Klaus von Dohnanyi
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Klaus von Dohnanyi [doˈnaːni] (* 23. Juni 1928 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1972 bis 1974 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und von 1981 bis 1988 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.
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[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf
Von 1938 bis 1940 besuchte Dohnanyi die Thomasschule zu Leipzig, von 1940 bis 1944 das Benediktinergymnasium Ettal und schließlich das Victoria-Gymnasium in Potsdam. Nach dem Notabitur 1944 nahm er als Soldat noch am Zweiten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende begann er 1946 ein Studium der Rechtswissenschaft, das er 1949 mit dem ersten und 1957 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Schon 1949 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. mit einer Dissertation über „Die Grundstücksteilung – Erscheinungsform und Rechtsfolgen nach geltendem Recht“. Ab 1951 war er in einem amerikanischen Anwaltsbüro und im Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht beschäftigt. 1953 erwarb er den Abschluss eines Master of Laws (LL.M.) an der Yale University. Ab 1954 arbeitete er bei den Ford-Werken in Köln, seit 1956 als Leiter der Planungsabteilung. Von 1960 bis 1967 war er Geschäftsführender Gesellschafter des Marktforschungsinstituts Infratest.
Der Hamburger Senat verlieh von Dohnanyi 2003 die Bürgermeister-Stolten-Medaille.
[Bearbeiten] Familie
Klaus von Dohnanyi ist der Sohn von Hans von Dohnanyi und Christine Bonhoeffer und damit Neffe des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Er ist in dritter Ehe mit der Schriftstellerin Ulla Hahn verheiratet. Sein Bruder ist der Dirigent Christoph von Dohnányi. Sein Sohn Johannes von Dohnanyi (* 1952) ist ein bekannter investigativer deutsch-amerikanischer Journalist und Schriftsteller. Dieser war zusammen mit Bruno Schirra 2005 in die Cicero-Affäre verwickelt. Siehe auch: Dohnányi
[Bearbeiten] Partei
Dohnanyi ist seit 1957 Mitglied der SPD. 1979 wurde er zum Landesvorsitzenden der SPD in Rheinland-Pfalz gewählt. Nach seiner Wahl zum Hamburger Bürgermeister legte er seine Parteiämter in Rheinland-Pfalz nieder.
[Bearbeiten] Abgeordneter
Von 1969 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 24. Juni 1981 war Dohnanyi Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist stets über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag eingezogen.
1979 wurde Dohnanyi in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt, legte das Mandat aber nach kurzer Zeit nieder. Von 1982 bis 1988 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.
[Bearbeiten] Öffentliche Ämter
Am 1. März 1968 trat er als beamteter Staatssekretär in das von Karl Schiller geleitete Bundesministerium für Wirtschaft ein.
Am 22. Oktober 1969 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft. Als Hans Leussink im Januar 1972 von diesem Amt zurücktrat, wurde Dohnanyi am 15. März 1972 zu dessen Nachfolger im Amt des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft ernannt. Mit dem Rücktritt von Willy Brandt vom Amt des Bundeskanzlers am 7. Mai 1974 schied auch Dohnanyi am 16. Mai 1974 aus der Bundesregierung aus.
Am 16. Dezember 1976 wurde er als Staatsminister in das Auswärtige Amt berufen.
Am 24. Juni 1981 wurde Klaus von Dohnanyi als Nachfolger von Hans-Ulrich Klose zum Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg gewählt und schied gleichzeitig aus dem Amt des Staatsministers im Auswärtigen Amt aus. Das Amt des Ersten Bürgermeisters hatte er bis zu seinem Rücktritt am 8. Juni 1988 inne. In seine Amtszeit fiel die Affäre um die lange Einkesselung von Antikernkraft-Demonstranten (sog. „Hamburger Kessel“). Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Ingo von Münch (FDP) setzte er gegen Widerstände in beiden Parteien die friedliche Lösung des Hafenstraßenkonflikts durch.
Ab 1990 war er u. a. als Beauftragter der Treuhandanstalt für die Privatisierung ostdeutscher Kombinate, insbesondere beim Fördermaschinen- und Kranbauer TAKRAF in Leipzig, tätig.
Heute gehört Klaus von Dohnanyi als stellvertretender Vorsitzender dem Konvent für Deutschland (Vorsitzender: Roman Herzog) an, einem überparteilichen Gremium, das unter anderem für eine Föderalismusreform in der BRD eintritt, die mit klaren Zuständigkeiten für Bundestag und Bundesrat wieder schnellere Entscheidungen in der bundesdeutschen Politik ermöglichen soll.
Von Dohnanyi ist Mitglied im Club of Rome und Beiratsvorsitzender des Berliner Wirtschaftsverlages Wegweiser GmbH. Zudem war er Kurator der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Kabinett Brandt I – Kabinett Brandt II – Kabinett Schmidt II – Kabinett Schmidt III
- Senat von Dohnanyi I – Senat von Dohnanyi II – Senat von Dohnanyi III – Senat von Dohnanyi IV
[Bearbeiten] Literatur
- Jochen Thies: Die Dohnanyis. Eine Familienbiografie. Propyläen Verlag, München 2004.
- Marikje Smid: Hans Dohnanyi – Christine Bonhoeffer. Eine Ehe im Widerstand gegen Hitler. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2002, ISBN 3579053825.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Klaus von Dohnanyi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Informationen zur Aussprache des Familiennamens
- Klaus von Dohnany am 24. April 2008 in der Sendereihe „Zeitzeugen im Gespräch“ im Deutschlandfunk
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siehe auch: Amtsinhaber seit 1933
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dohnanyi, Klaus von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), 1981–1988 Hamburgs Erster Bürgermeister |
| GEBURTSDATUM | 23. Juni 1928 |
| GEBURTSORT | Hamburg |

