Generaloberst
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Generaloberst ist ein militärischer Dienstgrad.
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[Bearbeiten] Entstehung
Generaloberst war die Bezeichnung des höchsten regulär erreichbaren Generalsranges in der preußischen Armee. Eingeführt wurde er 1854 für Prinz Wilhelm von Preußen, weil zum einen traditionell Mitglieder des Königshauses nicht zum Generalfeldmarschall befördert werden durften und zum anderen der Rang des Generalfeldmarschalls in der Regel nur im Kriegsfall verliehen wurde.
Später wurde der Rang auch im Kontingentsheer der Kaiserzeit, in der Reichswehr und im Heer und der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht verwendet. Dem Generaloberst in der Wehrmacht entsprach in der Kriegsmarine der Rang Generaladmiral.
Über dem Generaloberst rangierte lediglich der Generalfeldmarschall. Vor 1940 gab es noch die Sonderstufe „Generaloberst im Range eines Generalfeldmarschalls“ - erkennbar an vier statt drei Sternen auf den Schulterstücken. Dieser Dienstgrad wurde dann verliehen, wenn ein Generaloberst in Friedenszeiten befördert werden sollte, dies jedoch nicht möglich war, weil Generalfeldmarschälle in der Regel nur im Kriege ernannt wurden. Diese Regel wurde erst im Dritten Reich gebrochen, als Kriegsminister Werner von Blomberg und Hermann Göring auch in Friedenszeiten zum Generalfeldmarschall befördert wurden.
In heutigen Armeen weltweit entspricht der Generaloberst dem General, so zum Beispiel in slawischen Staaten, wo die Reihenfolge ähnlich dem alten deutschen System Generalmajor - Generalleutnant - Generaloberst (general polkovnik) - Armeegeneral lautet.
In der Nationalen Volksarmee der DDR war der Generaloberst der zweithöchste Dienstgrad nach dem Armeegeneral. Durch den militärischen Aufbau und der dadurch bedingten Verwendung der militärischen Dienstgrade im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und in der Deutschen Volkspolizei (DVP) gab es auch dort den Dienstgrad des Generaloberst.
Die Beförderung zum Generaloberst ging bis 1919 darüber hinaus im Deutschen Kaiserreich und in Österreich mit einer Erhebung in den Adelsstand einher.
[Bearbeiten] Deutsches Reich
[Bearbeiten] Reichswehr
- Hans von Seeckt (1866–1936)
- Wilhelm Heye (1869–1946)
[Bearbeiten] Wehrmacht
vollständige Liste ohne die Generalobersten, die noch zum Generalfeldmarschall befördert wurden
[Bearbeiten] Heer
- Wilhelm Adam (1877–1949)
- Hans-Jürgen von Arnim (1889–1962)
- Ludwig August Theodor Beck (1880–1944), Suizidversuch, dann erschossen wegen der Beteiligung am Widerstand
- Johannes Blaskowitz (1883–1948), Suizid
- Eduard Dietl (1890–1944), Flugzeugabsturz
- Friedrich Dollmann (1882–1944)
- Nikolaus von Falkenhorst (1885–1968)
- Johannes Frießner (1892–1971)
- Werner von Fritsch (1880–1939), gefallen
- Friedrich Fromm (1888–1945), wegen seiner Rolle im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet
- Heinz Guderian (1888–1954)
- Curt Haase (1881–1943)
- Franz Halder (1884–1972)
- Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord (1878–1943)
- Josef Harpe (1887–1968)
- Gotthard Heinrici (1886–1971)
- Walter Heitz (1878–1944)
- Carl Hilpert (1888–1947)
- Karl-Adolf Hollidt (1891–1985)
- Erich Hoepner (1886–1944), wegen der Beteiligung am Widerstand hingerichtet
- Hermann Hoth (1885–1971)
- Hans Valentin Hube (1890–1944), Flugzeugabsturz
- Erwin Jaenecke (1890–1960)
- Alfred Jodl (1890–1946), durch das Nürnberger Tribunal hingerichtet
- Georg Lindemann (1884–1963)
- Eberhard von Mackensen (1889–1969)
- Erhard Raus (1889–1956)
- Georg-Hans Reinhardt (1887–1963)
- Lothar Rendulic (1887–1971)
- Richard Ruoff (1883–1967)
- Hans von Salmuth (1888–1962)
- Rudolf Schmidt (1886–1957)
- Eugen Ritter von Schobert (1883–1941), gefallen
- Adolf Strauß (1879–1973)
- Heinrich Gottfried von Vietinghoff-Scheel (1887–1952)
- Walter Weiß (1890–1967)
- Kurt Zeitzler (1895–1963)
[Bearbeiten] Luftwaffe
- Otto Deßloch (1889–1977)
- Ulrich Grauert (1889–1941), gefallen
- Hans Jeschonnek (1899–1943), Suizid
- Alfred Keller (1882–1974)
- Günther Korten (1898–1944), beim Attentat vom 20. Juli 1944 getötet
- Alexander Löhr (1885–1947), hingerichtet
- Bruno Loerzer (1891–1960)
- Günther Rüdel (1883–1950)
- Kurt Student (1890–1978)
- Hans-Jürgen Stumpff (1889–1968)
- Ernst Udet (1896–1941), Suizid
- Hubert Weise (1884–1950)
[Bearbeiten] Schutzstaffel (SS) und Polizei
- Kurt Daluege (1897–1946), hingerichtet - SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Polizei
- Sepp Dietrich (1892–1966) - SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS
- Paul Hausser (1880–1972) - SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS
- Franz Xaver Schwarz (1875–1947) - SS-Oberstgruppenführer
[Bearbeiten] Österreich
Im österreichischen Heer war der Generaloberst der zweithöchste Rang der Generalität, den es aber nur von 1915 bis 1918 gab.
- Erzherzog Josef Ferdinand (1872–1942)
- Friedrich Graf von Beck-Rzikowsky (1830–1920)
- Eduard Graf Paar (1837–1919)
- Arthur Freiherr von Bolfras (1838–1922)
- Friedrich Freiherr von Georgi (1852–1926)
- Karl Freiherr von Pflanzer-Baltin (1855–1925)
- Viktor Graf Dankl von Krasnik (1854–1941)
- Karl Tersztyánszky von Nádas (1854–1921)
- Paul Freiherr Puhallo von Brlog (1856–1926)
- Leopold Salvator von Österreich-Toskana (1863–1931)
- Karl Graf von Kirchbach auf Lauterbach (1856–1939)
- Adolf Freiherr von Rhemen zu Barenfels (1855–1932)
- Karl Georg Graf Huyn (1857–1938)
- Hermann Kusmanek von Burgneustädten (1860–1934)
- Karl Křitek (1861–1928)
- Wenzel Freiherr von Wurm (1859–1921)
- Samuel Freiherr von Hazai (1851–1942)
- Leopold Freiherr von Hauer (1854–1933)
- Viktor Graf von Scheuchenstuel (1857–1938)
- Stephan Freiherr Sarkotić von Lovčen (1858–1939))
- Josef Ritter Roth von Limanowa-Lapanów (1859–1927)
- Arthur Freiherr Arz von Straussenburg (1857–1935)
- Hugo Martiny von Malastów (1860–1940)
- Rudolf Freiherr Stöger-Steiner von Steinstätten (1861–1921)
- Alois Fürst Schönburg-Hartenstein (1858–1944)
[Bearbeiten] DDR
In der NVA, dem Ministerium für Staatssicherheit und der Deutschen Volkspolizei war der Dienstgrad wie in der Sowjetarmee ein Rang über dem Generalleutnant und ein Rang unter dem Armeegeneral.
[Bearbeiten] Nationale Volksarmee (NVA)
- Klaus-Dieter Baumgarten (1931–2008), befördert am 7. Oktober 1988
- Horst Brünner (1929–2008), befördert am 1. März 1987
- Werner Fleißner (1922–1985), befördert am 7. Oktober 1977
- Joachim Goldbach (1929-2008), befördert am 1. März 1986
- Erich Peter (1919–1987), befördert am 14. Juli 1979
- Fritz Peter (* 1927), befördert am 7. Oktober 1989
- Wolfgang Reinhold (* 1923), befördert am 7. Oktober 1979
- Herbert Scheibe (1914–1991), befördert am 1. März 1972
- Horst Stechbarth (* 1925), befördert am 1. März 1976
- Fritz Streletz (* 1926), befördert am 7. Oktober 1979
- Kurt Wagner (1904–1989), befördert am 1. März 1966
[Bearbeiten] Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
- Bruno Beater (1914–1982)
- Werner Großmann (* 1929)
- Rudi Mittig (1925–1994)
- Markus Wolf (1923–2006)
[Bearbeiten] Deutsche Volkspolizei (DVP)
- Karl Maron (1903–1975)
- Karl-Heinz Wagner
- Friedrich Dickel (1913–1993)
[Bearbeiten] Sowjetunion
Hauptartikel: Sowjetische Generalsränge
In der Roten Armee der Sowjetunion wurden am 7. Mai 1940 die Generalsränge wieder eingeführt. Generaloberst war der dritthöchste Dienstgrad in der Gruppe der Generale. Die Reihenfolge Sowjetischer Generalsränge war dabei seit 1940 bzw. 1943:
- Generalmajor, davor Brigadekommandeur
- Generalleutnant, Divisionskommandeur (Kom Div)
- Generaloberst, davor Korpskommandeur
- Armeegeneral, davor Armeekommandeur 2. Ranges
- Hauptmarschall (ab 1943), davor Armeekommandeur 1. Ranges
[Bearbeiten] Literatur
- Dr. Gerd F. Heuer: Die Generalobersten des Heeres. Inhaber höchster Kommandostellen 1933–45. ISBN 3-8118-1408-7
- Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. 4. Auflage.Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3





