Klaus Töpfer
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Klaus Töpfer (* 29. Juli 1938 in Waldenburg, Schlesien) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Wissenschaftler.
Von 1987 bis 1994 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und von 1994 bis 1998 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Von 1998 bis 2006 war er Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Nairobi und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Er ist Gründungsdirektor des 2009 gegründeten Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit in Potsdam (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS).
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[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf
Nach der Vertreibung der Familie aus Schlesien 1945 bestand Töpfer 1959 am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter das Abitur. Danach leistete er bis 1960 seinen Wehrdienst in der Bundeswehr ab und wurde als Leutnant der Reserve entlassen.
Töpfer absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Mainz, Frankfurt am Main und Münster, das er 1964 als Diplom-Volkswirt beendete. Von 1965 bis 1971 war er als wissenschaftlicher Assistent am Zentralinstitut für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Münster tätig. 1968 erfolgte hier seine Promotion zum Dr. rer. pol. mit der Arbeit Regionalpolitik und Standortentscheidung. Von 1971 bis 1978 war er Abteilungsleiter für Planung und Information in der Staatskanzlei des Saarlandes. Lehrbeauftragter an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Entwicklungspolitische Gutachtertätigkeit in Ägypten, Malawi, Brasilien und Jordanien. Von 1978 bis 1979 war er ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Hannover. Von 1978 bis 1979 war Töpfer auch Mitglied im Rat der Sachverständigen für Umweltfragen und Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Von 1985 bis 1986 war er Honorarprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im November 2005 ernannte ihn die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen erneut zum Honorarprofessor. Seit dem 2. Mai 2007 ist er auch Professor für Umwelt und nachhaltige Entwicklung an der Tongji-Universität in Shanghai [1].
[Bearbeiten] Familie
Töpfer ist seit 1968 verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt in Höxter.
[Bearbeiten] Partei
Seit 1972 ist Töpfer Mitglied der CDU. Von 1977 bis 1979 war er Kreisvorsitzender der CDU Saarbrücken. Mitglied im Landesvorstand der CDU Saar. Von 1987 bis 1989 Kreisvorsitzender der CDU Rhein-Hunsrück. Von 1989 bis 1998 war er Mitglied im CDU-Bundesvorstand und von 1992 bis 1998 auch im Präsidium der CDU. Von 1990 bis 1995 war er daneben Landesvorsitzender der CDU des Saarlandes.
1990 und 1994 war er Spitzenkandidat der saarländischen CDU, unterlag jedoch beide Male Oskar Lafontaine. Für die Berlinwahl 2006 war er als Herausforderer von Klaus Wowereit im Gespräch, lehnte aber am 2. Januar 2006 in einem Zeitungsinterview die Übernahme der Spitzenkandidatur ab.
[Bearbeiten] Abgeordneter
Töpfer war von 1990 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war zuletzt (13. Wahlperiode 1994) über die Landesliste Saarland in den Deutschen Bundestag eingezogen.
[Bearbeiten] Öffentliche Ämter
Von 1978 bis 1985 war er Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Umwelt des Landes Rheinland-Pfalz. Am 23. Mai 1985 wurde er zum Minister für Umwelt und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz in der von Ministerpräsident Bernhard Vogel geleiteten Landesregierung ernannt.
Am 7. Mai 1987 erfolgte dann seine Ernennung zum Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Bundesregierung. Nach der Bundestagswahl 1994 erfolgte am 17. November 1994 seine Ernennung zum Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Am 15. Januar 1998 schied er aus der Bundesregierung aus und wurde Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi. Töpfer entschied sich, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Seine zweite Amtszeit endete formal am 31. März 2006. Sein Nachfolger im Amt der UNEP Exekutiv-Direktors ist Achim Steiner. Des Weiteren ist Töpfer seit 2001 Mitglied und derzeit Stellvertretender Vorsitzender im Rat für Nachhaltige Entwicklung.
Am 2. Februar 2009 gab die Bundesforschungsministerin Annette Schavan auf der Gründungsversammlung des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS) in Potsdam bekannt, dass Töpfer Gründungsdirektor des Instituts wird. Das Institut soll Spitzenforschung an der Nahtstelle zwischen Klimawandel und nachhaltiger Ökonomie leisten und bis zu 50 Wissenschaftlern Arbeitsmöglichkeiten geben. Der Arbeitsbeginn ist für Herbst 2009 vorgesehen; es ist eine enge Kooperation mit den anderen Geoforschungsinstituten in Potsdam vereinbart.
[Bearbeiten] Ehrungen und Auszeichnungen
- 1986 Bundesverdienstkreuz am Bande
- 1989 Eselorden der Stadt Wesel
- 1990 Großes Bundesverdienstkreuz
- Ehrenmitglied des KStV Ketteler Mainz im KV
- 1997 Ehrenprofessur der Tongji-Universität Shanghai
- 2002 Deutscher Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
- 2002 Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin für seine Verdienste als Politiker und sein Engagement in der Umweltpolitik.
- 2002 Ehrendoktorwürde der Universität Duisburg-Essen für das Lebenswerk, vor allem aber seinen Einsatz für eine zugleich ökologisch befriedigende wie ökonomisch vertretbare und sozial ausgewogene Lösung der globalen Umweltprobleme und sein vorbehaltloses Eintreten für die Belange der Länder der Dritten Welt.
- 2003 Ehrendoktorwürde der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
- 2003 Grosser Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz der liechtensteinischen Binding-Stiftung [2]
- 2004 Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur der Universität Mainz [3]
- 2005 Ehrendoktorwürde der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL)
- 2005 Honorarprofessur an der Eberhard Karls Universität Tübingen
- 2005 Theodor-Heuss-Preis
- 2005 Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, DGVN
- 2005 „Goldenes Lot“ des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure
- 2007 Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg
- 2008 Verleihung des Hermann Ehlers Preises (Hermann-Ehlers-Stiftung in Kiel)
- 2009 „Dialogpreises für gute Taten“, Sonderpreis, Bistum Münster und die Bistumszeitung Kirche+Leben
- 2009 Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich [1]
[Bearbeiten] Werke
- Arche in Aufruhr: was wir tun können, um die Erde zu retten. Frankfurt a.M.: S. Fischer 2007. ISBN 978-3-10-003702-2
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Wiener Zeitung: Amtliches. Wiener Zeitung, 18. März 2009. Abgerufen am 18. März 2009.
[Bearbeiten] Siehe auch
Kabinett Vogel III – Kabinett Kohl III – Kabinett Kohl IV – Kabinett Kohl V
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Klaus Töpfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien -
Wikiquote: Klaus Töpfer – Zitate - Literatur von und über Klaus Töpfer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie London Speaker Bureau
- Klaus Töpfer: Offene Fragen und wissenschaftliche Herausforderungen der Entwicklungs- und Umweltpolitik. Antrittsrede zum Anlass der Verleihung der Honorarprofessur, Tübingen 11. November 2005. Tübinger Diskussionsbeitrag Nr. 301 (pdf-Format, 175 KB)
Walter Wallmann | Klaus Töpfer | Angela Merkel | Jürgen Trittin | Sigmar Gabriel
siehe auch: Amtsinhaber seit 1987 beider deutscher Staaten
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Töpfer, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU) |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1938 |
| GEBURTSORT | Waldenburg, Schlesien |

