GoldenEye

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Filmdaten
Deutscher Titel: GoldenEye
Originaltitel: GoldenEye
Produktionsland: Großbritannien, USA
Erscheinungsjahr: 1995
Länge: 124 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Michael France
Jeffrey Caine
Bruce Feirstein
Produktion: Barbara Broccoli
Michael G. Wilson
Musik: Eric Serra
Titelsong „GoldenEye“: Tina Turner
Kamera: Phil Meheux
Schnitt: Terry Rawlings
Besetzung

GoldenEye ist der 17. von Eon Productions Ltd. produzierte James-Bond-Film. Erstmals schlüpfte Pierce Brosnan in die Rolle des MI6-Agenten. Die Regie führte der Neuseeländer Martin Campbell.

Aufgrund rechtlicher und künstlerischer Differenzen zwischen den Produzenten Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auf der einen Seite und United Artists und deren Mutterfirma Metro-Goldwyn-Mayer auf der anderen erschien dieser Bond erst nach einer sechsjährigen Pause der Serie in den Kinos. Den Titelsong „GoldenEye“ sang Tina Turner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der Film beginnt zu Zeiten des Kalten Krieges: 007 James Bond und sein Partner 006 alias Alec Trevelyan sollen eine Chemiefabrik der Sowjets in Archangelsk vernichten. Der Einsatz glückt, jedoch wird 006 von Oberst Ourumov festgenommen und scheinbar hingerichtet. Bond gelingt auf gewohnt spektakuläre Weise die Flucht, diesmal per Flugzeug.

Neun Jahre später – nach dem Fall der Mauer und dem Ende der Sowjetunion – kommt James Bond der Pilotin Xenia Onatopp auf die Spur. Diese hat Kontakte zur vom totgeglaubten 006 gegründeten Terror-Organisation Janus, benannt nach dem römischen Gott Ianus mit den zwei Gesichtern. Ohne dass Bond es verhindern kann, stiehlt sie einen Tiger-Helikopter, der auch gegen stärkste und ausgefeilteste elektromagnetische Strahlung gesichert ist. Ein Admiral und die beiden ursprünglich vorgesehenen Piloten kommen dabei ums Leben.

Zusammen mit Ourumov, der mittlerweile zum General befördert worden ist, bringt Onatopp für Janus das russische Waffensystem GoldenEye in Besitz. GoldenEye ist ein Satelliten-System, bei dem eine Atombombe in der oberen Atmosphäre gezündet wird und so einen „EMP“ (Elektromagnetischen Impuls) auslöst, der alle elektronischen Geräte in weitem Umkreis des anvisierten Zielgebiets entscheidend beeinträchtigt oder zerstört. Dabei töten sie alle Mitarbeiter des GoldenEye-Satellitenkontrollzentrums in Sibirien, nur Natalya Fyodorovna Semyonova, eine Stufe-2-Programmiererin, überlebt, ebenso der Verräter Boris Grischenko, der Ourumov und Onatopp den Zugang zum Programm von GoldenEye ermöglichte. Um ihre Spur zu verwischen, zünden Ouromov und Onatopp eine der beiden vorhandenen EMP-Waffen von GoldenEye über dem Kontrollzentrum. Mit dem von Onatopp gestohlenen, EMP-geschützten Hubschrauber können sie ohne Probleme entkommen, drei russische MiGs dagegen stürzen ab.

Die Vorgänge werden jedoch vom MI6 über Satellit beobachtet, da dieser den Hubschrauber zurückverfolgt hat. Dabei wird Natalya Fyodorovna Semyonova beobachtet, wie sie aus den Trümmern des Kontrollzentrums entkommen kann und flieht. Weil Bond nichts von Boris weiß, hält er zunächst sie für die Verräterin und macht sich auf den Weg nach Sankt Petersburg. Dort trifft er den CIA-Mann Jack Wade.

Bond nimmt über den ehemaligen KGB-Mann Valentin Zukovsky Kontakt zu Janus auf und muss entdecken, dass 006 hinter dieser Organisation steckt. 007 und Semyonova sollen getötet werden, indem sie zusammen mit dem nun ausgedienten Hubschrauber gesprengt werden. Dies kann Bond in letzter Sekunde verhindern, doch dann werden beide vom russischen Verteidigungsministerium verhaftet.

In dessen Hauptquartier sollen sie vom Verteidigungsminister verhört werden, als plötzlich General Ouromov auftaucht und diesen mit Bonds Dienstwaffe erschießt, um den Mord Bond anzuhängen und ihn so aus guten Gründen töten zu können. Bond aber kann erneut fliehen, muss jedoch Natalya in den Händen des Generals zurücklassen. Ouromov fährt daraufhin zu einem Treffen mit Alec Trevelyan in dessen Raketentransportzug. Bond verfolgt ihn in einem Armeepanzer quer durch Sankt Petersburg und bringt den Zug schließlich außerhalb der Stadt zum Entgleisen. Bond stürmt den Zug, um Natalya zu retten. Er tötet Ourumov, aber Alec und die ebenfalls anwesende Onatopp können entkommen. Bond und Natalya sind zunächst im Zug gefangen, können sich später abermals nur knapp retten. Natalya hat inzwischen per Computer herausgefunden, dass Kuba das Ziel der Flucht von Alec und Onatopp ist. Natalya und Bond werden vorübergehend ein Liebespaar.

Zum Ende des Films kann die geheime Basis von Alec auf Kuba ausfindig gemacht werden. Bond und Natalya schalten die gegen sie ausgeschickte Killerin Onatopp aus und stürmen die Basis. Hier erfahren sie letztlich den Plan von 006: Er will mit GoldenEye die Londoner Finanzwelt auslöschen.

Damit will er einerseits Großbritannien, das er für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht, aus Rache in ein finanzielles Chaos stürzen. Als Lienzer Kosaken (im Film fälschlich als: „Linzer Kosaken“ synchronisiert) wurden Alecs Eltern von den Briten nach dem Zweiten Weltkrieg mit anderen Kosaken bei Lienz an Stalin und seine Exekutions-Kommandos ausgeliefert; Alecs Eltern überlebten zwar, begingen dann aber aus Scham Selbstmord.

Andererseits soll sich Boris kurz vor dem EMP in die Londoner Banken hacken und sämtliche Vermögen auf Alecs Konten überweisen. Durch den anschließenden EMP würden alle Spuren verwischt.

Bond und Natalya können schließlich Alecs Pläne zur Zerstörung von Englands Finanzzentrum vereiteln. Alec und Bond kämpfen in einem längeren Showdown Mann gegen Mann. Dabei stürzt sich Alec am Ende zu Tode und wird unter den Trümmern einer Satellitenschüssel begraben. Auch der Verräter Boris, der sich schon gerettet wähnte, wird von einer Dusche flüssigen Stickstoffs aus einem detonierenden Behälter schockgefrostet und stirbt. Bond und Natalya lassen sich von einem US-amerikanischen Rettungshubschrauber mit Ziel Guantanamo Bay ausfliegen.

[Bearbeiten] Sonstiges

Bond-Girl in diesem Film ist Natalya Semyonova. Natalya hilft Bond, GoldenEye unschädlich zu machen, da sie an der Entwicklung als Programmiererin beteiligt war.

In diesem Film wird unter anderem auch der Charakter des Russen Valentin Zukovsky eingeführt, der Bond hilft, zu Janus Kontakt aufzunehmen. Von Seiten der CIA wird er in diesem Film von Jack Wade unterstützt, der auch in Der Morgen stirbt nie diese Rolle weiterführt.

Auch in den Reihen des MI6 ist eine Änderung eingetreten. Zum ersten Mal wird »M« von einer Frau gespielt, wohl die einzige Frau, die Bond nicht zu Füßen liegt und ihn für „ein Relikt des Kalten Krieges“ hält. Miss Moneypenny wird erstmals von Samantha Bond dargestellt. »Q« wird von Desmond Llewelyn gespielt.

[Bearbeiten] Hintergrund

Nach einer Pause von mehr als sechs Jahren ist dieser der 17. Film der gesamten Reihe. Pierce Brosnan spielt hier zum ersten Mal die Rolle des James Bond. Eigentlich hätte Brosnan schon in Der Hauch des Todes diese Rolle (anstelle von Timothy Dalton) übernehmen sollen. Die große Medienpräsenz Brosnans aufgrund seines Castings als 007 ließ das Interesse an der Serie Remington Steele (für die Brosnan noch unter Vertrag stand) ansteigen und die Fernsehproduzenten konnten weitere Folgen an Fernsehsender verkaufen. Dadurch konnte Brosnan nicht rechtzeitig zum Drehbeginn von „Der Hauch des Todes“ frei sein und musste auf die Rolle verzichten. 1995 erhielt er dann seine zweite Chance und spielte in vier Kinofilmen den britischen Spion.

Bereits Im Angesicht des Todes wurde im britischen Hauptquartier spekuliert, dass eine orbital gezündete Atombombe Computer und Elektronik lahmlegen könne.

Bond fährt in diesem Film zum ersten Mal einen BMW, und zwar einen Z3, der allerdings nur in zwei Szenen zu sehen ist. BMW stellt in den zwei folgenden Filmen mit dem 750iL in Der Morgen stirbt nie und dem Z8 in Die Welt ist nicht genug das Bond-Auto. Erst in Stirb an einem anderen Tag fährt Bond wieder einen Aston Martin.

Die Szene zu Beginn des Films, in der Bond einen Bungee-Sprung von einer Staumauer macht, wurde am Lago di Vogorno in der Schweiz gedreht.

Die letzte Szene wurde beim Arecibo-Observatorium in Puerto Rico gedreht.

In „GoldenEye“, wie auch später in „Der Morgen stirbt nie“, spielt der Schauspieler Joe Don Baker den Mittelsmann Jack Wade (er nannte Bond in „GoldenEye“ liebevoll: „Jimbo“). Baker spielte bereits in „Der Hauch des Todes“ mit. Hier verkörperte er allerdings einen Bösewicht: den Waffenhändler Brad Whitaker.

Bei dem Kampfhubschrauber im Film handelt es sich um einen Eurocopter Tiger; die darin verwendete Rettungskapsel ist allerdings erfunden.

Die Szene am Ende des Filmes, als Bond von der Leiter der Satellitenanlage fällt, wurde von Brosnan selbst gespielt. Dabei ging etwas schief, so dass sich Brosnan beim Abfang des Sturzes an der Leiter beinahe verletzte – der Schmerzlaut im Film ist daher echt.

Der Titel des Films, GoldenEye, ist eine Hommage an Ian Flemings Domizil auf Jamaika, das diesen Namen trägt. Dorthin zog sich Fleming jedes Jahr für ein paar Monate zurück. Wenn er wieder auftauchte, hatte er jedes Mal einen neuen James-Bond-Roman im Gepäck.

Der Film wurde auch durch das Videospiel GoldenEye 007 für Nintendo 64 vermarktet.

[Bearbeiten] Gadgets

  • Eine in einen Kugelschreiber eingebaute Granate mit Zeitzünder
  • Einen Gürtel, aus dessen Schnalle man ein dünnes Seil mit Haken herausfeuern kann
  • Ein BMW Z3 mit Stinger-Raketen und den üblichen bereits aus anderen Bondfilmen bekannten Gadgets (die Raketen kamen diesmal nicht zum Einsatz)
  • Eine Uhr mit integriertem Laser, mit dem man z. B. Stahlplatten zerschneiden kann
  • Röntgen-Dokumentenscanner, der in ein Silbertablett integriert ist.

[Bearbeiten] Kritik

Lexikon des internationalen Films: „17. James-Bond-Abenteuer, dem alles fehlt, was Sean Connery einst in die Rolle des englischen Geheimagenten 007 einbrachte: Autorität, Geschicklichkeit, Charme und Selbstironie. Statt dessen hantiert ein steifer Pierce Brosnan mit den vertrauten Attributen des Genres und sieht sich von einer Komparserie starker Frauen umstellt.“[1]

Roger Ebert sprach von einem „irgendwie empfindsameren, verletzlicheren, psychologisch vollständigeren“ Bond, und besprach überhaupt eine „verlorene Unschuld“.[2]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lexikon des internationalen Films – GoldenEye
  2. Roger Ebert: GoldenEye. In: http://rogerebert.suntimes.com. 17. November 1995.: „More evidence of Bond's loss of innocence […] he is somehow more sensitive, more vulnerable, more psychologically complete“. Abgerufen am 10. Februar 2009. (englisch)

[Bearbeiten] Weblinks

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