Effizienz
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Der Begriff der Effizienz (v. lat.: efficere „zustande bringen“) beschreibt einen Zustand, bei dem eine Verbesserung des Ergebnisses nur durch eine Erhöhung eines Faktors erzielt werden kann. In der Volkswirtschaftslehre gilt bei Effizienz analog, dass eine Besserstellung eines Haushalts nur durch eine Schlechterstellung eines anderen Haushalts erreicht werden kann. Der Begriff der Effizienz folgt dem ökonomisches Prinzip. Der im allgemeinen Sprachgebrauch häufig verwendete Komparativ effizienter, mit der eine Verbesserung bzw. eine höhere Produktivität (Verhältnis Output zu Input, also etwa das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand) bzw. ein höherer Wirkungsgrad ausgedrückt werden soll, ist sprachlich streng genommen nicht korrekt. Dies zeigt auch die deutsche Übersetzung „zustande bringen“, zu der es auch keinen sinnvollen Komparativ gibt.
[Bearbeiten] Beispiele
Effizienz kann sich beispielsweise auf eine Vorgehensweise, ein technisches Verfahren oder ein Werkzeug beziehen. Nutzen und Aufwand sind entsprechend der Präferenz zu definieren. Soll beispielsweise eine Person von A nach B transportiert werden, kann in die Bewertung des Nutzens auch Komfort und Sicherheit eingehen, Aufwand können Kosten, Zeitbedarf oder CO2-Emission sein.
- Nutzen: Transport einer Person von A nach B. Aufwand: Betriebskosten für Fahrzeug, Treibstoffkosten, Anschaffungskosten.
- Nutzen: Transport einer Person von A nach B innerhalb einer Stunde mit durchschnittlichem Komfort und hoher Sicherheit. Aufwand: tatsächliche gemessene CO2-Emission
Ebenso kann die Effizienz von Rehabilitationsmaßnahmen verglichen werden. Ein effizientes Rehabilitationsprogramm erfordert einen geringen Zeitaufwand.
- Nutzen: Vollständige Rehabilitation nach einer körperlichen Schädigung. Aufwand: Zeitbedarf
Hier kann die tatsächlich mit Behandlungen und Trainingsstunden verbrachte Zeit oder aber die Zeitstrecke von Beginn bis zum erfolgreichen Abschluss als Aufwand betrachtet werden. Es könnten jedoch auch Kosten oder Schmerzen als Aufwand betrachtet werden oder die Summe aller Aufwände, wobei dann eine Bewertung und Gewichtung der einzelnen Aufwände erfolgen muss, um die verschiedenen Größen und Empfindungen vergleichbar zu machen.
Eine Aussage über die Effizienz kann also ganz unterschiedlich ausfallen, abhängig von dem betrachteten Nutzen und den betrachteten Aufwänden. Darüber hinaus muss das Ziel nicht immer starr festgelegt sein, vor allem wenn ein Idealzustand nie erreichbar ist. Wird beispielsweise die durchschnittliche Wartezeit für Kunden einer Dienstleistung mit 1 Euro Aufwand um 5 % verkürzt oder alternativ mit 2 Euro um 90 %, so gelten zunächste beide Varianten als effizient. Wird jedoch vorher als Ziel eine Wartezeitverkürzung von 5 % festgelegt, ist die erste Variante effizient, da sie das Ziel mit geringerem Aufwand erreicht. Die zweite Variante gilt dann als ineffizient.
Bei der Ermittlung der Effizienz können auch Gewichtungen eingehen, die berücksichtigen, wie schwer bestimmte Aufwandshöhen wiegen und wie schwer bestimmte Maße der Zielerreichung wiegen. So könnten etwa steigende Kosten überproportional schwer gewichtet werden, wenn die Handlungsfähigkeit anderer Bereiche durch den steigenden Aufwand zunehmend leidet.
[Bearbeiten] Effizienzbegriff in verschiedenen Fachbereichen
Der Begriff wird aber in verschiedenen Bereichen unterschiedlich verwendet, teilweise mit festgelegten Definitionen zur Bewertung von Ziel und Aufwand und teilweise auch zur Errechnung eines Faktors oder einer Größe als Aussage über das Maß der Effizienz:
- In Nachrichtentechnik bezeichnet Spektrale Effizienz das Verhältnis zwischen Datenübertragungsrate (in Bit/Sekunde) und Bandbreite des Signals (in Hertz). Die spektrale Effizienz ist eine wichtige Kenngröße digitaler Modulationsverfahren.
- In der Volkswirtschaftslehre spricht man von Effizienz, wenn eine bestimmte Allokation von Ressourcen die Wohlfahrt aller Mitglieder der Gesellschaft maximiert. Siehe auch: EMH, Ökoeffizienz.
- In der Betriebswirtschaftslehre spricht man von Effizienz im Sinne einer Zielerreichung mit geringstem Aufwand bzw. mit gegebenen Mitteln das Ergebnis zu maximieren. Dies wurde durch den Managementwissenschaftler Peter F. Drucker geprägt.
- In der Physik und beschreibt die das Verhältnis zwischen der Größe der erbrachten Leistung und der Größe des Aufwandes (zum Beispiel Lumen/Watt). Sind beide Größen von der Dimension Energie (pro Zeit), ist dies gleichbedeutend mit dem Wirkungsgrad einer Maschine oder eines Prozesses.
- Unter Energieeffizienz wird verstanden, dass ein definiertes Ziel mit minimaler Energie erreicht wird.
- In der Informatik meint man mit Effizienz entweder die Leistung des implementierten Algorithmus oder Komplexität (bei Algorithmen), siehe Effizienz (Informatik).
- In der Statistik spricht man von effizienten Schätzern, wenn sie die untere Schranke der Cramer-Rao-Ungleichung annehmen, siehe Effizienz (Statistik).
- In der Linguistik spricht man von Effizienz von Texten, wenn die erfolgreiche Kommunikation möglichst einfach gemacht wird, siehe Textualität.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Energieeffizienzklasse
- Effektivität
- Informationseffizienz
- Wirtschaftlichkeit
- Wirkung
- Wirksamkeit
- Optimierung
- Pareto-Optimierung
- Materialeffizienz

