Komplexität

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Komplexität (v. lat.: complectari = umarmen, umfassen; Partizip Perfekt: complexum) bezeichnet allgemein die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dass sein Gesamtverhalten nicht beschrieben werden kann, selbst wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definitionen

Der Begriff wird je nach Autor und Wissenschaftsgebiet unterschiedlich definiert.

Peter Ulrich bezeichnet die Komplexität einer Situation mit der Vielfalt der einwirkenden Faktoren und dem Ausmaß ihrer gegenseitigen Interdependenzen und charakterisiert diese als Merkmal schlecht strukturierbarer Entscheidungssituationen.[2] Komplexität ist eine mögliche Form eines Gegenteils von Einfachheit.

Die Komplexität eines Sachverhaltes wird widergespiegelt durch die Menge der Details, die sich von allen anderen Details des Sachverhalts so unterscheiden, dass es keine vereinfachende Abstraktion gibt, die den Detaillierungsgrad verkleinert. Komplexität wird auch geschaffen durch sich widersprechende Zielsetzungen, Dilemmata und nicht determinierbares Verhalten autonomer Systemeinheiten.

  • In der Systemtheorie werden komplexe Systeme durch eine Reihe charakterisierender Eigenschaften beschrieben. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl an Variablen, der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Variablen sowie der Funktionalität dieser Verknüpfungen (zum Beispiel Nicht-Linearität).[3]
  • Der Umgang mit Komplexität in der Wirtschaft gehört zum Themengebiet Komplexitätsmanagement

[Bearbeiten] Komplexität in der Informatik

Hauptartikel: Komplexität (Informatik)

In der theoretischen Informatik beschreibt die Komplexitätstheorie ein Konzept zur Abschätzung des Ressourcenaufwandes zur algorithmischen Behandlung bestimmter Probleme. Die Komplexität ist dann groß, wenn einerseits zu viele und andererseits in der Summe zu komplizierte Details zu behandeln sind. Siehe hierzu auch: Komplexität (Informatik), Kolmogorow-Komplexität, Algorithmische Tiefe.

[Bearbeiten] Grenzen der Definierbarkeit

Es gibt Ansichten, dass der Begriff „Komplexität“ autologisch sei – das heißt, dass man ihn auf sich selbst beziehen könne: Der Begriff der Komplexität sei selbst komplex. In diesem Fall wäre obige Definition falsch beziehungsweise unvollständig.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Encyclopedia of Complexity and Systems Science Robert A Meyers (Editor) Springer Berlin 2009 ISBN: 978-0-387-75888-6

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. H. Härtl: Implizite Informationen: Sprachliche Ökonomie und interpretative Komplexität bei Verben (= studia grammatica 68). Berlin: Akademie-Verlag, 2008, ISBN 3-050-04502-7
  2. P. Ulrich, E. Fluri: Management. Haupt, 1992, ISBN 3-258-04370-1
  3. P. Milling: Systemtheoretische Grundlagen zur Planung der Unternehmenspolitik. Berlin: Duncker & Humblot, 1981, ISBN 3-428-04931-4
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