Kolyma

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kolyma (Begriffsklärung) aufgeführt.

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Kolyma
Die Kolyma, Flusslauf bei Debin

Die Kolyma, Flusslauf bei Debin

Daten
Lage Ostsibirien
Länge 2129 km
Quelle im TscherskigebirgeVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung in die Ostsibirische See69.629378546196161.49078369141Koordinaten: 69° 37′ 46″ N, 161° 29′ 27″ O
69° 37′ 46″ N, 161° 29′ 27″ O69.629378546196161.49078369141
Flusssystem Kolyma
Einzugsgebiet 526 000 km²
Rechte Nebenflüsse Bachaptscha, Bujunda, Balygytschan, Sugoi, Korkodon, Berjosowka, Anjui, Omolon
Linke Nebenflüsse Popowka, Jassatschnaja, Oschogina, Sededema
Der Lauf der Kolyma

Die 2.129 km lange Kolyma (russisch Колыма) ist ein Fluss in Sibirien und mündet in die Ostsibirische See, ein Randmeer des Arktischen Ozeans.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Flusslauf

Die Wasserführung der Kolyma am Unterlauf bei Kolymskoje schwankt zwischen 202 m³/s (Januar 1978) und 20.948 m³/s (Juni 1978). Das Einzugsgebiet des Flusses hat eine Größe von 526.000 km².[1]

Entgegen weit verbreiteten Aussagen entspringt sie nicht im Kolymagebirge, sondern an der Nahtstelle zwischen dem Tscherskigebirge und dem Werchojansker Gebirge. Ihr Hauptquellfluss entsteht im zuerst genannten Gebirge. Zwei weitere Quellflüsse entspringen am Südrand des Hochlands von Oimjakon auf der Südabdachung der Hauptverbindungs-Bergkette zwischen den eben genannten Hochgebirgen.

Die Kolyma wurde in der Zeit des Gulag aufgestaut: der Staudamm steht oberhalb von Debin, wo auch die Straße von Magadan nach Ust-Nera (der „Kolymatrakt“) auf der ersten von zwei Brücken den Fluss quert. Die zweite Brücke steht bei Ust-Srednekan, wo sich ein Hafen (insbesondere für die Kohleverschiffung) befindet; ab hier ist die Kolyma schiffbar.

Von dort aus fließt die Kolyma zuerst ein kleines Stück in Richtung Südosten, um am Ende des Tscherskigebirges und an der Südseite des Pik Aborigen in Richtung Nordosten abzuknicken. Fortan fließt sie nordöstlich des goldreichen Kolymagebirges weiter in Richtung Nordosten. Dann tritt der Flusslauf - nordwestlich entlang das Jukagirenplateaus fließend - in das sumpfige Ostsibirische Tiefland ein, in welchem er weiterhin in Richtung Nordosten verläuft. Westlich des Anjuigebirges mündet der Fluss in der Kolyma-Tiefebene mit einem 150 km breiten und 100 km langen Mündungsdelta, in dem die beiden Hauptarm jeweils einen etwa gleichlangen Ästuar ausbilden, in die Ostsibirische See.

[Bearbeiten] Bedeutung

[Bearbeiten] Schifffahrt

Die Schifffahrt auf der Kolyma ist etwa von Juni bis Oktober möglich. Dann kann sie auf einer Länge von etwa 2000 km mit Binnenschiffen befahren werden und dient in dieser Zeit der Versorgung der nördlichen Gebiete.

[Bearbeiten] Stauseen

Im Kolyma-Hydrosystem werden 3325 Millionen kWh jährlich gewonnen (1970-1996).


[Bearbeiten] Nebenflüsse

Der größte und längste Nebenfluss der Kolyma ist der von rechts in den Unterlauf einmündende aus dem Kolymagebirge kommende Omolon.

Weitere bedeutende Nebenflüsse sind (in Reihenfolge von der Quelle zur Mündung):

[Bearbeiten] Landschaftsbild

ehemalige Mine

Die Landschaft an der Kolyma wird von den borealen Nadelwäldern der Taiga beherrscht, die in Richtung Küste in die Waldtundra und Tundra übergeht. In den zuletzt genannten, kältesten bewohnten Klimazonen der Erde können sich wegen des Permafrosts und dem nur geringen Wassergehalt im Boden keine hohen Pflanzen, wie Bäume, entwickeln, sondern es herrschen Flechten, Moose, Sträucher und Farne vor. Entlang der Kolyma findet man viele Überreste ehemaliger Arbeitslager (siehe auch: Gulag).

[Bearbeiten] Goldgewinnung in Straflagern

Goldmine bei einem Gulag an der Kolyma

Insbesondere an den Oberlauf-Ufern der Kolyma und in den dortigen Gebirgen - Kolymagebirge und Tscherskigebirge - befanden sich bis 1987 mehrere Straflager, in denen über viele Jahrzehnte Hunderttausende Strafgefangene unter menschenverachtenden Bedingungen und vor allem in der eisigen arktischen Kälte nach Gold schürfen mussten; dies geschah sowohl im Tagebau als auch unter Tage. Diese Gefangenen kamen nicht nur aus Russland, sondern auch aus anderen Staaten: Es waren zum Beispiel viele Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs, die nach Hunderte Kilometer langen Fußmärschen in der eisigen Kälte dort eintrafen. Dann verbrachten sie teils viele Jahre oder Jahrzehnte in den sibirischen Bergen, um das begehrte Edelmetall an das Tageslicht zu befördern (siehe auch: Gulag).

In seinen Erzählungen aus Kolyma setzte Warlam Tichonowitsch Schalamow dieser Epoche der russischen Geschichte ein literarisches Denkmal.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kolyma am Messpunkt Kolymskoje – hydrographische Daten bei R-ArcticNET
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