Kola

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Halbinsel „Kola“. Informationen zu anderen Bedeutungen von „Kola“ finden Sie unter Kola (Begriffsklärung).
Lage der Halbinsel Kola zwischen der Barentssee und dem Weißen Meer.

Kola (finnisch Kuola, samisch Guoládatnjárga) ist eine Halbinsel in Russland in der Oblast Murmansk (nördlicher Rand des europäischen Landesteils). Die Halbinsel am Nordrand des Weißen Meeres wird von Russen und von Samen bewohnt. Die Verbindung zum restlichen Festland befindet sich beim Gebirge der Chibinen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Klima

Das Klima der Halbinsel ist heterogen: Im Norden, aufgrund der Erwärmung durch warme Meeresströmungen, subantarktisch. Zur Mitte der Halbinsel hin zunehmend kontinental, gemäßigt kalt. Mittlere Januar-Februar-Temperaturen von minus 11-8 °C im Norden bis minus 15-13 °C im Zentrum. Im Juli entsprechend von plus 8-11 °C bis 12-14 °C. Das Land ist zwischen Oktober bis Mai (im Gebirge auch Juni) schneebedeckt.

An der Nordküste wird mit 99 990 Pa der mitunter niedrigste atmosphärische Luftdruck der Welt verzeichnet.

[Bearbeiten] Wasserwelt

Die Kola-Halbinsel wird von mehreren - teils reißenden - Flüssen durchflossen: der längste Fluss ist Ponoj, der wasserreichste - Tuloma. Außerdem zu nennen sind: Varzuga, Kola, Jokanga, Teriberka, Voronja, Umba. Ebenso reich ist die Insel an Seen; die Größten sind Imandra, Umbozero, Lowozero und Seydozero. Die Gewässer sind reich an Fischen wie atlantischer Lachs, Forelle, Äschen, Hecht, Coregonus und anderen. In den umgebenden Meeren gibt es reichlich Kabeljau, Scholle, Heilbutt, Lodde, Hering, Krabben, Kombu.

[Bearbeiten] Bodenschätze

Kola ist reich an Bodenschätzen. In den Orten Nikel und Montschegorsk wird beispielsweise im großen Stil Nickel gefördert, in anderen Orten Eisenerz sowie weitere Schwermetalle, Apatit- und Nephelin-Erze sowie Halb- und Edelsteine

Dieses hat dazu geführt, dass auf Kola nahezu alle ökologischen Zwischenstufen von intakter arktischer Tundra bis hin zu schwermetallverseuchten postindustriellen Abraumlandschaften zu finden sind. Die Erze werden meistens in Kombinaten vor Ort verhüttet, was mitunter zu extremer Luftverschmutzung führt. Die Energie dazu liefert das Kernkraftwerk Kola (vier Druckwasserreaktoren Typ WWER-440), welches zu Sowjetzeiten auf der Halbinsel errichtet wurde.

Ab 1970 wurde hier die so genannte Kola-Bohrung durchgeführt, die 1994 eine Tiefe von 12.262 Metern erreichte und damit auch heute noch den Weltrekord als tiefste Bohrung hält.

[Bearbeiten] Militärische Nutzung

Die Halbinsel beherbergt zahlreiche Militäreinrichtungen der Nordflotte, insbesondere Basen für Atom-U-Boote.

In der Andrejewa-Bucht wurde Anfang der 1980er Jahre ein Atommülllager für schwach radioaktiven Nuklearabfall als Provisorium (gedachter Zeitraum: 5 Jahre) eingerichtet. 2007 lagern nun etwa 21.000 ausgebrannte Brennstäbe von Reaktoren sowjetischer U-Boote. Norwegen, das bereits 12,5 Millionen Euro zur Sicherung der baufälligen Hallen aufbrachte, fordert eine umfassende Sanierung der Hallen und das Verbringen der Brennstäbe in ein sicheres Endlager.

[Bearbeiten] Weblinks

67.68836111111135.94375Koordinaten: 67° 41′ 18″ N, 35° 56′ 38″ O

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