Gent

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Gent
Gent (Belgien)
DEC
Gent
Gent
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Ostflandern
Bezirk Gent
Koordinaten 51° 3′ N, 3° 43′ O51.0538888888893.7216666666667Koordinaten: 51° 3′ N, 3° 43′ O
Fläche 156,18 km²
Einwohner (Stand)
- Bevölkerungsdichte
237 250 Einw. (1. Januar 2008)
1519 Einw./km²
Postleitzahl 9000–9052
Vorwahl 09
Bürgermeister Daniël Termont (sp.a)
Adresse der
Stadtverwaltung
Botermarkt 1
9000 Gent
Webseite www.gent.be

lh

Gent (nl. [ɣɛnt], franz. Gand [gɑ̃], engl. Ghent [gent]) ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern und des Arrondissements Gent. Die Gemeinde besteht aus den Teilgemeinden Afsnee, Desteldonk, Drongen, Gent, Gentbrugge, Ledeberg, Mariakerke, Mendonk, Oostakker, Sint-Amandsberg, Sint-Denijs-Westrem, Sint-Kruis-Winkel, Wondelgem und Zwijnaarde. An der Universität Gent studieren 28.000 Studenten. Gent hat 235.000 Einwohner und ein Bevölkerungswachstum von 0,6%.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Gent hat seit dem Mittelalter nie an Bedeutung verloren und so zeigt es sich heute als lebendige Stadt. Der Name Gent kommt vom keltischen Wort Ganda, was soviel bedeutet wie Zusammenfluss, Mündung. Nach der Herrschaft der Römer wurde die Stadt um 400 von den Franken eingenommen. Im 9. Jahrhundert kamen die Normannen und plünderten das Gebiet um Gent. Karl der Große versuchte später vergeblich, die Wikinger durch den Bau einer Flotte abzuwehren.

Im 11. Jahrhundert wurde Gent zur Metropole der Textilproduktion und, als zweitgrößte Stadt Nordeuropas nach Paris, zur wirtschaftlichen Großmacht. Der Adel musste den Kaufmannsfamilien einen großen Teil der Macht abtreten. Es bildeten sich mächtige Zünfte, die sich stets gegen die Vorherrschaft der mittelalterlichen Fürsten wehrten. Je mehr die Zünfte und Kaufmannsfamilien an Macht und Einfluss gewannen, umso mehr pochten sie auch auf ihre Selbständigkeit. Es kam immer wieder zu Aufständen.

1338 verbündeten sich die Genter Zünfte unter dem Kaufmann und diktatorisch regierenden Stadthauptmann Jacob van Artevelde mit den Engländern, um mit diesen zusammen gegen den französischen Adel vorzugehen. (Siehe auch: Schlacht bei Roosebeke)

1384 kam Gent an das Herzogtum Burgund, weil Herzog Philipp der Kühne die Erbin Margarete von Flandern geheiratet hatte. Als dieser die Macht der Zünfte einschränkte, kam es unter der Führung von Philipp van Artevelde erneut zum Aufstand. Die Kämpfe wurden hart und erbittert geführt, doch schließlich mussten sich die Kaufleute von Gent den Burgundern geschlagen geben. Der Streit um Salz- und Getreidesteuern dauerte ganze drei Jahre.

Tuchhalle mit Belfried
Gravensteen, die Burg der ehemaligen Grafen von Flandern

Am 23. Juli 1453 kam es schließlich zur entscheidenden Schlacht an der Schelde: Die 30.000 Mann des Stadtheeres konnten keinen Sieg erringen. Herzog Philipp der Gute ließ die Ratsherren im Büßerhemd vor die Stadt ziehen und um Gnade bitten.

Erst nach der Schlacht von 1453 akzeptierte Gent die Burgunderherrschaft, die bis 1476 dauerte.

1477 erbten die Habsburger Gent durch die Hochzeit von Maria von Burgund mit dem späteren Kaiser Maximilian. Auch dieses Mal wieder kämpften die Kaufleute energisch um ihre Unabhängigkeit und ergaben sich erst 1492.

Am 24. Februar 1500 wurde Karl V. im Prinzenhof geboren.

Auch gegen diesen Kaiser rebellierten die Kaufleute, deren Anführer des Aufstands 1539 am Gravensteen geköpft wurden.

Nachdem Gent Mitte des 16. Jahrhunderts an Karls Sohn Philipp II. von Spanien gefallen war, erhoben sich die protestantischen Genter gegen die Katholiken aus Spanien, die demzufolge mit einem Terrorregime reagierten. Die Hinrichtung des Statthalters von Flandern, Lamoral Graf von Egmont, im Jahre 1568 (Goethe widmete diesen Ereignissen ein Theaterstück) löste schließlich den Befreiungskampf der Niederlande unter Willem von Oranien aus.

1794 eroberten die Franzosen unter Napoléon Bonaparte Flandern und damit auch Gent, 1815 wurde die Stadt dann niederländisch, bis dann 1830 Belgien zum unabhängigen Königreich wurde.

Siehe auch Burggrafschaft Gent

[Bearbeiten] Sprache

Offizielle Sprache ist Niederländisch. Die Bewohner Gents sprechen jedoch im informellen Kreis häufig statt Algemeen Nederlands den örtlichen Ostflämischen Dialekt. Auch Englisch, Französisch und Deutsch werden weitgehend verstanden und gesprochen.

[Bearbeiten] Geographie

Gent liegt nordwestlich von Brüssel am Zusammenfluss von Schelde und Leie und ist die drittgrößte Stadt Belgiens. Es gibt einen ausgedehnten Hafen, der mit dem Zeekanal Gent-Terneuzen verbunden ist.

[Bearbeiten] Verkehr

Das wichtigste innerstädtische Verkehrsmittel ist die Straßenbahn Gent. Mit dem Bahnhof Gent St Pieters besitzt die Stadt einen der wichtigsten Bahnknotenpunkte des Landes. Hier fahren ca. 605 Züge pro Tag, unter anderem nach Paris, Brügge (-Ostende und Knokke), Antwerpen, Brüssel, Kortrijk, Mechelen, Geraardsbergen, Ronse und De Panne. Von März 1989 bis Juni 2009 verkehrte in der Stadt außerdem der Oberleitungsbus Gent, der bislang letzte Obus-Betrieb Belgiens.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Turm der Kathedrale St. Bavo
'Genter Altar', Meisterwerk Jan van Eycks in der Kathedrale St. Bavo

Ein Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz ist unversehrt erhalten und Gent konkurriert als Fremdenverkehrsziel mit dem touristisch bekannteren Brügge. Die Stadt ist Gastgeber einiger großer kultureller Ereignisse, wie den Gentse Feesten und dem Festival van Vlaanderen.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • das Stedelijk Museum voor Actuele Kunst
  • der Belfried
  • die Grafenburg (Gravensteen), eine der bedeutendsten romanischen Burgen Belgiens
  • die St.-Nikolauskirche am Korenmarkt im Stil der Gotik (Scheldegotik)
  • die St.-Bavo-Kathedrale ist dem Heiligen Bavo geweiht und wurde in den Jahren 1300 bis 1538 gebaut. In der Kathedrale befindet sich der von Jan van Eyck gestaltete Genter Altar
  • der Rabot, ein Schleusentor, das aus zwei runden Türmen und einem gegiebelten Mitteltor besteht
  • das Rathaus, vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gebaut
  • die Tuchhalle – der Bau begann 1425 und wurde erst 1890 nach den ursprünglichen Plänen fertig gestellt
  • die Graslei und die Korenlei, Uferstraßen im alten Hafen mit historischen Giebelhäusern
  • die Dulle Griet, ein spätmittelalterliches Riesengeschütz
  • Ons Huis, der Sitz der Sozialistischen Arbeitervereinigungen von 1910 im eklektischen Stil mit einigen Jugendstilanleihen

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Mittelalterliche Gildehäuser am Graslei

[Bearbeiten] Partnerstädte

Gent unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

[Bearbeiten] Literatur

  • Belgien. Karl Baedeker, Ostfildern 1998, ISBN 3875044177, S. 226-244
  • Detlev Arens: Flandern. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2005, ISBN 3770130057, S. 105-129
  • Reinhard Tiburzy: Belgien. DuMont Reiseverlag, Köln 2004, ISBN 3770160975, S. 103-114

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Gent – Bilder, Videos und Audiodateien

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