Herausgeber

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Herausgeber (abgekürzt meistens Hrsg., seltener Hg., früher ed. für edidit, lat. „hat herausgegeben“, und edd. ediderunt, „haben herausgegeben“) ist im Verlagswesen die Person oder auch Personengruppe, die schriftstellerische bzw. wissenschaftliche Texte oder Werke von Künstlern zur Publikation vorbereitet (Edition).

Man muss den Herausgeber beispielsweise eines Sammelwerks, wissenschaftlichen Werks etc. von einem Herausgeber in einem Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag unterscheiden.

Der Herausgeber nimmt eine besondere Stellung ein. Durch seine Person beziehungsweise Persönlichkeit soll er auch das Erscheinungsbild des jeweiligen Verlagsproduktes, sei es eine Zeitung, Zeitschrift oder ein wissenschaftliches Werk etc., prägen und repräsentieren. Oftmals trägt er auch Artikel, beziehungsweise Beiträge zu den jeweiligen Werken bei.

[Bearbeiten] Der Herausgeber in einem Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag

In einem Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag bestimmt der Herausgeber zusammen mit dem Verleger die publizistische Leitlinie. Zusammen mit dem Chefredakteur überwacht er die Umsetzung dieser Leitlinie in den Verlagsprodukten. Er ist zumeist das Bindeglied oder der Vermittler zwischen Geschäftsführung und Redaktionen. Er entwickelt publizistische Konzepte und ist Berater des Verlags. Jedoch übt er auf die Arbeit der Redaktionen von Zeitschriften oder Zeitungen im Tagesgeschäft keinen Einfluss aus.

Presserechtlich ist der Herausgeber – anders als etwa der Chefredakteur oder der Verleger, die im Rahmen der Verbreiterhaftung eine Mitverantwortung für die publizierten Inhalte tragen – nicht von Bedeutung. Die Bezeichnung kann auch rein symbolisch verwendet werden. So nennt etwa die Bild-Zeitung noch heute den 1985 verstorbenen „Axel Springer †“ im Impressum als ihren Herausgeber.

In Deutschland gibt es wenige einschlägige Beispiele für einen Herausgeber. Nach dem Tod der langjährigen, Die Zeit prägenden Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, die auch als Buchautorin bzgl. ihrer Biographie und der ursprünglichen ostpreußischen Heimat bekannt wurde, verfügt dieses Wochenblatt mit dem Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt noch immer über eine herausragende Persönlichkeit mit internationalem Renommee. Bei dem weltweit beachteten politischen Magazin Der Spiegel wurde die Position des Herausgebers, die der Gründer und ehemalige Chefredakteur Rudolf Augstein innehatte, nach dessen Tod nicht neu besetzt.

[Bearbeiten] Der Herausgeber in einem Buchverlag

Der Herausgeber kann eine leitende Person oder ein Spezialist des Verlages sein, muss aber mit dem Unternehmen nicht direkt verbunden sein. Oft beauftragt der Verlag externe Experten, die im Themengebiet des zu publizierenden Titels als kompetent gelten. Auch die umgekehrte Vorgehensweise ist möglich: ein Experte oder eine Expertin in einem Fachgebiet schlägt dem Verlag eine Publikationsidee, bisweilen auch einige Autoren, vor und wählt die dazu passenden Texte aus. In diesem Sinne ist er auch verantwortlich für das zusammengestellte Werk und wird von der öffentlichen Kritik (z. B. Kritik in den Medien) auch so bewertet.

Selten können Herausgeber von dieser Tätigkeit allein leben.

[Bearbeiten] Literatur

  • Edigna Menhard, Tilo Treede: Die Zeitschrift: von der Idee bis zur Vermarktung. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004, ISBN 3-89669-413-8.
  • Julia Körner: Der Herausgeber von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Peter Lang; Frankfurt, 2002, ISBN 978-3-631-39717-6.
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