Dun
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Ein Dun (hergeleitet aus kelt. *dunom; heute im Walisischen Din, im Schottisch-Gälischen Dùn, im Irischen Dún, diese jeweils mit der Bedeutung „Befestigung“ ist eine meist runde, bronze- oder eisenzeitliche Anlage aus Trockenmauerwerk.
Hillforts wurden ab 1.200 v. Chr. und Duns ab etwa 700 v. Chr. errichtet und teilweise bis ins Mittelalter hinein genutzt. Duns werden regional auch als Caher, Cathair oder Cashel und lage-, form- bzw. materialbezogen auch als Cliff-, Coastal-, Promontory-, Ring- oder Steinfort bezeichnet. Man findet einige von ihnen auf Hügeln, (Moghane Hillfort) wo sie als Hillforts bezeichnet werden, und auf Inseln in Seen (Doon Lough).
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[Bearbeiten] Irland
Dun ist mit Bezug auf einstige oder noch existente Anlagen dieser Art, auch ein Namensteil irischer Castles (Dunguaire Castle) und vieler Orte auf den Britischen Inseln (Dundalk, Dundee, Dun Laoghaire, Duns in der Border Region). Mitunter kommen die verfremdeten Formen "Don" oder "Doon" (Donaghmore, Donegal und Doonmore) vor. Auch die regionale irische Form Caher (Caherdaniel, Cahersiveen) ist im Südwesten als Ortsnamesteil verbreitet. Alle diese Namen verweisen auf ein reales, gegebenenfalls auch ausgegangenes Dun. Die bekanntesten (weitgehend) erhaltenen irischen Duns sind Dun Aenghus und Dubh Cathair auf der Araninsel Inishmore sowie Dunbeg (das kleine Dun) und auch Dunmore (das große Dun) auf der Dingle-Halbinsel im County Kerry. Die letzten beiden Namen kommen auch in anderen Countys vor.
Unter den restaurierten, primär den großen Duns, die auch als Steinforts bezeichnet werden, sind Staigue Fort und Cahergal im County Kerry, Dubh Cathair auf Aran und der Grianan of Ailech im County Donegal hervorzuheben. Merkmal jener Duns die als Cliff- oder Promontory Forts bezeichnet werden ist ihre Lage. Im Inland liegen sie an einer steilen Geländekante, am Meer an einer Steilklippe. Solche Lagen hatten den Vorteil, dass man beim Bau ihrer Umwallung einen größeren Teilbereich (etwa 40%) einsparte und lediglich halbkreisartige Abschnittsanlagen schuf.
Duns entstanden sogar auf winzigen Inseln, wie Doon Lough (übersetzt: das See-Dun), in Donegal, das 90% der gesamten Felseninsel einnimmt und zuweilen als Crannóg angesehen wird. Ein weiteres Merkmal von Duns (besonders aber von Raths, dem irdenen Equivalent des Duns) können Souterrains sein, die auch als eigenständige Anlagen vorkommen, aber oft im Kontext mit Raths oder Duns, wie im Drumena Cashel in County Down angetroffen werden. Insgesamt können der Gattung Ringanlagen aus Erde und Stein auf der irischen Insel (incl. Nordirland) die gewaltige Zahl von 35.000 - 40.000 Anlagen [1] zugerechnet werden.
[Bearbeiten] Schottland und Wales
Die Liste der Bodendenkmale der Royal Commission on Ancient and Historical Monuments of Scotland (RCAHMS) weist für Schottland insgesamt 814 duns im Sinne von "meist rundliche, teils bewehrte, häufig in Trockenmauerwerk ausgeführte Einfriedungen" aus.
In mehreren Fällen kommen duns, forts und brochs räumlich vergesellschaftet, teilweise auch als Überbauungen in zeitlicher Abfolge vor, wie dies etwa für Dun Lagaidh (Highlands) beschrieben ist: "A complex on an oval rocky hill comprising a timber-laced fort, now vitrified, overlaid by a dun (not a broch as suggested by Feachem, 1963)".[2]
Etwa ein Viertel der Duns (202) sind auf den Western Isles konzentriert.
In Schottland ist Dun der Namensteil vieler runder Türme, denen die Normannen die Bezeichnung Broch gaben. Sie stellen baulich und ideologisch die Entsprechung zu den irischen Duns dar. Duns wurden zwischen 300 v. Chr. und 1300 n. Chr. (nach Stout) in der späten Eisenzeit und in der frühchristlichen Zeit gebaut bzw. genutzt. Mehr als 100 Orte in Großbritannien (primär in Schottland) haben Dun als Präfix. In der Grafschaft Angus existiert in der Nähe von Brechin ein Ort namens Dun und in der Borderregion liegt Duns. Wesentlich seltener sind hier die Prefixe Rath (5) oder Rat (13).
In Wales gibt es die "Din Lligwy Hut Group". Einen auf einer Klippe gelegenen römerzeitlichen Komplex von runden und eckigen Steinhütten innerhalb einer Einhegung. Bwrdd Arthur (oder Din Sylwy) ist ein Hillfort bei Llanddonna. Aber auch Megalithanlagen wie Din Dryfol und Din Llingwy tragen die Bezeichnung Din; allerdings liegen diese alle auf Anglesey. Din oder Dyn kommen in Wales als Prefix und Suffix in Anlagen- und Ortsnamen vor (Tydd yn Bleiddin bzw. Dinas)
[Bearbeiten] Funktion
Ob alle Duns die gleiche Aufgabe hatten, ist nicht sicher. In der englischsprachigen Archäologie [3] wird der fortifikatorische Charakter dieser Anlagen betont.
Es wird jedoch eingewandt [4], dass etliche Anlagen den technischen Aufgaben einer Befestigung nicht gerecht würden: Sie seien zu klein um einer Belagerung standzuhalten, strategisch ungünstig gelegen und weisen eine wehruntaugliche Innenbebauung sowie äußere Anlage auf. So liegen etwa beim Dun Conor auf der Araninsel Inishmaan an dessen Außenmauern zwei Rampen, die zwei Meter unterhalb der Mauerkrone enden. Der Autor folgert daraus, dass es sich bei den Anlagen um Kultbauten handelt.
Aus frühchristlicher Zeit ist überliefert[5], dass Clanchiefs, die sich zum Christentum bekehrten, den Mönchen ihr Dun übergaben. Die frühesten irischen Klöster entstanden in ehemaligen Duns oder setzten architektonisch die Form der Duns in kaum gewandelter Form fort. Duns oder Raths werden in der irischen Mythologie mit Göttern oder den mit göttergleichen Fähigkeiten ausgestatteten Helden (nach Art des Herkules) in Verbindung gebracht.
[Bearbeiten] Bezeichnung
Das Wort Dun taucht in vielen Ortsbezeichnungen auf, die Festungen bezeichnen, wie in Dùn Èideann, schottisch-gälisch für Edinburgh oder als Alternativdeutung Dún na nGall, irisch-gälisch für "Festung der Fremden", das heutige Donegal bzw. Galway. Orte wie Killadoon (Cill an Dúin) haben die Bedeutung von Kirche im Dun. Eine der anglisierten Formen von Dùn ist Down, etwa als Präfix in Ortsnamen Downpatrick.
Das Wort Dun ist auch Bestandteil von Familiennamen wie z.B. Dunsmore, Dunsmuir, Dunmoor, Dunmore, Dunsmur u.ä.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Seán P. Ó Riordáin fifth Edition by Ruaidhri de Valera: Antiquities of the irish Countrysides (Methuan, London & New York 1979 s. 29)
- ↑ zitiert nach RACHMS/CANMORE Database; aktueller Stand
- ↑ M. Stout: "The irish Ringfort" 1997 S. 32-34. Er führt aber auch an: From their dispersed distribution and the predominantly rural nature of Early Christian society, it is accepted that ringforts represent the Irish version of a common European settlement pattern known as Einzelhöfe - or dispersed individual farmsteads. This term comes from Meitzen's early work which suggested a Celtic or 'Germanic' origin for this settlement pattern.
- ↑ Walkowitz 2003, Seite 202
- ↑ Artikel "Elphin, County Roscommon" aus der englischsprachigen Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Elphin,_County_Roscommon: The chief of that territory, a noble Druid named Ono, gave land and afterwards his castle or fort to St Patrick to found a church and monastery.
[Bearbeiten] Literatur
- Matthew Stout: The Irish Ringforts. Four Courts Press, 2001, ISBN 1-851-82582-7
- Juergen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 36, Langenweissbach 2003, ISBN 3-930036-70-3

