Josef Anton Riedl

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Josef Anton Riedl (Pseudonym: Józef Mann;[1] * 11. Juni 1927[2] in München; † 25. März 2016 in Murnau am Staffelsee[3]) war ein deutscher Komponist Neuer Musik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium an der Münchner Musikhochschule und Kursen bei Hermann Scherchen in Gravesano widmete sich Riedl, beeinflusst von Carl Orff und Edgar Varèse, als Komponist besonders dem Schlagwerk.

1950 gründete er die deutsche Sektion der Jeunesses Musicales mit. Ab 1952 leistete er Pionierarbeit bezüglich der Verwendung von konkreten und elektronischen Klängen in der Musik. Von 1959 bis zu seiner Auflösung 1966 war Riedl Leiter des Siemens-Studios für elektronische Musik. Die 1960 von Riedl initiierte Veranstaltungsreihe »Neue Musik München / Klang-Aktionen« fand zuletzt im Jahr 2009 statt.

Als Lehrer beeinflusste Riedl das Werk heute bekannter Schüler wie Peter Michael Hamel, Michael Hirsch und Michael Lentz, zu dessen Hörspiel Muttersterben (2001) er eine Musik schuf. Lentz spielt bis heute als Saxophonist im Ensemble Riedls.

Auch Filmmusik steuerte Riedl bei, etwa zu Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend (1992).

Hörspiele/Hörstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • c.e. oder conclamatum est. Für Sprecher und vier Klaviere auf einen Text von Hans Henny Jahnn nach einer Idee von Herbert Kapfer, Mit Jan-Philip Schulze, Ruschana Pamirova, Sebastian Berweck, Christian Schulte (Klavier); Michael Lentz (Sprechen). musica viva/BR Hörspiel und Medienkunst 2009. Als Podcast/Download im BR Hörspiel Pool [4]
  • größer minus größer - Lautkomposition aus Collagen von Herta Müller. Mit Michael Hirsch, Michael Lentz. Realisation: Michael Lentz/Josef Anton Riedl. BR - Hörspiel und Medienkunst 2014. Als Podcast/Download im BR Hörspiel Pool[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Ott: Riedl, Josef Anton. In: Friedrich Blume (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Band 11, Bärenreiter, Kassel [u. a.] 1963.
  • H. G. Schürmann: Riedl, Josef Anton. In: Marc Honegger und Günther Massenkeil (Hrsg.): Das Große Lexikon der Musik. Band 7, Herder, Freiburg i. Br. [et al.] 1982.
  • Carl Dahlhaus und Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Brockhaus Riemann Musiklexikon. Schott [et al.], Mainz [et al.], Band 4, S. 48, 1989 und Ergänzungsband, 2. Auflage 1995 (hier wird 1927 als das Jahr der Geburt genannt).
  • Nicolaus A. Huber: Film- und Multimedia-Komponist – Zu einigen Arbeiten von Josef Anton Riedl, in: MusikTexte 3, Februar 1984, 38–40, auch in N.A.Huber: Durchleuchtungen, Breitkopf&Härtel, Wiesbaden 2000, 67–71.
  • Eine positive Symbiose. Josef Anton Riedl im Gespräch mit Reinhard Oehlschlägel, in: MusikTexte 3, Februar 1984, 41–45.
  • Hans Rudolf Zeller: Experimentelle Klangerzeugung und Instrument. Versuch über Josef Anton Riedl, in: MusikTexte 3, Februar 1984, 46–56.
  • Dieter Schnebel: „Vielleicht ist es so, vielleicht ist es aber auch nicht so“. Rede über Riedl, in: MusikTexte 57/58, März 1995, 25–27.
  • Michael Lentz: „Musiksprechen“. Anmerkungen zu Josef Anton Riedls Lautgedichten, in: MusikTexte 61, Oktober 1995, 13–15.
  • Lautgedicht – Lautmusik. Josef Anton Riedl im Gespräch mit Michael Lentz, in: MusikTexte 61, Oktober 1995, 16–22.
  • Armin Köhler (u.a.): Josef Anton Riedl, Schneider, Tutzing 2013, ISBN 978-3-86296-051-4.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zu dem Sänger Josef Mann, der auch Józef Mann geschrieben wird, besteht kein Zusammenhang.
  2. als Geburtsjahr wird auch 1929 angegeben
  3. Helmut Rohm: Zum Tod des Komponisten Josef Anton Riedl. Nachruf, Bayerischer Rundfunk vom 25. März 2016. Abgerufen am 25. März 2016.
  4. BR Hörspiel Pool - Riedl, c.e. oder conclamatum est
  5. BR Hörspiel Pool - Riedl/Lentz, größer minus größer - Lautkomposition aus Collagen von Herta Müller
  6. Mitgliederliste der DEGEM