Jeremy Rifkin
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Jeremy Rifkin (* 26. Januar 1943 in Denver, Colorado) ist ein US-amerikanischer Soziologe, Ökonom, Publizist sowie Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends (FOET; Sitz in Washington D.C., USA). Er unterrichtet unter anderem an der Wharton School der Universität von Pennsylvania[1] und ist Berater diverser Regierungen und auch der EU-Kommission. Er gilt als Theoretiker der Zugangsgesellschaft.[2]
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[Bearbeiten] Werk und Einfluss
In bis dato 17 Büchern schrieb Rifkin über die Auswirkungen des wissenschaftlichen und technischen Wandels auf Arbeitswelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Essays und Kommentare aus Rifkins Feder erscheinen in Blättern wie The Guardian und der Los Angeles Times, im deutschsprachigen Sprachraum zum Beispiel auch in der Süddeutschen Zeitung. Das National Journal bezeichnete ihn als einen der 150 einflussreichsten Intellektuellen der USA. Unter den Verfechtern neoliberaler Gesellschafts- und Wirtschaftskonzepte stößt er allerdings auf harsche Kritik,[3] und von Wissenschaftlern wurde er in den 1980er Jahren als Luddist charakterisiert.[4]
Seine Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. In Deutschland ist er vor allem durch Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft (1997, das Original erschien 1995) bekannt geworden. Das Buch beeinflusste entscheidend die Debatte um Verkürzungen der Arbeitszeit, etwa in Frankreich.
The Age of Access (2000; deutsch Access) beschäftigt sich mit dem Einfluss der Globalisierung auf die kulturelle Identität und warnt vor der vollständigen Ökonomisierung unseres Lebens. Kernthese: Das Industriezeitalter sei endgültig vorüber, der Kapitalismus ändere sich radikal. „Access“, der rasche Zugang und Zugriff auf Ideen, Güter und Dienstleistungen zähle in der bereits sich heute herausbildenden Zugangsgesellschaft mehr als dauerhafter und schwerfälliger Besitz. Das Buch wurde mit zwei bedeutenden Preisen ausgezeichnet: dem Arthur Andersen Business Book Award und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch im Jahr 2000.
The Hydrogen Economy (2002; deutsch Die H2-Revolution) trieb die Debatte zur Notwendigkeit des Wandels der Energiewirtschaft hin zu einer Wasserstoffwirtschaft entscheidend voran. In der derzeitigen Abhängigkeit der Wirtschaft vom Erdöl sieht Rifkin große Gefahren.[5][6]
In Der europäische Traum (2004) reflektiert Rifkin über transatlantische Unterschiede und skizziert die Entwicklung der Europäischen Union. Auch dieses Buch provozierte kontroverse Debatten. Er wurde für das Buch 2005 in Deutschland mit der Corine ausgezeichnet.
Rifkin popularisierte den Begriff Proteische Persönlichkeit, mit dem er durch moderne Kommunikationsmittel vernetzte Personen bezeichnet, die auf dem Weg zu einer Entindividualisierung sind.
[Bearbeiten] Veröffentlichungen
[Bearbeiten] Bücher
- mit Ted Howard: Who Should Play God? The Artificial Creation of Life and What it Means for the Future of the Human Race. Delacorte Press, 1977, ISBN 0440395046
- mit Randy Barber: The North Will Rise Again: Pensions, Politics and Power in the 1980s. Beacon Press, 1978, ISBN 0807047872
- mit Ted Howard: Emerging Order: God in the Age of Scarcity. Ballantine Books, 1979, ISBN 0399123199
- mit Ted Howard: Entropy: A New World View. Nachwort von Nicholas Georgescu-Roegen. Viking Press, 1980, ISBN 0553202154
- Entropie – ein neues Weltbild. Hoffmann und Campe, Hamburg 1982, ISBN 3-455-08712-4; Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1985, ISBN 3-548-34289-2
- Entropie als Heilslehre, Rezension von Bernd Kroger, Die Zeit, 2. April 1982
- Entropie – ein neues Weltbild. Hoffmann und Campe, Hamburg 1982, ISBN 3-455-08712-4; Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1985, ISBN 3-548-34289-2
- Algeny. Viking Press, 1983, ISBN 0670108855
- Genesis zwei. Biotechnik – Schöpfung nach Mass. Rowohlt, Reinbek 1986, ISBN 3-498-05707-3; ebd. 1988, ISBN 3-499-18489-3
- Declaration of a Heretic. Routledge and Kegan Paul, 1985, ISBN 0710207107
- Kritik der reinen Unvernunft. Pamphlet eines Ketzers. Rowohlt, Reinbek 1987, ISBN 3-499-18317-X
- Time Wars: The Primary Conflict in Human History. Henry Holt and Company, 1987, ISBN 0671671588
- Uhrwerk Universum. Die Zeit als Grundkonflikt des Menschen. Kindler, München 1987, ISBN 3-463-40098-7; Knaur, München 1990, ISBN 3-426-04081-6
- (Hrsg.): The Green Lifestyle Handbook: 1001 Ways You Can Heal the Earth. Owl Books, 1990, ISBN 0805013725
- Biosphere Politics: A New Consciousness for a New Century. Crown Publishers, 1991, ISBN 0517577461
- mit Carol Grunewald Rifkin: Voting Green. Doubleday, 1992, ISBN 0385419171
- Beyond Beef: The Rise and Fall of the Cattle Culture. Dutton Books, 1992, ISBN 0452269520
- Das Imperium der Rinder. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1994, ISBN 3-593-35047-5 (gekürzte Ausgabe)
- „Trommelfeuer der Hufe“, Rezension von Philip Bethge im Spiegel, 5. Februar 2001
- Das Imperium der Rinder. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1994, ISBN 3-593-35047-5 (gekürzte Ausgabe)
- The End of Work. Tarcher/Putnam, 1995; aktualisierte Ausgabe 2004, ISBN 1585423130
- Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1995, ISBN 3-593-35351-2; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-13606-7; erweiterte Neuausgabe: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2004, ISBN 3-593-37411-0; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16971-2
- The Biotech Century. Tarcher/Putnam, 1998, ISBN 0874779537
- Das biotechnische Zeitalter. Die Geschäfte mit der Genetik. Bertelsmann, München 1998, ISBN 3-570-00266-7; Goldmann, München 2000, ISBN 3-442-15090-6; Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2007, ISBN 3-593-38466-3
- Der Teufel an der Wand, Rezension von Frank Ufen, transatlantik, 3/2000 (Internet Archive)
- Das Leben umprogrammiert, Rezension von Annette Jensen, die tageszeitung, 26. Januar 2008
- Das biotechnische Zeitalter. Die Geschäfte mit der Genetik. Bertelsmann, München 1998, ISBN 3-570-00266-7; Goldmann, München 2000, ISBN 3-442-15090-6; Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2007, ISBN 3-593-38466-3
- The Age of Access. Tarcher/Putnam, 2000, ISBN 1585420824
- Access. Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2000, ISBN 3-593-36541-3; 3. erweiterte Auflage ebd. 2007, ISBN 3-593-38374-8
- Die neuen Barbaren, Rezension von Mathias Greffrath, Die Zeit, 40/2000
- Access. Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2000, ISBN 3-593-36541-3; 3. erweiterte Auflage ebd. 2007, ISBN 3-593-38374-8
- The Hydrogen Economy. Tarcher/Putnam, 2002, ISBN 1585422541
- Die H2-Revolution. Wenn es kein Öl mehr gibt… Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2002, ISBN 3-593-37097-2; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16029-4
- Rezensionen: Ulrich Kühne in: SZ, 2. September 2002; Hermann Scheer in: Die Zeit, 3. Oktober 2002; Ulrich Gutmair in fluter, 26. Februar 2003.
- Die H2-Revolution. Wenn es kein Öl mehr gibt… Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2002, ISBN 3-593-37097-2; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16029-4
- The European Dream. Tarcher/Penguin, 2004, ISBN 1585424358
- Der Europäische Traum. Die Vision einer leisen Supermacht. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2004, ISBN 3-593-37431-5; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16970-4
- Rezensionen: Mathias Greffrath in Die Zeit, 19. August 2004; Uwe Justus Wenzel in NZZ, 31. August 2004.
- Der Europäische Traum. Die Vision einer leisen Supermacht. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2004, ISBN 3-593-37431-5; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16970-4
[Bearbeiten] Aufsätze
- Die dritte Säule der neuen Gesellschaft. Das Informationszeitalter rottet die Arbeit aus. Sinnvolle Jobs wird es nur jenseits der herkömmlichen Beschäftigungsfelder geben. In: Die Zeit, 2. Mai 1997.
- "Neue Menschenzüchter". Rifkin warnt vor den neuesten Möglichkeiten der Gentechnik: Sie könnten die Menschheit nachhaltig schädigen. In: Die Woche, 9. Oktober 1998.
- The New Capitalism Is About Turning Culture Into Commerce, In: Los Angeles Times, 17. Januar 2000
- Wir werden Kriege um Gene führen. Warum ich gegen die Patentierung des Menschen klage. In: FAZ, 11. April 2000.
- Genetische Diskriminierung. Eine neue Form des sozialen Vorurteils. In: SZ, 29. Juni 2000.
- Was macht euch so ängstlich? Amerikas Kraft ist Amerikas Leitkultur: Eine Anfrage an die Deutschen. In: FAZ, 18. November 2000.
- 24 Stunden geöffnet. Wie schnell sind wir am Ende? In: SZ, 28. Mai 2001.
- Der Islam, der Westen, der schwierige Dialog. In: SZ, 21. November 2001.
- Wasser marsch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. August 2002.
- Das leuchtende Kaninchen. Die neue Biotechnologie: von der Wissenschaft zur Kunst? In: SZ, 3. Januar 2003.
[Bearbeiten] Interviews
- Mit Kultur läßt sich wunderbar handeln. Vom aristotelischen zum platonischen Kapitalismus. Im Gespräch mit J. Mejias. In: FAZ, 19. August 2000.
- „Die Zivilisation ist bedroht“, Interview mit Bernhard Pötter in der taz, 1. September 2000
- Kreative aller Länder, vereinigt euch! Interview mit Alan Posener, Die Welt, 8. September 2000
- „Patente passen nicht mehr in die neue Zeit“, Interview mit Inga Michler in der Welt, 12. Dezember 2000
- Jeremy Rifkin im Interview in der Kulturzeit (3sat), 16. August 2004 (Video; 7:30 min)
- Was ist der europäische Traum, Herr Rifkin? Interview mit Robert Misik im Falter, September 2004
- „Langfristig wird die Arbeit verschwinden“, Interview mit Sönke Iwersen in der Stuttgarter Zeitung, 29. April 2005
- „Eine einmalige historische Chance“, Interview von Ruth Berschens und Thomas Hanke im Handelsblatt, 28. Februar 2006
- „Obama fehlt ein Masterplan“, Interview mit Eric Frey im Standard, 19. Januar 2009
[Bearbeiten] Literatur
- André Gorz: Vom totalitären Vorhaben des Kapitals. Notizen zu Jeremy Rifkins „The Age of Access“. In: Widerspruch. 40, 2001 (Auszug im Freitag, 6. Juli 2001)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Jeremy Rifkin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website der Foundation on Economic Trends
- Jeremy Rifkin beim Perlentaucher
- Jeremy Rifkin auf single-generation.de (Weblinks und Artikelverzeichnis)
- Dossier beim Spiegel
- Globalisierungsgegner – Der Herr der Nanosekunde, Portrait von Marc Hujer in der Süddeutschen Zeitung, 19. Januar 2001
- Berufsvisionär Rifkin: Die Bestseller-Maschine, Portrait von Steffan Heuer in Spiegel Online, 27. April 2005
- Artikel
- Hebammenkunst: Bald gibt es die technisch erzeugte Gebärmutter, Artikel von Rifkin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 4. März 2002
- Auf zur Spitze der Proteinleiter, Artikel von Rifkin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 11. Juni 2002
- Glückliches Europa…, Artikel von Rifkin in der Zeit, 14. Oktober 2004
- Europa, wir brauchen dich, Artikel von Rifkin in der Zeit, 9. Juni 2005
- Die smarte Revolution, Artikel von Rifkin in der Zeit, 23. Februar 2006
- Gesammelte Artikel von Rifkin bei der Süddeutschen Zeitung
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Wharton Alumni Magazine: Wharton Leaders: Jeremy Rifkin, W’67. Winter 2008
- ↑ Freitag: Das Kapital als Täufer. 29. Juni 2001
- ↑ Center for Consumer Freedom: Profile: Foundation on Economic Trends
- ↑ Time: The Most Hated Man In Science. 4. Dezember 1989
- ↑ The Guardian: The perfect storm that’s about to hit. 24. März 2004
- ↑ Die Zeit: „Ölkrise verändert die Globalisierung“, 3. Juni 2008
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rifkin, Jeremy |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Soziologe, Ökonom, Publizist |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1943 |
| GEBURTSORT | Denver |

