Hans Küng
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Hans Küng (* 19. März 1928 in Sursee, Kanton Luzern, Schweiz) ist ein international bekannter Theologe, Autor und katholischer Priester. Er studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Philosophie und Theologie und nahm als Experte am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. 1979 wurde ihm wegen kritischer Veröffentlichungen die kirchliche Lehrbefugnis entzogen. Er blieb aber trotzdem als Professor für Ökumenische Theologie bis zu seiner Emeritierung an der Universität Tübingen. Küng ist Präsident der von ihm gegründeten Stiftung Weltethos. Er gilt als einer der bekanntesten und umstrittensten katholischen Kirchenkritiker.
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[Bearbeiten] Leben und Wirken
[Bearbeiten] Studium und Promotion
Küng wurde in Sursee als Sohn eines Schuhhändlers geboren. Das Abitur erwarb er 1948 in Luzern. Dann studierte er von 1948 bis 1957 Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie an der Sorbonne und dem Institut Catholique in Paris. Dort wurde er mit der Dissertation zum Thema Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine katholische Besinnung promoviert. Mit diesem Werk versuchte Küng die Differenzen zwischen Evangelischen und Katholiken in der Frage der Rechtfertigung des Sünders zu überwinden und wurde damit zu einem der Vorbereiter der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von kirchenoffizieller Seite im Jahre 1999.
[Bearbeiten] Katholischer Professor
Hans Küng widmete sich an der Hofkirche Luzern von 1957 bis 1959 der praktischen Seelsorge. 1960 folgte ein Ruf als Professor für Fundamentaltheologie an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität. Küng entwickelte ein Reformprogramm, das die Abschaffung des Zölibats, die Gleichberechtigung der Frau und eine weit reichende Ökumene zum Ziel hatte. 1962 bis 1965 war er als Peritus einer der von Papst Johannes XXIII. berufenen Konzilstheologen des Zweiten Vatikanischen Konzils - und zwar für den Bischof von Rottenburg, Carl Joseph Leiprecht. Er beeinflusste damals mit seinem Buch Konzil und Wiedervereinigung von 1960 die ökumenische Diskussion. Küng wurde dann von 1963 bis 1980 Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie und Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung der Universität Tübingen
Wegen seines starken Drangs in die Öffentlichkeit rieten ihm Kardinal Ottaviani und Papst Paul VI. 1965 in persönlichen Gesprächen zu mehr Geduld und Zurückhaltung. Auf Anregung von Küng wechselte Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., im Jahr 1966 von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf den Lehrstuhl für Katholische Dogmatik in Tübingen. Zwischen beiden kam es jedoch zum Bruch, als Ratzinger in der Auseinandersetzung mit der 68er-Bewegung konservativere Positionen vertrat, während Küng sich als Kritiker der Päpste profilierte.
[Bearbeiten] Entzug der Lehrerlaubnis
Hans Küng ist der erste bekannte Theologe römisch-katholischer Herkunft seit dem Schisma der alt-katholischen Kirche von 1870, der die Unfehlbarkeit des Papstes öffentlich und grundsätzlich in Frage stellt. Unfehlbar handelt der Papst nach katholischer Auffassung dann, wenn er endgültig entscheidet, dass eine Lehre des Glaubens zur römisch-katholischen Lehre gehört.[1] Insbesondere trat Küng diesem Dogma im Buch Unfehlbar? Eine Anfrage entgegen, welches 1970 veröffentlicht wurde. Nach langwierigen Konflikten, auch um seinen Bestseller Christ sein, stellte der Vatikan 1979 fest, Küng könne nicht mehr als römisch-katholischer Theologe gelten. Die Deutsche Bischofskonferenz entzog ihm im Dezember 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis (Missio canonica). Küng wurde deshalb ab 1980 ein fakultätsunabhängiger Professor für Ökumenische Theologie.
[Bearbeiten] Stiftung Weltethos
Küng ist Initiator und seit 1995 Präsident der Stiftung Weltethos mit Sitz in Tübingen. 1993 hatte das Parlament der Weltreligionen eine „Erklärung zum Weltethos“ in Chicago verabschiedet, dessen Entwurf unter Federführung von Hans Küng im Institut für ökumenische Forschung der Universität Tübingen entstand. Mit dieser Erklärung haben sich erstmals Vertreter aller Religionen über Prinzipien eines Weltethos verständigt. Bis zu seiner Emeritierung 1996 blieb Küng als Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen und ist weiterhin römisch-katholischer Priester.
[Bearbeiten] Massenmedien und Politik
Küng pflegt ein besonders nahes Verhältnis zu den Massenmedien. 1999 wurde über die Weltreligionen die siebenteilige Fernsehdokumentation „Hans Küng: Spurensuche. Die Weltreligionen auf dem Weg“ ausgestrahlt, zuerst von 3sat und anschließend von den Dritten Programmen. Den Bundespräsidenten Johannes Rau begleitete Küng als Sondergast auf dessen Israelreise im Februar 2000, als zum ersten Mal ein deutsches Staatsoberhaupt zu den Abgeordneten der Knesset sprach. Ebenfalls seit dem Jahr 2000 lädt Küng gemeinsam für seine Stiftung Weltethos und die Universität Tübingen bedeutende Persönlichkeiten dazu ein, in Tübingen eine medienwirksame „Weltethos-Rede“ zu halten. Zu den Gastrednern zählten bislang beispielsweise Tony Blair, Kofi Annan, Horst Köhler, Helmut Schmidt und Desmond Tutu.
Am 24. September 2005 wurde Hans Küng von Papst Benedikt XVI. zu einer vierstündigen Privataudienz in Castel Gandolfo empfangen. Auf einen Disput über die streitigen Lehrfragen wurde dabei verzichtet, das Gespräch beschränkte sich auf die Frage des Weltethos und das Verhältnis von Naturwissenschaften und christlichem Glauben. 2007 moderierte Küng für das deutschsprachige Schweizer Fernsehen mehrere Folgen der Sendung „Sternstunde Religion“. Seine Gäste waren neben anderen der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan, Novartis-Chef Daniel Vasella und der Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft Köbi Kuhn. Küng schreibt regelmäßig für überregionale Tageszeitungen und kommentiert in Interviews das aktuelle kirchenpolitische Geschehen.
In der französischen Tageszeitung Le Monde[2] übte Küng 2009 heftige Kritik an der Entscheidung des Papstes, die Exkommunikation des britischen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson aufzuheben: Auch wenn der Papst von der Holocaust-Leugnung selbst nichts gewusst habe und sicher auch nicht antisemitisch eingestellt sei, so wisse doch jeder, dass die vier betroffenen Bischöfe antisemitisch eingestellt seien. Der Papst sei im Vatikan eingeschlossen und vor Kritikern geschützt, der Vatikan sei insofern dem Kreml vergleichbar. Die katholische Kirche drohe zu einer Sekte zu werden. Die Aufhebung der Exkommunikation sei ein Regierungsfehler. Das grundlegende Problem liege in einer mangelnden Auseinandersetzung der Traditionalisten mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sowie in der Verweigerung einer neuen Beziehung zum Judentum. Dagegen bezeichnete der frühere Kardinalstaatssekretär und Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Sodano in einem Gespräch mit Radio Vaticana [3] die „bittere Kritik“ Küngs als „undifferenzierte Worte“, die nicht zur Einheit der Kirche beitragen würden.
[Bearbeiten] Werke
Küng setzte sich vor allem mit der Ökumene auseinander, das heißt mit den Beziehungen der christlichen Konfessionen und später auch mit den Beziehungen der Weltreligionen zueinander. In der Konsequenz engagiert er sich für ein gemeinsames Weltethos.
[Bearbeiten] Kirche und Christsein
In den 1960er Jahren widmete sich Küng in mehreren Büchern dem Thema Kirche und Konzil. In seinem Werk Die Kirche (1967) ging es Küng darum, die Ökumene mit eigenen Ideen voranzubringen. Aber erst mit seinem Aufsehen erregenden Buch Unfehlbar? (1970) wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In den 1970er Jahren versuchte er mit seinen nächsten Hauptwerken den christlichen Glauben (Christ sein, 1974) und den Gottesglauben allgemein (Existiert Gott?, 1978) zu erklären. Dabei setzte er sich mit den modernen Religionskritikern Karl Marx, Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud auseinander.
[Bearbeiten] Weltreligionen und Weltethos
Später beschäftigte sich Küng intensiv mit den Weltreligionen (Christentum und Weltreligionen, 1984) und entwickelt aus dieser Auseinandersetzung das Projekt Weltethos (Projekt Weltethos, 1990). Zahlreiche Bücher befassen sich mit der historischen Entwicklung des Christentums und der Weltreligionen. Küng stützt sich in seiner Analyse der Geschichte der drei abrahamitischen Weltreligionen auf die Paradigmentheorie von Thomas Samuel Kuhn und überträgt so eine naturwissenschaftliche Erkenntnistheorie auf ein Schema für den geisteswissenschaftlichen Bereich. Nach Kuhn[4] ist ein Paradigma eine ganze Konstellation von Überzeugungen, Werten, Verfahrensweisen usw., die von den Mitgliedern einer gegebenen Gemeinschaft geteilt werden. Küng hat diesen Paradigmenbegriff aufgegriffen und gezeigt, dass Religionsgeschichte als Abfolge von Paradigmenwechseln erklärt werden kann. So haben für ihn sieben Theologen die Entwicklung des christlichen Abendlands maßgeblich weiterentwickelt: Paulus, Origenes, Augustin, Thomas von Aquin, Martin Luther, Friedrich Schleiermacher und Karl Barth (Große christliche Denker, 1994). Darauf aufbauend entwickelt er die Paradigmentheorie weiter in seinem Hauptwerk Das Christentum – Wesen und Geschichte (1994). Weitere Analysen liegen, unter Mithilfe von Fachautoren, für die beiden anderen abrahamitischen Weltreligionen vor: Das Judentum. Wesen und Geschichte (1991) und Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft (2006). Gemeinsam mit dem Rabbiner Walter Homolka verfasste Küng Weltethos aus den Quellen des Judentums (2008): Gerechtigkeit ist der richtige Umgang der Menschen miteinander. Das Judentum hat das ethische Zusammenleben der Menschen zu einer religiösen Kernfrage gemacht.
[Bearbeiten] Weitere Themen
Sein Werk Der Anfang aller Dinge. Naturwissenschaft und Religion (2005) enthält fünf Vorlesungen des Studium generale der Universität Tübingen. Küng befasst sich darin mit der Frage, wie sich die modernen Naturwissenschaften die Entstehung des Weltalls, der Erde und der Menschheit erklären und wie die Religion - vor allem die christliche Theologie - dieser Herausforderung glaubwürdig begegnen kann.
Mit dem Titel Umstrittene Wahrheit. Erinnerungen (2007) legte Küng den zweiten Teil seiner Autobiographie vor, der die Zeit seit 1968 und damit die ihn betreffenden lehramtlichen Beanstandungen betrifft; der erste Band der Erinnerungen war bereits 2002 erschienen. Viele Werke Küngs wurden in fremde Sprachen übersetzt.[5] Er ist einer der populärsten und publizistisch erfolgreichsten Theologen der Gegenwart, der über Frieden und Verständigung vor allem zwischen den Weltreligionen publiziert: „Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden“.
[Bearbeiten] Theologische Positionen
Küng hat sein theologisches Werk der Ökumene gewidmet. Er ist um Ausgleich zwischen verschiedenen Positionen bemüht. Gegen die strenge Hierarchie der römisch-katholischen Kirche und deren von ihm als autoritär empfundene Haltung äußert er sich kritisch.
[Bearbeiten] Christlicher Glauben
In den 1970er Jahren musste man seine umfangreichen Hauptwerke wie Christ sein (1974), Existiert Gott? (1978) und Ewiges Leben? (1982) durcharbeiten, um seine Positionen kennenzulernen. Manche Leser neigten zu einer eher traditionsnahen Interpretation, andere kritisierten die Küng'schen Ansätze zu einer modernen Christologie als schwer defizitär.[6] Erst Anfang der 1990er Jahre stellte Küng seine Auffassungen zum Christentum mehr auf den Punkt gebracht zusammen in seinem Buch Credo [7], das mittlerweile unter dem anderen Titel Eine Einführung in den christlichen Glauben erschienen ist.
Küng hat die Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Konfessionen herausgearbeitet und versucht Differenzen anzunähern, wobei besonders der wichtige Streit um die Rechtfertigung des Menschen vor Gott seit Luther hervorgehoben werden muss,[8] der bis vor wenigen Jahren ungelöst war. Insgesamt steht Küng einer aus dem Hegelianismus hergeleiteten Konzeption nahe, so auch in seiner unvollendeten, später veröffentlichten Habilitationsschrift.
[Bearbeiten] Theologie und Aufklärung
Die christlichen Kirchen verspielen nach Ansicht von Küng in der heutigen Zeit zunehmend ihre Glaubwürdigkeit dadurch, dass sie an Teilen des mittelalterlichen Weltbildes festhalten. Küng zeigt mit Existiert Gott? (1978), wie die Theologie auch in der Auseinandersetzung mit dem Zeitalter der Aufklärung, der Religionskritik und dem Atheismus bestehen kann. Für ihn ist wichtig, dass auch in der christlichen Theologie die philosophischen Erkenntnisse des Zeitalters der Aufklärung anerkannt und umgesetzt werden. Dazu gehört für ihn die Anerkennung der historisch-kritischen Methode der Bibelforschung und die in der Naturwissenschaft erarbeiteten Gesetze (Der Anfang aller Dinge, 2005).
Hans Küng billigt dem Christentum einen relativen Vorrang vor anderen Weltanschauungen zu, steht Lehrmeinungen der römisch-katholischen Kirche aber kritisch gegenüber und hinterfragt die Legitimation der in der römisch-katholischen Kirche als gottgegeben geltenden Lehrmeinungen. Er stellt vor allem folgende Lehrmeinungen in Frage:
- die Unfehlbarkeit des Papstes,
- die Unsittlichkeit der künstlichen Empfängnisverhütung,
- die strikte Unerlaubtheit der Abtreibung,
- die Unmöglichkeit der Frauenordination,
- die Ungültigkeit der anglikanischen Weihen,
- das Festhalten an der Zölibatsverpflichtung für Kleriker des lateinischen Ritus der katholischen Kirche.
Hans Küng steht dem komplizierten bundesdeutschen und schweizerischen Staatskirchenrecht positiv gegenüber, weil er den privaten Religionsvollzug im Rahmen politischer Garantien für gut aufgehoben hält.[9]
[Bearbeiten] Religionsfrieden und Weltethos
Diese zivilkonfessionelle Konzeption vertritt er auch in dem von ihm unterstützten interreligiösen Dialog. Dabei unterscheidet Küng drei große religiöse „Stromsysteme“: 1. die nahöstlich prophetischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam; 2. die indisch-mystischen Religionen: Hinduismus und Buddhismus; 3. die fernöstlich-weisheitlichen Religionen Chinas: Konfuzianismus und Daoismus. Zur Erhaltung des Weltfriedens ist für ihn ein Religionsfrieden Voraussetzung. Deshalb betont er, dass die verschiedenen Weltreligionen in den zentralen Grundfragen – wie etwa bei den Zehn Geboten - tatsächlich eine ähnliche Ethik haben. Er entwickelte das Projekt Weltethos (Projekt Weltethos, 1990), weil nur in der Bewusstheit gemeinsamer Werte die verschiedenen Religionen dauerhaft in Frieden miteinander leben können. Weltethos ist dabei keine Ersatzreligion, sondern ein Grundkonsens über verbindliche Werte, Maßstäbe und Regeln des menschlichen Verhaltens.
Jeder einzelne Partner im interreligiösen Dialog ist seiner eigenen Tradition verpflichtet. Dieser individuelle Standpunkt müsse aber im Prozess des Dialogs zugleich für eine Transformation offen sein.[10] Dabei unterscheidet Küng zwischen einer gläubigen Innenperspektive und einer religionswissenschaftlichen Außenperspektive: Von innen her gebe es für ihn als den betroffenen Menschen nur die eine wahre Religion, nämlich das Christentum. Von außen betrachtet gebe es verschiedene Heilswege mit verschiedenen Heilsgestalten zum einen Ziel; damit gebe es aber zugleich in der Außenperspektive verschiedene wahre Religionen.[11] Mit einer Religion, die auf ihrem eigenen absoluten Wahrheitskriterium beharre, sei ein echter Dialog von vornherein aussichtslos. Die Führer aller Religionen müssten sich bekennen zu ihrer Mitverantwortung für den Weltfrieden, Nächstenliebe, Gewaltlosigkeit, Versöhnung und Vergebung.[12]
[Bearbeiten] Ehrungen und Auszeichnungen
- 1991 Innerschweizer Kulturpreis
- 1992 Karl-Barth-Preis
- 1998 Theodor-Heuss-Preis der Theodor-Heuss-Stiftung
- 1998 Interfaith Gold Medallion des International Council of Christians and Jews, London
- 1999 Preis „Das unerschrockene Wort“ des Bundes der Lutherstädte
- 2001 Planetary Consciousness Prize vom Club of Budapest
- 2003 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
- 2003 Ehrendoktorwürde der Ecumenical Theological Seminar in Detroit
- 2004 Preis des Deutschen Druiden-Ordens für die Stiftung Weltethos
- 2005 Niwano-Friedenspreis
- 2005 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg[13]
- 2006 Lew-Kopelew-Preis
- 2007 Kulturpreis der Deutschen Freimaurer
- 2007 Ehrenbürger der Stadt Tübingen
- 2007 Ehrendoktorwürde der Universität Juiz de Fora (Brasilien)
- 2008 Auszeichnung für Zivilcourage vom Freundeskreis Heinrich Heine (Düsseldorf)
- 2008 Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, LV Berlin-Brandenburg, für „herausragende Verdienste um Frieden und Völkerverständigung, insbesondere für seinen beispielhaften Einsatz für Humanität, Toleranz und den Dialog zwischen den großen Weltreligionen, vor allem im Rahmen des von ihm begründeten Projektes Weltethos“.
- 2009 Abraham-Geiger-Preis des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam für sein Werk „Das Judentum"
[Bearbeiten] Werke (Auswahl)
- Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine katholische Besinnung. Mit einem Geleitbrief Karl Barths, Einsiedeln 1957
- Konzil und Wiedervereinigung, München 1960
- Strukturen der Kirche, Freiburg i.Br. 1962
- Die Kirche. Herder, Freiburg im Breisgau 1967
- Unfehlbar? Eine Anfrage. Benziger, Zürich 1970
- Menschwerdung Gottes. Eine Einführung in Hegels theologisches Denken als Prolegomena zu einer künftigen Christologie, Ökumenische Forschungen II. 1, Herder, Freiburg-Basel-Wien 1970 (Taschenbuchausgabe Serie Piper 1049, München 1989 mit neuem Vorwort)
- Christ sein. Piper, München 1974
- Existiert Gott? Antwort auf die Gottesfrage der Neuzeit. Piper, München 1978
- Ewiges Leben? Piper, München 1982
- Christentum und Weltreligionen. Hinführung zum Dialog mit Islam, Hinduismus und Buddhismus (mit Josef van Ess, Heinrich von Stietencron und Heinz Bechert). Piper, München 1984
- Theologie im Aufbruch. Eine ökumenische Grundlegung. Piper, München 1987
- Christentum und Chinesische Religion. Piper, München 1988. (Mit Julia Ching)
- Projekt Weltethos. Piper, München 1990 ISBN 3-492-03426-8, 10. Auflage, Juli 2006 ISBN 3-492-21659-5
- Das Judentum. Wesen und Geschichte. Piper, München 1991
- Credo. Das apostolische Glaubensbekenntnis – Zeitgenossen erklärt. Piper, München 1992
- Das Christentum. Wesen und Geschichte. Piper, München, 2te Auflage (13-17Tsd.), 1994, 1056 S. ISBN 3-492-03747-X
- Große christliche Denker. Piper, München 1994
- Die Frau im Christentum. 4. Auflage. Piper, München 2001, ISBN 978-3-492-23327-9
- Erkämpfte Freiheit. Erinnerungen. 2. Auflage. Piper, München 2002, ISBN 978-3-492-04444-8
- Wozu Weltethos? Religion und Ethik in Zeiten der Globalisierung. Im Gespräch mit Jürgen Hoeren. 2. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau 2006, ISBN 978-3-45105797-7
- Dokumentation zum Weltethos. Piper, München 2002, ISBN 978-3-492-23489-4
- Der Anfang aller Dinge. Naturwissenschaft und Religion. Piper, München 2005
- Weltethos christlich verstanden. Positionen – Erfahrungen – Impulse. (Mit Angela Rinn-Maurer) Herder, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 978-3-45128850-0
- Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft. 3. Auflage. Piper, München 2006, ISBN 978-3-492-24709-2
- Umstrittene Wahrheit. Erinnerungen. Piper, München 2007, ISBN 978-3-492-05123-1
- Weltethos aus den Quellen des Judentums (mit Rabbiner Walter Homolka) Herder, Freiburg im Breisgau 2008, ISBN 978-3-451-321153
[Bearbeiten] Literatur
- Hermann Häring / Josef Nolte (Hrsg.): Diskussion um Hans Küng »Die Kirche«, Herder, Freiburg im Breisgau 1971
- Karl Rahner (Hrsg.): Zum Problem Unfehlbarkeit. Antworten auf die Anfrage von Hans Küng, Herder (Quaestiones disputatae 54), Freiburg im Breisgau 1971
- Hans Küng et al.: Fehlbar? Eine Bilanz, Benziger, Zürich 1973
- Hermann Häring / Karl-Josef Kuschel (Hrsg.): Hans Küng. Weg und Werk, Piper, München 1978, 236 S., ISBN 3-492-02362-2
- Walter Jens (Hrsg.): Um nichts als die Wahrheit. Deutsche Bischofskonferenz contra Hans Küng. Eine Dokumentation, Piper, München 1978
- Hans Albert: Das Elend der Theologie. Kritische Auseinandersetzung mit Hans Küng, Hofmann und Campe, Hamburg 1979 (Kritische Auseinandersetzung mit Küngs theologisch-philosophischem Ansatz, vor allem auf der Grundlage des Buches "Existiert Gott")
- Norbert Greinacher / Herbert Haag (Hrsg.): Der Fall Küng, Piper, München 1980
- Norbert Greinacher / Hans Küng (Hrsg.): Katholische Kirche – wohin?, Piper, München 1986
- Karl-Josef Kuschel (Hrsg.): Hans Küng. Denkwege. Ein Lesebuch, Piper, München 1992
- Robert Nowell: Hans Küng. Leidenschaft für die Wahrheit. Leben und Werk, Benziger, Zürich 1993
- Werner G. Jeanrond: Hans Küng S. 154-172. In: Theologen der Gegenwart herausgegeben von David Ford, Schöningh, Paderborn u. a. 1993
- Hermann Häring / Karl-Josef Kuschel (Hrsg.): Hans Küng. Neue Horizonte des Glaubens und Denkens. Ein Arbeitsbuch, Piper, München 1993
- Walter Jens / Karl-Josef Kuschel: Dialog mit Hans Küng. Mit der Abschiedsvorlesung von Hans Küng, Piper, München 1996
- Rolf Becker: Hans Küng und die Ökumene. Evangelische Katholizität als Modell, Grünewald, Mainz 1996
- Hermann Häring: Hans Küng. Grenzen durchbrechen, Grünewald, Mainz 1998
- Hans Küng / Karl-Josef Kuschel (Hrsg.): Wissenschaft und Weltethos, Piper, München 1998
- Christel Hasselmann: Die Weltreligionen entdecken ihr gemeinsames Ethos. Der Weg zur Weltethoserklärung. Mit einem Vorwort von Hans Küng, Grünewald, Mainz 2002
- Hans Küng / Dieter Senghaas (Hrsg.): Friedenspolitik. Ethische Grundlagen internationaler Beziehungen, Piper, München 2003
- Freddy Derwahl: Der mit dem Fahrrad und der mit dem Alfa kam. Benedikt XVI. und Hans Küng – ein Doppelporträt, Pattloch, München 2006
- Franz Norbert Otterbeck: Küng spricht Bände, Lütz beschreibt Gott, THEOLOGISCHES Nr. 03-04/2008, Sp. 121-122.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Einzige neuere Anwendungsfälle: 1854 Unbefleckte Empfängnis, 1950 Mariä Aufnahme in den Himmel.
- ↑ Le Monde, 24. Februar 2009 unter dem Titel „L'Eglise risque de devenir une secte“
- ↑ Radio Vaticana, Sendung am 26. Februar 2009
- ↑ Th. S. Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions, Chicago 1962
- ↑ Vgl. z.B. die ersten 48 Bücher Küngs und die Übersetzungen bei Häring et al. 1993, S. 831-846
- ↑ Etwa Leo Scheffczyk, 1980
- ↑ Credo. Das apostolische Glaubensbekenntnis – Zeitgenossen erklärt, 1992
- ↑ Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine katholische Besinnung, 1957
- ↑ Vgl. den Konflikt mit Bischof Kurt Koch, Basel, im März 2006.
- ↑ Küng, Projekt Weltethos, S. 132
- ↑ Küng, Projekt Weltethos, S. 129
- ↑ Küng, Projekt Weltethos, S. 113
- ↑ Staatsministerium Baden-Württemberg: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Liste der Ordensträger 1975-2009. Seite 51 - abgerufen am 16. Mai 2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Hans Küng im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webseite der Universität Tübingen mit vollständigem Lebenslauf und Auszeichnungen
- Audiofeature über Leben und Werk von Hans Küng auf Bayern2 Radiowissen Mediathek
- Stiftung Weltethos
- Institut für Ökumenische Forschung
- Mitschnitte von Vorträgen und Vorlesungen an der Universität Tübingen
- Jetzt ist Zeit für Widerstand Jürgen Hoeren im Interview mit Hans Küng (1998)
- Ein Pontifikat verhängnisvoller Widersprüche. Papst Johannes Paul II. hat die Krise der katholischen Kirche deutlich verschärft, Hans Küng in der Welt (10. Juli 2003)
- Projekt Weltislam Rezension von Hans-Peter Raddatz in der Welt (20. November 2004)
- „Das Christentum geht vielen auf die Nerven“ – Steffen Leidel im Interview mit H. Küng (Deutsche Welle, 4. September 2007)
- Hans Küng: Ein alternativer Rückblick auf das Lebenswerk 12. März 2009
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Küng, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Theologe (römisch-katholisch) und Buchautor |
| GEBURTSDATUM | 19. März 1928 |
| GEBURTSORT | Sursee |

