Fortsetzungskrieg
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| Fortsetzungskrieg | |||||||
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| Teil von: Zweiter Weltkrieg | |||||||
Finnisches Sturmgeschütz III Ausf. G |
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| Konfliktparteien | |||||||
| Befehlshaber | |||||||
| Truppenstärke | |||||||
| 530.000 Finnen[1] 220.000 Deutsche |
900.000–1.500.000 Sowjets[2] | ||||||
| Verluste | |||||||
| 58.715 Tote oder Vermisste 158.000 Verwundete 1.500 tote Zivilisten[3] 3.401 in Kriegsgefangenschaft |
200.000 Tote oder Vermisste 385.000 Verwundete 64.000 in Kriegsgefangenschaft[2] |
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Fortsetzungskrieg (finn.: Jatkosota, schwe.: Fortsättningskriget) bezeichnet einen im Rahmen des Zweiten Weltkriegs vom 22. und 25. Juni 1941 bis 4. und 5. September 1944 geführten Krieg zwischen Finnland (mit deutscher Unterstützung) und der Sowjetunion. In diesem Krieg gelang es Finnland an der Seite des Deutschen Reichs anfangs, die nach dem Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurückzuerobern. Am Ende wurden allerdings noch einige Gebiete mehr an die Sowjetunion verloren. Der Krieg ging in den finnisch-deutschen Lapplandkrieg über.
Der Name Fortsetzungskrieg spielt auf den finnisch-sowjetischen Winterkrieg an.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Vorgeschichte
Finnland stand nach dem Winterkrieg unter zunehmendem Druck der Sowjetunion. Der im Jahr 1940 auf die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland ausgeübte massive Zwang, der Sowjetunion beizutreten, deutete neben einer entsprechenden Einmischung in Finnlands Innenpolitik auf eine gleichartige Fortsetzung auch für Finnland hin.
Ab Ende 1940 begann ein enges Zusammenwirken zwischen den militärischen Führungsspitzen des Deutschen Reichs und Finnlands, nachdem jede Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zwischen Finnland und Schweden von der Sowjetunion zum Angriffsanlass erklärt worden war. Damit hatte sich in Finnland die Erkenntnis durchgesetzt, dass nach einem zukünftigen Angriff der Sowjetunion ausreichende Hilfe von den skandinavischen Nachbarn oder den Westalliierten nicht zu erwarten sei. Damit gab es für Finnland nur einen potentiellen Verbündeten gegen die Sowjetunion: das Deutsche Reich.
Mit dem Zusammenwirken beabsichtigte das Deutsche Reich eine Sicherung der Lieferung kriegswichtiger Rohstoffe aus Finnland, wie Kupfer, Molybdän, Nickel und Schwefelkies.
[Bearbeiten] Mobilmachung
Die Verteidigung Nordfinnlands war in einer Vereinbarung vom 25. Mai 1941 der Wehrmacht übertragen worden, welche mit der Verladung der ersten Truppenteile in den Häfen Stettin und Oslo für den Schiffstransport den Aufmarsch in Finnland bereits am 5. Juni begann. Die Überführung der Truppen trug den Kodenamen Blaufuchs und war bereits am 14. Juni mit der Überführung von 30.600 Soldaten im Wesentlichen abgeschlossen.
Während der Mobilmachung erschien am 14. Juni eine TASS-Erklärung, in der alle Gerüchte über einen bevorstehenden Angriff auf die Sowjetunion als falsch zurückgewiesen wurden. Dies löste beim finnischen Generalstab, dem zu diesem Zeitpunkt der genaue Angriffstermin noch nicht bekannt war, Bestürzung aus. Man war der Meinung, nun falle es Hitler schwer, einen glaubhaften Angriffsgrund zu finden. In einem Telegrammwechsel bestätigte der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Keitel, im Auftrag Hitlers indirekt den bevorstehenden Überfall. Das Telegramm nahm den Finnen die Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Pläne eines deutschen Angriffs.
Am 18. Juni verließen die deutschen Truppen ihre Feldlager und nahmen ihre Ausgangsstellungen an der finnisch-sowjetischen Grenze ein.
[Bearbeiten] Kriegsbeginn
Nach deutschen Bombenangriffen auf Leningrad am 22. und 23. Juni 1941 legten Ju-88-Bomber auf dem finnischen Flugplatz Utti angeblich „Zwischenlandungen“ ein. Ebenfalls am 22. Juni hatte die Kriegsmarine von finnischen Gewässern aus begonnen, Minen zu legen. Die finnische Regierung erklärte sich trotzdem zuerst im Krieg zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion für neutral – entgegen Hitlers einseitiger Bündniserklärung. In seinem ersten Tagesbefehl teilte er den Soldaten an der Ostfront mit, dass das Deutsche Reich „im Bunde mit finnischen Divisionen“ zum Angriff angetreten sei.
Die Bombardierung finnischer Städte durch die Sowjets diente dann am 25. Juni als willkommener Grund für die finnische Kriegserklärung an die Sowjetunion und den Beginn der finnischen Offensive.
Nachdem es im Sommer 1941 die Karelo-Finnische SSR zurückerobert hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern setzte bis in den Dezember die Offensive fort, um umstrittene, aber nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete zu besetzen. An Finnlands Unabhängigkeitstag, dem 6. Dezember, erklärte auch Großbritannien Finnland den Krieg, wodurch Finnlands Möglichkeiten zum Handel mit neutralen und alliierten Ländern stark eingeschränkt wurden und die Abhängigkeit von deutschen Lieferungen zunahm.
Gleichzeitig waren die Grenzen eines gedachten Großfinnlands erreicht, die finnische Offensive wurde nunmehr wegen des stärker aufkommenden Winters abgeschlossen.
[Bearbeiten] Stellungskrieg
Der Russlandfeldzug war als Blitzkrieg misslungen. Damit hatte sich im finnischen Generalstab und in der Aufklärung die Erkenntnis durchgesetzt, dass Finnland nun aushalten müsse und die erste sich bietende realistische Friedensmöglichkeit ausnützen solle. Die Stärke der deutschen Wehrmacht war aber immer noch abschreckend und sowjetische Friedensangebote wurden zurückgewiesen. Es bleibt umstritten, ob es Finnland möglich gewesen wäre, im Jahr 1942 einen Separatfrieden mit der Sowjetunion zu erreichen.
Nach der Schlacht von Stalingrad forderte die Sowjetunion einen völligen finnischen Rückzug auf die Grenzen, die sie durch den Winterkrieg gewonnen hatte. Von der finnischen Staatsführung wurde das als „politischer Selbstmord“ angesehen und kategorisch abgelehnt: Ein Friedensabkommen unter solchen Bedingungen wurde von der finnischen Regierung für nutzlos und unmöglich gehalten. Der Stellungskrieg setzte sich fort.
[Bearbeiten] Kriegsende
Nachdem die deutschen Lieferungen von Waffen und Getreide abgebrochen waren und die Wehrmacht aus der Sowjetunion vertrieben war (→Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront), gewann die UdSSR im Juni 1944 wieder die Oberhand; die Festung Wyborg fiel und Finnland war wie im Winterkrieg von der vollständigen Besetzung bedroht. Mit Unterstützung durch erneute deutsche Waffenhilfe gelang es den Finnen jedoch im Juli und August 1944, den sowjetischen Vormarsch in den Schlachten bei Tali-Ihantala, Vuosalmi, der Bucht von Viipuri und Ilomantsi zum Stillstand zu bringen und im September 1944 gegen den Willen des Deutschen Reichs einen akzeptablen Waffenstillstand zu schließen. Dieser wurde am 19. September in Moskau unterzeichnet. Da der Waffenstillstand Finnland auch zur Vertreibung der in Lappland stationierten Wehrmacht verpflichtete, kämpften beide ehemals verbündeten Staaten, Deutschland und Finnland, bis zum Frühling 1945 im Lapplandkrieg gegeneinander.
Ein endgültiger Frieden mit der UdSSR und dem Vereinigten Königreich wurde 1947 in Paris zu noch härteren Bedingungen als nach dem Winterkrieg geschlossen. Zu diesen Bedingungen zählten unter anderem der Abtritt des Gebietes um Petsamo mit dem einzigen eisfreien Nordmeerhafen des Landes.
[Bearbeiten] Verbündeter oder nur Waffenbruder?
Die Finnen bezeichnen sich heute ungern als ehemalige Verbündete des Deutschen Reichs. Vielmehr wollen sie als gleichzeitig Krieg führender Staat gesehen werden. Man sah und sieht in diesem Bündnis in Finnland die einzige Möglichkeit, den Zweiten Weltkrieg zu überstehen, ohne in die Hände einer der Großmächte zu fallen.
Die Aussage, dass man nur gleichzeitig Krieg gegen den gleichen Feind führte, stimmt nur zum Teil, jedoch verfolgte Finnland in diesem Krieg mit Sicherheit vorwiegend eigene Interessen (in erster Linie die Rückeroberung von Karelien). Auch gab es nie ein offizielles Bündnis, die Kontakte zum Deutschen Reich waren sehr diskret; man war sich auch damals bewusst, dass diese Allianz nicht allzu gern in der Welt gesehen wurde.
Weiter führte Finnland schon während des Krieges geheime Verhandlungen mit der UdSSR, um den Krieg zu beenden, bevor die Rote Armee ihre Kräfte auf Finnland konzentrieren konnte. Als Preis für den Frieden wurde der ehemalige Verbündete über Nacht zum Feind im eigenen Lande.
Es bleibt allerdings eine Tatsache, dass bereits am 25. Mai 1941 der finnische Stab von der deutschen Führung über das Unternehmen Barbarossa informiert wurde, dass die deutsche Wehrmacht praktisch die Verteidigung der nördlichen, unbewohnten Hälfte Finnlands übernommen hatte und dass eine entkräftete Sowjetunion ein gemeinsames Ziel war. Auch gab es eine Vielzahl an Waffenlieferungen und ähnlicher Unterstützungsmaßnahmen seitens des Deutschen Reiches, um die finnische Armee für den Krieg hinreichend auszustatten.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Eduard Dietl Generaloberst der Gebirgstruppen der 20. Gebirgsarmee in finnisch Lappland
- Lothar Rendulic nach Dietls Unfalltod, Generaloberst der Gebirgstruppen der 20. Gebirgsarmee
- Gefechtsverband Kuhlmey
- Karelo-Finnische SSR
- Finnlandisierung
[Bearbeiten] Buch / Film
- Tuntematon sotilas (Kreuze in Karelien / Der unbekannte Soldat) von Väinö Linna
- Pojat (Jungs) von Mikko Niskanen (mit Vesa-Matti Loiri)
- Handlung: Oulu, Sommer 1941, Der Film erzählt vom Verhältnis einer Jungengruppe zu den deutschen Soldaten
- Kukuschka – Der Kuckuck (Kukushka, Кукушка) RUS 2002 Buch und Regie Alexander Rogoschkin mit Anni-Kristiina Juuso, Ville Haapasalo, Viktor Bytschkow
- Handlung: Lappland September 1944; Anni beherbergt und pflegt kurz vor Kriegsende einen russischen Korporal und einen finnischen Scharfschützen, der von seinen Waffenbrüdern in eine Naziuniform gesteckt wurde. Obwohl alle drei verschiedene Sprachen sprechen, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen.
[Bearbeiten] Quellenangaben
- ↑ Alle Soldaten unter Waffen im gesamten Kriegsverlauf.
- ↑ a b Manninen, Ohto, Molotovin cocktail- Hitlerin sateenvarjo, 1994, Painatuskeskus, ISBN 951-37-1495-0
- ↑ National Defence College (1994), Jatkosodan historia 6, Porvoo. ISBN 951-0-15332-X
[Bearbeiten] Weblinks
- Klaus Reichel: An Hitlers Seite Artikel in der Zeit 10/2006

