Elektrophon

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Als Elektrophon bezeichnet man in Anlehnung an die Hornbostel-Sachs-Systematik vordergründig die Gruppe der Musikinstrumente, die zur Wiedergabe des Schallereignisses einen Kopfhörer oder den jeweiligen Raumverhältnissen angepassten entsprechenden Audio-Verstärker mit nachfolgendem Lautsprecher verwenden müssen. Dabei ist die eigentliche verwendete Technologie der Tonerzeugung und die Spielweise sehr vielfältig.

Im erweiterten und dazugehörigen Sinne könnten zu den Elektrophonen auch MIDI-Geräte gehören, die über keine eigene Toneingabe-Vorrichtung verfügen oder nur zur Abspeicherung entsprechender MIDI-Befehle (Sequenzer) dienen. Da hier die Grenzen zur Computer-Technologie fließend sind, ist eine genaue Kategorisierung nicht möglich und auch vom eigentlichen Anwender als nicht nötig betrachtet.

Man kann Unterscheidung nach Tonerzeugung oder Unterscheidung nach Spielweise anstellen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Historie

In der deutschsprachigen Literatur kommt dem mährischen Prediger Prokop Diviš die Ehre zu, bereits ab 1730 mit der Entwicklung des Denis d'or das erste Elektrophon geschaffen zu haben, gefolgt von dem französischen Jesuiten Jean Baptiste de la Borde 1759 mit dem Clavicin électrique. Vor allem ersteres wird in entsprechenden Lexika zitiert, jedoch nie mit einer exakten Funktionsbeschreibung.

Curt Sachs verzeichnet in seinem Reallexikon aus dem Jahre 1913:

„Denis d'or“, ein elektrischer Mutationsflügel mit 1 Pedal, erf. 1730 von dem mährischen Prediger Prokop Diviß zu Prendnitz bei Znaim. (Fortführung von Sachs übernommen aus Schilling 1835:) 'Das Instrument war 5 Fuß lang und 3 Fuß breit, mit 790 Saiten bezogen, die 130 Veränderungen erleiden und dennoch in einer Zeit von Dreiviertelstunden gestimmt werden konnten. Vermöge dieser Einrichtung konnten darauf die Töne ziemlich aller Blas- und Saiteninstrumente nachgeahmt werden. Auch war ein unzeitiger und ortswidriger Scherz dabei angebracht, indem der Spieler des Instruments so oft einen elektrischen Schlag erhielt, als der Erfinder es wollte. Das einzige Exemplar, welches Diwiß verfertigte, kaufte der Prälat von Bruck, Georg Lambeck, an sich, der dann, solange er lebte, zu dessen Spiele einen besonderen Tonkünstler unterhielt.
[Sachs1913, S. 108] „Elektrischer Mutationsflügel“ als Bezeichnung wird von Sachs dafür neu verwendet.

Der technisch versierte Berliner Rechtsanwalt Richard Eisenmann, ein Schüler von Helmholtz, erfand um 1900 eine Vorrichtung, mit welcher man mit einem Klavier andere Instrumente, etwa eine Orgel oder ein Saiteninstrument, imitieren konnte. Auch war es mit dieser Erfindung möglich, Töne an- und abschwellen zu lassen. Um die Schwingungen der Saiten zu beeinflussen und die Klangfarbe zu variieren, verwendete Eisenmann eine Vorrichtung, die für die damalige Zeit sehr fortschrittlich war. In zeitgenössischen Berichten wird sie so beschrieben:

„Zum Betrieb des Klaviers gehört eine Acckumulatorenbatterie von zehn Zellen. Über jeder Saite befindet sich ein Hufeisenmagnet, dessen eines Drahtende mit dem aller anderen Elektromagneten an eine gemeinsame Metallschiene gelegt ist, die durch einen Stromunterbrecher besonderer Construction mit der Batterie verbunden ist. Das Ein- und Ausschalten des Stromunterbrechers geschieht durch ein Pedal, durch dessen Bewegungen auch die Stromstärke verändert werden kann, wodurch die vorerwähnten Modulationen hervorgerufen werden.“[1]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Innsbrucker Nachrichten, 11. Juni 1902, Seite 2

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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