Hibakusha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Das dunkle Muster des Kimonos wurde durch die Hitze des Explosionsblitzes in die Haut gebrannt
Ein Hibakusha erzählt Jugendlichen vom Abwurf auf Nagasaki.

Als Hibakusha (jap. 被爆者, dt. Explosionsopfer) werden in Japan die heute noch etwa 340.000 Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 bezeichnet.

Da die Strahlenkrankheit anfangs als ansteckend galt, wurden Hibakusha in der Nachkriegszeit, hauptsächlich aufgrund mangelnden Wissens über die tatsächlichen Spätfolgen radioaktiver Verstrahlung, gesellschaftlich diskriminiert. Selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es immer noch Hibakusha-Neuregistrierungen, da manche Betroffenen erst jetzt mit ihrer persönlichen Geschichte an die Öffentlichkeit gehen.

Ein Gesetz über die Behandlung der Opfer der Atombomben, in dem erste Versorgungsregelungen für die Hibakusha getroffen wurden, wurde 1957 beschlossen, und erst ab 1968 erhielten die Überlebenden eine unentgeltliche ärztliche Betreuung. Die materielle Entschädigung bzw. Versorgung der Hibakusha ist auch heute noch unbefriedigend.

Viele Hibakusha leiden an körperlichen Langzeitschäden, Behinderungen und Folgekrankheiten. Am häufigsten sind Erkrankungen der Schilddrüse wie Tumore oder Zysten. Dazu kommen häufig psychische Störungen: Nach den Bombenangriffen verfielen viele Überlebende aufgrund familiärer und gesellschaftlicher Verluste in Lethargie oder entwickelten wegen des eigenen Überlebens Schuldgefühle, und bei der Gründung eigener Familien war zunächst unklar, ob die Kinder gesund zur Welt kommen würden. Anlässlich des internationalen Jahres des Friedens 1986 beschloss die Friedens- und Kulturstiftung von Hiroshima, die Berichte von 100 Hibakusha aufzuzeichnen und im Friedensmuseum Hiroshima zu archivieren.

Zu den Überlebenden der Atombombenabwürfe zählten auch etwa 40.000 koreanische Zwangsarbeiter, von denen die meisten nach Korea zurückkehrten. Da Südkorea im Normalisierungsvertrag mit Japan 1965 auf alle Ansprüche verzichtete, erhielt es keine Reparationszahlungen. Während japanische Gerichte die Forderungen koreanischer Opfer früher stets zurückgewiesen hatten, wurde die japanische Regierung im Januar 2005 erstmals zu Entschädigungszahlungen für vierzig südkoreanische Atombombenopfer verurteilt.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge