Forst

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Forst (Begriffsklärung) aufgeführt.
ein bäuerlicher Forst

Als Forst (m. der, Pl. Forste) werden heute bewirtschaftete Wälder bezeichnet. Die begriffliche Trennung zwischen Wald und Forst ist fließend, eindeutig ist nur die Abgrenzung zum Urwald. Damit ist die heutige Abgrenzung der ursprünglichen diametral entgegengesetzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wortherkunft

Mögliche Ab- und Herleitungen von Forst sind:

  • aus dem Lateinischen foris (= außerhalb) [1]
  • aus dem Keltischen dvoresta (= außerhalb)
  • aus dem Germanischen forha und forhaha, vgl. Föhre und Föhrenwald, wobei letzterer Begriff auch für Laubwälder genutzt worden sein soll
  • ebenfalls aus dem Germanischen first (vgl. Firstbaum zur Begrenzung von Hauseingang und Einfriedung), möglicher Hinweis auf besonders geschützte Wälder

Man vergleiche auch das englische forest und das französische forêt, die heute ebenfalls Wald oder Forst bedeuten. In Darstellungen der englischen Geschichte wird betont, dass „Forest“ im Mittelalter eher soviel wie Wildnis bedeutete und nicht unbedingt dicht bewaldet sein musste. Der Buchstabe l im spanische und portugiesischen Wort floresta gilt als falsche Einfügung aus dem Humanismus der Renaissancezeit, als man Wort auf den Wortstamm flor- („blühen“) zurückführen wollte.

[Bearbeiten] Begriffswandel des Mittelalters und der Neuzeit

Die Bedeutung des Begriffes "Forst" hat sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Erste urkundliche Quellen mit dem Begriff "forestis nostra" stammen von fränkischen Königen aus dem 7. Jahrhundert. Mit diesem Begriff wurde damals herrenloses, bisher nicht genutztes Land bezeichnet. Später benutzte man den Begriff zeitweise als Unterscheidung von großen Waldflächen gegenüber kleineren, welche einfach "Wald" genannt wurden. Zu anderen Zeiten wurden die Begriffe genau umgekehrt oder auch synonym benutzt.

In einem althochdeutschen Wörterbuch fanden sich die Begriffe forestensis („Forst“), forestarius („Waldhüter/Förster“), forestagium („Forstabgabe“) und forstari („Forstverwalter“).

Im 15. Jahrhundert bezeichnete Forst einen Bezirk in dem Forsthoheit ausgeübt wurde, also sämtliche Rechte dem König oder seinem Vertreter unterlagen. Der Begriff ersetzte den vorher verwendeten Ausdruckes des Wildbannes.

[Bearbeiten] Heutiger Begriff

Die heutige Verwendung des Begriffes Forst impliziert jedoch immer eine geregelte Forstwirtschaft. Fast alle Wälder Mitteleuropas sind in diesem Sinne Forste. Die deutschen Fachgesetze unterscheiden „Forst“ und „Wald“ nicht. Die Fachsprache spezifiziert Nutzwald (allgemein genutzter Wald), Ertragswald (Holzwirtschaftlich genutzter Wald), sowie nicht genutzten Wald und ertragslosen Wald – genutzter, aber ertragsloser Wald ist etwa unzugänglicher Schutzwald im Steilgelände (keine Holzbringung möglich), er wird trotzdem forsttechnisch betreut. Bannwald im strengen Sinne ist nur in Naturschutzzonen zu finden, hier gibt es unterschiedliche Regelungen über den forstlichen Status.

[Bearbeiten] Verweise

  1. Guiraud, P.: Histoire et structure du lexique français, Vol. I : Dictionaire des étymologies obscures, Verweis aus: Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Forst – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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