Kesten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Kesten
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kesten hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 54′ N, 6° 57′ OKoordinaten: 49° 54′ N, 6° 57′ O
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Bernkastel-Kues
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 3,8 km2
Einwohner: 330 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54518
Vorwahl: 06535
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 066
Adresse der Verbandsverwaltung: Gestade 18
54470 Bernkastel-Kues
Website: www.kesten-mosel.de
Ortsbürgermeister: Michael Beer
Lage der Ortsgemeinde Kesten im Landkreis Bernkastel-Wittlich
KarteEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (bei Bernkastel-Kues)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlich
Karte

Kesten ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kesten

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kesten liegt umgeben von Weinbergen in der Natur- und Kulturlandschaft des Moseltals der Region Trier und befindet sich in einer kleinen Talweitung am linken Ufer des Flusses. Nächstgelegene Mittelzentren sind Bernkastel-Kues und Wittlich. Die Universitätsstadt Trier liegt rund 28 Kilometer Luftlinie entfernt. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Dreismühle.[2]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kesten liegt in der Übergangszone vom gemäßigten Seeklima zum Kontinentalklima; es herrscht ein in Relation zu anderen Regionen Deutschlands sehr mildes Klima – im benachbarten Brauneberg wurde am 11. August 1998 die höchste jemals in der Bundesrepublik gemessene Lufttemperatur festgestellt (41,2 °C im Schatten).

Durch die Eifelbarriere liegt Kesten im Schutz und Regenschatten von Westwinden, die außerdem einen Föhneffekt bewirken können. Gleichzeitig wird eine Lufterwärmung durch geringen Luftaustausch mit dem Umland begünstigt. Damit verbunden ist aufgrund der ständigen Verdunstung des Moselwassers eine regelmäßig hohe Luftfeuchtigkeit, die im Sommer für teilweise belastendes, schwüles Wetter sorgt und zahlreiche Gewitter mit sich bringt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romantisierende Ansicht von 1838.

Kesten – im 18. und 19. Jahrhundert auch Kästen – wurde im Jahr 936 erstmals urkundlich erwähnt. Die kleine Gemeinde kann somit auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken.

Funde zeigen außerdem, dass der Ort vermutlich schon in der Römer- und Keltenzeit besiedelt war. Die älteste bekannte Ortsbezeichnung Castanidum (Kastanienhain von lateinisch: castanea – Edelkastanie) ist als Ortsname aus dem Mittelalter überliefert und geht möglicherweise auf die Römerzeit zurück. Im nahegelegenen Dreistal blieb eine römische Sauerbrunnenfassung erhalten.

Seit dem 13. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Kurfürstentum Trier – das rote Kreuz im Wappen weist bis heute darauf hin. Seit dem Jahr 1946 ist Kesten Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Kesten ist aufgrund seiner Lage am Moselufer seit jeher stark hochwassergefährdet. Im Jahr 2009 wurde daher ein technischer Hochwasserschutz gebaut, der auf ein 15-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kesten besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Beer wurde 2009 Ortsbürgermeister von Kesten.[4] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 90,70 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[5]

Beers Vorgänger Valentin Zimmer hatte das Amt von 1991 bis 2009 ausgeübt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kesten
Wappen von Kesten
Blasonierung: „In Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, belegt mit einem Schildchen, darin in Schwarz eine goldene Weinrebe mit grünem Weinreis und Weinblatt.“

Ältere Wappendarstellungen zeigen die Rebe ohne Blatt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßig finden Heimat- und Weinfeste statt. Am zweiten Wochenende im August findet das große Wein- und Straßenfest statt, bei dem auch die örtliche Weinkönigin gekrönt wird. 2016 wurde mit Sven Finke in der Figur des Bacchus Castanidi erstmals ein Mann zur Weinkönigin gekrönt.[7]

Der Musikverein Kesten veranstaltet außerdem jedes Jahr im Frühjahr zu St. Georg abwechselnd mit dem Pfarrgemeinderat die Kirmes, bei der früher die Weinkönigin gekrönt wurde.

In Kesten geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Franz Jacoby (* 1939), verurteilter Straftäter, der in den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren bei 19 Raubzügen und Geiselnahmen gemeinsam mit Wilhelm Hudelmaier rund 20 Millionen D-Mark erbeutete.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg in Kesten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kesten – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2022, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020[Version 2022 liegt vor.]. S. 82 (PDF; 1 MB).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Hochwasserschutz in Kesten – Bauarbeiten in vollem Gange. In: Pressemitteilung. Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord), 20. Juli 2009, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Dezember 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/sgdnord.rlp.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bernkastel-Kues, Verbandsgemeinde, zwölfte Ergebniszeile. Abgerufen am 22. Dezember 2020.
  6. Vom Wasser und von Hoffnung geprägt. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 22. Januar 2009, abgerufen am 22. Dezember 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  7. Moselort Kesten setzt auf Mann: Sven Finke wird Bacchus. SWR, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2016; abgerufen am 29. November 2016.