Innerste
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| Innerste | |
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Innerste am ehemaligen Wehr Silbernaal westlich von Clausthal |
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| Daten | |
| Lage | Niedersachsen |
| Gewässerkennzahl | 4886 |
| Länge | 95 km |
| Quelle | Bei Clausthal-Zellerfeld |
| Quellhöhe | 615 m ü. NN |
| Mündung | Bei Ruthe in die Leine52.2471388888899.824833333333365Koordinaten: 52° 14′ 49,7″ N, 9° 49′ 29,4″ O 52° 14′ 49,7″ N, 9° 49′ 29,4″ O52.2471388888899.824833333333365 |
| Mündungshöhe | 65 m ü. NN |
| Höhenunterschied | 550 m |
| Flusssystem | Leine → Aller → Weser |
| Einzugsgebiet | 1264 km² |
| Abflussmenge | MQ: ca. 10 m³/s |
| Rechte Nebenflüsse | Grane, Bruchgraben |
| Linke Nebenflüsse | Neile, Nette, Lamme, Beuster |
| Großstädte | Hildesheim, Salzgitter |
| Kleinstädte | Langelsheim, Sarstedt |
Die Innerste ist ein 95 km langer rechter Nebenfluss der Leine in Niedersachsen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Namensherkunft
Der Name Innerste, frühere Formen Inste (1805), Inderste (1567), Indistria (1313), Entrista (1065) und Indrista (1013), geht vermutlich auf die indogermanische Wurzel oid = schwellend, kräftig zurück. Vielleicht ist er das Bestimmungswort im Namen des Schlachtfeldes Idistaviso (16 n. Chr.). Er ist also kein Superlativ und wird ohne Kasus-Endung dekliniert: Hildesheim liegt an der Innerste, nicht: an der Innersten.
[Bearbeiten] Verlauf
Die Innerste entspringt auf rund 615 m ü. NN im Oberharz südöstlich von Clausthal-Zellerfeld nahe der Bundesstraße 242. Sie fließt bereits wenige Meter nach ihrer Quelle in den Entensumpf, einen im 16. Jahrhundert von den Clausthaler Bergleuten im Nordosten von Buntenbock angelegten Stauteich, der ursprünglich der Trinkwasserversorgung Clausthals diente und die erste von insgesamt sechs Staustufen der Innerste bildet.
Zwischen Langelsheim, wo sie den Harz verlässt und die Grane einmündet, und Baddeckenstedt fließt ein Teil des Innerstewassers in einem Karstgebiet unterirdisch in 30 bis 100 m Tiefe und mit bis zu 3 km Entfernung vom eigentlichen Fluss. Danach fließt die Innerste durch das südwestliche Stadtgebiet Salzgitters, nämlich durch den Schlosspark von Salzgitter-Ringelheim. Hinter Salzgitter erreicht sie Holle, wo die Nette zufließt, dann passiert ihr Wasser das Gebiet der Stadt Bad Salzdetfurth, wo die Lamme beim Ortsteil Groß Düngen einmündet.
Nachdem sie Hildesheim passiert hat, wo sie beim Dammtor zu einer Wildwasseranlage ausgebaut ist, mündet sie im nördlichen Landkreis Hildesheim bei Ruthe in die Leine.
[Bearbeiten] Wasserwirtschaft und Geologie
An der Quelle ist die Innerste zunächst ein gering belasteter Fluss (Gewässergüteklasse (GWK) I-II), im weiteren Verlauf erreicht sie jedoch eine kritische Belastung (GWK II-III).
Aus den Halden des Erzbergbaus im Harz und aus den Rauchgasen bei der Verhüttung stammen Schwermetalle, die sich in den Sedimenten der Innerste ablagern, die Konzentration von Cadmium, Blei und Zink ist dort stark erhöht. Zum Schutz der Flussauen vor den Schwermetallen wurde daher die Innerste unterhalb von Langelsheim eingedeicht.[1]
Vom Oberlauf bis Holle finden sich entlang der Innerste-Ufer seltene Schwermetallrasen.
[Bearbeiten] Innerstetalsperre
Die Innerstetalsperre bei Lautenthal im Oberharz wurde 1963–1966 gebaut und gleicht mit ihrem Stauraum von 20 Mio. m³ Hoch- und Niedrigwasser aus. Der Erddamm ist 40 m hoch und 750 m lang. 2003 wurde das Wasser abgelassen, um bis 2005 Bauarbeiten am Hauptdamm und den Einrichtungen durchzuführen. Betreiber sind die Harzwasserwerke. Der Stausee (139 ha) kann üblicherweise mit Segel- und Ruderbooten und zum Angeln und am Rande zum Campen genutzt werden.
[Bearbeiten] Nebenflüsse
Wichtige Nebenflüsse der Innerste sind flussabwärts betrachtet unter anderem die Grane, die von Osten kommend bei Langelsheim einmündet, die Neile, die zwischen Salzgitter-Ringelheim und Sehlde von Süden her mündet, die Nette, die westlich von Holle aus Richtung Süden heran fließt, und die Lamme, die dem Fluss bei Bad Salzdetfurth-Groß Düngen von Süden kommend zufließt.
[Bearbeiten] Hochwasser 2007
Am 29. September 2007 brachen nach heftigen Regenfällen im Harz und Harzvorland bei Hockeln in der Nähe von Bad Salzdetfurth die Deiche der Innerste an mehreren Stellen, in Giesen und Ahrbergen wurden Straßenzüge und ein Industrie-Gebiet überschwemmt, im Landkreis Hildesheim wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Gemessen wurde ein Pegelstand der Innerste von 6,75 m, dem höchsten Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1952. Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel wurde ebenfalls überflutet, der Bahnverkehr auf der Bahnstrecke Hildesheim–Goslar musste eingestellt werden. Auch in anderen Ortschaften entlang der Innerste kam es zu Schäden an Gebäuden, es gab jedoch keine Toten oder Verletzte.
[Bearbeiten] Literatur
- Sönke Martens, Erich Heinemann: Lebensader Innerste: von der Quelle bis zur Mündung. Gerstenberg, Hildesheim 1999, ISBN 3-8067-8543-0
- Heinrich Hofmeister: Naturraum Innerstetal. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 4. Gerstenberg, Hildesheim 2003
- Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001, Brockhaus multimedia 2002
- Ludger Feldmann: Hildesheim im Eiszeitalter - eine Bilderreise. In: Manfred Boetzkes, Ingeborg Schweitzer, Jürgen Vespermann (Hrsg.): EisZeit. Das große Abenteuer der Naturbeherrschung. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 1999 und Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim 1999, Seite 95-106.
[Bearbeiten] In den Künsten
Die Innerste ist eine Novelle von Wilhelm Raabe, darauf fußend eine Radierung von Eberhard Schlotter.
[Bearbeiten] Weblinks
- NLWK Gewässergütebericht 2000 (PDF; 8,33 MB)

