Freinsheim
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Bad Dürkheim | |
| Verbandsgemeinde: | Freinsheim | |
| Höhe: | 100 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,61 km² | |
| Einwohner: | 4935 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 363 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 67251 67098 (Lindemannsruhe) 67247 (Postfach) 67248 (Postfach) 6713 (bis 1993) 6702 (bis 1993, L'ruhe) |
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| Vorwahlen: | 06353 06322 (Lindemannsruhe) |
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| Kfz-Kennzeichen: | DÜW (bis 1969: NW) | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 32 019 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstraße 12 67251 Freinsheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jürgen Oberholz (FWG) | |
Freinsheim, pfälzisch „Fränsem“, im Landkreis Bad Dürkheim ist mit rund 5000 Einwohnern eine der kleineren Städte in Rheinland-Pfalz. Freinsheim ist auch Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Freinsheim liegt in der Rheinebene ungefähr 20 km westlich von Ludwigshafen zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt in der Nähe der Deutschen Weinstraße. Innerhalb des Stadtgebiets entspringt der Fuchsbach.
[Bearbeiten] Geschichte
Wie diverse Grabungsfunde belegen, ist die Gemarkung von Freinsheim seit ca. 5000 Jahren kontinuierlich von Menschen besiedelt. Ein geordnetes Gemeinwesen existierte wahrscheinlich ab dem 6. Jahrhundert, worauf die Entdeckung eines merowingischen Reihenfriedhofes schließen lässt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Freinsheim im Jahre 773 in Aufzeichnungen des Klosters Weißenburg (Elsass).
Im 15. Jahrhundert fiel Freinsheim an die Kurpfalz, in deren Auftrag die bereits vorhandenen Befestigungsanlagen komplettiert wurden. Jüngstes Bauwerk der Stadtmauer ist das 1514 fertiggestellte äußere Eisentor. 1689 wurde Freinsheim im Pfälzischen Erbfolgekrieg stark zerstört, es blieben nur noch Grundmauern stehen. Im folgenden 18. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau; Verwaltungsfunktionen innerhalb der Kurpfalz (so die Einsetzung eines Unteramts) förderten den wirtschaftlichen Aufschwung. Nach der Französischen Revolution und dem Wiener Kongress kam Freinsheim mit der linksrheinischen Pfalz zum Königreich Bayern. Bis 1818 gehörte Freinsheim zu einer Ganerbschaft. Diese umfasste die leiningischen Dörfer Leistadt, Herxheim am Berg und Kallstadt sowie die kurpfälzischen Dörfer Freinsheim und Weisenheim am Sand[1].
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Freinsheim zum neugegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz, seit 1972 ist es Sitz einer Verbandsgemeinde. Mit Wirkung zum 23. Juni 1979 erkannte der rheinland-pfälzische Landtag Freinsheim aufgrund seiner historischen Bedeutung den Titel Stadt zu.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Stadt ist geteilt. Die obere Hälfte zeigt auf blauem Grund den linksgewendeten und aufgerichteten Vorderkörper eines goldenen Löwen, der eine rote Krone trägt und in der gleichen Farbe bezungt und bewehrt ist. Die untere Hälfte wird auf weißem Grund von einem großen roten F beherrscht, das beidseitig von je einer blauen Weintraube flankiert ist.
Der gekrönte Löwe symbolisiert die historische Kurpfalz, das F steht für den Anfangsbuchstaben der Stadt, die beiden blauen Trauben verdeutlichen, dass in Freinsheim schon früh auf den Anbau roter Rebsorten gesetzt wurde, die hier nahezu die Hälfte der bestockten Rebfläche einnehmen.
[Bearbeiten] Verbandsgemeinde
Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Freinsheim deren Verwaltung. Zur Verbandsgemeinde gehören die Ortschaften Bobenheim am Berg, Dackenheim, Erpolzheim, Herxheim am Berg, Kallstadt, Weisenheim am Berg und Weisenheim am Sand.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Freinsheim unterhält Städtepartnerschaften mit den Kleinstädten Marcigny in Burgund (Frankreich) und Buttstädt im thüringischen Landkreis Sömmerda.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Literaturpreis
Zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Freinsheimer wird seit 1983 der Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik verliehen. Bisherige Preisträger sind unter anderen Siegfried Lenz, Hilde Domin, Carola Stern, Marcel Reich-Ranicki und Marion Gräfin Dönhoff.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Stadtmauer
Eine Besonderheit von Freinsheim ist die noch fast vollständig erhaltene und ca. 1300 m lange spätgotische Stadtmauer mit Türmen und Toren, die das historische Stadtbild des Ortes prägt. Am bemerkenswertesten ist das Vortor zum Eisentor mit Flankierungstürmen und kurpfälzischem Wappen. Der Stadtkern ist außerordentlich gut restauriert.
- Ev. Pfarrkirche
Die alte Hauptkirche von Freinsheim war bis zur Zerstörung 1689 wahrscheinlich eine spätgotische Hallenkirche, heute ist sie flachgedeckt. Der Turm ist im Untergeschoss noch romanisch.
- ehem. Schloss
Die seit 1471 kurpfälzische Wasserburg liegt außerhalb der Stadtmauern. Der runde Graben ist heute noch mit Wasser gefüllt, der jetzige Hauptbau ist ein Wohnhaus vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
- Bildstock
In den Weinbergen an der Straße nach Ungstein steht ein spätgotischer Bildstock mit Kreuzigungsgruppe in spitzbogigem Gehäuse.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Rotweinwanderweg
Der Rotweinwanderweg wird am vierten Wochenende des Januars veranstaltet. Zur Eröffnung findet freitags mit Einbruch der Dunkelheit eine Fackelwanderung statt, bei der unterwegs Schwedenfeuer aufgebaut sind. Samstags und sonntags findet die Wanderung über Tag statt. Entlang des Wanderweges durch die Weinberge um Freinsheim bieten dabei die örtlichen Winzer ausgesuchte Rotweine und begleitende Speisen an.
- Freinsheimer Altstadtfest
Am ersten Wochenende im Juni findet jährlich das Freinsheimer Altstadtfest statt. Es steht unter dem Motto „Wein und Kultur auf historischen Plätzen“. Die Stadt Freinsheim legt dabei Wert auf anspruchsvolle Kulturdarbietungen, welche dann auf dem Marktplatz, im Retzer- oder im Saarhof präsentiert werden. Das Fest dauert in der Regel von Freitag bis Sonntag.
- Stadtmauerfest
Das Stadtmauerfest am dritten Wochenende im Juli in der historischen Kulisse zählt zu den größten Weinfesten der Region.
- Kulinarischer Weinwanderweg
Am vierten Septemberwochenende führt samstags und sonntags der Kulinarische Weinwanderweg durch die Weinberge der Stadt. Winzer und Gastronomiebetriebe offerieren traditionelle Pfälzer Hausmannskost, mediterrane Gerichte sowie Wein und Federweißen.
- Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt an den vier Wochenenden in der Adventszeit wirbt mit seinem Krippenspiel, bei dem als besondere Attraktion lebende Tiere mitwirken.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
| Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet |
Rang unter allen rheinland-pfälzischen Weinbaugemeinden nach Rebfläche |
Bestockte Rebfläche (in ha) |
Rebsorten | |
|---|---|---|---|---|
| weiße | rote | |||
| (in %) | ||||
| Pfalz | 23.363 | 59,3 | 40,7 | |
| Landau (Pfalz) | 1 | 2.039 | 59,8 | 40,2 |
| Neustadt (Weinstr.) | 2 | 2.012 | 60,8 | 39,2 |
| Bad Dürkheim | 4 | 855 | 62,8 | 37,2 |
| Billigheim-Ingenheim | 5 | 818 | 56,6 | 43,4 |
| Kirrweiler | 14 | 594 | 65,0 | 35,0 |
| Edesheim | 17 | 500 | 55,3 | 44,7 |
| Deidesheim | 18 | 486 | 83,7 | 16,3 |
| Wachenheim (Weinstr.) | 19 | 477 | 71,1 | 28,9 |
| Göcklingen | 22 | 456 | 62,5 | 37,5 |
| Freinsheim | 26 | 432 | 54,0 | 46,0 |
| Bockenheim (Weinstr.) | 29 | 415 | 54,4 | 45,6 |
| Heuchelheim-Klingen | 31 | 400 | 57,1 | 42,9 |
| Ruppertsberg | 32 | 397 | 74,2 | 25,8 |
Obwohl seit der Mitte des 20. Jahrhunderts der Weinbau den früher vorherrschenden Obstanbau zurückgedrängt hat, ist die Stadt weiterhin Sitz eines der großen deutschen Obstsäfte-Hersteller. Heute zählt Freinsheim zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz. Wegen der historischen Altstadt ist mittlerweile auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.
[Bearbeiten] Verkehr
Der Freinsheimer Bahnhof ist Schnittpunkt der Pfälzischen Nordbahn (Bad Dürkheim–Grünstadt) und der Bahnstrecke Freinsheim–Frankenthal. Somit bestehen Direktverbindungen in Richtung Neustadt, Frankenthal sowie über Grünstadt nach Monsheim bzw. Ramsen. Von Neustadt und Frankenthal aus bestehen Fernverbindungen in Richtung Mannheim, Saarbrücken und Mainz.
Über die nahe B 271 ist Freinsheim an die A 6 (Mannheim–Saarbrücken), A 61 (Koblenz–Speyer) und A 65 (Ludwigshafen–Karlsruhe) angebunden. Außer auf den Hauptdurchfahrtsstraßen (Landesstraßen) ist im gesamten Ort entweder 30 km oder verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Jacob Gottfried Weber (1779–1839), ausgebildeter Jurist, war Musiker am Mannheimer Konservatorium.
- Hermann Sinsheimer (1883–1950), Journalist und Jurist, war Chefredakteur des Simplicissimus; ihm zu Ehren verleiht Freinsheim den Hermann-Sinsheimer-Preis.
- Franz Lind (1900–1966) war Maler und Bildhauer.
- Manfred Scherer (* 1951), Politiker (CDU), seit 2008 Innenminister in Thüringen
[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten
Nicht in Freinsheim geborene, aber mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten:
- Emil Bert Hartwig (1907–1996), Maler, Meisterschüler bei Paul Klee, lebte in Freinsheim und ist dort gestorben.
- Friedrich Jossé (1897–1994), Maler und Graphiker, wuchs in Freinsheim auf.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
- Hermann Sinsheimer: Gelebt im Paradies, Beschreibung einer Kindheit und Jugend im Freinsheim des ausgehenden 19. Jahrhunderts. München 1953, ISBN 3-87629-099-6
- Alexander Thon: Freinsheim. In: Jürgen Keddigkeit (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Beiträge zur pfälzischen Geschichte Bd. 12/2, Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002, S. 135–139, ISBN 3-927754-48-X.
- Clemens Jöckle: Freinsheim. Schnell & Steiner, Regensburg 1998
[Bearbeiten] Weblinks
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