Guido Adler
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Guido Adler (* 1. November 1855 in Eibenschütz, Mähren; † 15. Februar 1941 in Wien) war ein österreichischer Musikwissenschaftler. Er gilt als Begründer der Wiener Musikwissenschaft.
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[Bearbeiten] Leben
Guido Adler war der Sohn eines Arztes und übersiedelte 1864 nach Wien, wo er ab September 1869 das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien besuchte und im Juni 1874 seinen Abschluss als Pianist (mit Diplom) machte. Einer seiner Lehrer war Anton Bruckner in Harmonielehre (als Nebenfach). Zunächst entschied er sich jedoch gegen eine Karriere als Komponist und studierte anschließend Rechtswissenschaften, worin er schließlich 1878 seinen Abschluss machte. Er arbeitete jedoch nur drei Monate als Rechtsanwalt.
Adler wandte sich darauf wieder der Musik zu und ging an die Universität Wien zurück. 1880 erhielt er seinen Doktorgrad. Er wurde 1885 als Nachfolger von Eduard Hanslick Professor in Prag und gründete 1898 das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Wien, dessen Leiter er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1927 war. Guido Adler wurde von der Gesellschaft der Musikfreunde zum Ehrenmitglied ernannt. 1938 wurde die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien faktisch aufgelöst, erst unter kommissarische Leitung gestellt und dann unter Beibehaltung des Namens der Berliner "Staatstheater- und Bühnenakademie" eingegliedert, welche zwischen 1938 und 1945 die Ehrenmitgliedschaft aufgrund der antisemitischen Einstellung zurückzog. Seit der Wiedererrichtung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 1945 wird Guido Adler (wie auch Bruno Walter, Carl Goldmark u.a.) wieder als Ehrenmitglied geführt. Im März 1941 ließ seine Tochter ihn in aller Stille beisetzen, 1980 erfolgte die Umbettung aus einem gewöhnlichen Urnenfeld in ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 51). 1998 waren in der Ausstellung "100 Jahre Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien" Guido Adler zwei eigene Vitrinen von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gewidmet.
Sein Sohn Achim war bereits früher in die USA emigriert. Seine Tochter Melitta wurde nach seinem Tode in Theresienstadt ermordet.[1]
[Bearbeiten] Herausgeberschaft
- Von 1894 bis 1938 war Adler Herausgeber des 83-bändigen Werkes Denkmäler der Tonkunst in Österreich.
[Bearbeiten] Zitat
- Guido Adler war ein ruhiger Zeitgenosse. So jedenfalls muss Gustav Mahler ihn empfunden haben. Mahler soll über ihn gesagt haben: "Wenn ich allein sein will, gehe ich mit Guido Adler spazieren".[2]
[Bearbeiten] Literatur
- Rudolf von Ficker: Adler, Guido. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 70.
- Georg Beck: Der Welt abhanden gekommen - Erinnerungen an Guido Adler (1855-1941); in: „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“, 24. Jg. Nr. 1/2; Wien, Oktober 2007, S. 46-50. ISSN 1606-4321
[Bearbeiten] Weblinks
- Guido Adler, eine Kurzbiographiein musicalconfrontations.com
- Artikel Guido Adler im Österreich-Lexikon von aeiou
- Literatur von und über Guido Adler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ musicalconfrontations.com
- ↑ Friedrich Engel-Jánosi, … aber ein stolzer Bettler. Erinnerungen aus einer verlorenen Generation, Graz, Verlag Styria, 1974, Seite 30
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Adler, Guido |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Musikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1. November 1855 |
| GEBURTSORT | Eibenschütz |
| STERBEDATUM | 15. Februar 1941 |
| STERBEORT | Wien |

