Jüterbog

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Jüterbog
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Jüterbog hervorgehoben
Koordinaten: 52° 0′ N, 13° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 71 m ü. NN
Fläche: 175,68 km²
Einwohner: 12.942 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 03372
Kfz-Kennzeichen: TF (auslaufend JB)
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 169
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 21
14913 Jüterbog
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernd Rüdiger (FDP)
Lage der Stadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming
Karte

Jüterbog ist eine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg.

Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Jüterbog liegt an der oberen Nuthe am Übergang zwischen Hohem und Niederem Fläming.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zur Stadt Jüterbog gehören folgende Ortsteile:

[Bearbeiten] Geschichte

Im Jahr 1007 wurde die dörfliche Siedlung mit Burgwall von dem Chronisten des damaligen Erzbischofes Tagino von Magdeburg, Thietmar von Merseburg erstmals als „Jutriboc“ erwähnt. Der Name könnte sich zum einen auf eine altslawische Kultstätte zu Ehren eines gleichnamigen Morgengottes (nach „jutro“ = „Morgen“ und „bog“ = „Gott“) zurückführen lassen, wie dies das Zedler-Universallexikon von 1732-54 vermutet. Eine solche Erklärung legte die Schlussfolgerung nahe, an diesem Ort sei eine westslawische Gottheit verehrt worden, bevor diese Stätte von deutscher Seite (vermutlich durch Otto I.) erobert und unter Wahrung des slawischen Namens christianisiert worden war. Jedoch verehrten die Slawen keinen Morgengott. Eine andere Deutung gründet ebenfalls auf einen slawischen Ursprung, wobei nur die Endung „bog“ (in der Rückführung auf das Altsorbische) auf „bok“ = „Seite, Flanke, Abhang“ verkürzt etymologisch anders abgeschlossen wird. Bisher gibt es keine Quellen, die den einen wie den anderen Ansatz auszuschließen vermögen. Dennoch scheint das erstgenannte Erklärungsmodell wahrscheinlicher, weil die westslawischen Kleinvölker auch für andere Städte Namen für Gottheiten gewählt haben. Der im Wappen geführte Bock beruht nur auf Volksetymologie.

Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Sachsenchronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort (1157) und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um, der Zentrum einer stiftsmagdeburgischen Exklave zwischen der Mark Brandenburg (Askanier) und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Askanier) war. Die Exklave entwickelte sich schnell zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum. So erhielt der Ort 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. Nach dem Stadtbrand 1478 wurde der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe gefördert. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 lag Jüterbog wie viele andere Städte darnieder, und nach dem Übergang an Kursachsen büßte es seine alte Bedeutung endgültig ein.

Zinnaer Tor in Jüterbog
Dammtor in Jüterbog

Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) brachte erneut Elend nach Jüterbog. Nach dem Krieg wurde Kloster Zinna als preußische Weberstadt vor den Toren des damals noch sächsischen Jüterbog gegründet. Zeitgleich entwickelte sich Luckenwalde langsam zum Industriestandort. Die auf dem Handwerk beruhende Wirtschaft Jüterbogs brach zusammen und die Stadt verarmte zusehends.

Im Wiener Kongress wurde 1815 Sachsens Nordhälfte, einschließlich Jüterbog, als Kriegsentschädigung an Preußen abgetreten. Das sächsische Amt Jüterbog und der preußische Kreis Luckenwalde vereinigten sich zum Landkreis Jüterbog-Luckenwalde, Kreissitz wurde Jüterbog. Auf Drängen der Stadtverordneten wurde die Stadt 1832 zum Garnisonsort. 1841 erhielt sie einen Bahnhof an der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn und 1897 eine Pferdebahn. Als diese 1928 durch Omnibusse abgelöst wurde, war sie eine der letzten ihrer Art in Deutschland gewesen.

Im Ersten Weltkrieg war Jüterbog Standort einer Luftschiffhalle, sie wurde jedoch nach dem Krieg demontiert und im japanischen Kasumigaura wieder errichtet.

Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges blieb die Stadt weitestgehend verschont. Erst im April 1945 erlitt sie einen großen Bombenangriff, der aber die Innenstadt nicht erreichte. Am 20. April besetzte die Rote Armee Jüterbog nahezu kampflos. Mit der Kapitulation Deutschlands und der Neuordnung durch die Siegermächte verlor die Stadt vorerst den Kreissitz an Luckenwalde, erhielt ihn aber 1952 zurück. Die territoriale Neugliederung in Bezirke ließ zwei Kreise entstehen, den Kreis Jüterbog und den Kreis Luckenwalde (beide Bezirk Potsdam). Durch die Stationierung von Streitkräften der UdSSR wurde die Tradition der Militärstadt fortgesetzt. Industrielle Entwicklungen blieben in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und Instandhaltung bzw. Mechanisierung dieses Wirtschaftszweiges stecken. Die Reformen der Gorbatschow-Ära und ein Staatsvertrag zwischen der damaligen DDR und der damaligen UdSSR führten zum ersten Abzug einer sowjetischen Militäreinheit im Mai 1989. Die politische Wende ab dem November beendete die militärische Tradition. 1994 verließ der letzte Soldat die Region.

[Bearbeiten] Chronik

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  • 4000 v. Chr.: Ansiedlung von Linienbandkeramikern in der Nuthe-Niederung. Bodenfunde südlich der heutigen Stadt gingen als „älteste bäuerliche Siedlung der Mark“ in die Literatur ein.

[Bearbeiten] Mittelalter

  • 1007: Erste schriftliche Erwähnung des Siedlungsplatzes Jüterbog. Thietmar von Merseburg, Begleiter des Erzbischofs Tagino von Magdeburg auf einem Feldzug gegen den Polenkönig Boleslaw Chobry, berichtet in seiner Sachsenchronik: „... Als wir alle an einem Ort, der Jutriboc genannt wurde, gekommen waren, schien es den Klügsten nicht ratsam, den Feinden mit einer so kleinen Schar auf dem Fuße zu folgen und wir kehrten um.“
  • 1157: Albrecht der Bär erobert endgültig die Slawenfestung Brandenburg. Der Magdeburger Erzbischof Wichmann leistet ihm Waffenhilfe und erwirbt dabei ein Territorium, das fortan das Jüterboger Land hieß. In der Magdeburger Schöppenchronik liest sich die Geschichte so: „dusse bishop Wichman bedwang dat land to Juterboc und satte dar bure und makede dat Land dissem godeshuse tinshaftich.“ Kolonisten aus Holland und Flandern, „die ann de ze woonden“, geben dem Landstrich den Namen Fläming.
  • 1160/61: Erste Erwähnung einer Jüterboger Burg mit erzbischöflicher Vogtei. Sie befand sich im jetzigen Schlosspark und wurde um 1750 als Ruine abgerissen.
  • 1174: Am 29. April bekommt Jüterbog Stadtrecht. Erzbischof Wichmann gibt der befestigten Kolonistensiedlung „die Freiheit des Rechts, dessen sich die Stadt Magdeburg erfreut“, zugleich wird die Marien- und bzw. Liebfrauenkirche auf dem Damm zur Hauptkiche des Landes, ecclesia principalis, erhoben.
Klosterkirche in Kloster Zinna
  • 1179: Die slawische Bevölkerung nutzt die Auseinandersetzung zwischen Heinrich dem Löwen und Kaiser Friedrich Barbarossa und erhebt sich gegen die deutschen Kolonisten. Ebenso wie das 1170/71 gegründete Zisterzienserkloster Zinna wird auch die junge Stadt stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Zinnaer Mönche suchen und finden in der Stadt Schutz.
  • 1282: Erste Erwähnung eines Rates als Organ partieller Selbstverwaltung, an deren Spitze ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Bürgermeister steht.
  • 1285: Erzbischof Erich von Brandenburg erlaubt den Jüterbogern den Bau eines Kaufhauses am Markt, aus dem später das Rathaus entsteht. Auch wird die Pflasterung von Straßen und die Gründung von Gasthöfen veranlasst.
  • 1417: Sechs Anhänger der hussitischen Lehre werden auf dem Marktplatz als Ketzer verbrannt.
  • 1478: Am 11. November, dem Martini-Abend, sinkt der größte Teil der Stadt durch eine Brandkatastrophe in Schutt und Asche. Im Rahmen des Wiederaufbaus, zielgerichtet gefördert durch Erzbischof Ernst, entstehen viele Gebäude größer und schöner als vorher. Nicht zuletzt die Stadtbefestigung wird umfassend vervollkomnet.

[Bearbeiten] 16. Jahrhundert

  • 1506: Erzbischof Ernst stiftet der Stadt eine Statue des Heiligen Mauritius, der als Schutzpatron des Erzbistums Magdeburg an der Nordostecke des neu fertiggestellten Rathauses Platz findet (Original des 1957 kopierten Standbildes jetzt im Heimatmuseum).
  • 1519: „Kanzelkrieg“ in Jüterbog. Franz Günther, der erste Theologe, welcher unter Luther promovierte, bekam in der Stadt Redeverbot und wird daher durch Thomas Müntzer ersetzt, den die hiesigen Franziskaner in einer Anzeige beim Brandenburger Bischof erstmals in der deutschen Sprache als „Lutheraner“ bezeichnen.
  • 1534: Hans Kohlhase, der „Michael Kohlhaas“ bei Kleist, ist am 6. Dezember im Rathaus, wo er mit dem sächsischen Adel wegen der ihm geraubten Pferde einen Vergleich aushandelt, den jedoch der sächsische Kurfürst annulliert. Der Berliner Kaufmann versucht nun, in einem Privatkrieg zu seinem Recht zu kommen und endet 1540 auf dem Schafott.
  • 1540: Die Stadt erkauft sich Religionsfreiheit. Die beiden Klöster, Franziskaner und Zisterzienserinnen, lösen sich auf.

[Bearbeiten] 17./18. Jahrhundert

  • 1611: Vom 1. Februar bis zum 21. März Fürstentag in Jüterbog, einer von mehreren großen politischen „Gipfeltreffen“ die von 1549 bis 1633 hier stattfinden.
  • 1625: Der Dreißigjährige Krieg erreicht die Stadt. Kaiserliche Kroaten besiegen die Truppen des Landesherrn Christian Wilhelm. Jüterbog dient von nun an verschiedenen großen Feldherren als Quartier (Wallenstein 1626, Gustav Adolf II. 1631, Wrangel und Banér 1637, Gallas 1639, Torstensson 1641) und wird entsprechend geplündert.
  • 1644: Reiterschlacht auf der Bergheide: die Schweden siegen, 4.000 Tote bleiben zurück. Zum Kriegsende sind von der Einwohnerschaft nur noch 300 Bürger vorhanden (es waren zuvor mehr als 4.000) und erst 1855 wird die Zahl der bewohnten Häuser von 1620 wieder erreicht.
  • 1675 unternimmt der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg im Auftrag des Kaisers gegen Herzog August von Sachsen-Weißenfels eine Strafexpedition, wodurch die Stadt für drei Jahre brandenburgische Zwangseinquartierung erhält. Als das alte Magdeburger Stiftsland 1680 in Form eines Herzogtums zum größten Teil an Brandenburg fällt und Friedrich Wilhelm die Grenzen sperrt, da verliert Jüterbog zwei Drittel seiner früheren Absatzgebiete.

[Bearbeiten] 19. Jahrhundert

  • 1813: Am 26. August flüchtet die bei Großbeeren unterlegene französische Berlin-Armee unter Marschall Oudinot durch die Stadt in Richtung Elbe. Dort neu formiert, zieht sie unter Marschall Ney erneut auf Berlin. Sie wird aber am 6. September, in der Schlacht bei Dennewitz, vor den Toren Jüterbogs, völlig aufgerieben.
  • 1815: Im Ergebnis des Wiener Kongresses gehört Jüterbog zu dem Gebiet, das Sachsen an Preußen abgeben muss. Der sächsische Kreis Jüterbog wird mit den neuen preußischen Landkreis Jüterbog-Luckenwalde; Jüterbog ist Sitz der Verwaltung.
  • 1832: Erste preußische Garnison.
  • 1848: Am 23. März Unruhen im Zuge der Märzrevolution auch in Jüterbog. Allgemeine Bürgerbewaffnung „zur Aufrechterhaltung der Ordnung“. Bildung eines Hilfsvereins gegen Brotmangel und Teuerung.
  • 1864: Inbetriebnahme des ersten Artillerie-Schießplatzes, der durch ständige Erweiterung 1936 der größte Truppenübungsplatz Deutschlands wird (1870 Altes Lager, 1889 Jüterbog 2, 1936/37 Räumung von Felgentreu, Mehlsdorf und Dorf Zinna). Vor allem in der Folge der Verlegung der Artillerie-Schießschulen von Berlin nach Jüterbog 1890 entwickelt sich der Ort zur Militärstadt; im Soldatenjargon „Jammerbock“ genannt.

[Bearbeiten] 20. Jahrhundert

  • 1914: Truppen der Garnison ziehen an die Front. Kasernen, Schulen, Gaststätten und das neue Altenheim werden Behelfslazarette.
  • 1918: Mit dem heimkehrenden Soldaten erreicht die Novemberrevolution Jüterbog. Am 9. November entsteht ein Arbeiter- und Soldatenrat. Landrat von Arnim: „Der Fortgang des bürgerlichen Wirtschaftslebens ist sichergestellt, zur Beunruhigung liegt kein Anlaß vor.“
  • 1921: Die Häuser der Stadt haben Elektroanschluss bekommen.
  • 1928: Die seit 1897 verkehrende Pferdebahn wird eingestellt und durch Busverkehr ersetzt. Sie war eine der ältesten Deutschlands.
  • 1929 wird das Arzthaus von Dr. Georg Estrich als einziges Zeugnis des Neuen Bauens in Jüterbog vom Architekten Konrad Wachsmann, der zur gleichen Zeit auch das Sommerhaus von Albert Einstein in Caputh baute, errichtet.
  • 1930: Eröffnung des Kreismuseums.
  • 1934/35: Infolge der Wiederaufrüstung Deutschlands beginnt in Jüterbog ein enormer Bauboom. Neben Militärbauten wie Kasernen, Flugplätzen und einer Munitionsanstalt entstehen zahlreiche Wohnsiedlungen. Die Stadt lässt zur Truppenversorgung den damals modernsten Schlachthof Europas bauen.
  • 1939: Die Truppen der Garnison ziehen abermals in den Krieg,
  • Frühjahr 1945 starten Selbstopferpiloten vom Flugplatz Damm, um sich in Manier der Kamikaze-Flieger auf die Oderbrücken zu stürzen. Am 18. April greifen US-amerikanische Bomber den Bahnhof und die Fuchsbergkasernen an und am 20. April nehmen sowjetische Truppen weitgehend kampflos die Stadt ein.
  • 1946: Durch die Bodenreform erhalten landarme Bauern und Umsiedler eine Existenzgrundlage. Während die einen damit zu Haus und Hof kommen, werden andere, beispielsweise nur weil sie mehr als 100 Hektar Land besitzen, aus ihrem Heimatdorf verjagt. Von der nun in Luckenwalde etablierten Kreisverwaltung Jüterbog-Luckenwalde werden in bilderstürmerischer Manier Schlösser, Gutshäuser und sogar Kirchen abgerissen. Nicht nur Nationalsozialisten, sondern auch SPD-Mitglieder und andere Demokraten verschwinden in Internierungslagern. Heimatvertriebene und Umsiedler, vor allem aus dem Sudetenland, besiedeln die 1936/1937 für die Truppenübungsplatzerweiterung aufgetriebenen Bauerndörfer Felgentreu und Dorf Zinna neu. Das wiederbelebte Dorf Zinna erhält von seinen Bewohnern den Namen Neuheim.
  • 1948: Auflösung des Flüchtlingslagers in den Fuchsbergskasernen, das seit 1944 Hunderttausenden zeitweilig Obdach gewährte. Diese, wie auch alle anderen Kasernen nimmt die Rote Armee in Beschlag und errichtet in Jüterbog eine Garnison, die vermutlich weit mehr als 30.000 Menschen umfasst, das Dreifache der Zahl der deutschen Einwohner.
  • 1949: Im Sommer wird im Vorfeld der DDR-Gründung (7. Oktober) die Nationale Front, ein Block aller Parteien und Massenorganisationen unter Führung der SED, geschaffen. Damit haben die Bürger bei den scheinbaren Abstimmungen nicht mehr die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Parteien und ihren Mitgliedern zu wählen. Dadurch wird auch der Anspruch der Liberaldemokraten auf das Amt des Bürgermeisters, das sie 1946 bei den letzten relativ freien Wahlen errungen hatten, für die DDR-Zeit festgeschrieben.
  • 1952: In der DDR werden die Länder durch Bezirke ersetzt und die Kreise neu organisiert. Der Kreis Jüterbog gehört von 1952 bis 1990 zum Bezirk Potsdam und die Stadt wird wieder Sitz einer Kreisverwaltung.
Große Straße und Nikolaikirche
  • 1957: Jubiläumsfeierlichkeiten: 950. Jahrestag der ersten schriftlichen Erwähnung, 800 Jahre Zugehörigkeit zum Deutschen Reich und 650 Jahre Ersterwähnung der Kirche St. Nikolai. Die Handwerker der Innung der Schmiede und Schlosser stiften für den Bürgermeister eine Amtskette.
  • 1974: Jüterbog feiert unter großer Anteilnahme der Bevölkerung den 800. Jahrestag der Verleihung des Stadtrechts. Im Festumzug werden historische Bilder dargestellt und im Schlosspark treten bekannte Fernsehstars der DDR auf.
  • 1985: Die rekonstruierte Mönchenkirche wird nach fünfjähriger Bauzeit als Bibliothek und als Konzertsaal wiedereröffnet.
  • 1989: Im Mai wird eine sowjetische Panzerdivision aus Jüterbog in die Heimat abgezogen. Am 30. Oktober gibt es die erste Demonstration für mehr Demokratie. Die größte Protestkundgebung im Zuge der „Wende“ findet am 5. November mit rund 6000 Teilnehmern auf einem Sportplatz statt. An dem geschichtsträchtigen 9. November sind mehr als tausend Jüterboger in der Nikolaikirche zu einem Forum versammelt, als die Nachricht von der Maueröffnung eintrifft, die Versammlung einigt sich auf die doppelsinnige Losung „und wir bleiben hier.“
  • 1991: Am Karsamstag besiegelt Jüterbog eine zweite Städtepartnerschaft mit der hessischen Stadt Aßlar (Lahn-Dill-Kreis). Beide Partnerstädte unterstützen Jüterbog beim Aufbau einer neuen Stadtverwaltung.
  • 1993: Großkreise lösen die bisherige Verwaltungsstruktur im Land Brandenburg ab. Jüterbog wird in den Landkreis Teltow-Fläming eingegliedert und muss an Luckenwalde den Verwaltungssitz abtreten. Eine 800-jährige Geschichte als Hauptstadt der Region findet ihr vorläufiges Ende.
  • 1994: Letzte russische Einheiten verlassen die Garnison. Die zu Ostern öffentlich auf dem Jüterboger Marktplatz verabschiedete Fla-Raketen-Einheit vom Objekt Jüterbog-Damm ist eine der letzten Truppen der WGT, die das vereinte Deutschland verlassen. In den ersten renovierten Gebäuden werden attraktive modernisierte Wohnungen bezogen. Verschiedene Varianten für die Nutzung der großen Schießplatzareale werden diskutiert.

[Bearbeiten] 21. Jahrhundert

  • Am 1. Januar 2007 wird der Chronist, dem Jüterbog seine Ersterwähnung verdankt, mit der Benennung des Thietmar-von-Merseburg-Weg im Stadtpark gewürdigt. Am 28. April 2007 wird ein ICE (Triebkopf 402 036-8) der Deutschen Bahn auf den Namen Jüterbog getauft - als Geschenk zum 1000. Geburtstag der Stadt. In der Bahnhofsunterführung wird ein riesiges ICE-Graffito, der durch ein Stadttor fährt, eingeweiht.

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Bürgermeister

Die Neuwahl zum Bürgermeister fand am 22. Oktober 2006 statt. Der Amtsinhaber Bernd Rüdiger (FDP) setzte sich in der Stichwahl mit 56,9 Prozent durch.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Jüterbog unterhält Städtepartnerschaften mit Waldbröl in Nordrhein-Westfalen und Aßlar in Hessen.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Rot, darin ein schwarzer, nach rechts springender Bock mit goldenen, lang geschwungenen Hörnern und goldenen Klauen.“

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Franziskaner-Mönchenkirche
Gutshaus Kaltenhausen in Kloster Zinna

[Bearbeiten] Sport

Im Juni 2001 wurde die Fläming-Skate-Strecke über 175 km durch den Landkreis eröffnet und ist heute Ziel zahlreicher Wochenendtouristen, die die mindestens 2 m breite asphaltierte Strecke nutzen, um intensiv zu Inlineskaten. 2005 fanden in Jüterbog die Europameisterschaften im Speedskating statt. Nun befindet sich hier auch eine Skate Arena die direkt an der Skaterbahn liegt.

Zudem befindet sich an der Straße nach Neuheim eine Motocross-Strecke.

[Bearbeiten] Geschichtsdenkmale

  • Denkmal von 1957 in der Schillerstraße für die Widerstandskämpfer der Stadt Jüterbog gegen den Faschismus
  • Gedenktafel am Rathaus Am Markt für vier namentlich genannte Widerstandskämpfer
  • Zwei Gedenksteine von 1975/76 für 14 polnische Zwangsarbeiter auf dem Südfriedhof am Waldauer Weg

[Bearbeiten] Jüterbog in Literatur und Kunst

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge