Justizvollzugsanstalt Rottweil

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Justizvollzugsanstalt Rottweil
Justizvollzugsanstalts-Information
Name Justizvollzugsanstalt Rottweil
Bezugsjahr 1861

Die Justizvollzugsanstalt Rottweil ist eine Justizvollzugsanstalt des Landes Baden-Württemberg. Die Hauptanstalt befindet sich in Rottweil, Außenstellen bestehen in Hechingen, Oberndorf am Neckar und Villingen-Schwenningen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel an der Außenmauer des Rottweiler Gefängnisses

Die Hauptanstalt (Hintere Höllgasse 1) wurde 1861 errichtet. Die Außenstellen bestehen seit 1876 (Hechingen), 1905 (Oberndorf) beziehungsweise 1847 (Villingen-Schwenningen). Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 war Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg, Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, im Juli 1944 kurzzeitig in Rottweil inhaftiert. Hierauf weist eine Gedenktafel an der Außenmauer des Gefängnisses hin. Gleichzeitig wurde auch Nikolaus Graf von Üxküll-Gyllenband in Rottweil festgehalten, bevor er nach Berlin weitertransportiert wurde.[1]

Zuständigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rottweil sind nur Männer untergebracht. Hier werden Strafen bis zu sechs Monaten verbüßt. Daneben gibt es Untersuchungshäftlinge und aus zivilrechtlichen Gründen Inhaftierte. Die Insassen stammen in der Regel aus dem Landgerichtsbezirk Rottweil. In Hechingen und Villingen-Schwenningen findet die Untersuchungshaft an männlichen Erwachsenen statt, die aus dem Landgerichtsbezirk Hechingen, beziehungsweise den Amtsgerichtsbezirken Villingen-Schwenningen und Donaueschingen stammen. Oberndorf ist Untersuchungsgefängnis für Jugendliche und Heranwachsende aus allen genannten Land- und Amtsgerichtsbezirken.

Behandlung, Betreuung, Arbeit und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenstelle Villingen

Es stehen ehrenamtlich Betreuer zur Verfügung. Es besteht eine Suchtberatung. Die beiden großen christlichen Konfessionen werden durch Seelsorger vertreten. Es werden unter anderem Spielgruppen und sportliche Aktivitäten angeboten. Diese können im Freien und in Krafträumen durchgeführt werden. Daneben besteht eine Bibliothek. Die Häftlinge werden zur Arbeit (ca. sieben Stunden täglich) herangezogen. In Oberndorf besteht für acht Häftlinge die Möglichkeit, sich auf den Hauptschulabschluss vorzubereiten.

Neubaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Pläne, die vier alten Gebäude stillzulegen und in Rottweil ein neues Gefängnis zu errichten. Dieses soll für 600 Gefangene ausgelegt sein und bis etwa 2015 errichtet werden.[2]

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Vor diesem Hintergrund sind die Umbaumaßnahmen in Rottweil in die Kritik geraten.[3] Die Neubaupläne, insbesondere die Standortfrage, beschäftigten bereits den Landtag von Baden-Württemberg.[4]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Volksmund wird das Rottweiler Gefängnis nach dem Nachnamen eines früheren Leiters auch als „Café Lang“ bezeichnet. Der frühere Stuttgarter Bürgermeister Gerhard Lang, der als Sohn des Gefängnisverwalters dort aufwuchs, beschreibt in seinem Buch Kein Engel in der Höllgasse humorvoll das Leben im und um das Gefängnis.[5]

2012 kam es zu einem Ausbruch von zwei Inhaftierten, die aber bald gefasst wurden.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.lpb-bw.de/stauffenberg/unterseiten/links/gedenk.htm
  2. Zwingburg im Erholungsgebiet, Stuttgarter Nachrichten vom 6.März 2009
  3. http://www.abo-bonus.de/wm?catId=7833570&artId=12603163&offset=85
  4. http://www.landtag-bw.de/wp13/drucksachen/3000/13_3653_d.pdf
  5. Gerhard Lang: Kein Engel in der Höllgasse: von originellen Missetätern und einem Rottweiler Unikum. Stuttgart, Silberburg-Verl., 1992. ISBN 3-87407-136-7
  6. Beide Ausbrecher sind gefasst. Neue Rottweiler Zeitung, 16. Juni 2012, Abgerufen am 26. Juni 2013

Koordinaten: 48° 10′ 8,6″ N, 8° 37′ 28,9″ O