Ilz (Fluss)

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Ilz
Die Ilz bei Fürsteneck

Die Ilz bei Fürsteneck

Daten
Lage Bayerischer Wald
Gewässerkennzahl 174
Länge 37,15 km
Ursprung Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe bei Eberhardsreuth
48° 48′ 57″ N, 13° 22′ 10″ O48.81583333333313.369444444444430
Quellhöhe ca. 430 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung In Passau in die Donau48.57598213.474538290Koordinaten: 48° 34′ 34″ N, 13° 28′ 28″ O
48° 34′ 34″ N, 13° 28′ 28″ O48.57598213.474538290
Mündungshöhe 290 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied ca. 140 m
Flusssystem Donau
Einzugsgebiet 850 km²
Abflussmenge MQ: 15,9 m³/s
Durchflossene Stauseen Stausee Oberilzmühle
Schiffbar Nicht schiffbar
Zwischen Oberilzmühle und Hals
Ilz-Schleife bei Hals

Die Ilz ist ein linker Nebenfluss der Donau im Bayerischen Wald.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Sie entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Ihre Quellflüsse Kleine Ohe, Große Ohe und Mitternacher Ohe entstammen der Region zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m). Diese vereinigen sich im Gemeindegebiet Schönberg. In der Nähe von Fürsteneck wird die Ilz mit den Wässern der Wolfsteiner Ohe und des Osterbachs vereint. Quellflüsse der Wolfsteiner Ohe sind Reschwasser und Sausswasser. Die Ilz mündet in Passau in die Donau. Sie ist fast auf ihrer gesamten Länge weitgehend naturnah erhalten. Die Ilz hat am Pegel Kalteneck, 18,9 km vor der Mündung in Passau, einen langjährigen mittleren Abfluss von 15,9 m³/s.

[Bearbeiten] Das Wasser

Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet.

Das Wasser der Ilz reagiert im gesamten Verlauf mit Keimbildung auf Restbelastungen aus Kläranlagen und landwirtschaftlichen Abschwemmungen. 1991 wurde ein Badeverbot in der gesamten Ilz ausgesprochen, 1993 die Aktion Rettet die Ilz ins Leben gerufen.

Im Jahr 2001 wurde die LEADER-Initiative Saubere Ilz abgeschlossen. Die Ilz wurde für die Jahre 2002 und 2003 als Flusslandschaft des Jahres gewählt. Die Proklamation fand anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2002 durch Minister Werner Schnappauf in Grafenau statt.

[Bearbeiten] Stauseen und Naturschutzgebiete

Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951-1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. Das Bemühen, einen weiteren Stausee bei der Burgruine Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg zu errichten, scheiterte in den siebziger Jahren am Widerstand der Naturschützer. Über 40.000 Bürger sprachen sich 1978 bei einer Unterschriftenaktion für die Erhaltung der Ilz aus. Nach langwierigem Tauziehen wurde dort 1981 das Naturschutzgebiet Ilz am Dießenstein geschaffen, das 1991 in Obere Ilz umbenannt wurde. Es hat eine Größe von 380 Hektar. Ein weiteres Naturschutzgebiet, das 91,5 Hektar große Naturschutzgebiet Halser Ilzschleifen, entstand am 3. Dezember 1993 bei Hals. Bereits am 20. Februar 1960 wurde das von Fürsteneck bis Passau reichende Landschaftsschutzgebiet Schutz des Landschaftsteils Ilztal im Bereich des Stadt- und des Landkreises Passau mit einer Größe von 1219,0 Hektar errichtet.

[Bearbeiten] Das Triften

Ab etwa 1729 begann der Ausbau des Oberlaufs für die Flößerei. 1788 erließ man in Passau die erste Triftordnung. Etwa sechs Wochen dauerte die Trift vom inneren Bayerischen Wald bis nach Passau, wo an der „Bschütt“ ein großer Holzhafen entstand. Auch die Triftsperre bei Hals und die großen Sägewerke bei Schneidermühl, Schrottenbaummühle und Fischhaus erinnern noch heute an diese Art der Holztransporte, die erst nach 1945 durch den Ausbau der Forststraßen zum Erliegen kam.

[Bearbeiten] Seltene Tiere und Pflanzen

Das Tal der Ilz bevölkert schätzungsweise mehr als 20.000 verschiedene Tierarten. In der Ilz kommt die Flussperlmuschel vor, ebenso der Flusskrebs, der aber an den aufgestauten Stellen fehlt. Auch der anspruchslosere Amerikanische Flusskrebs lebt in der Ilz. Als „König der Ilzfische“ gilt der Huchen, von dem Restbestände erhalten blieben. An den Ufern brüten noch der Eisvogel und die Wasseramsel, die im Winter durch Zuzügler aus dem Norden abgelöst werden. Auch der Flussuferläufer hat noch ein Brutvorkommen im Ilztal. Im Unterlauf wird gelegentlich die Gebänderte Prachtlibelle beobachtet.

Abgesehen von einer Vielzahl niederer Pflanzen wachsen an der Ilz mehr als 400 verschiedene Gefäßpflanzen. Als größte Pflanzenrarität des Ilztales gilt die Zottige Wolfsmilch, weitere Besonderheiten sind Sibirische Schwertlilie, Holunder-Schwertlilie (bei der Burgruine Hals), Borstige Glockenblume, Knäuel-Glockenblume, Preußisches Laserkraut, Drachenwurz, Lungen-Enzian, Froschbiss, Verkannter Wasserschlauch, Straußenfarn, Langblättriger Ehrenpreis, Gemeine Akelei, Leberblümchen, Sumpf-Herzblatt, Bunter Eisenhut und Brand-Knabenkraut. Die ursprüngliche Ufervegetation ist teilweise durch die Adventivpflanzen Schlitzblättriger Sonnenhut und Drüsiges Springkraut verdrängt worden.

[Bearbeiten] Wassersport auf der Ilz

Unter Einhaltung der Befahrungsregeln der Flüsse in Bayern (Stand Oktober/2007) ist das Befahren der Ilz mit Kajaks und Kanus in genau geregelten Abschnitten eingeschränkt gestattet oder ganzjährig untersagt.

Derzeit gibt es für den Flussabschnitt Stauwehr Hals - Straßenbrücke Hals (= Flusskilometer 4,5 - 2,2) ein ganzjähriges Befahrungsverbot. Vom 1. Mai bis 30. Juni ist die Befahrung des Abschnitts Ettelmühle - Mündung Wolfsteiner Ohe (= Flusskilometer 42,5 - 24,6) ausnahmslos untersagt. Für den Abschnitt Furth bis Schrottenbaummühle (= Flusskilometer 38,3 - 27,1) wird im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30 April auf die freiwillige Selbstbeschränkung für Wassersportler hingewiesen: Diese fordert einen Mindestpegel an der Schrottenbaummühle von > 85 cm ein und erlaubt das Anlanden nur an Wehren und Brücken.

Aktuelle Informationen dazu werden vom Bayerischen Kanu-Verband e.V. veröffentlicht[1].

[Bearbeiten] Literatur

  • Helmut Fürsch, Anita Götthans; unter Mitarbeit von Helmut Grosu: Die Ilz. Ein Natur- und Wanderführer, Verlag Morsak, Grafenau, 3. Auflage 1991, ISBN 3-87553-365-8
  • Paul Praxl: Die Ilz - Eine Flusslandschaft in Vergangenheit und Gegenwart in: Der Bayerwald, Zeitschrift des Bayerischen Wald-Verein e.V., Ausgabe 1/2005, S. 3 - 19

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Befahrungsregeln der Flüsse in Bayern beim Bayerischen Kanu-Verband (Stand 10/2007) abgerufen am 14. Januar 2009

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Ilz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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