Gottfried Feder
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Gottfried Feder (* 27. Januar 1883 in Würzburg; † 24. September 1941 in Murnau) war ein deutscher Wirtschaftstheoretiker und Politiker der DAP und NSDAP.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Feder wurde 1905 Diplomingenieur und 1908 Teilhaber einer Baufirma in München. 1918 baute er als einer der Ersten ein Eisenbetonschiff. 1919 veröffentlichte Feder die Schrift "Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft" und gründete den „Deutschen Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft“. Die Geschäftsstelle hatte ihren Sitz in Polln, heute ein Teil der Stadt Dachau. Die erste Veranstaltung hierzu fand im Hörhammerbräu 1919 auf Einladung des Rates der geistigen Arbeiter und des Kartells der freien Gewerkschaften statt; hier sprach er zum Thema „Zinsknechtschaft“. Hauptforderung dieses Kampfbundes war die Verstaatlichung der Banken und die Abschaffung der Zinsen. Er gehörte zudem zu den ersten Mitgliedern der am 5. Januar 1919 gegründeten Deutschen Arbeiterpartei (DAP). Ungefähr zur selben Zeit (1919/20) gehörte Feder zu den wichtigsten Versammlungsredern für den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund.[1] Gleichsam war er - neben Alfred Rosenberg und Richard Euringer - Mitarbeiter der von Dietrich Eckart zwischen 1918 und 1921 verlegten Wochenschrift Auf gut deutsch.[2]
Feder war verschwägert mit dem Historiker Professor Karl Alexander von Müller, dessen Vater, Ludwig August von Müller, der ebenfalls aus Dachau stammte, Polizeipräsident in München und dann bayerischer Innenminister war.
1923 nahm Feder am Hitlerputsch teil. Dessen ungeachtet blieb er eine der führenden Persönlichkeiten der bereits 1920 in NSDAP umbenannten Partei und wurde 1924 für die Nationalsozialistische Freiheitspartei in den Deutschen Reichstag gewählt; ihm gehörte er bis 1936 an. Hier machte Feder sich für die Enteignung der Juden und das Einfrieren der Zinssätze stark.
Mit seiner 1927 verfassten Schrift Das Programm der NSDAP und seine weltanschaulichen Grundlagen machte sich Feder zum Wortführer der Wirtschaftspolitik der NSDAP und wurde deren wirtschaftspolitischer Sprecher. 1929 übernahm er für kurze Zeit die Schriftleitung des Ingolstädter NS-Kampfblattes Der Donaubote. 1931 wurde er Vorsitzender des Wirtschaftsrates der NSDAP, im gleichen Jahr verfasste er die Schrift Das Programm der NSDAP. Ebenfalls 1931 gründete Feder zusammen mit Paul Schultze-Naumburg den „Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure (KDAI)“, der innerhalb eines Jahres 2.000 Mitglieder gewinnen konnte.
Nach der „Machtergreifung“ Hitlers 1933 wandte sich die Wirtschaftspolitik der NSDAP von der antikapitalistischen, jedoch nicht von der antisemitischen Haltung Feders ab. Er wurde entgegen seinen Hoffnungen 1933 nur zum Staatssekretär im Reichsministerium für Wirtschaft ernannt. Hier verfasste er die Schrift Kampf gegen die Hochfinanz (1933) sowie die Hetzschrift Die Juden (1933). 1934 wurde er auf den Posten des Reichskommissars für das Siedlungwesen abgeschoben; 1936 trat er dann eine Honorarprofessur an der Technischen Hochschule Berlin an, die er in eine ordentliche Professur umwandeln konnte. Daneben war er Mitglied der von Hans Frank gegründeten Akademie für Deutsches Recht,[3] die im Zuge der Gleichschaltung des Rechtswesens entstanden war.
Feder hielt am 30. Mai 1934 als Reichssiedlungskommissar und Staatssekretär in einer Kundgebung im Preußischen Herrenhaus einen Vortrag über Grundlagen und Zielsetzungen für die Neuerung des deutschen Lebensraumes. Seine Vorstellungen konnte er dann als Professor der Technischen Hochschule Berlin und Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumordnung weiterentwickeln, seiner Meinung nach Grundlagen für die Raumordnung und Landesplanung Deutschlands. Diese Ergebnisse sind in seinem umfangreichen Buch Die Neue Stadt, das 1939 veröffentlicht wurde, niedergeschrieben. Darüber hinaus sind Vorschläge für Stadtgründungen enthalten und umfangreiches Zahlenmaterial über Strukturdaten für neue Städte. Er hat seiner Meinung nach zur städtebaulichen Theorienbildung beigetragen, indem er gegen das „seelenlose Schachbrettsystem der amerikanischen Riesenstädte“ und die „planlosen Stadterweiterungen der liberalen Epoche“ liebevolle Anpassung an landschaftliche Gegebenheiten in den Vordergrund mit organischen Siedlungen von jeweils 20.000 Einwohnern stellte.
Veröffentlichungen
- Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft (1919)
- Das Programm der N.S.D.A.P. und seine weltanschaulichen Grundgedanken.
- Die Wohnungsnot und die soziale Bau- und Wirtschaftsbank als Retterin aus Wohnungselend, Wirtschaftskrise und Erwerbselend.
- Der Deutsche Staat auf nationaler und sozialer Grundlage.
- Kampf gegen die Hochfinanz.
- Der ständische Gedanke im Nationalsozialismus.
- An Alle, Alle! Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes.
- Grundriß einer nationalsozialistischen Volkswirtschaftstheorie
- Gottfried Feder, Ferdinand Werner, Graf Ernst zu Reventlow u. a.: Das neue Deutschland und die Judenfrage. Diskussionsbeitrag. 228 S., Rüdiger (C. E. Krug), Leipzig 1933 (Originaltitel: Der Jud ist schuld)
Weblinks
- Literatur von und über Gottfried Feder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gottfried Feder in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Tabellarischer Lebenslauf von Gottfried Feder im LeMO (DHM und HdG)
- Text von "Das Manifest zur Brechnung der Zinsknechtschaft"
Einzelnachweise
- ↑ Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus : Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919 - 1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, S. 127. ISBN 3-87473-000-X.
- ↑ Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 76, ISBN 3-89667-148-0.
- ↑ Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 145.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Feder, Gottfried |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wirtschaftstheoretiker und Politiker der DAP und NSDAP |
| GEBURTSDATUM | 27. Januar 1883 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
| STERBEDATUM | 24. September 1941 |
| STERBEORT | Murnau am Staffelsee |

