum, Christentum und Islam. Göttingen 2009.
  • Jesus und Maria in Judentum, Christentum und Islam. Göttingen 2009.
  • Mose in Judentum, Christentum und Islam. Göttingen 2010.
  • Der Jahrhundertfund. Entdeckung und Geschichte des Codex Sinaiticus. Leipzig 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]