Das Kapital

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Titelblatt der Erstausgabe

Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, eines der Hauptwerke von Karl Marx, ist eine Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Nach Jahrzehnten ökonomischer Studien und diversen Vorarbeiten (v.a. die Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Zur Kritik der Politischen Ökonomie und die Theorien über den Mehrwert) erschien 1867 der erste Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Friedrich Engels stellte nach Marx’ Tod 1883 aus dessen Manuskripten zwei weitere Bände zusammen und veröffentlichte diese als Band II: Der Zirkulationsprozess des Kapitals 1885 und Band III: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion 1895.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Überblick

Die „Blauen Bände“ der Marx-Engels-Werke.

Schon der Titel Das Kapital macht klar, dass Marx eine bestimmte Gesellschaft analysiert, in seinem Werk den Kapitalismus mit seinen Besonderheiten behandelt. Entgegen verbreiteten Fehlinterpretationen geht es im Kapital also nicht um „Gesellschaft schlechthin“ oder „das menschliche Wirtschaften“.

Die „Kritik der politischen Ökonomie – so der Untertitel des Werkes – steht für die grundsätzliche Kritik sowohl der kapitalistischen Produktionsweise, wie auch der durchgesetzten bürgerlichen Theorie von derselben (Wirtschaftswissenschaften, besonders Volkswirtschaftslehre).

Diese Kritik legt dar, dass es sich bei Gesellschaften mit kapitalistischer Produktionsweise um Klassengesellschaften handelt, in denen sich das Privateigentum an den Produktionsmitteln durch die Indienstnahme von Lohnarbeit vermehrt. So akkumuliert sich der Reichtum in Form von Kapital, während seine Produzenten dauerhaft von ihm ausgeschlossen werden: Beteiligt am Reichtum sind laut Marx die Arbeiter nur insoweit, wie die Benutzung ihrer Arbeitskraft ihre Entlohnung notwendig macht.

Zweitens richtet sich die Kritik gegen die politische Herrschaft, die ihre Gewalt ganz in den Dienst des Kapitals stellt, die Abhängigkeit der arbeitenden Klasse vom Privateigentum rechtlich absichert.

Marx legt dar, dass diese von Menschen gemachte Verhältnisse sind. Dennoch wirken sie hinter dem Rücken der Gesellschaftsmitglieder, erscheinen ihnen als den Dingen innewohnende Sachnotwendigkeiten; ihr Charakter als Verhältnisse von Personen ist verschleiert. Die Bestimmungen, die Marx in seinem Hauptwerk entwickelt, sind auf moderne Verhältnisse gemünzt. Deshalb sind auch die kritisierten Ideologien nahezu allgegenwärtig: Das gesellschaftliche Handeln richtet sich heute wie vor 130 Jahren nach Kriterien, die als Sachzwänge erscheinen, obwohl sie doch erklärbaren menschlichen Verhältnissen geschuldet sind; Marx bezeichnet das in Analogie zu religiösen Einbildungen als Warenfetisch.

[Bearbeiten] Band 1: Der Produktionsprozess des Kapitals

(Zitate aus „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie., Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals“, Dietz Verlag, Berlin/DDR 1962 = MEW 23)

Karl Marx im Erscheinungsjahr des ersten Bandes Des Kapitals (1867). Nur diesen Band konnte er zur Publikation fertigstellen, die anderen beiden Bände erschienen posthum, herausgegeben von Friedrich Engels.
Manuskriptseite

[Bearbeiten] 1. Abschnitt: Ware und Geld

[Bearbeiten] 1. Kapitel. Die Ware

Gegenstand der Erklärung ist die kapitalistische Wirtschaftsweise, deren erstes Charakteristikum darin liegt, dass die einzelne Ware die Elementarform des von ihr produzierten Reichtums darstellt. Die „Kritik der politischen Ökonomie“ beginnt deswegen mit der Analyse der Ware. (s.49)

Der Gebrauchswert (GW; S. 49)

Die erste Eigenschaft der Ware ist, dass sie ein fürs menschliche Bedürfnis passend gemachtes Stück Natur ist; ein Ding, notwendig und nützlich für das Leben. Sie ist ein Gebrauchswert(GW) und damit der stofflicher Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft. Der GW einer Sache hat seinen Grund in deren Eigenschaften. Diese Bestimmtheit macht sie zu Mitteln von je besonderen Bedürfnissen. Um ein Bedürfnis zu befriedigen, muss der GW in passender Menge zur Hand sein. Das Maß dieser Mengen kann nur GW derselben Sorte messen (Du sollst nicht Äpfel und Birnen addieren!). Daher - entgegen Nutzentheorie, welche die Nützlichkeit von den GW trennt und „das Bedürfnis“ als Abstraktion von seiner bestimmten Qualität konstruiert - sind GW, wie die auf sie bezogenen Bedürfnisse, inkommensurabel.

Die Benutzung des GW ist der – produktive oder individuelle – Konsum. Dabei kommt es nicht darauf an, ob zur Herstellung viel oder wenig Arbeitsaufwand nötig war. Die produzierten GW bilden den sachlichen Reichtum jeder Gesellschaft. Die kapitalistische Besonderheit liegt darin, dass die GW für den Markt produziert werden. (s.49-50)

Der Tauschwert (TW) bzw. Wert (S. 51)

Die ökonomisch wesentliche Bestimmung der Ware ist, dass sie für den Austausch bestimmt ist. Auf dem Markt erhält der Privatproduzent für seine Ware TW - Zugriffsmacht auf Produkte fremder Arbeit. Die Frage ist, wie viel fremdes Arbeitsprodukt der TW der Ware eintauscht, also wie viel Zugriff auf den Reichtum des Käufers sie erzielt. Der TW der Ware sieht von der Qualität der GW ab, denn sein quantitatives Verhältnis zu anderen TW beruht auf qualitativer Gleichsetzung unterschiedlichster Waren. Das „gemeinsame Dritte“, der Wert, ist keine Eigenschaft, die aus dem GW kommt, sondern eine praktizierte Abstraktion vom GW. Der TW steht im Gegensatz gegen den GW und damit gegen das Bedürfnis, denn das Eintauschen von Wert bedingt, dass jedes Bedürfnis vom dazugehörigen GW getrennt ist (s. 56-59). Der GW ist gleichgültiges Material, „bloßer Träger“ des Werts. Die Einheit dieses Gegensatzes in der Ware ist die Existenzweise der Negation des Bedürfnisses.

Der TW erscheint als etwas Zufälliges, ein der Ware immanenter TW. Allerdings ist auf dem Markt jede einzelne Ware austauschbar gegen jede andere. Die mannigfaltigen Austauschverhältnisse zeigen, dass der TW nicht durch das besondere Verhältnis zweier Güter bestimmt ist. Der TW der Waren einer Art drückt ihr Gleiches mit anderen aus, ist die Ausdrucksweise eines von ihnen unterscheidbaren Gehalts. Die Tauschbarkeit der Waren beruht auf einer allgemeinen Eigenschaft, die sie überhaupt erst verrechenbar macht. Das Austauschverhältnis unterstellt ein Maß, welches sich im Tauschwert ausdrückt, das alle Waren in sich tragen. Nur diese einheitliche Qualität macht sie überhaupt quantitativ vergleichbar. So erscheint im TW die objektive Bestimmung der Waren.

Die Quelle des Werts (wertbildende Substanz; S. 52)

Die Gemeinsamkeit aller Waren ist, dass sie Produkte von Arbeit sind. Als TW sind sie die praktizierte Abstraktion von ihrem besonderen Inhalt und Zweck. Mit der Nützlichkeit der Arbeitsprodukte verschwindet der Nutzen der auf sie verausgabten Arbeit. Es verschwindet also auch der GW ihrer Produkte und sie sind reduziert auf „abstrakt-menschlicher Arbeit“. „Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.“ (S. 52)

Jede Arbeit ist so gut wie die andere oder nichts wert, wenn kein lohnender Verkauf stattfindet, wie nützlich ihre Produkte auch sein mögen. Die konkrete Arbeit ist unterschiedslose menschlicher Arbeit, bloße Voraussetzung dafür, dass das Arbeitsprodukt, welches Nicht-Gebrauchswert für den Produzenten ist, zum Tausch gelangt. Wie der TW der Arbeitsprodukte ist auch die abstrakt-menschliche Arbeit - die Wertquelle - keine willkürliche Abstraktion, sondern der Maßstab, der praktisch an jeder konkreten Arbeit geltend gemacht wird.

Die Wertgröße (S. 53)

Eine Ware hat nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihr vergegenständlicht ist. Also ist die Wertgröße bestimmt durch das Quantum der ihr enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‘, abstrakte Arbeit. Die Quantität der abstrakten Arbeit misst sich an ihrer Zeitdauer (Stunde, Tag), Arbeitszeit.

Arbeit für allgemeinen Warentausch ist Privatarbeit, die sich auf dem Markt beweisen muss. Ob die aufgewandte Mühe auch gesellschaftlich notwendige Arbeit war, entscheidet sich an der Zugriffsmacht die sie auf die Produkte der anderen Privatarbeiten ausübt. Die Eigenschaft, etwas wert zu sein, entscheidet sich an dem erfolgreichen Austausch gegen fremden Reichtum. Am TW den Waren erzielen, sieht man, dass sie gesellschaftlich notwendige Arbeit enthalten und wie viel davon. Diesem immanenten Maß des Werts und seiner Größe werden also die individuellen Arbeiten praktisch subsumiert.

Arbeitszeit als Grund des Werts (S. 59-61)

Einerseits ergibt sich das Interesse an Ausdehnung der absoluten Arbeitszeit, sofern mit ihr das Wertprodukt wächst. Andererseits das Interesse an Verkürzung der Arbeitszeit je Produkt, um möglichst viel fremden Reichtum an sich zu ziehen, also Produktivitätssteigerung. So ergibt sich die widersprüchliche Tendenz der Wertsenkung als Mittel zur Wertvermehrung. Dieser Widerspruch unterstellt zwei Klassen: den Arbeiter, der GW produziert, die ihm nicht gehören und den Eigentümer, den Kapitalisten, für den sie nur TW sind. Die Preiskonkurrenz ist Mittel des Verkaufs. Sie findet über Produktivitätssteigerung statt, also durch Reduzierung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit.

Alle Arbeit gilt im Austausch der Produkte als Exemplar der gesellschaftlich normalen Verausgabung; die individuell verschiedenen Produktionsbedingungen, Intensität der Arbeit und Geschick der Produzenten werden diesem Maß des Werts subsumiert. Erst im Vergleich über den Austausch stellt sich also heraus, was die geleistete Arbeit wert war. Wo es um TW als Zweck der Arbeit geht, spielt Vorliebe, Tradition eines speziellen Gewerbes keine Rolle, Produktionszweigwechsel bzw. Mobilität ist selbstverständlich. Jede Arbeit ist so gut wie die andere, sofern sie TW erzeugt – oder nichts wert, wenn kein lohnender Verkauf stattfindet, wie nützlich auch immer ihr Resultat.

Arbeitsteilung und Tausch (S. 85-98)

Die Allgemeinheit des TW unterstellt Warenproduktion. Das heißt, eine spezifische gesellschaftliche Form der Arbeit(steilung). Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit dient so dem Zweck aus unabhängiger Privatarbeit nützliche Produkte herzustellen, deren Verkauf nur erfolgt, wenn sie sich als Träger von TW, also als Mittel der Aneignung von Wert im Austausch erweisen. Die Konkurrenz gegeneinander, also das rücksichtslose Behindern, Übervorteilen und Streitigmachen von Kundschaft auf dem Markt ist die im Kapitalismus praktizierte Arbeitsteilung.

Das Geld (S. 62-84)

Die Reduktion aller verschiedenen Waren auf ihre gemeinsame Wertqualität existiert praktisch in ihrer Gleichsetzung mit einer Ware, die als von der Warenvielfalt unabhängige selbständige Wertgestalt fungiert. Sie verkörpert allen Waren gegenüber Wert und erhält dadurch die Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen anderen Waren: Geld.

Die Geldware enthält den Gegensatz von GW und Wert unmittelbar an sich selber. Ihr GW ist, die selbständige Existenzweise des Werts und damit die universelle Zugriffsmacht auf den stofflichen Reichtum der Gesellschaft. An der Verfügung über Geld scheiden sich arm und reich. Geld ist der Zweck der Produktion. Abstrakte, also gleichgültige Arbeit für Geld, ist das Mittel, um an Geld heranzukommen. Arbeit, die nicht zu Geld wird, ist wertlos und damit auch die GW die sie produziert. Geld ist die Verkörperung des abstrakten Reichtums der kapitalistischen Gesellschaft.

Der „Fetischcharakter“ der Ware (S. 85-98)

Durch den in der Ware enthaltenen Gegensatz von GW und TW erscheint der spezifisch-gesellschaftliche Charakter der Arbeit als notwendige Eigenschaft von Sachen (Waren bzw. Geld). Wahr ist, dass der Zweck der Arbeit in Ware und Geld vergegenständlicht ist. Den Notwendigkeiten von Ware und Geld folgen die unabhängigen Privatpersonen, indem sie ihren Vorteil verfolgen und dabei mit Marktbedingungen konfrontiert werden, die sich „hinter ihrem Rücken“ einstellen. Fetisch ist, wenn man nicht zur Kenntnis nimmt, dass es sich dabei um einen herrschenden ökonomischen Zweck handelt, sondern ein Bewusstsein von quasi-natürlichen Eigenschaften der GW entwickelt.

Grund des „Fetischs“ ist, dass die Bürger den Zwang, den die sachlichen ökonomischen Verhältnisse darstellen, als ihre Chance behandeln; als Freiheit, die sich auf den Zweck dem sie dient, wie auf eine vorausgesetzte Bedingung ihrer Betätigung bezieht und ihn als sachgerechte Entscheidung des eigenen Interesses praktiziert. Dafür müssen alle Produzenten die ihnen gewährte Freiheit an die Erfordernisse einer dem Wert unterworfenen Produktion anpassen. Die Freiheit bildet also keinen Gegensatz zum ökonomischen Zwang, sondern ist Mittel der Konkurrenz um den TW im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaft.

[Bearbeiten] 2. Kapitel. Der Austauschprozeß

Das Geld ist das gesellschaftlich gültige allgemeine Äquivalent, in dem alle Waren ihr Wertdasein objektiv ausdrücken. Die Waren müssen sich daher im Austauschprozess - als gesellschaftliches Verhältnis der die Warenbeziehungen vermittelnden Subjekte - auf das Geld beziehen. Dass die Privatproduzenten sich als Repräsentanten der Warenwerte, d. h. als Käufer und Verkäufer gegenübertreten, unterstellt die Anerkennung des Privateigentums: Eigentum heißt Trennung von Bedürfnis und Mitteln seiner Befriedigung als Bedingung ihres Zusammenkommens – unter der Voraussetzung der Preisrealisierung.

Weil die Dinge des Genusses etc. mir nicht gehören, sondern anderen, trete ich als Käufer an und schaffe das Geld herbei, um den Warenpreis zu realisieren.

Die Gültigkeit des Rechtsverhältnisses ist eine Sache des Staates. Die politische Gewalt ist nötig – sie macht den Ausschluss per Privateigentum zur allgemeinen Lebensbedingung und sorgt für dessen Respektierung – damit das freiheitliche Verhältnis der Personen zur Welt der Waren und des Geldes, und entsprechend zueinander, möglich ist (Kein Mensch macht einen Vertrag, wenn nicht Gültigkeit durch politische Gewalt gegeben ist und gewusst wird). Statt persönlicher Abhängigkeit herrscht die Freiheit ökonomischer Charaktermasken, d. h. Unterwerfung unter den gesellschaftlichen Charakter der Waren, deren Zweck gar nicht in ihrem Gebrauch besteht.

Geldfetisch

Wenn der Staat die gesellschaftliche Gültigkeit seines Geldes und damit den Austausch als dauerhaftes, die gesellschaftliche Produktion und Verteilung der Güter im Gemeinwesen bestimmendes, ökonomisches Verhältnis setzt, dann bezieht jeder Privatproduzent seine Waren im Austauschprozess auf das Geld als vorgefundenes gesellschaftlich gültiges Äquivalent. Auf diese Weise reproduziert sich die gesellschaftliche Objektivität dieses Verhältnisses im bewussten Handeln der Individuen. So gewinnt der Warenfetisch im Geld seine gegenständliche Vollendung.

[Bearbeiten] 3. Kapitel. Das Geld oder die Warenzirkulation

Die Realisierung des Warenwerts stellt sich als Beziehung der Ware auf das Geld dar und erzeugt dadurch besondere Formbestimmungen, die als Kategorien der Warenzirkulation zugleich Funktionen des Geldes sind.

[Bearbeiten] Maß der Werte

Die erste Funktion des Geldes „besteht darin, der Warenwelt das Material ihres Wertausdrucks zu liefern oder die Warenwerte als gleichnamige Größen, qualitativ gleiche und quantitativ vergleichbare, darzustellen. So funktioniert es als allgemeines Maß der Werte“ (S. 109). Eine spezifische Ware, Gold, dient als Verkörperung des Werts und ist als solche das einheitliche Maß des Werts aller anderen Waren. Alles hat seinen Preis, d. h. jede Ware ist als bloßer Stellvertreter des eigentlichen gesellschaftlichen Reichtums mit einem Quantum Geld gleichgesetzt. Für diese Funktion des Geldes ist dessen Existenz bloß unterstellt, sein wirkliches Vorhandensein in dem entsprechenden Umfang nicht vonnöten, denn der Ausdruck des Warenwerts im Preis ist nur ideell. Eine zweite Funktion verrichtet das Geld als Maßstab der Preise (S. 112): Durch die Fixierung der Geldware als technischem Maßstab – ursprünglich als festgesetztes Metallgewicht – und die Einteilung in aliquote Einheiten (z. B. Euro & Cent) vergleichen sich unterschiedliche Preise untereinander. Die Staatsmacht sorgt für die objektive Gültigkeit des Wertmaßes und die Verbindlichkeit des Preismaßstabs, also für die Notwendigkeit des Geldverdienens, um an die Mittel des Bedarfs zu gelangen. Das „harte Geld lauert hinter dem ideellen“ (S. 118), weil der Zugang zum konkreten Reichtum - Gebrauchswert - davon abhängig gemacht ist, dass man das nötige Geld hat. Der durch das Privateigentum gesetzte Zwang zum Tausch stiftet einen gesellschaftlichen Zwangszusammenhang, der sich als „Bedürfnis“ nach Geld bzw. als Schranke der Verfügung darüber geltend macht.

[Bearbeiten] Zirkulationsmittel

Der Preis drückt aus, dass die Ware von Geld gekauft werden kann und macht ihre Gleichsetzung mit dem Gold als ideelle objektiv, fordert also ihre Realisierung. Die Realisierung der Einheit mit dem allgemeinen Äquivalent, die an der preisbestimmten Ware nur ideell gegeben ist, kann aufgrund der Trennung der Geldware von allen Waren nur als tatsächliches Übergehen der Ware in Geldform geschehen. So vermittelt das Geld den Austausch von beliebigen Waren. Ohne das dazwischentretende Geld findet Händewechsel von Gebrauchswerten im Kapitalismus nicht statt; der Austauschprozess der Waren vollzieht sich also in der Figur Ware-Geld-Ware (W-G-W). Dabei ist nicht gesellschaftliche Verbreitung nützlicher Arbeitsprodukte der Zweck, denn das Zirkulationsmittel Geld erweist sich als die entscheidende Bedingung und Schranke, von deren Erfüllung W-G-W abhängt: Die Ware hat ihre Verkäuflichkeit zu beweisen. Diese hängt nicht nur an entsprechendem Bedürfnis, sondern auch an dessen Zahlungsfähigkeit. Ob und wieviel Geld eine Ware an sich zieht und ob der Kaufinteressent in ihren Besitz gerät, entscheidet sich an Verfügung über Geld bzw. am Preis der gewünschten Sache. Die Trennung von Verkauf und Kauf enthält demnach einen handfesten Gegensatz (S. 127). Auf beiden Seiten kommt es aufs Geld an: der Käufer unterstellt den erfolgreichen Verkäufer und umgekehrt der Verkäufer den zahlungskräftigen Kunden (S. 125), so dass W-W oft gar nicht passiert. Resultat sind unverkäufliche Waren und unerfüllte Bedürfnisse.

[Bearbeiten] Geld

Weil das Geld innerhalb der Zirkulation nur als ideelles fungiert, muss die wirkliche Darstellung des Werts im Geld als dessen Festhalten gegen die Zirkulation erfolgen, also an die Stelle der Funktionalisierung des Geldes für die Zirkulation muss die Realisierung der Warenpreise mit reellem Geld als Endzweck treten. Die Notwendigkeit der Teilnahme am Stoffwechsel per Austausch schafft das Bedürfnis nach Verfügung über Geld, gegen seine bloße Anwendung fürs Bedürfnis. Die Bedingung des Stoffwechsels – die Beschaffung von Geld – ist der Zweck des Marktes. Arm ist und bleibt, wer das Geld bloß als Mittel verwendet, es für den Kauf von Konsumgütern ausgibt. Die gesellschaftliche Macht des Geldes existiert und taugt deswegen nur als Privatbesitz.

Der Schatzbildner

praktiziert dieses Bedürfnis als Festhalten des Geldes aus dem Verkauf, durch Verzicht auf den Kauf, d. h. auf die Macht über die Genüsse ist er scharf, für sie entsagt er ihrer.

Lächerlich und amoralisch (Habgier, Geiz) ist er nicht wegen dieses Zwecks, sondern wegen des Widerspruchs seiner Verfolgung.

Der Schatzbildner exekutiert den Widerspruch zwischen qualitativer Schrankenlosigkeit und quantitativer Beschränktheit des Geldes zu Lasten seiner Bedürfnisse, wenn er die Freiheit zu ihrer Befriedigung erweitert; er kann den Wert nur durch Verzicht vermehren: „opfert daher dem Goldfetisch seine Fleischeslust. Er macht Ernst mit dem Evangelium der Entsagung.“ (S. 147)

Das Zahlungsmittel

Obgleich der Schatz nur im Verhältnis zur Zirkulation seine Identität als Repräsentant des allgemeinen Reichtums bewahrt, beruht er doch auf ihrer Unterbrechung, schließt seine Form die Bedingung seiner Existenz aus. Als verselbständigtes kann das Geld also nur fungieren, wenn der in der Form der Warenzirkulation enthaltene Zweck - der Stellenwechsel der Ware - nicht negiert, sondern verwirklicht wird. Die Zirkulation muß eine Gestalt annehmen, in der sich die Veräußerung der Waren ebenso vollzieht wie das Festhalten des wirklichen Geldes als realisiertem Preis; Kauf und Zahlung müssen sich trennen.

Das Zahlungsmittel macht den Zweck des Geldmachens von vorübergehender Zahlungsunfähigkeit des Käufers unabhängig. Kredit ist eine seriöse Technik der Marktbeteiligung: Sie unterstellt, dass erstens genügend Geld auf Seiten des Gläubigers angehäuft ist, um die Belieferung des Marktes fortzuführen; und dass zweitens auf Seiten des Schuldners die Fähigkeit gegeben ist, aus seiner Produktion Überschüsse am Markt zu erlösen. Schulden werden zum Mittel der Vermehrung des abstrakten Reichtums. Armut ist dann die Notwendigkeit, für die Befriedigung der Bedürfnisse Geld zu pumpen und mit späterem Verzicht dafür zu bezahlen.

Fungiert das Geld als ideelles Kaufmittel, wird sein reeller Erwerb zum Selbstzweck auf Seiten des Schuldners: Verkauf, um zahlen zu können – ansonsten Zwangsübergabe seiner Habe. Solange die Trennung von Kauf und Zahlung den Zusammenhang von Kauf und Verkauf ausdrückt, fungiert das Geld nur ideell als Rechengeld. Bei Störungen schlägt diese Trennung in Forderung nach Goldware um. Geld als absolute Ware enthält die Möglichkeit der Krise als Geldkrise: Der „Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld…(wird) bis zum absoluten Widerspruch gesteigert“ (S. 152). Die Ware, der stoffliche Reichtum wird der Wertgestalt geopfert.

Das Weltgeld

Die Verselbständigung der Geldfunktion gegen die Geldware steht mit ihrer Konsequenz - den Lokalformen: Maßstab der Preise, Münze und Wertzeichen, Zahlungsmittel und Kredit - in Gegensatz zum Begriff des allgemeinen Äquivalents. Das Geld drückt seine widersprüchlichen Existenzweisen stets durch seine lokal begrenzte, damit nicht auf alle Waren bezogene Funktion aus.

Seinem Begriff entsprechend existiert Geld - universelle Vergegenständlichung des abstrakten Reichtums - im Welthandel, wo das Geld seine lokale Währungsform abstreift. Schranken, die sich aus der begrenzten Gültigkeit der Nationaluniformen des Geldes ergeben, werden überwunden, indem sie sich in Gold als der selbständigen Wertgestalt messen.

[Bearbeiten] 2. Abschnitt: Die Verwandlung von Geld in Kapital

[Bearbeiten] 4. Kapitel. Verwandlung von Geld in Kapital

Das Weltgeld als notwendiges Produkt der allgemeinen Warenzirkulation steht im Gegensatz zu ihrer Form, der gesellschaftlichen Vermittlung des stofflichen Reichtums. Soll das selbständige Dasein des Werts wirklicher Zweck der Zirkulation sein, bedarf es einer Form der Zirkulation, in der das Geld nicht verschwindet, sondern Ausgangspunkt und Resultat der Bewegung, Kapital ist: G- W- G. Weil diese selbständige Form des Werts tautologisch und beschränkt, ist die Vergrößerung der ursprünglichen Geldsumme, Mehrwert notwendig: G-W-G'. Aus der Identität des Anfangs- und Endpunktes dieses Kreislaufs geht hervor, dass die in ihm beschriebene Bewegung endlos ist. Deswegen verleiht ihr die Differenz, welche sie hervorbringen muss, die Bestimmung der Maßlosigkeit. Entscheidend ist, dass diese selbständige Verwertung des Werts Prozess ist, Ware und Geld werden bloße Momente seiner rastlosen Bewegung.

Dieser Prozess ist Kapitalverwertung und kann nicht aus der Sphäre der Warenzirkulation erklärt werden; weder aus allgemeinem Äquivalententausch, noch aus speziellen Betrugsmanövern. Die Wertvergrößerung muss also aus der Benutzung der gekauften Ware entspringen: die Verwertung des Kapitals beruht auf Kauf und produktiver Anwendung der Ware Arbeitskraft. Das Gegenüber des Kapitals, der Verkäufer der Arbeitskraft, ist der Arbeiter selbst: auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt werden die „physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert“ (S. 181) selbst zur Ware; die Person kann ihr eigenes Arbeitsvermögen wie Eigentum frei zum Kauf anbieten. Damit das Geld in der Hand des Kapitals zum Kommandomittel über menschliche Arbeit wird, ist das Vorhandensein einer eigentumslosen Klasse (Arbeiterklasse) unterstellt, die keine Mittel besitzt, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen – also auch kein anderes Lebensmittel hat, als ihre eigene Arbeitskraft als Ware zu verkaufen: die in diesem Sinne doppelt freien Lohnarbeiter. Die Verwertung des Kapitals beruht auf der Differenz zwischen der auf die Reproduktion der Ware Arbeitskraft verwandten und der im Wert der hergestellten Ware vergegenständlichten, gesellschaftlich durchschnittlichen Arbeitszeit. Die Reproduktion der Arbeiterklasse – ihr Lebensprozess – ist dem Verwertungsprozess des Kapitals unterworfen. Durch die Konsumtion der Ware Arbeitskraft wird die Arbeiterklasse zum Element des kapitalistischen Produktionsprozess.

[Bearbeiten] 3. Abschnitt: Die Produktion des absoluten Mehrwerts

[Bearbeiten] 5. Kapitel. Arbeitsprozess und Verwertungsprozess

[Bearbeiten] Arbeitsprozess

Um die Arbeit dem Zweck Verwertung zu subsumieren, muss das Kapital von seiner Identität als Wert abstrahieren und sich den Gesetzmäßigkeiten der Arbeit unterwerfen. Deshalb gilt die Untersuchung den allgemeinen Bestimmungen des Arbeitsprozess und er „ist daher zunächst unabhängig von jeder bestimmten gesellschaftlichen Form zu betrachten“ (192). Die Arbeit ist zunächst Produktion von Gebrauchswerten und als solche „ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert" (S. 192). In diesem Prozess ist der Mensch selbstbewusstes Subjekt, das in der Veränderung der Natur seinen Zweck verwirklicht. Die praktische Einwirkung auf den natürlichen Gegenstand lässt sich von seinem Bedürfnis nach ihm leiten. Dazu muss sich sein Wille in der Konzentration auf den Arbeitsprozess bewähren. Neben der zweckmäßigen Tätigkeit, der Arbeit selbst, und ihrem Gegenstand, bildet das Arbeitsmittel das dritte Moment des Arbeitsprozesses. Mit ihm überwindet der Mensch die in seiner natürlichen Ausstattung gegebenen Schranken für die Formveränderung des Gegenstandes: „Er benutzt die mechanischen, physikalischen, chemischen Eigenschaften der Dinge, um sie als Machtmittel auf andre Dinge, seinem Zweck gemäß, wirken zu lassen.“ (194) Diese Bestimmungen zweckmäßiger Herstellung von Gebrauchswerten sind „allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur, ewige Naturbedingung des menschlichen Lebens und daher ... allen Gesellschaftsformen gleich gemeinsam" (198). Der kapitalistische Arbeitsprozess zeigt zwei Besonderheiten: Erstens hat der Arbeiter das Eigentum an seiner Ware (Arbeitskraft), die er verkaufen muss; ihre Betätigung - die lebendige Arbeit - gehört dem Kapital. Da zweitens Arbeitsmittel und –gegenstand Eigentum des Kapitals sind, ist die Trennung der Arbeit und ihres Produkts vom Produzenten Ausgangspunkt und Resultat des Arbeitsprozess.

[Bearbeiten] Verwertungsprozess

Die formelle Unterordnung der Arbeit unter das Kapital schließt noch nicht die Verwertung des Kapitals ein. Denn der Zweck des Kapitals ist nicht damit fertig, dass er einen Gebrauchswert produzieren lässt, „sondern eine Ware, nicht nur Gebrauchswert, sondern Wert, und nicht nur Wert, sondern auch Mehrwert“ (S. 201).Den Arbeitsprozess gibt es im Kapitalismus nur, sofern er Waren erbringt, die über die Wertsumme für Produktionsmittel und Arbeitskraft hinausgehenden Wert enthalten: der Arbeitsprozess muss sich als Verwertungsprozess bewähren. Grund der Verwertung beruht darauf, dass die vom Kapital angewandte Arbeitskraft den Wert der in Arbeitsmaterial und -mittel vergegenständlicht ist als „Gratisgabe“ überträgt und neue lebendige Arbeit zugesetzt, die im Durchschnitt zur Herstellung der Ware gesellschaftlich notwendig ist. Die Verfügung über die lebendige Arbeit erlaubt dem Kapital die Anwendung der Arbeitskraft über die Zeit hinaus, in der sie ihren Wert reproduziert.


6. Kapitel. Konstantes Kapital und variables Kapital

[Bearbeiten] 7. Kapitel. Die Rate des Mehrwerts

  1. Der Exploitationsgrad der Arbeitskraft
  2. Darstellung des Produktenwerts in proportionellen Teilen des Produkts
  3. Seniors „Letzte Stunde“
  4. Das Mehrprodukt

[Bearbeiten] 8. Kapitel. Der Arbeitstag

  1. Die Grenzen des Arbeitstags
  2. Der Heißhunger nach Mehrarbeit. Fabrikant und Bojar
  3. Englische Industriezweige ohne legale Schranken der Exploitation
  4. Tag und Nachtarbeit. Das Ablösungssystem
  5. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Zwangsgesetze zur Verlängerung des Arbeitstags von Mitte des 14. bis zu Ende des 17. Jahrhunderts
  6. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Zwangsgesetzliche Beschränkungen der Arbeitszeit. Die englische Fabrikgesetzgebung von 1833–1864
  7. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Rückwirkung der englischen Fabrikgesetzgebung auf andere Länder

9. Kapitel. Rate und Masse des Mehrwerts

[Bearbeiten] 4. Abschnitt: Die Produktion des relativen Mehrwerts

10. Kapitel. Begriff des relativen Mehrwerts

11. Kapitel. Kooperation

[Bearbeiten] 12. Kapitel. Teilung der Arbeit und Manufaktur

  1. Doppelter Ursprung der Manufaktur
  2. Der Teilarbeiter und sein Werkzeug
  3. Die beiden Grundformen der Manufaktur – heterogene Manufaktur und organische Manufaktur
  4. Teilung der Arbeit innerhalb der Manufaktur und Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft
  5. Der kapitalistische Charakter der Manufaktur

[Bearbeiten] 13. Kapitel. Maschinerie und große Industrie

  1. Entwicklung der Maschinerie
  2. Wertabgabe der Maschinerie an des Produkt
  3. Nächste Wirkung des maschinenmäßigen Betriebs auf den Arbeiter
  4. Die Fabrik
  5. Kampf zwischen Arbeiter und Maschine
  6. Die Kompensationstheorie bezüglich der durch Maschinerie verdrängten Arbeiter
  7. Repulsion und Attraktion von Arbeitern mit Entwicklung des Maschinenbetriebs. Krisen der Baumwollindustrie
  8. Revolutionierung von Manufaktur, Handwerk und Hausarbeit durch die große Industrie
  9. Fabrikgesetzgebung. (Gesundheits- und Erziehungsklauseln.)
  10. Große Industrie und Agrikultur

[Bearbeiten] 5. Abschnitt: Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts

14. Kapitel. Absoluter und relativer Mehrwert

15. Kapitel. Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert

16. Kapitel. Verschiedene Formeln für die Rate des Mehrwerts

[Bearbeiten] 6. Abschnitt: Der Arbeitslohn

17. Kapitel. Verwandlung von Wert resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn

18. Kapitel. Der Zeitlohn

19. Kapitel. Der Stücklohn

20. Kapitel. Nationale Verschiedenheiten der Arbeitslöhne

[Bearbeiten] 7. Abschnitt: Der Akkumulationsprozess des Kapitals

21. Kapitel. Einfache Reproduktion

22. Kapitel. Verwandlung von Mehrwert in Kapital

23. Kapitel. Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation

[Bearbeiten] 24. Kapitel. Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation

Hauptartikel „Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ im „Kapital“

25. Kapitel. Die moderne Kolonisationstheorie

[Bearbeiten] Band 2: Der Zirkulationsprozess des Kapitals

Friedrich Engels vollendete nach Marx’ Tod 1883 aus dessen Manuskripten Das Kapital mit Band 2 und 3. Seine Interpretation ist nicht gänzlich unumstritten.

Im ersten Band war Gegenstand, wie der Mehrwert im einzelnen industriellen Kapital produziert wird. Dieser muss aber noch im Austausch – in der Zirkulationssphärerealisiert werden. Dadurch ergeben sich verschiedene Phasen, in denen sich das Kapital befinden muss: die Produktions- und die Zirkulationssphase. In der zweiten Phase beziehen sich verschiedene Einzelkapitale aufeinander; die Form dieser Verhältnisse sind Gegenstand des zweiten Bandes des „Kapitals“. Die Untersuchung dieser Verhältnisse führt zu der Frage, wie unter der Forderung beständiger Akkumulation von Mehrwert die Reproduktion der Gesellschaft verläuft.

[Bearbeiten] Band 3: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion

Hier beschreibt Marx:

  • Die Verwandlung von Mehrwert in Profit und der Rate des Mehrwerts in Profitrate
  • Die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit
  • Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate
  • Verwandlung von Warenkapital und Geldkapital in Warenhandlungskapital und Geldhandlungskapital (kaufmännisches Kapital)
  • Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn
  • Das zinstragende Kapital
  • Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
  • Die Revenuen und ihre Quellen

Im 48. Kapitel Kapitalistisches Bewusstsein oder die Formel der Dreieinigkeit (Zusammenfassung) fasst Marx (oder Engels) einige der wichtigsten Aspekte des gesamten Kapitals zusammen. U. a. werden in kurzer Form die Stufen der Verschleierung der Ausbeutung der Arbeiter durch das Kapital beschrieben.

[Bearbeiten] Werkgeschichte

Marx arbeitete fünf Jahre lang an der französischen Ausgabe des ersten Bandes; diese Übersetzertätigkeit regte ihn an, den Stoff in Nuancen neu zu überarbeiten und neu zu überdenken.

Die von Engels veröffentlichten Kapital-Bände finden sich in den Marx-Engels-Werken (MEW, siehe Literaturliste); die hierfür verwendeten Original-Manuskripte sind in der „historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe“ veröffentlicht (MEGA 2, siehe Literaturliste).

[Bearbeiten] Ausgaben

Gedenktafel zum Druck der Erstausgabe 1867 in Leipzig

[Bearbeiten] Erstausgaben

  • 1867: Buch I, Hamburg: Otto Meissner (weitere Auflagen: 1872, 1883 hg. von F. Engels, 1890 hg. von F. Engels)
  • 1885: Buch II, hg. von F. Engels, Hamburg: Otto Meissner (weitere Auflage: 1893)
  • 1894: Buch III, hg. von F. Engels, Hamburg: Otto Meissner

Otto Meissner (Verleger)

[Bearbeiten] Zitierte Werk- bzw. Gesamtausgabe

  • 1962/1963/1983: in Marx-Engels-Werke (MEW), Band 23–25, Berlin/DDR: Dietz Verlag (Buch I nach der 4. Auflage 1890, Buch II nach der 2. Auflage 1893, Buch III nach der 1. Auflage 1894; auch als seitengleiche Separatausgabe: Das Kapital, Erster–Dritter Band, 1972/1973/19??)

Aufgrund der weltweiten Finanzkrise 2008 stieg die Nachfrage nach dem ersten Band des Kapitals (MEW23) derart an, dass der Dietz-Verlag zunächst eine Verdreifachung der Verkäufe meldete und dann konstatieren musste, dass das Buch nunmehr vergriffen ist.

  • 1976ff.: in Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), „Zweite Abteilung“ 15 Bände, Berlin/DDR: Dietz Verlag, später Berlin: Akademie Verlag

[Bearbeiten] Literatur

  • Karl Marx: Das Kapital 1.1. Die Zusammenfassung des ersten Bandes des „Kapitals“, verfasst vom Autor. Karl Dietz Verlag Berlin, 2009, ISBN 978-3-320-02169-6.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Das Kapital

[Bearbeiten] Kommentare

[Bearbeiten] Das Kapital in der Gegenwart

[Bearbeiten] Siehe auch

Arbeitswerttheorie, Politische Ökonomie

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