Freinsheim

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Freinsheim in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen siehe Freinsheim (Begriffsklärung).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freinsheim
Freinsheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freinsheim hervorgehoben
49.50758.2086111111111100Koordinaten: 49° 30′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Freinsheim
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 13,61 km²
Einwohner: 4935 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 363 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 67251
67098 (Lindemannsruhe)
67247 (Postfach)
67248 (Postfach)
67130 (bis 1993)
67020 (bis 1993, L'ruhe)
Vorwahlen: 06353
06322 (Lindemannsruhe)
Kfz-Kennzeichen: DÜW (bis 1969: NW)
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 12
67251 Freinsheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jürgen Oberholz (FWG)

Freinsheim, pfälzischFränsem“, im Landkreis Bad Dürkheim ist mit rund 5000 Einwohnern eine der kleineren Städte in Rheinland-Pfalz. Freinsheim ist auch Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Freinsheim liegt in der Rheinebene ungefähr 20 km westlich von Ludwigshafen zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt in der Nähe der Deutschen Weinstraße. Innerhalb des Stadtgebiets entspringt der Fuchsbach.

[Bearbeiten] Geschichte

Wie diverse Grabungsfunde belegen, ist die Gemarkung von Freinsheim seit ca. 5000 Jahren kontinuierlich von Menschen besiedelt. Ein geordnetes Gemeinwesen existierte wahrscheinlich ab dem 6. Jahrhundert, worauf die Entdeckung eines merowingischen Reihenfriedhofes schließen lässt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Freinsheim im Jahre 773 in Aufzeichnungen des Klosters Weißenburg (Elsass).

Im 15. Jahrhundert fiel Freinsheim an die Kurpfalz, in deren Auftrag die bereits vorhandenen Befestigungsanlagen komplettiert wurden. Jüngstes Bauwerk der Stadtmauer ist das 1514 fertiggestellte äußere Eisentor. 1689 wurde Freinsheim im Pfälzischen Erbfolgekrieg stark zerstört, es blieben nur noch Grundmauern stehen. Im folgenden 18. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau; Verwaltungsfunktionen innerhalb der Kurpfalz (so die Einsetzung eines Unteramts) förderten den wirtschaftlichen Aufschwung. Nach der Französischen Revolution und dem Wiener Kongress kam Freinsheim mit der linksrheinischen Pfalz zum Königreich Bayern. Bis 1818 gehörte Freinsheim zu einer Ganerbschaft. Diese umfasste die leiningischen Dörfer Leistadt, Herxheim am Berg und Kallstadt sowie die kurpfälzischen Dörfer Freinsheim und Weisenheim am Sand[1].

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Freinsheim zum neugegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz, seit 1972 ist es Sitz einer Verbandsgemeinde. Mit Wirkung zum 23. Juni 1979 erkannte der rheinland-pfälzische Landtag Freinsheim aufgrund seiner historischen Bedeutung den Titel Stadt zu.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt ist geteilt. Die obere Hälfte zeigt auf blauem Grund den linksgewendeten und aufgerichteten Vorderkörper eines goldenen Löwen, der eine rote Krone trägt und in der gleichen Farbe bezungt und bewehrt ist. Die untere Hälfte wird auf weißem Grund von einem großen roten F beherrscht, das beidseitig von je einer blauen Weintraube flankiert ist.

Der gekrönte Löwe symbolisiert die historische Kurpfalz, das F steht für den Anfangsbuchstaben der Stadt, die beiden blauen Trauben verdeutlichen, dass in Freinsheim schon früh auf den Anbau roter Rebsorten gesetzt wurde, die hier nahezu die Hälfte der bestockten Rebfläche einnehmen.

[Bearbeiten] Verbandsgemeinde

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Freinsheim deren Verwaltung. Zur Verbandsgemeinde gehören die Ortschaften Bobenheim am Berg, Dackenheim, Erpolzheim, Herxheim am Berg, Kallstadt, Weisenheim am Berg und Weisenheim am Sand.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Freinsheim unterhält Städtepartnerschaften mit den Kleinstädten Marcigny in Burgund (Frankreich) und Buttstädt im thüringischen Landkreis Sömmerda.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Literaturpreis

Zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Freinsheimer wird seit 1983 der Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik verliehen. Bisherige Preisträger sind unter anderen Siegfried Lenz, Hilde Domin, Carola Stern, Marcel Reich-Ranicki und Marion Gräfin Dönhoff.

[Bearbeiten] Bauwerke

Das Eisentor in der Stadtmauer
ehem. Schloss
Stadtmauer

Eine Besonderheit von Freinsheim ist die noch fast vollständig erhaltene und ca. 1300 m lange spätgotische Stadtmauer mit Türmen und Toren, die das historische Stadtbild des Ortes prägt. Am bemerkenswertesten ist das Vortor zum Eisentor mit Flankierungstürmen und kurpfälzischem Wappen. Der Stadtkern ist außerordentlich gut restauriert.

Ev. Pfarrkirche

Die alte Hauptkirche von Freinsheim war bis zur Zerstörung 1689 wahrscheinlich eine spätgotische Hallenkirche, heute ist sie flachgedeckt. Der Turm ist im Untergeschoss noch romanisch.

ehem. Schloss

Die seit 1471 kurpfälzische Wasserburg liegt außerhalb der Stadtmauern. Der runde Graben ist heute noch mit Wasser gefüllt, der jetzige Hauptbau ist ein Wohnhaus vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

Bildstock

In den Weinbergen an der Straße nach Ungstein steht ein spätgotischer Bildstock mit Kreuzigungsgruppe in spitzbogigem Gehäuse.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Rotweinwanderweg

Der Rotweinwanderweg wird am vierten Wochenende des Januars veranstaltet. Zur Eröffnung findet freitags mit Einbruch der Dunkelheit eine Fackelwanderung statt, bei der unterwegs Schwedenfeuer aufgebaut sind. Samstags und sonntags findet die Wanderung über Tag statt. Entlang des Wanderweges durch die Weinberge um Freinsheim bieten dabei die örtlichen Winzer ausgesuchte Rotweine und begleitende Speisen an.

Freinsheimer Altstadtfest

Am ersten Wochenende im Juni findet jährlich das Freinsheimer Altstadtfest statt. Es steht unter dem Motto „Wein und Kultur auf historischen Plätzen“. Die Stadt Freinsheim legt dabei Wert auf anspruchsvolle Kulturdarbietungen, welche dann auf dem Marktplatz, im Retzer- oder im Saarhof präsentiert werden. Das Fest dauert in der Regel von Freitag bis Sonntag.

Stadtmauerfest

Das Stadtmauerfest am dritten Wochenende im Juli in der historischen Kulisse zählt zu den größten Weinfesten der Region.

Kulinarischer Weinwanderweg

Am vierten Septemberwochenende führt samstags und sonntags der Kulinarische Weinwanderweg durch die Weinberge der Stadt. Winzer und Gastronomiebetriebe offerieren traditionelle Pfälzer Hausmannskost, mediterrane Gerichte sowie Wein und Federweißen.

Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt an den vier Wochenenden in der Adventszeit wirbt mit seinem Krippenspiel, bei dem als besondere Attraktion lebende Tiere mitwirken.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaft

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz   23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2
Bad Dürkheim 4 855 62,8 37,2
Billigheim-Ingenheim 5 818 56,6 43,4
Kirrweiler 14 594 65,0 35,0
Edesheim 17 500 55,3 44,7
Deidesheim 18 486 83,7 16,3
Wachenheim (Weinstr.) 19 477 71,1 28,9
Göcklingen 22 456 62,5 37,5
Freinsheim 26 432 54,0 46,0
Bockenheim (Weinstr.) 29 415 54,4 45,6
Heuchelheim-Klingen 31 400 57,1 42,9
Ruppertsberg 32 397 74,2 25,8

Obwohl seit der Mitte des 20. Jahrhunderts der Weinbau den früher vorherrschenden Obstanbau zurückgedrängt hat, ist die Stadt weiterhin Sitz eines der großen deutschen Obstsäfte-Hersteller. Heute zählt Freinsheim zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz. Wegen der historischen Altstadt ist mittlerweile auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.

[Bearbeiten] Verkehr

Der Freinsheimer Bahnhof ist Schnittpunkt der Pfälzischen Nordbahn (Bad DürkheimGrünstadt) und der Bahnstrecke Freinsheim–Frankenthal. Somit bestehen Direktverbindungen in Richtung Neustadt, Frankenthal sowie über Grünstadt nach Monsheim bzw. Ramsen. Von Neustadt und Frankenthal aus bestehen Fernverbindungen in Richtung Mannheim, Saarbrücken und Mainz.

Über die nahe B 271 ist Freinsheim an die A 6 (MannheimSaarbrücken), A 61 (KoblenzSpeyer) und A 65 (LudwigshafenKarlsruhe) angebunden. Außer auf den Hauptdurchfahrtsstraßen (Landesstraßen) ist im gesamten Ort entweder 30 km oder verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

Nicht in Freinsheim geborene, aber mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten:

  • Emil Bert Hartwig (1907–1996), Maler, Meisterschüler bei Paul Klee, lebte in Freinsheim und ist dort gestorben.
  • Friedrich Jossé (1897–1994), Maler und Graphiker, wuchs in Freinsheim auf.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Akten beim Landeshauptarchiv Speyer

[Bearbeiten] Literatur

  • Hermann Sinsheimer: Gelebt im Paradies, Beschreibung einer Kindheit und Jugend im Freinsheim des ausgehenden 19. Jahrhunderts. München 1953, ISBN 3-87629-099-6
  • Alexander Thon: Freinsheim. In: Jürgen Keddigkeit (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Beiträge zur pfälzischen Geschichte Bd. 12/2, Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002, S. 135–139, ISBN 3-927754-48-X.
  • Clemens Jöckle: Freinsheim. Schnell & Steiner, Regensburg 1998

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Freinsheim – Bilder, Videos und Audiodateien
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