Dagny Servaes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dagny Servaes auf einer Fotografie von Alexander Binder

Dagny Luise Servaes (* 10. März 1894 in Berlin;[1]10. Juli 1961 in Wien) war eine deutsch-österreichische Theater- und Filmschauspielerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Dagny Servaes auf dem Grinzinger Friedhof in Wien

Dagny Servaes, die Tochter des Schriftstellers Franz Servaes (1862–1947), nahm Schauspielunterricht an der Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst. 1912 erhielt sie ein Engagement am Hoftheater in Meiningen.[2] Ab 1913 spielte Dagny Servaes an den renommierten Berliner Bühnen wie dem Deutschen Theater, Lessingtheater und Staatstheater.

1916 wurde sie erstmals im Stummfilm eingesetzt, wo sie sich rasch nach vorne spielte. Mehrmals war Emil Jannings ihr Partner, insbesondere in dem Monumentalfilm Das Weib des Pharao im Jahr 1921. Obwohl bereits als neuer Star gefeiert, wurden ihre Filmaufgaben in den Jahren danach etwas kleiner. Sie wandte sich wieder mehr dem Theater zu und unternahm mit Max Reinhardts Ensemble von 1926 bis 1928 eine Gastspielreise durch die Vereinigten Staaten. In New York stand sie mit den Stücken Jedermann, Ein Sommernachtstraum, Dantons Tod und Carlo Goldonis Diener zweier Herren auf der Bühne. Von 1926 bis 1937 war sie die Buhlschaft im Jedermann bei den Salzburger Festspielen.

Der Tonfilm bot Dagny Servaes, die sich 1936 in Wien niederließ, nur noch Nebenrollen. 1944/1945 arbeitete sie am nicht vollendeten Film Wo ist Herr Belling? als Ehefrau der Hauptfigur, dargestellt von Emil Jannings mit. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.[3]

Von 1938 bis 1948 spielte sie am Theater in der Josefstadt und 1950 vorübergehend am Volkstheater. Seit 1952 gehörte sie zum Ensemble des Burgtheaters.

Am 3. August 1927[4][5] heiratete sie den Kaufmann Erwin Goldarbeiter; die Ehe wurde 1939 geschieden. Ihre Tochter Evi Servaes schlug ebenfalls eine schauspielerische Laufbahn ein.

Dagny Servaes ist auf dem Grinzinger Friedhof beigesetzt (Gruppe 36, Reihe 2, Nr. 1A).[6]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 272 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dagny Servaes – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsregister Standesamt Berlin 3, Nr. 357/1894.
  2. Theater, Kunst und Literatur. In: Grazer Tagblatt, 18. Mai 1912, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gtb
  3. Servaes, Dagny. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten. Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Arndt-Verlag, Kiel 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 406.
  4. Dagny Servaes hat gestern geheiratet. In: Der Tag, 4. August 1927, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tag
  5. Heiratsregister Standesamt Berlin-Lichterfelde, Nr. 243/1927.
  6. Klaus Nerger: Dagny Servaes. In: knerger.de. Abgerufen am 1. Februar 2023.
  7. (Anzeige). In: Kinematographische Rundschau, 21. Mai 1916, S. 29 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kir
  8. Auszeichnungen. In: Salzburger Chronik, 17. August 1936, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sch